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als Gerücht gelten. In Jütland haben einzelne Distrikte sich dem dänischen Krieg nicht ohne eifer angeschloffen, andere aber an den König Petitionen um Entlassntlassunq der jetzigen Minister cingei eicht.

Hamburg, den 3. April. Der prenß- che Mi­nister, Hr. v. Hänlein, hat dem Senat ossieiille An­zeige gemacht, daß morgen 4000 Mann Preußffcher Truppen im Durchmarsch nach Rendsburg das Ham­burger Gebiet passiren werden. Zu derselben Zeit werden die in Harburg versammelten hannoverschen Truppen, bestehend aus 2 Regimentern Infanterie und 6 Batterien Geschütz, direct nach A ona ubergesetzt werden und sich gleichfalls nach Rendsburg begeben.

Loblenz, 3. April. Am verflogenen Sonntage kam gegen Abend der Herzog von Nemours nebst Ge- mablin und Kinder mit dem Dampfoote von Köln hier­an und reiste alsbald in einem Hauderer-Wagen nach Ems, während seine Familie hier im Gasthofzum Riesen" blieb. Erst spät in der Nacht kehrte der Herzog von Ems rurück, und zwar, wie man sagt, begleitet von der Herzogin von Orleans. Letztere reiste in derselben Nacht wieder nach Ems, der Herzog von Nemours aber und seine Familie gingen gestern früh um b Uhr mit dem Düsseldorfer Dampfboote nach Mainz ab.

(Düss. Z.)

Bei Weißenthurm ist heute auf das Dchlcpp- DampfbootNiederrhein", welches mit mehreren An­hängen eben hier einläuft, von einer Masse Menschen bei der Vorbeifahrt geschossen worden. In den Rad kästen fand man eine'Kugel, eine zweite verstörte den Compaß, eine dritte drang durch die Schiffswand in ein Zimmer. Die Mannschaft sicherte sich hinter den Radkasten; der Steuermann wurde von einigen Ma­trosen durch Eisentafeln geschützt. Der Ort Weißen- thurn ist meist von Pferdebesitzern und Wirthen be- wohnt, deren Eristen; durch die Schlepp-Dampfschiff­fahrt gelitten hat; indessen entschuldigt dies keineswegs ein mörderisches Attentat gegen Personen und Eigen­thum. Die hiesige Stadtbehörde ist sofort eingeschritten. In Neuwied haben sich zwei Schlepp-Dampfböte vor Anker gelegt, weil sie es nicht wagen an Weißenthurm vorbeizüsahren, bevor ihnen Schutz zugesichert ist. Der Friedensrichter von Andernach und sein Gerichts­schreiber mußten sich heute, in Folge eines Crawalles, hierher flüchten.

Düsseldorf, 3. April. Der Karl Borromäus- vcrein beabsichtigt die Gründung einer politischen Zei- tung in Köln, zum Schutze der katholischen Kirche ge­gen die Stürme, die ihr in der nächsten Zukunft be­vorstehen mögen. Zur Berathung dieses Entwurfes sind die Mitglieder des Vereines zu einer Versamm­lung nach Bonn auf den 11. April eingeladen wor­den. (A. Z)

Dom Aheitte, 31. März. Wir haben gestern einer Versammlung der deutschen Demokraten zu Straßburg beigewohnt. Sie mag leicht aus einigen Tausenden von Mitgliedern bestanden haben, unter welchen sich Deputationen aus Nancy, Lyon u. s. w. befanden. Nach lebhaften, mitunter sehr hitzigen Dis­kussionen wurde der Beschluß gefaßt, die Beschlüsse der Frankfurter Versammlung abzuwarten, um dann, je nach den Umständen, den bewaffneten Einfall in Baden wirklich zu machen oder davon vor der Hand abzustehen. (Freib. Z.)

Nrauuschweig, den 2. April. (Eröffnung der Stände-Bersammlung.) Der heutige Tag wird für Braunschweig ein denkwürdiger bleiben, denn die heute eröffnete Ständeversammlung hat Aufgaben zu lösen, wie keine zuvor; es werden große Ansprüche an sie gemacht, sie hat aber auch einen günstigeren Boden, wie irgend eine frühere. Die nach den Er­schütterungen des Jahres 1830 zusammengetretene ver­folgte eine mehr negative Richtung, die jetzige aber darf nicht blos niederreißen, 'fte muß auch aufbauen, sie muß sich bewußt sein, was dem Volke frommt und noth ist. Die heutige feierliche Eröffnung stach aus eine erfreuliche Weise ab gegen die ftoftige Art, wie die letzten Diäten eröffnet wurden. Der feierliche Got­tesdienst, die Landtagspredigt, die Thronrede, dies alles war weggefallen und die letzte Versammlung eben nur durch einen Minister für eröffnet erklärt. Heute fand der feierliche Gottesdienst statt, die Predigt hielt der Abt des Stifts Königslutter, über Philipp. 2, 2 4.

Glocken ertönten, die bewaffneten Bürger bildeten Spa­lier, durch welches die Abgeordneten aus der Domkirche nach dem Schlosse zogen, cingeführt durch den Hof- marschall. Im Thronsaale hielt der Herzog die Thronrede und erklärte sodann den Landtag für er­öffnet. Nachmittags findet große Tafel statt, zu der die Stände eingeladen sind.

£)(MHl0DVr , den 1. April. In der heutigen SiNung der zweiten Kammer wies der Landrath Schwers auf die Gefahren hin, welche aus dem feindlichen Auf­treten Hannovers gegen Dänemark bezüglich Holsteins für die Hannover'sche Schifffahrt auf der Ostsee, die gerade in diesem Augenblicke von großer Bedeutung sei, entstehen könnten, und fragte beim Vorstande des Ministeriums an, ob beim etwaigen Eintritte eines Conflicts man auf England recurriren könnte; woraus der Minister erwiderte: es sei keine Ursache vorhan- oen, anzunehmen, daß England gegen Dänemark und für Holstein thätig sein werde.

(Hamb. Corresp.)

München, den 30. März. Unsere Garnison, welche Morgen oder übermorgen München verlassen dürfte, um rheinwärts zu marsch wen, soll heute Zeuge eines Regierungsaktes sein, der große Freude im Volke erregen wird, weil man in ihm eine Bürgschaft mehr für die Gediegenheit der Gesinnungen unseres Königs erblicken zu dürfen glaubt. Von zwölf Uhr an wird zum ersten Male in München die schwarz-roth-goldne Fahne wehen! Die Reichsräthe Graf von Giech und Baron von Zurhein, zwei geschäftsgewandle, ein­sichtsvolle und ehrenwerthe Edelleute, sind gestern für die Rcichsrathskammer nach Frankfurt abgereist, um das erste deutsche Parlament bilden zu helfen. _ Ihnen haben sich sodann noch angeschlossen die Grafen von Schönborn und Montgelas.

Doyen, den 30. März. Die uns heute zuge­kommene Venetianer Zeitung " meldet die Uebergabe der Citadelle von Mailand an die dortige provisorische Regierung. Mangel an Munition habe den Feldmar­schall Radetzky zu diesem Schritt gezwungen. Der Aufstand im lombardisch -venetianischen Königreich war so vollständig organisirt, daß die Leiter desselben sogar über die aus Deutschland kommenden Reisenden schon im voraus unterrichtet wurden. Nur Mantua und Verona sind noch in Händen der Oesterreicher. Eine Abtheilung des Regiments Ferdinand Este nahm in Neumarkt Reißaus und zog durch das Fleimser Thal ohne Unordnung zu veranlassen. Gubernialrath Bar- tolini ist nach Trient beordert, um als Commissär der Regierung die Dämpfung der dortigen Bewegung zu leiten. (A. Z.)

Wien, den 1. Avrib. Freudige und traurige Nachrichten und Gerüchte erfüllen die noch immer be­wegte Stadt. Mit Jubel verkündet man sich schon gestern Abend in allen Gesellschaften, Cafes und an allen öffentlichen Orten, daß Erzherzog Ludwig und der ganze Staatsrath, an dessen Spitze er stand, entlassen und aufgelöst sey. In ihm sah man die Quelle stets wieder auflebender Reaction, in ihm, dem Staatsrath, jenes reaktionäre Ungethüm wie Kos- suth sich in Preßburg ausdrückt welches in Fürst Metternich zwar seinen Kopf, aber nicht sein Leben verloren hatte; in ihm eine Macht, welche ein ver­antwortliches Ministerium unmöglich machte. Auch Graf 'K olowrat, heißt cs sey seines Postens entlassen, ebenso wie der Justizminister Ta affe. Heute Morgen endlich erschien das Preßgesetz; es umfaßt 88 Paragraphen. Das Verfahren ist öffent­lich und mündlich; die Caution für periodisch-po­litische Schriften nicht über 2000 fl. C.-M. (A. ZI

Aus Wie» bringt dieBreslauer Ztg." be­reits folgende wichtige Nachricht: Mittels einer tele­graphischen Depesche wurde der Reichs-Versammlung zu Preßburg angezeigt, daß die königliche Re­solution, welche als der schrecklichste Neactions-Ver- such erklärt worden war, zurück genommen sei.

Republik Frankreich.

Inaris, 4. April. Seltsame Gerüchte sind im Um­lauf. So unglaublich es klingt, so wollen Scharfspä­hende eine Allianz zwischen Rußland und England als möglich, wenn nicht im Anzuge halten. Gestern Abend erfuhr das prov. Gouvernement, daß das Englische Ge­

schwader, daö vom Tajo zurückgekommen, eiligst nach dem Sund bestimmt worden und eine politische Person betheuerte hoch und theuer, die Engländer würden mit den Russen vereint, den Dänen Beistand leisten und ein Bündniß zwischen Rußland und England wäre wahr­scheinlicher denn je. Palmerston ist freilich der Mann dazu, seine Seele dem Teufel zu verschreiben. England kennt kein Prinzip, als das seines Interesses und wenn es seine Rechnung dabei findet, läßt es die Knute in ganz Europa zur Herrschaft kommen, bleibt ihm nur die Herrschaft der Meere und die Suprematie auf dem Weltmarkt. Schon spricht man von den Bedingungen dieses unnatürlichen Bündnisses, schon sagt man, Eng­land lasse den Czar Konstantinopel nehmen und nehme |ür sich bescheiden mit Egypten vorlieb. Schon deutet man darauf hin, daß Rußland dem englischen Handel immense Vortheile geboten und daß man nicht sich wun- vern dürfe, wenn der englische Geldsack den Aufschrei der polnischen Unabhängigkeit überhöre und zunächst sei­nen Vortheil berechne, ehe er Gefühle aufkommen lasse.

Es scheint gewiß, daß Hr. Ledru-Rollin selbst die Veröffentlichung des Actenstückâ veranlaßt, welches Älanqui's Ruf und Stellung vernichtet. Seine Freunde sprengen zur Rache jetzt allerlei Gerüchte über Ledrü- Rollin aus. Es ist übrigens gut, daß Blanqui unschäd­lich gemacht wurde, denn mit den tollsten Kommunisten wäre er fähig zu komplottiren. Es heißt sogar, daß eine Verschwörung schon verrathen worden sei. Ge­neral Cavaignac will nichts vom Kriegsministerium wis­sen, es ist den Generalen Schramm und Oudinot ange­boten worden. DaS Mittelmeer-Geschwader sollte den 1. April auslaufen. Das Gouvernement hat Abd-el- Kader daS Schloß zu Pau als Aufenthaltsort angewie. sen. Er kann dorthin seine Familie, so wie alle Perso­nen, die ihm nach Frankreich gefolgt, mitnehmen.

Galizien.

Myslowitz, den 30. März. Die Deputation von 30 Einwohnern aller Stände aus Lemberg, Kra­kau und Tarnov geht nach Wien, um beim Kaiser eine bessere Besetzung Galiziens zu beantragen, da man den Einmarsch der Russen fürchtet, welche das ganze Land in Besitz nehmen könnten. Galizien sey gänzlich von Truppen entblößt, so daß cs auch nur einem unbe­deutenden Stoße der Russen nichts zu widerstehen vermöge. Die Befürchtung ist um so begründeter, als an der ganzen galizischen Grenze Truppen aufgestellt werden. In dem uns gegenüberliegenden Städtchen Modrzejow und Niesky wird ebenfalls russische Ein- quartirung erwartet. In Matyky, dem ersten russi­schen Bahnhöfe, ha- sich gestern ein Piquet Kosaken sehen lassen.

* Wiesbaden, den 8. April. Der für circa 14 Tagen sich als Mitredacteur derFreien Zeitung" nennende D i e p e n b r o ck hat Wiesbaden aus Furcht des gerechten Zornes der gesammten gutgesinnten Bür­gerschaft dahier gestern verlassen, um nicht gleiches Loos mit seinen: Compagnon Wagner (aus der Stadt gebracht zu werden) zu theilen. Nicht die Per­son, sondern der Name, hatte ihm Eingang zu seinem ruchlosen revolutionären Treiben gestattet, welches man hier stets mit seinen Theilhabern verachtete auch nicht der Mühe werth hielt nur zu entgegnen, aber zur Beruhigung des auswärtigen Publikums eilet man die Nachricht mitzutheilen. (Eingesandt.)

Börsenberichte.

Frankfurt, 6. April. Alle Fonds waren aufs Neue im Course gedrückt, und die wenigen Verkäufe, die in diversen Effecten heute geschahen, konnten nur zu abermals herabgesetzten Preisen an Mann gebracht werden.

Wien, 3. April. 5pCt. Metall. 64%:. _ 4p®. 53. 3pCt.. 2%p®. 30%. Bankactten 760. 500 ff. Loose 104. 250 fl. Loose 73. Nordbahuactien 71%. Gloggnitzer 69. Mailänder 41.

Paris, 4. April. Stand der Rente: 5pCt. 53. 3p®. 34. Bankactien 1115. Versailles, rechtes Ufer 100. Paris-Orleans 490. Paris-Ronen 317. 50. Orleans-Bor­deaux 385. Orleans-Vierzon 212. 50. Rouen-Havre 190. Marseille-Avignon 165. Strafiburg-Basei 81. 25. Nordbah» 308. 75. Paris - Lyon 293. 75. Paris-Straß­burg 335. Römisches Anlehen 50.

Madrid, 29. März. 3p®. 2t8/,, n. d. B. 21% G. - 5p®. 14 P., n. d. Bk 13% G. - Unverz. Schuld 4% P., n. d. B. 4% G.

Täglicher Anzeiger für Ankündigungen aller Art.

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(80) Durch Ableben des Herrn Revisionsraths Born ist in der P l e tz m ü h l e der zweite Stock anderweit zu vermiethen und kann den 1. Mai bezogen werden.

vorräthig sind.

(79)

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Steinkohlen.

Ich erlaube mir meine verehrten Kunden hiermit zu benachrichtigen, daß eine frische Ladung Ruhrer Stein­kohlen bei mir eingetroffen ist, mit deren Ausladung ich von heute an während 14 Tage beschäftigt sein werde.

Bestellungen bitte sowohl direkt, als auch auf der Agentur der Düsseldorfer Gesellschaft zu machen.

Biebrich, den 27. März 1848.

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Druck und Verlag von Wilhelm ^rledri^?O7^f^^^â---- '»»--------»-'--''-'-''''''''-^ " am Fr:edrichoplatz. Verantwortlicher Redacteur: Wilhelm Friedrich.

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