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Warte stehen bleiben und scharfen Blickes dem entgegen sehen, waS vorbereitet wird. Die Bürger müssen letzt verständig, aber kraftvoll auftreten, sie müssen ihre Wil- lenSmeinuug ehrlich und offen auöfprcchen, das wird unfe Staatswesen zum glücklichen Ziele führen. RichtS i verderblicher, nichts gefährlicher, als das schwächliche Wol­len, daS Verlangen nach bequemer Ruhe, jene iinbe Erb­schaft der alten gedrückten Zustände. Das aerobe sonnte Zufälle, d e jetzt eine so wichtige Rolle gc'pielt haben, zu unseligen Thaten werden lassen. Jeder Traun, der cd ehrlich meint mit der Freiheit und der Ordnung, muß jetzt alS Kämpfer sich aufikellen für Freiheit und Ordnug. Dann bleiben wir Herren dieser Aufregung, kann gehen wir aus den Kämpfen der Gegenwart alö^ Sieger hervor mit unvergänglichem Gewinne, linser Wahllpruch |u. Vaterland und Frei--'t! aber unser Verstand setze in der Stille hinzu:Ausdauer und Ordnung! Die Stunde ist heilig. Mitbürger! Verstehen w.r ge­nau die beiden Worte, -n welchen sich da- Bewußtsein dieser glorreichen Zeit zusammendrangt: Vaterland und Freiheit hoch: und Hock für immerdar.

An die deutsche Jugend.

bcr

DaS fluchwürdige System der Unterdrückung Volksrcchtc hat seine Früchte getragen! Die Throne, welche dadurch befestigt werden sollten, sind zum Wan­ken gekommen, und das Volk, welches man seiner Men­schenwürde cntk'cidcn wollte, verlangt, zornentbrannt, die geraubten- Rechte zurück!

AuS diesen Gegensätzen ist für den Augenblick eine bedenkliche Lage für unser Vaterland hervorgegangen; cs wird aber aus dieser Lage nicht allein gerettet, sondern

selbst einer glücklicheren Zukunft entgegen geführt werden, wenn das Volk nicht auf halbem Wege stehen bleibt. Das ganze deutsche Volk muß die Scheidemaner iiicdcr- reißen, welche die Knechte des Absolutismus zwischen ihm und seinen Fürsten aufgerichtet haben. Die Fürsten müssen mit eigenen Augcu sehen, daß daS Volk nichts, gar nichts will, als sein geraubtes Recht und die Freiheit des geknechteten Vaterlandes. Die Fürsten müs­sen sich mit Freunden des Volkes umgeben und mit dem Volke ehrlich handeln! Kreaturen, welche daS freie Wort knechten, den Patrioten, wie einen gemeinen Verbrecher, in den Kerkern umkommen lassen und die Macht der Herrscher auf die Bajonette stützen wollen, solche Krea­turen sind die wahren Verralhcr an ihren Fürsten und an ihrem Vaterlande und über sie muß daS Volk Ge­richt halten, sie müssen auSgestoßen werden, wie Aus­sätzige!

Hiezu bedarf eS keiner anderen Gewalt, als der Gewalt des entschiedenen VolkSwillenS für Recht und Gerechtigkeit! Seht nach Darmstadt, nach Kassel, nach

München, wie dort bei der ersten friedlichen Bewegung Leo Voltes die festes âechic SeS Absolutismus, die er- 5etf"volkeunterdrückeudtn Bonder

gcbcnsteuWD mit ihreâ sen sie Allk, PflaNzschulc,

|c:i Gewissen entflohen sind! So müs- c in ganz Deutschland fort und ihre 'BmwtÄag, muß umgearbcitct werden

durch eine wahre Volksvertretung.

Dies ist die Aufgabe, welche vollständig gelöst wer­den muß, wenn unser theures Vaterland nach Innen Wohlstand und Freiheit, nach Außen Macht und Ansehen sich erringen will! Darum rufen wir auch die deutsche Jugend zum geistigen Kampfe auf. Laßt die Flamme der Vaterlandsliebe hoch auflodern in euern jugendlichen Herzen; belebet den gesetzlichen Kampf für die Freiheit, für die Wiedergeburt des Vaterlandes durch Wort und Schrift, durch Natb und That. Die Tausende unter Euch, welche dem Rufe des Vaterlandes mit stürmischer Begeisterung folgen, müssen alle diejenigen, welche noch im politischen Schlafe liegen, aufwcckcn und sic in den Kampf führen. Ihr Jünglinge alle, die Ihr durch Ta­lent und Erziehung befähigt seid, durch bad lebendige iSort für die Befreiung des Vaterlandes zu kämpfen, sammelt eure Iugcnkgenosscn aus allen Ständen um

Ich meine nur," erwiederte Fedores könnte uns Gefahr drohen, wenn die See unruhig würde, und manchmal will eS mich wirklich bebünfen, als sähe ich Schaumstreifcn aus der Wasserfläche."

Lächerlich!" sprach Alexei.Es sind ein­zelne Ncbclballcn, die sich aus der See erheben, und die vielleicht ein leichtes Lüstchen über den Wasserspie­gel babintreibt"

rrill wünschen, daß Ihr Recht haben möget!" erwiederte Fedor, doch mit einiger Besorgniß im Blick.

Ihr ald Fischer müßt eS freilich besser verstehen als ich, aber Bewegung ist in der Luft, Ihr mögt fa- gcu,^wad Ihr wobst Seht einmal, wie geschäftig k'.c «eevögcl sind unk /' hier zeigte er auf die Schnee- fiäcbejede Fuchssâhrte , die Ihr erblicken könnt, führt nach dem paudc."

..Ich glaurc gleichsaüs, daß die See nicht ganz ru- big ist! bub Marie nach einigem Schweigen an.

Seht, Vater! tert treibt der Wirbelwind eine Schneewolke vom Eric emrör."

Wir werden cs bald üben, was es gieUPt __«; wikderte der Alte, indem er tic Hunde mu starker» Zu- rvf zum raschen Lau'c ar.trieb.Ein frischer See wind ist übrigens nicht im Stande, das tiefe Eis zu brechen.

In schnellem Zagen eilte der Schlsttenzug immer weiter vorwärts.

Bald nbcrzeogie sich Aècrci, daß Fedors scharfes Sage nicht fehl gesehen. Der dunkle Wasserstrenen na-. |nic sich mehr und mehr; von Mmot« za Minute ward

Euch, und redet ihnen von den heiligen Pflichten, welche i tigstcu Schutzbund das stärkste Bollwerk gegen die Ver- > wir Alle für bad theure Vaterland, für die unterdrückte suche einer Gegenwirkung. Darum Eintracht, Eintracht

Menschheit zu erfüllen haben! Paffet den Unterschied der Stände fallen; jeder, der eine deutsche junge hat, sei euer Bruder und suchet euer größtes Verdienst darin,

da, wo cd Noth thut , in den Herzen eurer Brüder bad Gefühl der Menschenwürde, welche der Absolutismus nie- dergehalten, lebendig zu machen und die Liebe zum theuern Vaterlande zu beleben! Diese erhabenen Tugenden wer­den und in ven Vollgenuß unserer Freiheiten einsetzen, denn je veredelter der Mensch ist, je mehr er seine Lei­denschaften und seine Selbstsucht dem allgemeinen Wohle unterzuordnen lernt, so viel freier wird er sein und wenn wir alle nach diesem Ziele streben und den letzten unse- rcr Brüder dazu hinsühren, so wird unser SaterLnb groß, glücklich und frei fein! Eine Nation, welche ihre größte Freiheit in dem veredelten Wcseu ihrer Bürger uchl, welche mit Sclbstvcrläugnung ihr Vaterland liebt nid für die allgemeine Wohlfahrt ausopferungSfähig ist,

wird unüberwindlich seiu nach Innen und nach Außen.

Strebet na- diesem erhabenen Ziele mit dem vollen Feuer Ler Jugend; wirket mit allen Euch zu Gebot ste­henden Mitteln auf eine allgemeine Verbrüderung aller deutschen Zungen, und das dankbare Vaterland wird Euch segnen!

Es lebe ein freies, einiges und starkes Deutschland!

Berlin, 24. März. Polen ist frei. Der ö n i g v v n P r e n ß e n hat die Provinz P o - c n den p o l tt i s ch en P atrioten herausge- eben und hat nicht einmal die Fest u n g e v ür sich behalten; er hat ihnen ferner erlaubt, ihr i g e n e s W a p p e n, c i g e u e V e r w a l t u n g und eigene Truppen zu haben, sowie auch im Groß- jcrzvgthum die sofortige Bo l keb c w a ffnu ng eii'.gesuhrt wurde. Die im Posenschen wohnhaften zahl­reichen Deutschen haben gleichfalls eine Deputation sierher gesandt, um auch die Befreiung Polens ihrcr- eits zu befürworten und zu erbitten. Um nun das zroßc Werk der Wiederherstellung Polens auch in sei nein ganzen Umfange vollenden zu helfen, bat unser Gouvernement beschlossen, eine Armee von 100,000 Mann an der russischen Grenze zu postiren und sie gegenRußland zur Zeit agiren zu lassen. Jene Truppen werden meistens vom Rheine nach dem Osten zurückgezogen werden, da nach dem cingktretenen Um­schwünge der Dinge nichls von Frankreich, aber viel von Rußland zu befürchten ist. Bis zur vovkömmc neu Wiederherstellung Polens wird die Provinz Posen

unter preußischem Schutze stehrn.

CM3-)

Berlin, 25. März. Mit der Einführung der Constitution werden nun auch die Garde Regimenter aufgelöst und in die Linientrüppen eingereihl werden.

Viele Gesandte wollen, wenn sich nicht bald

Der König hat bestimmt, daß das zum Natio- naleigenthum erklärte Palais des Prinzen von Preu­ßen künftighin zu einem Hanse der Bittschrift ten und Beschwerden dienen soll, welche dort nicht vor königlichen Beamten, sondern vor freien Bür­gern geführt werden sollen.

Mehrere deutsche Fürsten haben bereits ihre Bereitwilligkeit, dem deutschen Reichspanier unter dem Vortritt Preußens zu folgen, kundgegeben. Es ist wohl zu erwarten, daß Angesichts der Gefahr, die nun auch von Osten her drohen könnte, die übrigen deut­schen Fürsten durch eine gleiche Erklärung die baldige Schaffung einer einheitlichen deutschen Macht auf's Kräftigste befördern werden. Vor Allem Einigkeit, wenn Deutschland die ihm entgegen strahlende große Zukunft erreichen soll. Der kleinste Zwiespalt stellt alle Errungenschaften in Frage und ist gefährlicher, als alle von Außen her drohenden Feinde. Die kräf- lige Gestaltung der nationalen Freiheit Deutschlands findet in der Einigkeit der deutschen Völker den mäch-

er breiter, und als jetzt ein scharfer Seewind die über dem Wasser lagernden Frostnebel zu einem mächtigen Knäuel ballte und sausend über die Fläche trieb, lag bad offene Meer in der Entfernung einer Werste vor den Augen der Reisenden. Leider war Fedors Behaup­tung nicht mehr zu bezweifeln. Lange weiße Schaum- furchen zogen, sich mannigfach verschlingend, über die dunkle Waffcrwüsic und Marie wollte meinen, daß die durch sie gebildeten Kreise immer enger würden, das Dunkel der Gewässer immer mehr der sich auebreitenben Weiße Platz mache, und das Brausen der Wogen be­reits dem Ohre vernehmlich sei.

(Fortsetzung folgt.)

Der Fürst Mcttcrnicki, ter am Morgen des 14. März von 50 Husaren begleitet an den Bah. Hof der gloggvitzer Bahn fuhr, eilte auf der Eisenbahn bis Wieser - Neustadt und von dort nach Frohsdorf, wo er wahrscheinlich Ausnahme zu finden hoffle. AlS dies nicht gcschah, begab er sich nach FcldSberg, einer Besitzung bed Fürsten Liechtenstein an der Gränze Mährens und später auf sein Gut Kopsteio. Der Erstaatskanzlcr beharrte bis zum letzten Augenblick bei feinem unheil- »ollen System, und eS scheint uachgeradc, daß Metter­nich in der Thal eine Ueberzeugung batte, was viele bisher harluäckig bestritten haben. NS am Abend bed 13. die Burger Deputation in die Hofburg gelangte, kam sie durch eine Reihe von Gemächern in einen ge- raumigen Saal, wo der aus einer Seitenthür tretende

und abermals Eintracht! Unsere Hauptstadt gewinnt nach und nach wieder ihr gewöhnliches Ansehen, indem der größte Theil der Arbeiter nach fast vierzehntägigeM Feiern nun zur Arbeit wieder zurückgekehrt ist und das Wogen und Drängen auf den Straßen dadurch so ziem­lich sein Ende erreicht hat. (Elbers. Z.)

Durch Allerhöchste Kabiiieto-Ordre ist dem bis-

Hengen Gouverneur von Berlin, General vdr Infan­terie, von Pfuet, bereits am 18. d. Mittags ein« anderweitige Bestimmung angewiesen und derselbe hier­durch vom Gouvernement jhiesiger Residenz entbunden worden.

Unsere Aristokraten blicken jetzt nach Frankreich um Hilfe, d. h. nicht nach dem republikanischen, son­dern nach den noch darin befindlichen reactionären Ele­menten. 'Sie wähnen, daß, wenn morgen dort der Grafvon Paris proelamirt würde, auch alles in Deutsch­land Vorgefallene rückgängig gemacht werden könne. Es ist das die Hoffnung eines Ertrinkenden, der sich an einem Strohhalm festhält. Die französische Revo­lution hat Deutschland zwar einen Impuls gegeben, aber was bei uns geschehen, ist das Resultat geschicht­licher Nothwendigkeit. Hier in Berlin schaaren sich alle Beffergesinnten um die Fahnen einer demokratischen Monarchie. Der König soll seine Stärke im Volk su­chen, und nicht auf Kosten des Volkes in einem kleinen Theile desselben, in den Aristokraten und Beamten. Befestigt sich sein Vertrauen nach dieser Richtung hin, |o hat sein Thron nie fester gestanden als jetzt. Der gegenwärtige Moment ist übrigens für Preußen ein sehr kritischer.

Die seit dem Volksliege immer mehr sich hier anhäufenden Polen bekunden eine Thatkraft, die wohl nicht ohne Erfolg oder auf halbem Wege stehen bleiben wird. Uebrigens ist man auch hier ernstlich besorgt wegen eines bevorstehenden Einbruchs der Russen. Der russische Gesandte hat es für rathsam erachtet, mit sci- ner Familie Berlin zu verlassen. Viele reiche Fami­lien, denen das hiesige stark bewegte Leben zu peinlich wurde, sind bereits abgereist und, wie z. B. Graf v. Redern, nach Hamburg geflüchtet, wo sie sicherer als in Berlin zu sein vermeinen. Der Reise des Für­sten Lichnowski nach Wien liegt, wie man hört, eine politische Mission zu Grunde, welche die Beistimmung Oesterreichs zur Selbstständigkeit des ehemaligen Kö­nigreichs Polen bewerkstelligen soll.

B e r l i n, 26. März. Der Minister v. Auerswald und Camphausen sind hier angekommen. In einer gestern von 20,000 Männern besuchten Volksversamm­lung wurde beschlossen, folgende fünf Punkte zu bean­tragen : 1) Errichtung eines A r b ei t s m iu i st e r i ums aus Arbeitern und Arbeitgebern, aus und von ihnen selbst gewäM; 2) Verminderung" des flehenden Heckes, welches die Vorschule für Volksbewaffnung bilde; 3) Erziehung und Bildung der Kinder auf Staats­kosten; 4) Versorgungsanstalten für Invaliden der Ar­beiter; 5) wohlfeile Regierung.

Der König hat gestern die nationale Reorgani sation der Provinz Posen zugestandcu. Wie dieselbe sich vollbringen werde, hängt von den allgemeinen Bewegungen zur Wiederherstellung Polens ab. Jeden­falls gebührt dem neuen Preußen der Ruhm,' jetzt den ersten Schritt zur Aufrichtung der polnischen Natio­nalität gethan zu haben. So viel wir wissen, ist noch nicht gemeldet worden, daß auch eine Deputation der polnischen Emigration in Paris hier auf dem Schlöffe eingetroffen und für 10,000 Polen, die sich in Frank­reich bereits zu bewaffneten Corps organisirt haben, einen Durchmarsch durch die preußischen Lande erbeten hat. Größere Garantien kann Preußen für die neue Nationalgestaltung Deutschlands nicht geben, als wenn es sich jetzt auch an die Spitze der polnischen Bewe­gung stellt und dadurch jede Verbindung mit Rußland auf immer abschneidet. (D. A. Z.)

Erzherzog Johann sie empfieng. Als der Sprecher die traurige Lage der Dinge geschildert und dringend zur Eile in den Regierungsbeschlüsse» gemahnt hatte, beru­higte sie der Prinz und fügte hinzu, vorerst könne er nur so viel sagen, daß der Fürst Metternich abdanken werde. Bei diesen Worten trat Fürst Metternich aus dem Ncbensaale, in dem alle Erzherzoge und Minister zur Berathung versammelt waren und dessen Thür offen geblieben war, und erwiederte im entschiedensten Tone: Ich trete nicht ab, meine Herren, nein ich trete nicht ab!" Erzherzog Johann, ohne dem Fürsten eine Ant­wort zu geben, wiederholte der Deputation ernst und bestimmt:Wie ich schon sagte, Fürst Metternich dankt ab." Da rief der Fürst in tiefster Erregtheit:Wie! ist bad etwa ber Lohn für meine dem Staate und der Dynastie geleisteten 50jährigen Dienste?" Bei diesen Worten brachen alle beim Familrenrath versammelten Herren, die der Scene beiwohnten, in ein spöttisches Gelächter aus, vou dem der unglüSttSc <swatsMW ganz vernichtet wurde. Es liegt eine schreckliche Lehre in diesem Lachen, vas die merkwürdige Laufbahn eines Mannes beschließt, der seit Jahren die Politik Ell- ropa'S leitete und ald ein untrügliches Orakel in der vlvlomatischen Welt galt. Es war das höhnische Ge- !achter jener demokratischen Elemente und moralischen Kräfte, welche er beharrlich ignorirte oder bekâmptli und von denen er zuletzt gewaltsam von der schwindeln­den Höhe herabgeftürzt wurde. Wie edel und qroC mütbig sich bad Volk gegen den verhaßten Minister be­nahm, zeigt der Umstand, daß weder bad Palais der