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Nr. 17.

Aürgerblatt für Unterhaltung und Literatur.

Wiesbaden, 30. März ISIS.

Lied für Nassau.

Melodie:Schleswig, Holstein, Meer umschlungen."

Nassau, voll von Rebenhügeln, Flüssen, Strömen, reiches Land!

Das Errung'ne zu besiegeln

Gilt's der Freiheit Unterpfand:

Nassau, theures Vaterland!

Stark sei durch der Einheit Band!

Wie der Aar im Felsenneste

Horstet auf der theuren Brut;

Wie des Königsteines Veste

Auf Granit des Taunus ruht:

Nassau, theures Vaterland!

Fuße auf der Einheit Band!

Deiner Berge mächt'ge Schachten

Liefern dir des Eisens Hort,

Scharf und blitzend in den Schlachten

Klingt's im donnernden Accord:

Nassau, theures Vaterland!

Eisern in der Einheit Band!

Wie das Gold der Reben glühet,

Wie der Quellen heiße Wucht

Kochend aus der Erde sprühet,

Wenn das heitre Licht sie sucht:

Nassau, theures Vaterland!

Glühend sei der Einheit Band!

Deutscher Eichen Wipfel ragen

Noch in deinem heil'gen Hain:

Bei der ält'sten darfst du's wagen,

Schlingen deinen Ringelreih'n :

Deines Herzogs treue Hand

Halte fest, mein Vaterland!

Um den Hort, um deine Farben,

Um den Stamm, der nimmer log,

Der, wenn deine Helden starben,

Sie zu ew'gem Ruhme zog

Nassau, theures Vaterland!

Schling' um ihn dein Einheitsband!

Nassau, hehr und licht im Glanze,

Deine Freiheit, fest und stark;

Feuer in der Reben Kranze,

Eisen in der Berge Mark!

Nassau, Adolph, Vaterland!

Schlingt um euch ein ewig Band!

Devora.

Wiedselters, den 11. März 1848.

Die Verbannten.

Novelle von C. v. Wachsmuth.

(Fortsetzung.)

Es wird schwer halten, den Zweck meiner Reise zu errei­chen," antwortete Fedor,doch denke ich durch die Gnade der Kaiserin . . "

Der Kaiserin?" fiel der Alte höchst überrascht ihm in die Rede.So ist auch Peter der Zweite ..."

Todt!" unterbrach ihn der Jüngling.Wißt Ihr das nicht? Doch Ihr schient immer an einem solchen Gespräche wenig Antheil zu nehmen, da es Euch freilich hier ziemlich einerlei sein kann, wer auf dem Throne sitzt."

Und Dir nicht auch, Bursche?" sagte der Alte mit einem Lächeln, dem ein gewisser Zug von Verachtung beige­mischt war. - ; $

Hm! allerdings!" erwiederte Fedor einigermaßen be» troffen.Ich meinte nur, Euch als Fischer, der seit langen Jahren die Ufer des Ob nicht verlassen und, wie Ihr sagt, selbst Beresow noch nicht betreten hat, könnte es gleichgültig sein, ob Peter der Zweite, oder Anne den Thron inne hat, als mir dem Pelzfäger, der mehr mit der Außenwelt, des Handels wegen, in Berührung kommt."

Du hast Recht, Fedor!" sagte der Alte nach einer Pause düster.Mir kann gleich sein, wer zu Peters-