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ten gewaltsam entreissen würden, um ihn in. ein kal­tes, steriles Erdreich zu setzen auf einer kalten Nord­seite, Ferneres Wachsthum unsrer Blüthen wäre hier­mit unmöglich und ihr Hinsterben gewiß. Nein, wjr sind nicht so thöricht und unnatürlich; aber noch un­endlich mehr liegt uns daran, die heiligen Blüthen der Freiheit und Humanität, des Rechtes und des Gesetzes, wie sie sich entfalten seit dem glorreichen 4. März, dem Boden nicht zu entreissen, in dem sie entstanden und bis jetzt bestanden, foriblühen und, will's Gott, herrliche Früchte tragen werden. Ohne Bild: wir wollen ejne volksthüyiliche Verfassung, wie sie angebahnt ist durch der Nassauer Forderungen, wie sie der Herzog durch sein Wort redlich versprach und durch sein unermüdlich Handeln mit dem Volke zu verwirklichen strebt. Der Ausdruck der Gesinnung der Bürger Wiesbadens vom 7. April ist aus unserm innersten' Leben genommen. Wir vergessen es nicht, daß unser Herzog es war, der den ersten Schritt unter allen deutschen Fürsten that, zur Erzielung eines deutschen Parlamentes nach den Forderungen des Nas­sauer Volkes.

Wir vertrauen dem Herzog. Wir erwarten ruhig von dieser Parlamentsversammlung, was uns Noch thut und wollen keine Spaltung durch Leidenschaft, wir wollen Einheit im Sinne der Bürger von Wiesbaden, die so zahlreich den Aufruf am 7. April an uns richteten, als gute Nassauer, aber auch Ein­heit mit dem gesammten deutschen Vatertande.Das ganze Volk soll sein Heil von Frankfurt erwarten!" Dies Wort des dort versammelten Fünfziger Ausschus­ses wollen wir schätzen und ehren. Wir begreifen es recht wohl, (denn Vuë liegt offen und jedes Volk ei­ner deutschen Geschlchte beurkundet stdem, der nur et­was gesunden sensus communis ^atj daß Deutschland ohne Einheit verloren ist.

Es kann der Stolz unserer Stadt sein, daß Ruhe und Ordnung hier mehr zu finden ist, wie in vielen andern Gemeinden, wo man, Ordnung stiften wollend, oft leider das Gegentheil schuf. Nur ein Förster mußte hier Abschied nehmen, alle anderen Stadlbehörden be­stehen noch. Gewiß ein gutes Zeichen. Musterhaft waltet aber auch das hiesige Sicherheitscommite und die Wehrmänner haben sich schon geraume Zeit geordnet in ein Bataillon mit einer Schützen-Abtheilung. Zu vandalischen Waldzerstörungen ist hier nicht einmal der Versuch gemacht worden, obgleich Kronberg ver- hâltnißmäßig wohl im Lande die meisten Dürftige hat. Wollte man die Männer nennen, die im hiesigen Si- cherheils-Comitë, in der Stadtverwaltung, in der Wehr­mannschaft erfolgleich unermüdet für Ordnung und Gesetz wirkten, so wäre dies eine Lobhudelei, die man nicht will. Zeder thut redlich an seiner Stelle das Seine. Daß aber auch von der Kanzel mit Gerst und y^tit -am pâonnta« zu den kirchlichen Kronbergern geredet wiro km christlichen Sinne über die Bedeutung der Zeit, zur Beruhigung der Gemüther, zur Begei­sterung für jedes Opfer, zur Achtung für das Gest, in ächter volksthümlichcr Sprache; daß die Lehrer der Schule alles aufbieten, auch an ihrem Orte als gute Nassauer ihre Pflicht zu thun, wirkt zu einem schönen Ziele in Einheit zusammen. B.

Berlin, den 8. April, Abends 6 Uhr. (Tele­graphische Depesche.) Der Minister-Präsident an den Herrn Ober-Präsidenten Eichmann. Nach neuem Be­schlusse des Bundestages werden statt der Wahlen durch den Vereinigten Landtag andere angeordnet werden. (gez.) Camphausen.

Köln, 10. April 1848.

Der Ober-Präsident Eichmann.

Königsberg, 31. März. Eine mobile Colonne, bestehend aus 3 Bataillons Infanterie, 3 Escadrons 6a« vallerie und 4 Geschützen , unter Leitung des General- Maiors von Trütschler, ist gegenwärtig zwischen Thorn und Graudenz in Thätigkeit zur Beschützung und Ueber« «achung der Posener Grenze. (Königâb. Z.)

Königsberg, 1. April. Die nahe gelegenes Festung PlUau wird in Belagerungszustand gesetzt; alle Frauen und Kinder haben die Festung verlassen müssen, die Kasematten re. rc. sind bereits mit Erdbe­dachungen verseh» n, auch ist schon der Garnison der Proviant für einen Monat zugeführt. Von hier geht zur Bedienung der Geschütze eine halbe Kompagnie Fuß-Artillcric dorthin. Gestern in Pillau eingetroffene dänische Schiffskapilains berichten, daß sich sowohl Kopenhagen als Helsingor in Belagerungszustand be­fanden, und daß in ersterer Festung alle Geschütze bis aus die von dem größten Kaliber komplettirt werden. Die Zahl der von der englischen Marine angeworbenen dänischen Loossen geben sie auf 16 an. Die Kapitaine behaupteten gleichfalls, daß nach in Kopenhagen allge­mein vor breiteten Gerüchten, die dänische Regierung das Dnrchpassiren einer englischen Flotte durch den Sund estatten, das einer russischen Flotte dagegen verhindern würde. Zn einigen Gegenden Littauens sind in den letzten Tagen l »klage nswerthe Erzesse von Landleuten verübt worden. Zu Prokuls bei Memel ist das Zustiz- Amtsgebäüde bewehrt, und alle darin befindliche Ge­genstände, iuel. sämmtlicher Aktenstücke, theils ver­nichtet, theils verbrannt worden. Zn Skaisgirrn wurde das Domaineu-Rentanu geplündert und demolirt. Aehn- liche Erzesse werden aus Tiegenhoff berichtet; auch giebt sich unter dem Dienstpersonale auf verschiedenen Gütern eine Aufsatzigkeir zu erkennen, die aus dem völligen Mißverstehen der jetzigen Bewegung hervor- gchl, und hoffentlich bald beseitigt sein wird. Zwischen Kowno und Geörgenburg haben die Russen drei neue Brücken über die Memel geschlagen, die jedenfalls auf Truppen-Marsche berechnet sind. (Schl. Z.)

Stettin, 4. April. Briefe und Reisende aus dem Großherzogthume melden, daß in denjenigen Theilen der Provinz, in welchen die Polnische Bevölkerung überwie­gend ist, die Preußische Regierung ihre Autorität ver­loren hat. Die begütigenden Erklärungen des in Posen zusammengetretenen Polnischen National - Comite'S, so wie die bekannte drohende Proklamation des General Colomb, die Reorganisation des GroßherzogthumS auf keinem andern als dem gesetzlichen Wege zn erstreben, machen keinen Eindruck mehr, die Polnischen Edelleute bestellten bereits in eigener Machtvollkommenheit über die Freigebung der Provinz von Preußen. Handel und Ge­werbe stocken, Abgaben werden in den oben angegebenen Distrikten nicht mehr erhoben, die Feldarbeiten auf dem Lande zur Bestellung der Sommersaat sind eingestellt, die mit gestreckten Sensen bewaffneten Tagelöhner executiren nach den Anordnungen der Edelleute die Absetzung der Diprikt-Commlffarien und sonstigen Preußischen Beamten. Die Edelleute verzeichnen auf ihren Gütern die dienst­fähige Mannschaft, die zur Cavallerie tauglichen Pferde werden in Augenschein genommen, aber fehlt biS jetzt an Geld und Armaturstücken jeder Art zu einem geord­neten Kampfe. Zugleich sollen diejenigen Preußischen Polen, welche unter den Fahnen uusercr Armee, in die Heimath zurückgerufen werden. Bewaffnete Insurgenten- Haufen durchziehen bereits einzelne Gegenden des Groß- Herzogthums und haben die jüdischen und Deutschen Be­wohner bei Gnesen in Schrecken versetzt. Mehrere solche Haufen drangen in die Schenken und Kaufläden der Juden und Deutschen, aßen und tranken auf die Freiheit Polens, entnahmen Waaren und versprachen später zu bezahlen. Ein solcher Jnsurgentenhaufe, ungefähr 150 Mann stark-, wurde durch den General Hirschfeld mit den Landsberger Dragonern ohne Blutvergießen gefangey genommen, ein anderer Trupp drang zur Zerstörung der bei Wronke über die Warthe geschlagene Brücke der Stargardt-Posener Eisenbahn vor, es gelang jedoch der umsichtigen Thätig­keit deS bei Wronke stationirten BauabtheilungS-Dirigenten diese Brücke durch die Bewaffnung von 500 Eisenbahn- arbeitern zu schützen. Jetzt weht auf der Brücke die Deutsche und Polnische Fahne. Die Hast, mit welcher man ohne Schonung unserer Regierung zum Kampfe auf« stachelt, liegt darin, daß man bereits bid zum Zusam­

mentritt der Französischen Nationalversammlung einen glücklichen Schlag gegen die noch nicht sehr starken Trup- pen Rußlands von der Preußischen Gränze ausführeu will, um durch einen glücklichen Anfang des Freiheits­krieges die Sympathieen Frankreichs zum Handeln zu veranlassen. Ein Conflikt zwischen Preußen und Ruß. land muß die nächste Folge dieses Zusammenstoßes an der Preußisch-Russischen Gränze sein, aber noch hat Preußen seine Rüstungen nicht vollendet, am Rheine, in Holstein, Oesterreich hat mit sich selbst zn thun. Die Rücksichtslosigkeit, mit welcher bereits im Großherzogthnme über die Zukunft dieses Landestheiles entschieden ist, hat die dortige Deutsche Bevölkerung mit Mißtrauen und Erbitterung erfüllt.

Aus Pommern, 3. März. An unseren Küsten kreuzen Dänische und Russische Schiffe. Colberg und Stettin sind bereits in Belagerungszustand gesetzt. Die Frömmler, Minister Eichhorn â la ièie, haben sich auf Triglaff versammelt und machen im Stillen ihre Pläne, die verlorne Gewalt wieder zu erringen. Der Adel fürchtet seine Privilegien völlig einzubüßen. Alle diese verbünden sich; die eraltirtesten Köpfe besteigen bei Ver­sammlungen Stühle und Tische, um von oben herab die Nothwendigkeit zu predigen, sich jeder Neuerung zu wi> verfitzen. Alles, was vom Könige seit dem 15. März bewilligt worden, wollen diese Herren nicht anerkennen. Ihre Protestation wird wohl eben so unschädlich und wirkungslos verhallen, wie die ihres bekannten Wort­führers im weißen Saal zu Berlin.

Rendsburg, 5. April, Morgens 11% Uhr. (Eintreffen der preußischen Hülfstruppen.) So eben treffen mit dem Errrazuge die Preußen hier ein, empfangen von dem unendlichen Jubel der Be­wohner Rendsburg. Es sind die beiden Musketier- Bataillone des Regiments Alerander. Das Füselier- Bataillon desselben Regiments folgt heute Abend oder morgen früh nach.

Es ist zu erwarten, daß die Nachricht vom Ein­züge der Preußen in unser Land die Dänen entweder zur Besinnung bringen, oder zu noch größerm Wahn­sinn antreiben werde.

Rendsburg, 6. April. Während von Kopen­hagen aus uns die amtliche Zusicherung ertheilt wird, daß der Handelsverkehr mit den Herzogthümern nicht gestört werden solle, während im Namen des Königs proclamirt wird, daß der Kampf nur gegen die auf- rührischen Unterthanen geführt werde, berichten däni­sche Blatter gleichzeitig, daß mehrere schlesw.-Holstein. Handelsschiffe, darunter eins mit der Ladung von 1000 Tonnen Kohlen, von den Dänen ausgebracht und daß das Dampfschsff Caroline Amalie (nach andern Nach­richten auch das Dampfschiff Christian VHL) aufge­bracht worden. Wir können unsere Handel- undTraus- portflotte zwar nicht vertheidigen, wenn aber die Dä­nen das Privateigeulhum hiesiger Einwohner beein­trächtigen, so erkennen wir zureichend an, daß sie nicht gegen Aufrührer, sondern gegen einen selbstständigen Staat Schleswig-Holstein Krieg führen.

Zn der Nacht vom 4. auf den 5. April ist ai preußischer Courier durchgegangen, wie man vernimmt, um bei dem Kopenhagener Ministerium nochmalige Schrille zur Anerkennung der Selbstständigkeit derHcr- zogthümer zu thun, damit Preußen nicht gezwungen werde, zum offenen Friedensbruche zu schreiten.

Schleswig, 5. April. Ueber die gegenwärtige Stellung und Stärke der kriegführenden Parteien ist Folgendes zu bemerken: Die Danen, etwa 8000 Mann im Ganzen stark, von denen aber hie und da Besat­zungen zurückstehen, befinden sich etwas südlich von Apenrade; ihre Vorposten bilden eine Linie von da bis hinüber zum südlichen Theile Alsens. Unsere Ar- mee ist noch mit dem noch in hiesiger Stadt einquar- tirten Bataillon eben so stark und steht conceutrirt un­fern Flensburg, nördlich. Zuzüge sind noch in diesen Tagen zu gewärtigen, sowohl reguläres Militär als Freicorps. Heute rücken aber schon die ersten Preußen

weisesten und besten Männer Europa's rufen, daß sie da ihre Beschwerden, ihre Klagen vortragen. Was ist ihre Anklage? Welche Achnlichkeit hat sein Zustand mit dem anderer Länder, die in dem Staub der Scla- verei kriechen, gedrückt von dem schweren Zoch derfis- calen Ungerechtigkeit? Zst es der Zustand von Po­len, dies von einer fremden Macht desnationalisirte Land? Oder von Ungarn, dem lange ein fremdes Bündniß gegen die Möcht beistand, von der es sich losgerissen hatte und das sich durch eine lange Reihe blutiger Kriege n it den Feinden seiner Herrscher und des Christenthums vereinte? Oder von Böhmen, das man so plötzlich aller bürgerlichen Privilegien be­raubte, die größer waren, als sie irgend eine andere Nation genoß, und das in einer schrecklichen Nieder­lage Name, Freiheit und Religion verlor? Oder von Venedig und Mailand, die durch gezwungene Bande an ein Volk von dem entgegengesetztesten Cha­rakter gefesselt, unter der Löwenhaut Oesterreichs, den Ruhm und das Andenken von tausend Zähren begru­ben. Nein, dies ist nicht das Schicksal dies ist nicht der Zustand von Irland. Besiegt, ist es doch nicht mit Füßen getreten worden. Geschlagen ist es doch nicht entehrt. Der Antiquar muß vergangene Zahrhunderte durchsuchen, um Zeichen einer bestimmten Nationalität aufzufinden. Anstatt Herabsetzung hat es Gleichheit und Einheit erhalten. Das was andere Nationen niederdrückt, hat Zrland erhoben. Wenn O von Privilegien spricht es hat keine als die England ihm gab und England mit ihm theilt

stimmt ihrer Meinung bei und ist ein größerer Kelte a s einer von ihnen! Und weiter, dieser Landedel- mann mit einem'großen, unsaubern Haus und wüst- ausschenden Grundstücken. Was ist er? Der Nach­komme eimcs keltischen Prinzen? O nein. Sein Vor­fahre war ein Cromwellaner. Sein Vater war ein Torge. Er würde auch ein Torge geworden sein, aber er fiel in Irländische Gewohnheiten fiel in Schul­den und will nun ein vaterländisches Parlament.

Ein dritter Mann ist eben so gut englisch wie die beiden andern, aber er findet, daß es ihn in der Nach­barschaft populärer macht, wenn er über englische Be­drückung spricht. Wir könnten eine Liste von Na, men durchgehen und eine Masse guter Engländer fiu- ben, Browns Smiths Dirons Wilsons Whites, die alle über verlorne Nationalität quacken.

Aber hat man über Zrland keine Beschwerden zu führen, hat es keine Schuld? Wir dürfen nicht nein antworten. Die Erinnerung an Galway'S und Tipperary's Morden, an die blutigen Kriege zwischen Ordnung und Anarchie, zwischen Ar- mufih und Reichthum verbietet uns dieBehauptling zu leugnen. Aber wir sind die Unterdrücker und wie nun eine Trennung von England den Unterdrückten »elfen? Propagandistische Herren, laßt die Geschichte des Irländischen Parlamrnls und betrachtet die socia­len Zustände Irlands. Zhr könnt Euch dann die Frage elbst beantworten.

Gesetze, es hatte keine, als die, welche es England dankt. Das Gute wie das Schlechte seiner Zu- stitutionen hat es mit England gleich. Sprache? Ihr müßt Euch einen Weg durch den nacktesten, öde­sten Theil seiner felsigen Küste bahnen, um Ueberbleid- sel einer Muttersprache aufzusinden, für welche es die Sprache seines verstoßenen Miterben angenommen hat. Es sind englische Gesetze, durch welche es sein engli­sches Gouvernement anklagt. Es ist englische Sprache, in welcher es sich um ein französisches Bündniß be­wirbt es ist englische Freiheit, welche es zu Licenz verdreht und englische Beredsamkeit, welche es zu irländischer Rhetoritik sublim irt.

Wir würden den Propagandisten sei er polni­scher oder galliauischer Eiferer einlaben, mit uns durch die Städte und Dörfer Zrlands zu gehen. Straße nach Straße, Dörfchen nach Dörfchen würden wir zusammen durchgehen und jeder neue Platz soll seine Theorie Lügen strafen. Betrachtet diesen Repea- ler mit seinem schönen Haus und bequemen Laden. Er schickt seine Guizea nach Burgh-quay; er schreit bei gelegentlichen Zusammenkünften über englische Ungerech­tigkeiten und irländische Leiden. Was ist er? Ein Kelte durch Geburt und Charakter? Nicht im Ge­ringsten ! Sein Vater kam von Bristol oder London herüber und eröffnete einen Specereiladen. Er hat gutes Sachsenblut und den festen Charakter eines Sachsen! Aber die Leute um ihn her haben von Re- peal gesprochen. Es ist dies das Steckenpferd der Priester und Advocaten. Und er, der gute Mann,