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getretenen 5. Jägerbataillons und in Begleitung von einer aus 30 Mitgliedern bestehenden Bürgcrwache aus Kiel auf der Eisenbahn nach Rendsburg be­geben, in der Ueberzeugung von der Wichtigkeit dn-ch- Postens einerseits, wie von der nicht schweren tsiobe- rung desselben andererseits. Unter der Kungel wache aus Kiel befindlich, zogen wir rasch ia ReneSbnrg ein, gewissermaßen überrumpelnd. Widerstand sand gch nicht vor und so wurde unter dem ^ubel des ^olko ein Bataillon nach dem andern von icm luer be­findlichen Militair verpflichtet ans ne provuoruche Regierung, Ausnahmen einiger danache» nutete un­gerechnet ; die Gemcincn ftn b v o l i g sch cs - «i g - Holste t n i s st'. So ,st denn der erste noth­wendigste Schritt gelungen. Anstalten 3.11 Javi bi bi i etwa eine Landung versuchenden Dänen hat der- kun­dige Prinz überall vornehmen lassen. D.e Hauptsache ist und bleibt: Rendsburg, die Festung, ist in deutschen Händen und vorläufig wohl ^auvtsiS der provi orischcn Regierung für das Herzogt hum Schlrdwig-Holst - i...

München, 24. März. Wit Freude hört man heute, daß der bekannte rheinpfälzische Abgeordnete,,Ad­vokat Willich, zum geheimen Rath und baierlschen Bundcstagsgcsandtcn ernannt ist. Eine populärere Wahl war nicht -denkbar.

Kassel, 26. März. Prof. Jordan ist zum Kur­fürsten berufen und zum Gesandten bei dem deut­schen Bunde ernannt worden.

M a r d a r g, 27. Mrrz. Der hiesige Verfassungs­freund bringt in einem heutigen Ertrablatt nachfolgen-

den Artikel:

Die Gerüchte, an welche man in Cassl nicht recht glauben will, sie bestätigen sich.

Aus Heidelberg und Frankfurt soeben znrückgekehrte hiesige Einwohner und die Briefe von dorthin berufe­nen Männern, mit denen auch schon einzelne Zeitungs­nachrichten übertinßimmen, melken Folgendes:

k) Auf der von Welcker berufenen Versammlung auf dem Heidelberger Schlosse erhob sich eine starke Partei und verlangte die Proklamirung der deutschen Republik mit sofortigen sozialistischen Maßregeln, wie sie jetzt in Paris getroffen würden. Dieser Vorschlag wurde in Folge der Anstrengungen der versammelten politischen Notabilitäten durch zwei Drittheile der an­wesenden Stimmen verworfen. Aber die Minori­tät, so schreibt uns ein als ehrenwerth und glaubhaft bewährter Mann, zeigt einen solchen Fanatismus, ent­wickelt eine solche innerlich zusammenhängende Kraft, zeigt sich so wenig bedenklich in der Wahl irgend wel­cher Mittel, daß von ihnen jeder Gcwaltschritt mit Grund zu besorgen ist.

2) Nach andern, öffentlich bestätigten Mittheilungen aus dortiger Gegend haben

a) Herwegh 68000 Wann bewaffnete,

b) der bekannte Mannheimer Dr. Hammer 700 Sensenmänner,

c) der Constanzer Republikaner Fickler 4000 Bewaffnete organisirt.

3) Diese, und mit ihnen eine große Menge süd­deutscher Republikaner, hätten als den Tag, wo die deutsche Republik proclamirt werden solle, den 3k. März bestimmt.

4) Nach den Versicherungen unterrichteter Personen wollen sich ca. 30,000 Mann bei Frankfurt sammeln und dort der Bundesversammlung imponiren, damit diesenicht gegen den Strom schwimmen möchte".

Wir eilen, diese Dinge mitzutheilen. Und nun

unsere Ueberzeugung von der Sachlage:

1) Der deiuswe volköthümliche Bundestag wird uns republikanische Znstitutioncii für das ganze deutsche Reich verschaffen. .

2) Es wird den deutschen Stämmen die Form ih­rer Verwaltung überlassen.

3) Unter seinem Fittich werden alle Staatsformen, welche die einzelnen Stämme sich gegeben haben, oder welche sic sich noch geben werden, Falls sie den allge­meinen Freiheits-Garantien Folge leisten, gedeihen können.

4) Der deutsche Bund wird sich der Einmischung in diese Particular-Verhältnisse gänzlich enthalten, und er wird, zumal mit Rücksicht auf die fetzige kritische Lage Deutschlands und zur Vermeidung von Zerrüt­tungen, jedes fait accompli ehren.

5) Die deutschen Bevölkerungen, welche wirklich eine Republik verlangen und einer solchen bedürfen, mögen sich eine geben, das geht die andern Stämme nichts an.

So weit können wir von jenen bedrohlichen Ent­wickelungen unberührt bleiben. Aber und darauf müssen wir, unserer eigenen Ehre, unserer Freiheit, un­serer Rettung wegen, bestehen wir dürfen es nicht dulden, daß dem deutschen Volke, daß der großen Bundesversammlung des Volkes schmähliche Gewalt geschehe. Pariser Gewaltscenen sind uns verhaßt und unnatürlich. Dort, in dem großen Central-Reiche, wo Paris das ganze Volk ist, weil Frankreich in Paris lebt, dort haben sie Einen Sinn; bei uns würden sie tausendfache Tyranei enthalten. Jetzt ist der Tag gekommen, wo der wahrhaft freie, der wahrhaft ehrliche deutsche Mann sich bewahren mag. Schützt Euren Völkerbund, schützt Eure Freiheit, Eure Ehre! Thut, was Eure Pflicht befiehlt!

Republik Frankreich.

Paris , den 23. März. DerNational" verlangt die Abschaffung der Marschälle von Frankreich, weilman dadurch jährlich 170,000 Fr. erspare und weil die Mar­schälle eine Schöpfung der Monarchie seien, unter der Republik also nicht fortbestehen durften.

Es bildet sich jetzt hier ein Wahlcommitee, welches die Devise führt: Keine Advocaten!

Mehemed Ali hat, wie früher von Ludwig Philipp, auch von den provisorischen Regierung, da sie von ihm seine Absicht erfuhr nach Frankreich zu kommen, eine Ein­ladung empfangen. Man glaubt, daß er sich einige Wochen in Paris aufhaltcn und sodann nach Vernet ins Bad gehen wird.

Vom 10. bis zum 22. wurden durchschnittlich jeden Tag Silbergeräthe im Werthe von 200,000 Frs. nach der Münze gebracht, um dort geprägt zu werden.

Paris, den 25. März. In dem republikanischen Elubb, in welchem Hr. Blanqui den Vorsitz führt, stand ein Deutscher aus und sagte: daß 5000 Deutsche in Paris bereit seien, nach Deutschland zu marschwen, um dort die Republik zu proclamiren; doch fehle es ihnen an Waffen. Ein Mitglied bemerkte, daß man sie nicht von der Regierung verlangen dürfe; man sollte sie aber durch eine Subscription herbeischaffen. Dies geschahe doch nur sehr wenig ward unterschrieben; die Meisten waren der Meinung, daß cd am besten sei, so wenig als möglich die Fremden zu ermutigen, ihre eigene Regie­rung anzugrcisen.

Italien.

Das Volk ist in Mailand am 19. März Mei­ster geblieben, hat den Vicekönig gefangen genommen und ihn nach Brescia geführt. Der Kampf war mör­derisch von beiden Seiten; am Abend war Mailand erleuchtet. Der König von Sardinien hat, als er Nachricht von diesen Ereignissen erhielt, den Insurgen­ten seine Truppen angeboren."

Privatbriefe auch Zürich melden, daß am 19. März in Mailand und der Lombardei eine Revolu­tion ausgebrochen. Das Mailänder Kastel sei in den Händen der Lombarden, und der Vicekönig befinde sich als Gefangener in demselben. Außer den Croaten hätten sich die übrigen Truppen nicht geschla­gen. Die Lombardei wolle Anschluß an das Königreich Sardinien. Nähere Details fehlen.

M a i l a n d. Die PariserPatrie" vom 24. März schreibt: Die Nachricht von dem Aufstande der Lom­bardei hat sich vollkommen bestätigt. Die österreichi­schen Truppen haben in voller Auflösung Mailand ver­lassen und sich in die Festung zurückgezogen. Es hat­ten sich zwei Regimenter ungarischer Grenadiere zu den Italienern geschlagen, wie wenig Tage zuvor die italienischen Grenadiere sich mit den Einwohnern Wiens verbrüdert hatten.

Neapel, 14. März. Unsere Zustände werden immer bedenklicher, immer spanischer. Aus Sicilien haben wir die ganz zuverlässige Nachricht mitzutheilen, daß das Gcneral-Comitat des Königs Anträge, obschon Lord Minto sie unterstützte, vollständig ablehnte. Sici­lien verlangt die Abdankung des Königs zu Gunsten seines Nachfolgers.

Turin, 20. März. Nach derOpinione" hat die Nachricht von den lombardischen Ereignissen in Turin große Sensation erregt. Die Bevölkerung hat verlangt, daß man sie ihren Mailänder Brüdern zu Hülfe führe. Der König hat sogleich seinen Minister­rath zusammenberufen und nach einer kurzen Sitzung sind mehrere Staffetten mit folgenden Befehlen abge­gangen: die piemontesische Armee in drei Beobach­tungslagern an der Grenze von Tessin und des Po zu vereinigen, und in Chivasso, Casale und Novi drei Bataillone Freiwilliger zu bilden.

Täglicher Anzeiger für Ankündigungen aller Art.

Ab Anzeige für das deutsche Volk! ^U

So eben hat bei mir eine gewichtige Schrift die Presse verlassen:

Die Deutsche Diplomatie wider das deutsche Volk.

Steinkohlen.

Ich erlaube mir meine verehrten Kunden hiermit zu benachrichtigen, daß eine frische Ladung Ruhrer Stein? kohlen bei mir eingetroffen ist, mit deren Ausladung ich von heute an während 14 Tage beschäftigt sein werde.

Bestellungen bitte sowohl direkt, als auch auf der Agentur der Düsseldorfer Gesellschaft zu machen.

Biebrich, den 27. März 1848.

(47) S. H. Lembach.

Eine Sammlung w i ch t i g e r Aktenstücke.

Zum

Verständniß der Vergangenheit

und zur

Warnung

für die Zukunft.

An ihren Früchten sollt Ihr sie erkennen.

Bibel.

Wir glauben die Preßfreiheit nicht besser benutzen zu können, als im wahren Dienste des Volks.

Das Volk aber muß jetzt endlich die schmachvolle Vergangenheit, welche ihm die Diplo­matie bereitet hat, kennen lernen, schon um deswillen, damit es daraus für die verhängnißvolle Gegenwart und für die Zukunft Lehren der Warnung schöpfe.

Die Welt soll urkundlich erfahren, wer Deutschland an den Abgrund des Ver­derbens geführt hat und wer sagen darf, er liebe das Vaterland; ob die Diplomaten oder Diejenigen, auf welche zu pressen Jene die vollständigste Freiheit hatten.

Die Schrift umfaßt 3 Bogen im größten Octav-Lexicon-Format. Geh. Preis 18 fr.

Wi-Sbad-N, 2g. März 1818. Wilhelm Friedrich,

(46) Buchhändler am Friedrichsplatz.

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Druck und Verlag von Wilhelm Friedrich am Friedrichöplatz. Verantwortlicher Redacteur: Wilhelm Friedrich.