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mehr außer dm übrigen Staatsgebrechen daâ hochmüthige Wesen nicht allein des sogenannten Adels, sondern auch und hauptsächlich des Beamtenstandes, welches jeden, der nicht zu diese» Classen gehörte, bei jeglicher Berührung mit ihnen auf's Empfindlichste verletzte. Das kann dem Grafen Walderdorf nicht vorgeworfen werden. Wer ihn persönlich kennt, muß ihn für einen zwar charakterfesten, aber auch zugleich humanen Mann in jeder Beziehung halten. Selbstständig und uneigeu- nützig hat er dem Lande eine Zeit lang als Minister gedient, und wenn er als solcher weniger geleistet hat, als man viel­leicht erwartete, so lag das wohl mehr in den damaligen Ver­hältnissen, als in ihm selber; ja daß er unter den obwalten­den Umständen nicht so viel thun konnte, als er wollte, mochte mit ein Hauptgrund seines freiwilligen Rücktritts sein, der vielen aus dem Volke ebenso unerwartet, als unerwünscht kam.

Was endlich das Bestreben betrifft, diesen oder jenen in unsere neue Ständeversammlung zu bringen, so wollen wir hoffen, daß uns das neue Wahlgesetz gegen alle Umtriebe

schütze, und daß durch eine von allen Seiten freie Wahl die Rechte jedes Staatsbürgers, gehöre er nun zum Bauern-, Bürger- oder Beamtenstande oder zum Adel, sicher gestellt werden.*)

*) Wir haben obigen Zeilen unsere Spalten geöffnet, weil wir es für ein heiliges Recht halten, daß der öffentlich Angegriffene auch öffentlich vertheidigt werden könne. Mit den Gruudanfich- ten des Verfassers aber können wir uns nicht in allen Stücken einver­standen erklären, namentlich was den Passus gegen die Wahlumtriebe anlangt. Wer sich öffentlich als Wahlcandidat hinstellt, muß es sich auch gefallen lassen, der öffentlichen Kritik unterworfen zu werden, mag er Graf oder Bauer sein. Die Zeiten, wo man sich gegen jeden Luftzug der öffentlichen Meinung absperrte, wo man in jedem Worte freier Beurtheilung von Persönlichkeiten einen frevelhaften Angriff auf unantastbare Privatrechte sah, find vorbei. Wer angegriffen wird, möge fich vertheidigen; wenn der Angriff ein legaler ist, durch die Presse, wenn er ein illegaler ist durch die Gerichte. Aber einen jeden Angriff zu verdammen, bloß weil er ein Angriff ist, das ist ein Ausfluß jener alten aristokratischen und büreaukratischen Reizbarkeit und Empfindlichkeit, welcher heut zu Tage nicht mehr Rechnung getra­gen werden kann. Suum cuique !

Täglicher Anzeiger für Ankündigungm aller Art.

US? Die dreispaltige Zeile wird mit 3 Kreuzern berechnet und gebeten, die Anzeigen an die Expedition, Friedrichsplatz, von Auswärts franco, zu adressiren.

Lb Anzeige für das deutsche Volk! LR

So eben hat bei mir eine gewichtige Schrift die Presse verlassen:

Vie Deutsche Diplomatie

das deutsche Volk.

Eine Sammlung wichtiger Aktenstücke.

Zum

Verständniß der Vergangenheit

und zur Warnung für die Zukunft.

An ihren Früchten sollt Ihr sie erkennen.

Bibel.

Wir glauben die Preßfreiheit nicht besser benutzen zu können, als im wahren Dienste des Volks.

Das Volk aber muß jetzt endlich die schmachvolle Vergangenheit, welche ihm die Diplomatie bereitet hat, kennen lernen, schon um deswillen, damit es daraus für die verhängnißvolle Gegenwart und für die Zu­kunft Lehren der Warnung schöpfe.

Die Welt soll «rknttdtich erfahren, wer Deutschland an den Abgrund des Verderbens geführt hat und wer sagen darf, er liebe das Vaterland; ob die Diplomaten oder Diejenigen, auf welche zu pressen Jene die vollständigste Freiheit hatten

Die Schrift umfaßt 3 Bogen im größten Octav - Lexicon - Format. Geh. Preis 18 kr. Wiesbaden, 29. März 1848. Wilhelm Friedrich,

Buchhändler am Friedricheplatz. *IIIII*I,IIII*"I*III,IIMB,BI*,,"ii,iiwii,mii,*ii*,iiiiiim^i^^W«W*MM^^ IIIriIII I -im -- infai .......... ' '"'"'"'"" -è,â

£rud und Verlag von Wilhelm Friedrich am Friedrichsplatz. Verantwortlicher Redacteur : Wilhelm Friedrich.