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Schleswig-Holstein. Rückkehr der Deputation nach Kiel. Rüstungen zum Kriege. So ist denn der Bruch geschehen, beginnt der Bne unseres Kieler Correspondenten, unsere Abgeordneten sinv aus Kopenhagen zurückgckehrt, die Antwort, welche sie vom Könige mitgebracht haben, und wodurch die Einverleibung Schleswigs in den dänischen Staat, die ^oSrei- ßung Schleswigs von dem ewig mit ihm verbundenen Holstein ausgesprochen wird, kommt einer Kriegserklärung von Seiten Dänemarks gleich. Die enthusiastische Stimmung der Bevölkerung von Kopenhagen war ebenfalls für den Krieg, d.e ultra^dan.sche Partei beherrschte den König und die öffentliche Meinung die Begeisterung aber, welche der gegenwärtige Moment unter der gesummten Bevölkerung Schleswig-Holsteins erzeugt bat, ist unbeschreiblich und volle Gewahr für die Zukunft. Am 26. März, Morgens lief das k. Post-Dampfschiff Skirner, bettet von -mem KriegS-Dampfschiff hier em, um die ^ande-D epu- tirten und mit ihnen die deutschen Beamten, die ihre Aemter niedergelegt, nebst ihren Familien herüber zu bringen. D-e Dampfschiffe legten nicht wie gewöhnlich an die Brücke, sondern blieben mitten im Hafen. Die Deputaten wurden nach dem Markt geleitet. Hier stattete Olshausen Bericht ab. Der lautet: Die Deputation der Herzogthümer an den König ist gänzlich mißlungen und hat zu dem Gegentheil des Bezweckten, nämlich dahin geführt, daß die Jucorporat-on Schleswigs in Dänemark in Folge einer Volksbewegung in der Hauptstadt, durch die ein ultra-dänisches Ministerium zur Herrschaft gelangte, verfügt ist, was auch in Dänemark einer Kriegserklärung gleich geachtet wird. Zu diesem Zwecke werden nun auch bedeutende Rüstungen gemacht. — Die deutschen Col- legien rn Kopenhagen sind ohne Arbeiten. Die Mitglieder der schleüwig- Holstein - lauenburg'schen Canzlei haben ihre Entlassung eingereicht, eine große Anzahl anderer Angestellten kommen mit dem „Skirner" in Kiel an. DaS Volk zeigt eine sehr entschiedene Hal
Republik Frankreich.
Paris, 26. März. (System für die Organisation der Arbeit.) In einer am 23. Abends im Luxemburger Pallaste abgehaltenen Sitzung der Regierungs-Commission für die Arbeiter, der alle De e- girtcn der Arbeiter wie die der Meister und Fabrikbesitzer beiwohnten, entwickelte Louis Blanc das System, das der National-Versammlung zur Prüfung und Annahme vorgelegt werden wird. Es lautet in den wesentlichsten Punkten al>o: Der Staat wird Arbeitgeber und Fabrikant. Allein die Umwandlung erfolgt nicht plötzlich, sie wird nach und nach bewirkt. Zuerst daher in Bezug aus die fetzige Crists übernimmt der Staat alle jene großen Arbeiten unb Unternehmungen, die entweder die Arbeiten bereits eingestellt haben oder auf dem Punkte stehen sie cin- zustellen. Die jetzigen Besitzer dieser Unternehmungen behalten ihre Rechte, die jedoch in Schuldforderungen mit Interessen umgewandelt und auf den Werth dieser Unternehmungen selbst hypothecirt, endlich durch all- mâhlige Auszahlung ainortisirt werden. Den Arbeitern wird nun vom Staate in diesen Etablissments eine
tung lind wird sich wahrscheinlich bald durch die That bewähren. Das Dampfschiff Skirner ward von dem stark armirten Kriegödampfschiff Hecla begleitet. Dies letztere ist vielleicht dazu bestimmt die Stadt zu bom- bardiren. Wir dürfen erwarten, daß unverzüglich kriegerische Ereignisse eintreten. Die Herzogthümer sind noch im ungleichen Kampf, weil alle materielle Kriegsmacht in ihrer Concentration in den Händen des dänischen Gouver ementS ist. Wir hoffen indeß zuversichtlich den glücklichsten Ausgang und rechnen dabei auf kräftige Unterstützung unserer deutschen Mitbürger.
andere und bessere Eristenz als die bisherige zugesickert. Die Arbeiter bilden eine Association, sie wählen selbst die Leiter und Aufseher der Arbeiten, sie bestimmen selbst den Arbeitslohn oder Antheil am Gewinne. Der einmal so festgesetzte Arbeitslohn wird dann von dem Ausschusse der Arbeiter unter die einzelnen Arbeiter je nach dem Maßstabe ihrer Leistungen, wo möglich gleichmäßig für Alle ausbezahlt. — Der nach Bezahlung des Arbeiterlohnes und der übrigen Ausgaben verbleibende reine Gewinn wird in vier gleiche Theile getheilt und folgendermaßen repartirt: 1. ein Viertel zur Amortisirung des Capitalbetrags, um den der Staat dem Eigenthümer die Unternehmung, Fabrik u. s. w. abgekauft hat; 2. ein Viertel zur Bildung eines Versorgungsfonds für alte, kranke, verwundete oder sonst unfähig gewordene Arbeiter; 3. ein Viertel wird als Gewinnstantheil (Dividende) an alle Arbeiter der Unternehmung vertheilt; 4. ein Viertel dient zur Gründung eines Reservefonds. — Außerdem werden die verschiedenen Ateliers aller Unternehmungen, nach Gleichheit der Beschäftigungen unter einander associrt. Man wird die Interessen der Cosumtion durch die beste Qualität und die möglichst billigen Preise der Erzeugnisse ebenfalls berücksichtigen. Zu allen die- sen Zwecken ist eine lange Reihe von höchst einfachen, aber eingreifenden Maßregeln vorgeschlagen, die alle den Zweck haben, die Freiheit, die Gleichheit, die Solidarität Aller und die Ordnung unter allen Arbeitern zu sichern. An der Spitze aller dieser Nationalwerk-
Üätten steht ein Verwaltungsrath, der die Leitung aller Industrien in seiner Hand hat, sowie jedem einzelnen ^ndustrierweiae ein vom Staate ernannter Ingenieur voraesetzt ist. Der Staat wird diese Maßregel durch allmählige Schritte durchsetzen; bis einmal der Staat Besitzer aller Industrie-Unternehmungen ist, läßt er die Privat-Industrie ungehindert neben sich bestehen. — Diese hier nur summarisch augedeuteten Ideen, die Louis Blanc mit meisterhafter Klarheit entwickelte, änden weder bei den Meistern, noch bei den Arbeitern rgend einen entschiedenen Widerspruch. Ueber den Grund der Frage war man vollkommen einig, man discutirte nur die Art und Weisender Ausführung, die Mittel zum Zwecke.
Part», 27. Mürz. LamartiNe's Antwort an die Polen. Die polnischen Emigration waren im Begriffe, mit den Waffen in der Hand, nach Polen zu eilen und daS Land von russischer Knechtschaft zu befreien. Zu diesem Zwecke hat sich eine Deputation der Polen an daS provisorische Gouvernement mit der Bitte gewendet, hnen einen mehr als moralischen Beistand zu leisten. Dieser Wunsch im Munde der Polen ist nur zu begreif- ich, und ihre Hoffnung auf geneigtes Gehör von Seiten der Regierung ist mit dem Bewußtsein der Gerechtigkeit ihrer Sache, der allgemeinen Sympathie im Lande, mit der Verblendung, die man in Beurtheilung dessen, woran man bethelligt ist, gerne hegt, zu entschuldigen. Lamartine's Antwort ist herrlich und wird ihm von Neuem die Herzen aller wohl- und wahrhaft freigesinnten in ganz Europa gewinnen; hat doch seine edle und kräftige Sprache im Namen der Universalität der europäi» chen Politik, der Freiheit aller Völker, die Deputation augenblicklich umgestimmt, welches beide Theile gleich ehrt. „Wir werden fortziehen, aber ohne Waffen," hieß es, und unter dem Rufe: „Es lebe die Republik!" umgeben von der feierlich erregten Volksmenge, zog sich die Deputation zurück. Lamartine'S Rede lautet: „Die Republik ist mit keiner Nation, mit keinem der bestehenden Gouvernements weder in offenem noch geheimem Kriege, so lange von diesen Nationen, diesen Gouvernements nicht die Erklärung auSgeht, daß sie mit ihr im Kriege seien. Sie wird also gegen die cermanischen Nationen keinen Act deS Angriffes und der Gewalt auS- üben oder gutwillig auSüben lassen. Sie arbeiten in diesem Augenblicke daran, ihr Conförderations-System zu ändern, Einheit u. s. w. zu gründen. Man müßte unvernünftig oder Verräther an der Freiheit der Welt sein, um sie in dieser Arbeit durch Kriegs-Demonstrationen stören zu wollen, um die BefreiungS-Jdeen, welche sie zu uns, zu Ihnen hinziehen, in Feindschaft oder Haß zu verwandeln.
Täglicher Anzeiger für Ankündigungen aller Art.
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Biebrich, den 27. März 1848.
(58) S. H. Lembach.
Atte st
Die von Ew. Wohlgeboren erhaltenen, zwei und einen halben Monat hintereinander an mir selbst angewandten drei Mayer'schen Rheumatismus-Ableiter haben von einem Uebel mich fast ganz befreit, welches in Folge eines Falles im Kriege 1813 entstanden, aber seit 1830 mit so heftig wüthenden, zuckenden Schmerzen verbunden gewesen ist, daß ich jeden Winter und selbst im Sommer beim Witterungs-Wechsel Tag und Nacht unsäglich viel zu leiden gehabt, mir und den Meinigen jede Lebensfreude gestört, eine große Menge Arzneien erfolglos gebraucht, und auch nach fünf Badereisen immer nur geringe und vorübergehende Erleichterung gefunden habe.
Von diesem Uebel bin ich, nachdem ich vor zwei und einem halben Monat aus Verzweiflung zu den Mayer'schen Rheumatismus-Ableitern meine Zuflucht genommen, nunmehr, wenn auch nicht ganz und immer, so doch in dem Grade befreit, daß ich die nur seltenen und äußerst geringen Empfindungen desselben mein ganzes Leben hindurch gern erdulden, dieser AmuletS mich unausgesetzt bedienen, und die Stunde segnen will, in der ich zu deren Anwendung meine Zuflucht genommen habe. Dies bescheinige ich gern der Wahrheit gemäß mit dem Anheimstellen des beliebigsten Gebrauches dieser Zeilen.
Grünberg, im März 1848. Dr. Steuer,
Königl. Kreis -PhysikuS.
Herrn Buchhändler Fr. Weiß
Wohlgeboren hier.
Im Verlage des Unterzeichneten ist erschienen: (59) Kreuznach.
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