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welche im allgemeinen Interesse so sehr beklagt werden mußte, ist ausgeglichen, und zwar auf dem Wege, w,e wir solchen in unserm vorstehenden Artikel r^rgezelchnet haben.
Jtzstein stellte sogleich zu Anfang der Sitzung einen Antrag, daß die ausgeschiedene Maforüät tn unbetm daß die Versammlung den Austritt beriethen und tm Interesse der so nöchigen Einheit beklage, emgeladen werden solle, an den Verhandlungen wieder Theil zu nehmen, unter dem Bemerken, daß man, in Voraussetzung dieses Rückeintritts, die Abstimmung über d.e Wahl des Ausschusses bis um 1 Uhr offen lassen werde. Dieser Antrag fand eine entschiedene Mehrheit. Es wurde eine Deputation erwählt, welche sich zu den Männern der äußersten Linken verfügte und denselben den Wunsch der Versammlung ausdruckte. Nach kurzer Berathung traten die Äusgeschiedenen in die Kammer wieder ein Das Haupt der Partei, Hecker, bestieg sogleich die Tribüne und erklärte, daß ihr Austritt ein übereilter Schritt gewesen sei, und daß sie sich um |o leichter bereit finden ließen, da die eigentliche Ursache des Zerwürfnisses weggefallen; die mißliebigen Bundes- taasaesandten batten nämlich bereits gestern Abend ihre Demission gegeben, so daß die Bundeslagsversammlung nur noch aus deren neu entstandenen Mitgliedern Römer, Willich, Jordan, Welcker, Uhland rc. bestehe. Hecker schloß seine begeisterte schwunghafte Rede mit einem „Hoch" auf die deutsche Einheit, in welches die Versammlung freudig einstimmte. Mit Ausgleichung dieser Spaltung ist uns ein wahrer Stein vom Herzen gefallen. Sie ist ausgeglichen worden dadurch, daß die Maforität, weniger wie früher auf ihre Maforitäts- macht gehend, sich herangelaffen hat, auch der Ansicht der andern Partei Rechnung zu tragen und Vermitte- lungSvorschlage zu machen, und dadurch, daß andererseits die Minorität besonnener Weise anerkannt hat, daß ein Austritt gegen die Grundsätze der Democratie verstoße. Mögen beide Parteien sich daraus die nöthigen Lehren ziehen und einen Rückfall in diese Fehler
vermeiden.
Während noch die äußerste Linke abwesend war, stellte Soiron aus Mannheim den Antrag, daß man von Berathung des Siebener-Programmes gänzlich absehen, vielmehr blos das Wahlgesetz berathen und den Vollzug der Wahlen anordnen, die Bestimmungen über die deutsche Gesammtverfassung lediglich der am 10. Mai zusammentretenden constituirenden Versammlung überlassen möge. Obgleich einige ängstliche Gemüther finden wollten, daß es zu weit gegangen sein möchte, der constituirenden Versammlung ohne Mitwirkung der Bundestagsversammlung eine solche Gewalt einzuräumen, so war der Vorschlag doch zu vernünftig-praetisch und entsprach zu sehr dem bisherigen ®ang der Verhandlungen, als daß er hätte durchfallen können. Die Versammlung (welche also — was wohl zu bemerken! — damals blos aus der bisherigen Maforität und dem nicht ausgetretenen Theile der Linken bestand) entschied sich mit großer Stimmenmehrheit für dies Amendement.
Die späteren Verhandlungen gehörten weniger zum Gegenstand.
Venedey regte die socialen Fragen an, warnte vor solchen Experimenten, wie sie Frankreich dermalen mache und gab einige für Deutschland maßgebende Gesichtspunkte an. Die Frage wurde nicht näher erörtert, es wurde aber allgemein anerkannt, daß sie eine höchst wichtige sei und ebenfalls ein Gegenstand der Berathung der constituirenden Versammlung bilden müsse.
Endlich ward die bereits in der ersten Sitzung dis- cutirte polnische Frage nochmals erörtert. Ein Pole aus Westpreußen verlangte, daß auch die von polnischen Männern bewohnten Theile Westpreußes Polen einverleibt werden möchten, wogegen andererseits geltend gemacht wurde, daß wie man Posen, trotz der großen Zahl der dort lebenden Deutschen, wegen des numerischen Uebergewichts der Polen, opfern wolle, man umgekehrt auch Westpreußen bei Deutschland behalten
müsse, weil die überwiegende Zahl seiner Einwohner Deutsche seien. Auch über den deutschen Character des Elsasses und Lothringens, über die Wiedergewinnung der deutsch--russischen Ostseeprovinzen wurde dlscutirt. Man sah aber endlich ein, daß eine Entscheidung hierüber vorerst nicht Sache dieser vorbereitenden Bcrlamin- lunq sein könne, da wahrscheinlich hierüber die Kriegswürfel falle» werden, ohne sich an das Votum aus der Paulskirche au stören. „
Morgen wird der Ausschuß gewählt. Er wird zu- sammentreteil und die Versammlung wird sich alsdann
Sobald der Ausschuß gewählt ist, werde ich Ihnen ein Verzeichniß desselben miM-eilen. Möge derselbe alle deutschen Stämme und alle politischen Meinungen vertreten. Nur so kann er seiner Aufgabe genügen.
Wiesbaden, 31. März. Wie wir aus guter Quelle vernehmen, haben mehrere Nassauer in Frankfurt französische Sendlinge, welche dort ihren Samen auszuftreuen versuchten, festgenommen.
* Wiesbaden, den 4. April. Minister von Dungern hat nunmehr definitiv seine Entlassung genommen. An seine Stelle ist provisorisch Naht, bisher Präsident der Appellationsgerichts in Dillenburg getreten. Es machen sich indessen Zweifel geltend, ob letzterer zur definitiven Uebernahme des Portefeuille geeignet sei, und es wird von anderer Seite her versichert, daß der Präsident Vollpracht, welcher so eben zu Sr. Hoheit dem Herzog berufen worden ist, zum definitiven Minister bestimmt sei.
Mainz, den 30. März. Die ganze darniederliegende Jesuitenpartei beginnt fetzt dem Volke ihre Kapuzinaden in Kopf zu geben, solcherweise einen Fasching in den Fastenzeit zu organisiren. Während selbst der Bischof von Paris erklärt, daß er es immer mit der Republik ernstlich gemeint habe, tritt Herr Rüssel hier auf und will das Volk belehren, daß die früheren Zustände besser gewesen, als die fetzigen, indem man unter denselben durch Unterdrückung der Juden und Christ-Katholiken christlicher gehandelt und gewandelt habe!!
Frankfurt, den 28. März. Die Gerüchte, daß das hiesige Haus Rothschild sowohl wie das parisische alle Barren wie das Baargeld nächtlicherweise nach London und Nordamerika hinüberschaffe, gewinnt immer mehr Bestand und liefern den Schlüssel zu der so lästigen Geld und Handelskrisis. Noch kriegt nur der Volkswitz gegen dieses Verfahren, indem eine Karri, katur den Bankier darstellt, wie er Geld frißt und Papier von sich giebt.
Vam Uhern, im März. Mitten unter den Stürmen in Europa steht ein kleines Ländchen frei und unerschüttert da — Belgien! Ein Land, das selbst durch eine Revolution entstanden, zu der Annahme berechtigen sollte, zuerst der Revolution wieder in die Arme zu fallen. Es wird von einer Schaar Revolutionäre heiingesucht, aber das ganze Land ist dagegen, kein Zündstoff ist dafür vorhanden, und die Abentheurer werden abgefangen. Glück uud Heil unserm Nachbarlande Belgien! Und doch hat Belgien drei S p r a ch e n, in die seine Einwohner sich theilen. Vläm- isch, Französisch und Wallonisch, und liefert so einen Beweis, daß auch Angehörige verschiedener Sprache unter Einer Regierung zufrieden nnd glücklich sein können.
Sollte nicht Belgiens Ruhe und Glück die Aufmerksamkeit seiner Nachbarn verdienen? Es werden fetzt die verschiedenen Canftitutionspläne mitgetheilt: der Baffermann'sche mit Wählern von erst 30 Jahren an rc., ein Kölner, worin ein feder, der nur 21 Jahre alt ist (ungefähr, wie es die franz. Republik bestimmt) schon Wähler sein soll rc. und gewiß noch andere folgen. Es werden natürlich in allen Städten, wohin man, wie es mit dem Kölner Plan bereits geschehen
ist, die verschiedenartigsten Pläne schickt, für alle auch Unterschriften zu erlangen sein. Drese Unterschriften können aber nicht maßgebend sein, wenn nicht auch bte Beto's gesammelt werden. Und nun mag so unend. lich viel davon abhangen, ob denn so, oder auch in Frankfurt von den so sehr Wenigen, die dahin kommen, in dieser stürmisch bewegten Zeit ein bewährte» Steuerruder gewählt wird!
Darum dieser Vorschlag zur Befestigung und Ec- faltung von Ruhe und Ordnung:
Möge ganz Dentschland und die Länder, die sich zu Deutschland halten, vorläufig auf einige Jahre eine Constitution, wie die Belgische, annehmen, und die Vertreter, die dann aus dem ganzen Reiche zusammenkommen, die weitere Begründung seiner Ver- assung berathen und ordnen helfen!
Alle Zeitungen, die die Ruhe und Wohlfahrt Deutschlands für wünschenswerth halten, wollen diese Zeilen verbreiten.
Und möge dann in kürzester Frist durch alle zu Deutschland gehörigen Lande eine allgemeine Abstimmung hierüber veranlaßt werden. (Elb. Z.)
Köln, den 30. März. 7% Uhr. Es verbreitet sich so eben die von Vielen verbürgte Nachricht, daß kurz vor dem Eintritte der Dunkelheit eine telegraphische Depesche hier angekommen sei, welche dem Hause A. Schaffhausen die nöthigen Fonds zur Verfügung stellt, um seine Geschäfte fortzusetzen. Sie können denken, daß diese Nachricht große Freude hervorrufen wird.
Elberfeld, den 29. März. Deutschlands Volk hat in diesen Tagen ein edles Gut, die Preßfreiheit, errungen. Eine heilige Pflicht unserer Nation ist es, nun Hinfort zu beweisen, daß sie dieses kostbaren Gutes werth und würdig sei. Einige Artikel in der Mannheimer Abendzeitung und im Frankfurter Jurnal, namentlich aber die Adresse an Friedrich Wilhelm IV. in Nr. 88. des letzter», schienen schon das Gegentheil darzuthun, oder in der Absicht abgefaßt zu fein, die neugeborne Freiheit der deutschen Nation zu stempeln. Man lese nur, und man wird finden, daß der berüchtigte Jakobinèr-Club aus der ersten französischen Revolution keine gröbern Lügen und keine blutgierigem Ausfälle der Wuth sich hat zu Schulden kommen lassen, als die in dem bezeichneten Artikel fenes Blattes sind. Solche feile Journale entehren unser deutsches Volk, und werden es statt zur Einigung, die uns fetzt so Noth thut, zur Entzweiung und zum Untergang führen. Wir fordern daher alle deutschen Männer und deutsche Gesellschaften auf, diese Blätter abzuschaffen und sie in ihren Kreisen nicht mehr zu dulden, zyenn diese Hinfort sich nochmals ähnliche Ausfälle und einen so verderblichen Mißbrauch der deutschen Preßfreiheit sollten zu Schulden kommen lassen. Wir bringen gerade dieses Mittel in Vorschlag, weil es uns am geeignetsten scheint, solchem Unwesen zu steuern. Jeder deutsche Mann trage ein strenges Preßgesetz in seinem Busen und darnach richte und handle er! (E. Z.)
Von der Saar, den 27. März. Officieüe Nachrichten von dem Heranrücken deutscher Arbeiter aus Frankreich an die preußische Gränze, die seit gestern kingelaufen sind, wirken beunruhigend und haben bereits zur Folge gehabt, daß die Landwehr des KreiseS Saarbrücken aufgeboten, auch die Garnison Saarbrückey um eine Escadron Husaren aus Saarlouis verstärkt worden ist. Dem Gerichte zufolge soll ein gegen 10,000 (!) Mann starker Trupp aus Frankreich vertriebener Deutschen, verstärkt durch viele aus dem Kreise Saarbrücken zur Revanche vertriebene franz. Arbeiter seine Direction über Saarbrücken und den Hundsrücken, nach dem Rhein nehmen, um die Republikanisirung Deutschlands im Sinne der Pariser Propaganda auszuführen. Was an diesem Gerüchte Wahres ist, wissen wir nicht. (Tr. Ztg.)
Auch ich bin für republikanische Institutionen im Innern; die sollen und werden wir haben; aber eine Form, die unsern Stämmen seit 2 geschichtlichen Jahrtausenden eigen geworden ist, die läßt sich nicht ungestraft in der Hast deS Augenblicks zerbrechen. Jedes Recht muß geachtet werden, auch wenn es ein historisches Unrecht ist; darum wollen wir es nicht zertrümmern, sondern refor- miren. WaS der Augenblick erschafft, das vernichtet er auch wieder. Darum laßt uns an die Dauer denken, was für die Zukunft dauern soll, daS muß eine feste Gegenwart, eine gediegene Wirklichkeit zu seinem Grunde haben , und keinen Wunsch der Begeisterung. Vergessen wir die schwarze Nacht des Drucks, die hinter unS liegt; laßt unS nicht durch das Roth deö Blutkampfes, sondern durch daS Roth des tagenden FreihritSmorgenS hinüber gehen zu dem Golde gediegener Rechtözustände. DaS wahre Recht, das natürliche Rechtsgefühl wurzelt aber in der Liebe nicht bloß gegen die Völker, sondern auch gegen den Einzelnen. Die Bruderliebe hoch!" Die Rührung und Begeisterung, welche sich den Zuhörern mittheilte, läßt sich nicht schildern; die Wirkung der Rede muß sich auf alle Deutschen erstrecken. Es schien, als ob sie dem Zuge vorauseilte, welchen übrigens die zu Fuß vorangehenden Bockenheimer Volkswaffenmänner mit unbegreiflicher Schnelle förderten, so daß die 50 — 60 Gelertöwägen fast stets im Trabe fuhren, und Alle die, welche vielleicht zaghaften Herzens den nächsten Tagen «ntgegeusehen, haben an dem heutigen Einzuge Jordans einen glänzenden Beweis erhalten, wie ungegründet ihre
absehbare Volksmenge versammelt. Als der Wagen Jordans mitten drinne hielt, entstand Plößlich wirres, man darf wohl sagen wildes Geschrei. Ein Theil deS Volkes wollte den Wagen ziehen, der andere wollte dies wehren. Die Stränge waren schon gelöst. An Leitung, an Beherrschueg der Masse war kaum zu denken; Jordan stand schweigend im Wagen, nnd schien zu warten, bis sich der Sturm legte. Da sprangen zwei Männer aus dem Volke, und Alles war entblößten Hanptes, zu ihm hin, drückten seine Hand, und der eine rief: „Du bist einer unserer größten Männer; sage, waS sollen wir thun?" und Jordan erwiederte mit fener himmlischen Ruhe, die den Märtyrer bezeichnet: „Pferde sollen ziehen, keine freien Menschen." — „Halt!" rief der Eine der Beiden; „Jordan ist kein Fürst, und wir sind keine Sclaven, laßt die Pferde ziehen!" Und im Nu gierig der Zug in der früheren Ordnung weiter. Unter fortwährendem Jubel und Gedränge des Volkes an daö Ende der Zeil angelangt, fühlte sich Jordan auch hier veranlaßt, einige kraftvolle und erhebende Worte an die Versammelten zu sprechen, in denen er seine ganze Hingebung für daö deutsche Volk ausdrückte, und am Schluffe brachte er Deutschland ein „Hoch!" Deutschlands Volk! erkennst Du in dieser Scene Dich selbst und die so würdigen Männer Deiner Wahl? Wenn Jordan verzeiht, wer will dann nicht verzeihen? Wenn Jordan wacht und seine Mitberufenen, wenn unser ganzes Volk wacht, wer und für was kann alsdann gefürchtet werden?
Ahnung ist. Am Friedeberger Thor hatte sich eine un-f
Die Staatskommission der Arbeits-Organisation im Luxembourg.
Dieselbe wird in ihren Berathungen fast täglich unterbrochen. Bald sind eS die Schneider, bald die Schuster, bald die Gerber, bald die Mechaniker oder Handschuhmacher rc. die sie bestürmen, um ihnen Arbeit und hohen Lohn zu verschaffen. Bis fetzt hat Louis Blanc, Präsident der Commission, sie alle zurückgewiesen und sie auf die Gesetzesentwürfe vertröstet, die die Commission für die Nationalversammlung vorbereitet. Vorgestern aber rückten ihr die Bäcker auf den HalS und drohten, die Arbeit einzustellen, wenn ihre Lage nicht sofort gebessert würde. Paris ohne Brod — diese Drohung zog. ES wurden sogleich von Seiten der Meister und Gesellen Ausschüsse gewählt unS binnen 50 Minuten war Alles im Reinen. Paris ißt heute wieder frisches Brod wie gewöhnlich. Dieser Schritt von Seiten der Gesellen darf um so weniger befremden, als sie hier in Paris von Nachts 12 Uhr bis 11 Uhr Mittags ununterbrochen in Kellern arbeiten müssen. Eine solche verrückte Organisation muß abgeschafft werden. DaS hat ihnen LouiS Blanc auch versprochen.
* Uhlich hat die Einladung zu einer Gastpredigt an der Katharinengemeinde in Frankfurt a. M. angenommen, und dadurch einige Mißstimmung in der freien Gemeinde veranlaßt.
Ronge ist von der deqtsch - katholischen Gemeinde zu Frankenthal eingeladen, am nächsten Sonntage den ersten Gottesdienst dort zu halten.