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9 Wiesbaden, den 7. April. Mehrere deut­sche Zeitungen, namentlich auch die hiesigen, brachten die Nachricht, daß das Schloß Johannisberg, die be­kannte Besitzung Metternichs, durch bewaffnete Beset- 8« in MW« «enomm« unb w » r *; digen Steuern confiscirt worden sei. p

lung bedarf einer theilweisen Berichttgung. Das Sch o Johannisberg ist unter besondern schütz der cffcntli- cben Gewalt gestellt worden, und die olychwebcude Frage über die Bestimmung dieses Gutes w.rd ihrer Erlediauna entgegen gehen. Bekanntlich beruht diese Frage§auf der Controverse, ob Johannisberg, als un- ^r nassauische Staatshobeit gehörig anzusehen und da­her das Bestelierimgsrecht, als Ausfluß, des Hoherts- rechtes, darauf anzuwenden tet. Drese Kontroverse Le in Ermangelung eines sich als kompetent an- Gerichtshofes, bis letzt nicht gelöst worden. Die unenflchiedene Sachlage dauerte fort ^.nd feu­ern wurden bis jetzt nicht entrichtet. Bei der m - Aussicht stehenden Constituirung eines deutschen Bun­desgerichtshofes (nach Analogie der fn,Heren Rechs- kainmerqerichte) wird eine Regultrung dieser Verhält­nisse auf dem Wege richterlicher Entscheidung zu er­warten sein. Denselben durch gewaltsames nnd eigen­mächtiges Einschreiten vorgreifen zu wollen, würde die Sache des Rechts nicht fördern, sondern höchstens der Gegenseite Handhaben und Vortheile bieten. In diesem Sinn also sind die stattgehabten factischen Erscheiuun-

gen au/zufassen.

Officieller Bericht über die Verhandlun­gen des Fünfzigerausschusses.

Frankfurt, 4. April.

Unmittelbar nach dem Schluffe der vorbereitenden Versammlung trat heute Vormittag 10 Uhr der ,\ünf- zigerausschuß derselben im Kaisersaale des Römers in folgenden Männern zusammen: (die Namen derselben haben wir schon in Nr. 23 mitgetheilt.)

Der Ausschuß erklärte sich für consti- tuirt. Er wählte: v. Soiron, aus Baden, zum Vor­sitzenden; Robert Blum, aus Sachsen, und Abegg, aus Preußen, zu Stellvertretern; H. Simon und Venedey, aus Preußen, und Briegleb, aus Koburg, zu Schrift­führern.

Er veranlaßte den Vorstand, Namens des Ausschusses, sofort mit dem vorsitzenden Bundeötagögesanrten, Graf Colloredo-Waldsee, in geschäftliche Beziehung zu treten. Eine Sitzung des Ausschusses wurde auf heute Nach­mittag 4 Uhr angesetzt.

Zur Beurkundung: Soiron, als Vorsitzender.

Briegleb, als Schriftführer.

Frankfurt, 4. April 1848.

Erste Sitzung des Fünfzigerausschusses.

Der Fünfzigerausschuß versammelte sich heute Nach­mittag 4 Uhr im Kaisersaale des Römers. Erbeschloß, daß seine Sitzungen öffentlich seyn, und daß dieselben nicht im B u n d e s p a l a st, sondern in dem Saale der Frankfurter gesetzgeben­den Versammlung gehalten werden sollen.

Der Ausschuß begab sich sofort dahin.

Der Vorsitzende Soiron erklärte die erste öffent­liche Sitzung des Fünfzigerausschusses für eröffnet und theilte folgende Beurlaubungen mit: Blum für 1 Tag, Eisenmann 8 Tage, Cetto 8, Raveaur 3, Buhl 3, Mack 8, Wilhelmi 8. Demnächst berichtete der Vor­sitzende über das Ergebniß der zwischen ihm und Abegg einerseits, und dem Bundeopräsibialgesandten Grafen Colloredo andererseits Statt gehabten Besprechung durch Vorlesung nachstehender Bekanntmachung:

Der von der Frankfurter Versammlung gewählte Fünfziger Ausschuß ist sogleich nach Verkündung der Wahl zusammengetrelen. Zum Vorstand wurde Soiron aus Baden, zum ersten Stellvertreter Robert Blum aus Sachsen, zum zweiten Stell­vertreter Abegg aus Preußen, zu Schriftführern

sie meist nur auf bestimmte Zeiträume abgeschlossen wer­den, und bei entfernten, mit den europäischen Gebräu­chen unbekannten Völkern keine Garantie einer gewisscn-

hafte» Erfüllung der eingegangenen Verbindlichkeit ge­währen, wenn sie nicht durch das Gewicht einer in der Nähe befindlichen Streitmacht unterstützt werden. ES wären uns Kolonien nöthig, um alâ Zwischenstationen und Hauptwaarenniederlagen unserem auswärtigen Han­del eine sichere Grundlage zu verleihen und zugleich für den eigenen Bedarf uns einen Theil der Jndustriepro- ntte abzunehmen. Zu diesem Hauptzwecke gesellt sich anderer, uns Deutschen würdiger Zweck, und Christenthum in andern Erd- X und ein dritter, der nicht geringe«

Bevâu^^ Ueberschuß unserer

Verhältnissen X« £;?^^ ^

die Wildnisse ?? Jahren m

^^^^ hat und ein blindeS

-lvertzkug, ja cm herzbrechendes Ovker ßl,-

maS und teuflischen Spekulationsgechrs aL0£° r Wir werden an einem andern Orte sehen w . weiten Erde vier oder fünf solcher Kolonien mÄA? scheintichkeit eines glücklichen Gedeihens am schiâüâ' anzulegen sind, hier aber eine Niederlaffnna inneXu® . ; - -

der Gränzen Europa'« in Vorschlag bringen, welche deâ^"^^' °"» den Hafen deâ alten Pontus durch die gleichzeitiger Förderung des materiellen Wohles, aeeiaaA^ amcn Twenter nach den großen Handelsstädten »et ist, unsere Einigung fester und inniger zu knüpfen,sdern^ °" Euphrat und TigrrS hinab nach den Lan- und dazu beizutragen, daß die Gefahren eines völligen > lichen »»« ^^ Meerbusen und endlich nach dem nord- UmsturzeS des europäischen Gleichgewichtes abgewendet unternehmend^^ der Bucharen, jener

werden. nerasien und hks° ^urch d.e e über ganz Jn-

0 China verbreitet werden können.

wurden Heinrich Simon aus Preußen, Venedey aus Preußen und Briegleb aus Coburg ernannt. Der Vorstand und der zweite Stellvertreter traten sofort mit dem Vorsitzenden der Bundesversamm­lung Graf Colloredo in persönliche Verbindung, und erhielten von demselben die Erklärung, daß die Beschlüsse der Versammlung in Beziehung auf die Anordnung der Wahlen der constituiren­den Versammlung und wegen des Ausscheidens derjenigen Bundestagsgesandten, welche das Ver­trauen des Volkes nicht besitzen, ohne allen Ver­zug durch die Bundestagsgesandten an die zu­ständigen Regierungen abgegangen seyen, ferner, daß er sofort den Beschluß der Bundesversamm­lung über die Art und Weise, in welcher dieselbe geschäftlich mit dem Fünfzigerausschuß zu ver­handeln, beantragen und alsbald mittheilen werde.

Frankfurt a. M>, den 4. April 1848.

Namens des Fünfzigerausschusses, gez. Soiron.

gez. Briegleb."

Es wurde eine Commission zur Ausarbeitung einer Geschäftsordnung für den Fünfzigerausschuß in folgen­den Mitgliedern niedergesetzt: Jacoby, Heckscher, Pachenstecher, Wächter, Biedermann.

Abegg trägt vor: er habe äußerlich aber sicher vernommen, daß der Bundestag noch berathe, ob auf

50,000 oder auf 70,000 Seelen ein Abgeordneter zur Nationalversammlung gewählt werden soll. In diesem Zalle habe die Ausführung der Beschlüsse dervor- >ereitenden Versammlung noch nicht begonnen. Ueber den Stand der Sache müsse man durch eine Deputa­tion sich Gewißheit verschaffen und nötigenfalls auf chleunigste Ausführung dringen. Sollten diese Be- chlüffe nicht in ganz klarer Fassung mitgetheilt sein, o müsse schleunigst eine Commission dieselben präcis redigiren.

Nach längerer Berathung wird der Antrag ange­nommen : die Beschlüsse in Bezug auf die Wahl nochmals festzustellen und durch eine Deputation an den Bundestag zu erwirken, daß die Wahlen nach diesen Beschlüssen sofort vorgenommen wer­den.

Venedey beantragt eine Commision zur Ordnung und Veröffentlichung aller Beschlüsse der vorbereitenden Versammlung, begleitet mit einem Aufruf andasdeut- che Volk.

Nach dem Beschluß des Ausschusses soll die Ord­nung der Beschlüsse der vorbereitenden Versammlung durch die dem Ausschüsse angehörigen Mitglieder des Secretariats der vorbereitenden Versammlung, Simon, Kierulff, Briegleb und Schwarzenberg er­folgen. Zur Abfassung einer Proklamation wird eine Commission (Venedey, Jacoby, Simon, Bie­dermann, Hergen bahn) niedergesetzt.

Schleiden stellt den Antrag:

der Ausschuß habe den deutschen Bundestag auf­zufordern, sofort durch einen Beschluß auszuspre­chen, daß Schleswig, Ost- und Westpreußen in den deutschen Bund ausgenommen seyen, damit in diesen deutschen Ländern die Wahlen zu der be­vorstehenden constituirenden Versammlung recht­zeitig angeordnet und vorgenommen werben kön­nen.

Der Antrag wird angenommen.

Es wird eine Commission ernannt (Wießner, Graf Bissingen, Freudentheil, Stedt - mann, Mursch el) um zu erörtern, auf wel­che Weise der Beschluß der vorbereitenden Ver­sammlung auf Einberufung von sechs österreich­ischen Mitgliedern zum Ausschuß in Vollzug zu setzen sey.

Die nächste Sitzung ist morgen Nachmittags 4 Uhr. Tagesordnung:

1) Bericht über die Geschäftsordnung und Be­rathung.

Wenden wir zuvörderst unsere Blicke auf die Was­serverbindung des Rheins mit der Donau, und sehen, wie der neue Kanal die hochgelegene Scheidelinie beider Stromgebiete übersteigt, so müssen wir auch die Mög­lichkeit zugeben, daß ein Kanal errichtet werden könne, welcher daS, in mehreren Gegenden sehr niedrige, mäh­risch-böhmische Gränzgebirge überschreitend, die Wasser eines Nebenflusses der Moldau mit einem Nebenflüße der March (etwa der Sazawa mit der Jglau oder der Luschnitz mit der Taya) und dadurch die Elbe mit der Donau verbindet. Unläugbar würde eine solche Verbin­dung für zwei Drittheile Deutschlands von äußerster Wichtigkeit und Oestreichs, welches so große gemein- nützige Bauten macht, vollkommen würdig kein. Ver­mittelst der beiden Kanäle und einiger leicht zu bewerk­stelligenden norddeutschen Wafferverbindungen (unter an­dern der Elbe mit der Weser, vermittelst der Unstrut und Werra, oder der Ohre mit der Aller) würden un­sere Jndustrieprodukte auS allen Theilen Deutschlands einen bequemen Abfluß nach Osten erhalten, von den Donaumündungen über das schwarze Meer in das tür­

kische Reich, in daS russische Reich, sobald eS sein ge- meinschädlicheö Prohibitivsystem aufgegeben, und in den

2) Bericht in Betreff der Einberufung von sechs Ausschußmitgliedern aus Oesterreich und Be­rathung.

Der Vorsitzende bemerkt, daß für künftig für Beziehung von Geschwindschreibern gesorg sey, und schließt die Sitzung.

Zur Beurkundung Soiron, als Vorsitzender.

Briegleb, als Schriftführer.

Französische Zustande.

(Aus Pariser Mittheilungen der Deutschen Zeitung.)

Je mehr sich die Republik zu befestigen scheint, desto weniger wächst das Zutrauen der Capitalisten. Be­ruhigend ist die Haltung von Paris auch durchaus nicht für die Reichen. Vor den Mairien stehen vom frühen Morgen bis zum späten Abend dichte Arbeiter­gruppen, die Geld oder Arbeit verlangen die wenig­sten von ihnen müssen mit dem Erfolg der Spenden zufrieden sein denn bei dem Herauskommen aus der Mairie spotten sie über die erhaltenen zwanzig Sous und reizen dadurch die noch unbefriedigte Masse. Dazu kömmt daß die ehemalige Nationalgarde ihre ganze Schwäche fühlt, daß sie weiß, wie sie von ihrer eige­nen Kraft nichts zu erwarten hat, und daß sie auf die Großmnth der Armen, der Arbeiter, der Proleta­rier mit einem Worte derer, die man heute das Volk nennt nicht allzulange rechnen kann.

Zum Beweis, wie scharf die besitzenden Classen und das Proletariat sich bereits einander gegenüberstehen, theilen wir folgende, von den Präsidenten sämmtlicher radikalen Clubs unterzeichnete Proklamation mit:Die Republik wäre eine Lüge, wenn sie nur eine Regie­rungsform durch eine andere ersetzte. Es ist nicht ge­nug, die Worte zu ändern, es gilt auch, die Sache anders zu machen. Die Republik ist die Emancipa­tion der Arbeiter, sie ist das Ende ihrer Ausbeutung; sie ist der Triumph einer neuen Ordnung der Dinge, durch welche die Arbeit von dem Capital befreit wird. Freiheit, Gleichheit, Bruderliebe dieser Wahlspruch, dieser Schmuck unseres neuen Staatssystems soll zu keiner Operndecoration werden. Keine Spielereien denn wir sind keine Kinder. Es gibt keine Freiheit für den, welchem an Brod mangelt ! Es gibt keine Gleichheit, wenn der Reichthum sich neben dem Elend spreizt. Es gibt keine Bruderliebe, so lange sich der Arbeiter mit Weib und Kind hungernd und mit schlot­ternd vor den Thüren der Reichen schleppt. Also Ar­beit und Brod! Die Existenz des Volkes darf nicht länger von dem Schrecken abhängen, der die Capita­listen überkömmt, so wenig, als von der Tücke, mit der sie ihre Schätze verbergen!"

Die provisorische Regierung sinkt täglich uno zuse­hends in der Gunst der öffentlichen Meinung. Ihr gefährlichster Gegner in der Presse ist Emil de Girar- din, der in seinem Blatt mit der schärfsten Dialektik und einer Rücksichtslosigkeit, die von dem größten Mu­the zeugt, die Schwächen, Fehler und Inkonsequenzen der neuen Staatsgewalt aufdeckt. Hören Sie den Schluß seines heutigen Artikels: Ihr (provisorische Regierung) verlangt Widerstand? Widerstand gegen wen? Gegen die Verbrechen der Monarchie? Wir wollen Euch widerstehen, Euch, weil Ihr leidenschaft­lich und kraftlos seid, Euch, weil ihr stolz seid und keine Ideen habt; hochmüthig und keinen Glauben. Euch, weil es Euch wohl gelingen wird, die Reichen arm zu machen, nicht aber die Armen reich. Euch, weil Ihr alles ausgerührt habt, ohne irgend etwas zu lösen. Euch, weil Ihr Absatz und Verbrauch desor- ganisirt habt, ohne die Arbeit zu organisiren. Euch, weil Ihr versprecht, was Ihr nicht halten könnt, weil Ihr Euch mit Täuschungen tragt, die alle Lügen ge­straft werden müssen. Euch, weil Ihr nicht den Muth hattet, dem Volke die Wahrheit zu sagen, das ihrer so würdig war. Euch, weil Ihr die Diktatur miß-

Handelsverträge mit dem Schah von Persien und dem Chan der Usbecken, deutsche Gesandten in Teheran und Buchara, persische und tatarische Gesandten in unserer Bundesstadt würden unser Vaterland der Welt in vollem Glanze zeign. Darum wollen wir die Donau, deren Richtung, wenn wir sie benutzen, für unsere künftige Größe nnläugbar von unermeßlichen Folgen sein wird, alö unser Eigenthum bis zum letzten Lebenshauche vertheidigen; ihre Wasser entquellen unsern Gebirgen und keiner fremden Macht soll daS Recht zugestanden werden, die Mündungen derselben uns zu verschließen.

(Forts, folgt.

* Zu den Arbeitern, welche am Haak'jchen Markte in Berlin mit Ausbesserung des Steinpflasters beschäf­tigt waren, gesellte sich kürzlich ein junger, ziemlich an- tändig gekleideter Mann, der den Arbeitern begreiflich tu machen suchte, wie eS unbillig sei, daß sie hier eine Arbeit verrichten müßten, während so viele Andere müs­sig spaziren gingen. Von nun an müsse alle und jede Bevorzugung aufhören, und die Müssiggänger müßte» gezwungen werden, ebenfalls zu arbeiten.Sie haben ganz recht," erwiederte einer der Arbeiter,und ich denke, es ist am besten, wir wollen bei Ihnen gleich den Anfang machen." Zwei Stunden hindurch mußte nun der Fremde im Schweiße seines Angesichts die schwere Ramme führen, bis man ihn zuletzt unter schallendem Gelächter entließ.