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welcher hervorging, daß die Irischen Unruhen ins­besondere durch Französische Agenten unterhatten würden. Das Englische System, sagt man, fordere Er­klärungen des provisorischen Gouvernements, um feine diplomatischen Beziehungen fortzuführen.

Großbritannien.

London, 3. April. Die Times bringt heute ein Privatschreiben aus Kopenhagen, das Preußen und Deutschland wegen ihrer Parteinahme für Schleswig Unabhängigkeit und Nationalität auf das Lelvcnschaft- lickste anareift und das Recht der dänischen Ärone aus Schleswig als unstreitbar voraussetzt. Dies e^retben bemerkt, daß die Dänische Flotte dem Deutschen Handel einen schweren Schlag versetzen werde; ihr Dampf- geschwader sammt Kanonierboote vermöchten alle See­städte am baltischen Meere zu beschießen und sobald ein Deutscher Soldat die Elbe überschreite, würde man solche Repressalien schleunigst ergreifen. Die Englische Presse nimmt entschieden für Dänemark Partei und scheint mit dem Gouvernement hierin ganz Hand in Hand zu gehen.

Von Hamburg schreibt die Times vom 31., daß ein Preußischer Kurier mit einem Schreiben des Königs von Preußen an den König von Dänemark hier durch- geeilt, worin der König von Preußen geltend macht, daß von Christian I. an die Dänischen Könige die alten Stipulaiionen anerkannt, daß Holstein und Schleswig nicht getrennt werden dürsten, mit der Er­klärung, daß die Landung eines Dänischen Soldaten in Schleswig als eine Kriegserklärung zu betrachten sei. Nur Brittische Schiffe können jetzt nach der Ostsee befrachtet werden. Die eben einlreffende Indische Post bringt die Kunde, daß neue Feindseligkeiten mit den Chineien im Werke sind. Das Gerücht war ver­breitet, Dost Mohamed sei ermordet worden.

London, 4. April. Die Times hält eine Allianz zwischen Oesterreich unè Rußland selbst nach Mctternich's Sturze nicht für unmöglich, sie hält für wahrschein­lich, daß der Kaiser von Rußland Dänemarks Partei in dem schleswig-Holsteinischen Kriege ergreifen werde, ohne sich darüber auSzulassen, was England thun werde. Darin, daß die ganze englische Presse für Dänemark Partei nimmt, hat man Anzeichen genug für den Zweck der englischen Flotte in der Ostsee. Die Times erklärt mit naiver Bornirtheit, daß die Erklärung Preußens gegen Dänemark eben so ungerechtfertigt alS anmaßend sei. Wo Englands Vortheil spricht, da kennt kein Recht.

In der City lies daS Gerücht, sechs Kriegsschiffe hätten Befehl erhalten sich sofort in den Sund zu bege­ben (offenbar auf Requisition deö englischen Consulâ in Kopenhagen). Man fragte Krregs-Pramien im Lloyd auf baltisch-preußische Kriegsschiffe nach; eS wurden Angebote von 10 Guineen pCi. äusgeschkägen.

Lortdon, 6. April. Zn der heutigen Sitzung des Unterhauses zeigte Hr. Urquhart an, er werde das Gouvernement darüber interpelliren, ob eS irgend eine Garantie Betreffs der Sicherheit der Belgischen Krone geben könne, und ob cs in Folge der letzten Begeben­heiten auf dem Kontinent, irgend welche Verpflichtung zur Aufrechthaltung der bestehenden Ordnung der Dinge in jenem Königreiche übernommen? Sir G. Grey zeigt an, er werde morgen eine Bill einbringen, die dazu bestimmt, Krone und Gouvernement größere Sicherheit zu verleihen; diese Erkärung ward unter rauschendem Beifall ausgenommen.

Ungarn.

Preßburg, 28. März. Ich beeile mich Ihnen in Kürze vor Abgang der Post den furchtbaren Stand der Dinge hier anzudeuten. Der Erzherzog Stephan

ein, die, man meint im Ganzen gegen 7000 Mann stark, nebst den zu erwartenden Hanoveranern, Olden­burgern, Braunschweigern eine ansehnliche Macht wer den dürften, etwa bei Schleswig ausgestellt, in deß schon in den nächsten Tagen ein Treffen st ältst n ben wird, scheint uns zweifelhaft, Dcr Pnnz von Augustenburg reiste gestern hier nach Flenobmg durch, kehrte aber Abends wieder zurück. Morgen soll er in­deß definitiv zur Armee gehen wollen.

Bremen, 8. April. Gestern Nachmittag um 2 Uhr rückte das erste Regiment der oldcnburgltchen^Zn- fanterie, 1200 Mann stark, angeführt von einem Oberstlieutenant Grafen v. Rantzau, m liniere ^tad, ein, eingeholt von dem Musikeor^unsercs Contlngento, welches die Truppen unter dem Schalle desSchles­wig-Holstein meerumschlungen" nach dem Domshofe geleitete. Das Regiment blieb hier im Nachtquartier und hat heute seinen Marsch auf der Heerstraße nach Harburg fortgesetzt. Das nächste Nachtquartier wird in Ottersberg sein. Als Ziel des Marsches wird vorläufig Eutin bezeichnet.

Wien, 3. April. Hr. V. Hartig verlaßt morgen Wien um als FrievcnSuntei Handler nach Mailand sich zu begeben. Die österreichische Regierung wird unter billi­gen Bedingungen die Lombardei aufgeben. An den Straßenecken liest man heute einen gedruckten ^Aufruf an diefreien Wiener," eingedenk des 13. Septembers 1683 (Sobieski'S Sieg), Freischaaren nach Polen zu senden. Diese Freischaaren organisiren sich gleichsam un­ter unsern Augen und die Regierung hindert sie nicht. Wie all' das enden soll weiß der liebe Gott. Zu einem Krieg mit Rußland muß es gewiß führen; Hunderttau- sende wünschen ihn. Bewahre uns der Himmel nur vor Anarchie! ' (Augöb. a. Ztg.)

Wien, 5. April. Als Repräsentanten Oesterreichs zur Versammlung in Frankfurt wurden gewählt: 1) vom Ständeausschuß die Frhrn von Auersberg (Anastasius Grün) und Victor v. Andrian; 2) vom Bürgcrauüschuß die HH. Karl Gerold, v. Sommaruga (Sohn deS neuen Cultusminister), Hornborstel; 3) von der Universität die HH. Stephan Endlicher, Mühsield, Schneider, Schilling, Giskra, Schuselka, Kuranda; im ganzen zwölf. Die HH. Bauernfeld und Hye haben abgelehnt, ersterer wegen seiner seit der Aufregung vom 13. März stark angegrif. fenen Gesundheit. Ein Theil dieser Abgeordneten geht heute noch direct nach Frankfurt, wo sie hoffentlich noch zu rechter Zeit eintreffen werden. (Leider nicht!) Die übrigen warten bis morgen, um wo möglich die Insig­nien der deutschen Kaiseröwürde, Krone, Scepter, Schwert, Reichsapfel, Krönungömantel, und Evangelienbuch mitzu­nehmen. Bis zu dieser Stunde ist die Uebergabe dieser Insignien weder erfolgt noch bestimmt versprochen, ob­wohl die nicht immer genau unterrichteten Wiener Blät­ter deren Ablieferung in die Häude der Repäsentanten bereits melden. Diesen^Morgen erklärte Graf Ficquel- mont auf wiederholt dringende Anfrage der Abgeordneten, welche, weil sie etwas spät nach Frankfurt gehen, dort nicht mit leereu Händen ankommen möchten: die Mitglie­der der kaiserlichen Familie, deren Eigenthum jene In­signien, würden heute unter sich berathschlagen, ob diesel­ben der Wiener Deputation zur Uebergabe in Frankfurt überantwortet werden dürfen? Die Entscheidung soll die­sen Abend bekannt gemacht werden. (Augsb. a. Z.)

Republik Frankreich.

Paris, 3. April. Die Patrie sagt: Man ver­sichert, der Englische Gesandte solle Paris noch in dieser Nacht verlassen und daß diese rasche Abreise durch die aus Irland gekommenen Nachrichten bestimmt worden. Der Englische Gesandte hatte nämlich von seinem Gouvernement eine Mittheilung erhalten, aus

brachte heute aus Wien ein K. Rescript mit, welches die von den Ungarn verlangte, vollkommen unabhängige ver­antwortliche Regierung nicht bewilligt. Die Kunde von ocm Inhalt des RescriptS ward bald laut, die ganze Nationalgarde rückte aus, die Läden waren gesperrt und die ganze Bevölkerung auf den Beinen. Um 1 Uhr Nachmittag erschien der Erzherzog in der gemischten Sitzung beider Tafeln und ward mit großem Enthusias­mus empfangen. Die Verlesung des K. RescriptS ging unter sehr stürmischen Auftritten zu Ende, worauf der Minister-Präsident erklärte, daß die Nation mit diesem Rescript nicht zufrieden sein könnte und er und seine Col- legen hiermit ihre Stellen niederlegten. Der Erzherzog bat dann die Minister, ihre Stellen noch zu behalten, indem er sein feierliches Wort gebe, daß er von Sr. Majestät Alles auswirken werde, im andern Falle aber er selbst ebenfalls sein Amt niederzulegen entschlossen sei. Nach dieser feierlichen Erklärnag übernahmen die Mini­ster ihre Stellen wieder und die Sitzung wurde aufge­hoben. Der Erzherzog ist sofort nach Wien geeilt.

(Breöl. Ztg.)

Preßburg, 30. März. Das k. Rescript über das ungarische Ministerium wurde gestern Abend auf der Promenade in Beiseyn einer unübersehbaren Volksmenge verbrannt. Eine nicht geringere Aufregung hat es in der Ständetafel verursacht. Mit beispielloser Heftigkeit fuhr L. v. Kossuth gegen den Erzherzog Ludwig los. Es ist als ein Glück zu betrachten, daß der König das Re- script nicht selbst unterzeichnet hat, sondern in seinem Auftrage der frühere Vicekanzler Zsendenyi. Es wurde der Antrag gestellt, diesen in Anklagestand zu versetzen, vor der Hand aber noch nicht ausgenommen. Die Ta­fel faßte eine Adresse an den König ab, in welcher nicht gebeten, sondern drohend gefordert wird, daß derselbe seinem feierlichen Worte getreu,in der möglichst kürze­sten Zeit" dem unterbreiteten Gesetze über daS unabhän­gige verantwortliche ungarische Ministerium die k. Sanc­tion ertheile. Die Nation erwarte dießmit aller Eut- schlossenheit, welche die ernsten Augenblicke erheische." Die Magnatentafel ist dieser Adresse beigetreten, und der Erzherzog, welcher sie gestern nach Wien geführt, wird heute schon zurück erwartet. ist kein Zweifel, daß man sich in Wien, wo die alte Camarilla wieder ihren unseligen Einfluß zu beginnen scheint, der Nothwendig­keit fügen werde. Denn kommt der Erzherzog abermals ohne den ganzen Erfolg zurück, oder kommt er auch nur nicht bald zurück, so ist Ungarn für Oesterreich auf im­mer verloren.

Börsenberichte.

Wien, 6. April. 5pCt. Metall. 62'/-. 4pCt. Met. 50; 3pCt. Met.-; 2'/-pCt. Met. 31; Bankaktien 735; 500 fl. Loose 98; 25Ö~fT. Loose 67; Nordbahnactscn M

Mailänder 43%.

London, 6. April. Consols 80 8 %; 5pCt. Ard. 10, 9%. Span. 3pCt. 17%. Port.. Integrale 34.

Paris, 7. April. Franz. 5pCt. R. 52. 25. Franz. 3pCt. R. 35. 75; Neue 3pCt. R..; Neapol. 51.; Actien d. Bank v. Frankr. 1025; St. Germain.-E.-B.-A..; Versailler (r. 11.) 90., (L U.) 85.; Paris-Orleans 405.; Paris- Rouen 285.; Rouen-Havre 140.; Marseille-Avignon 175. ; Straöburg-Basel 70. 65; Orleans-Vierzon 200. ; Or- leans-Bordeaur 382. 50; Nordbahn 306. 25; Paris-Lyon 298. 75; "Paris - Strasburg 336. 25 ; belg. 3pCt.; bclg. 2%p®.; belg. Bankactien; Ardoins 15; 3pCt. span.; 3pCt. span, int; Diff.; pafi. Sch.; (3pCt. R. vor d. Börse; nach d. Börse, 4 Uhr,).

Madrid, 1. April. 3pCt. R. 21 G.; 4pCt. R. -; 5pCt. R. 13% P., 13 G. coiip. det.; unverz. Schuld 4'/« G. (Nach der Börse, 3pCt. N. 21 â % G., 21% P.; 5pCt. R. -; un­verz. Schuld G.)

Täglicher Allzeiger für Ankündigungen aller Art.

Deutsche

Hagelversicherungs - Gesellschaft

für ©mdwra^ M Weelm.

Diese im Jahr 1847 in'6 Leben getretene, auf Gegenseitigkeit begründete Gesellschaft, deren Ver­waltung von einem aus der Mitte der Theilnchmer gewählten Vorstand controllirt wird, hat nach ihrem Rcch- nungs-Abschluß pro 1847 bei einer Versicherungs-Summe von 504,970 Thlrn. einen Ueberschuß von 2335 Thlr.

* ^f. gewährt, wovon nach § 29 des Statuts % als Reservefonds angelegt, % aber an die auf fünf 3ayre bergetretenen Mitglieder vertheilt sind.

.^ Gesellschaft gibt Versicherungen im Betrag von hundert Thaler an, für folgende Gegenstände: Für Fensterscheiben:

b' Gewächs- und anderen Häusern, wo die Fensterscheiben senk- Gewächs- und anderen Häusern, wo die Fenster eine sich nei- Lage haben

-) Für Gewächse:

(1 für Tfo?4c^t^ Mistbeeten oder Gewächshäusern : für &M ausgestellt sind .

f. für Wein - und - ^en .........

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Für Diejenigen, welche der GesEckäsi i ......................... a ~ /»

Versicherungs-Verzeichnisse und Reverse bei lCm ttCn "ân, sind Rechnungs-Abschlüsse pro 1847 , Statuten, der Gesellschaft, sofort ausfe.-tigt, unentgeltlich ^u 2'^ Geueral-Deputirten, welcher die Policen, Namens

Wiesbaden, am 21. März 1848.

(88): -

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