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Italien.
Rom, 18. März. Der Jesuiten - Orden lös't sich in Italien auf. Die frommen Väter waren bereits aus Neapel und Sardinien verjagt, da sie sich überall auf das Aeußerste compromittirt hatten. Pius IX. sah sich endlich genöthigt, um Erschütterungen der öffentlichen Ruhe zu vermeiden, ihnen den Rath zu geben, sich aufzulösen. Mehrere Wagen voll sind abgefahren, die aus Rom gebürtigen haben Laienkleidung angelegt und sich in ihre Familien zurückgezogen. Die von den Jesuiten geleiteten Erziehungsanstalten, wie das Collegium de Propaganda side, das Collegium romanum, das Collegium germanicum, werden anderen geistlichen Genossenschaften übergeben. Oeffentliche Behörden werden ihre große Residenz einnehmen; wer Erbe ihrer ungeheuren Besitzungen im Kirchenstaate wird, darüber verlautet nichts. Gegen die von Pius IX. vorgelegte Constitution haben vier Cardinäle protestirt. Ein neues, fast ganz aus Laien gebildetes Ministerium ist bereits gebildet. Der Papst soll erklärt haben, sich nach Subiaco zurückzuziehen, wenn die morgen erscheinende Constitution sein Volk nicht befriedige. »
□ Das Sicherheits - Comitv.
Wiesbaden, 27. März.
Die Bildung eines Sicherheits - Comite's war vor etwa drei Wochen, als die Wogen der Aufregung die Ufer zu übersteigen drohten, nothwendig, und verdienen die Männer, welche in derselben Ausrechthaltung der Ordnung gewirkt haben, dankbare Anerkennung. Mit dem Augenblicke aber, wo die Landstände sich versammelt hatten, war es an der Zeit, daß die Mitglieder des Comitö's entweder ganz zurückgetreten wären, oder sich nur um die Bildung der Bürger
bewaffnung in hiesiger Stadt bekümmert hätten. Doch kann man über diesen Punkt, über die Zweckmäßigkeit der Auflösung oder des Fortbestehens verschiedener Ansicht sein, darüber aber nicht, daß ein weiteres Hinzuziehen anderer Mitglieder ganz außerhalb der Rechte einer Behörde liegt. Die römischen Opferpriester und die Kirchenvorstände in unserm Herzog- thume ergänzten sich selbst, aber ein von der Bürgerschaft gewählter Ausschuß hat keinerlei Befugniß. — Wunderbar, daß nicht einmal ein Jurist dies begriffen hat. Aber süß ist das Regieren! oder milder gefaßt, der gute Deutsche vergißt leicht, was Rechtens ist. — Und nun die neue Wahl! Ist sie ein wichtiger Act, so bedürfte sie reiflicher Ueberlegung gemeinsamer Besprechung, während gestern die Wehrmänner in Reih und Glied rasch ein paar Namen auszustreichen und durch andere zu ersetzen genöthigt waren; ist sie kein wichtiger Act, so wäre die Auflösung des Comite's besser gewesen, als das langsame Sich-selbst-zu-Tode-mergeln, bei welchen Namen, die einen guten Klang haben, nothwendig verlieren müssen. — Sind jedoch Verständigungen und Zureden für aufgeregte Gemüther noch nöthig, gut, so mögen der Oberst der Wehrmänner, die beiden Hauptleute der grade mit dem Wachedienst beauftragten Compagnie und 3 — 4 Mitglieder der Ständekammer, die sich künftig zu einer bestimmten Stunde versammeln, allgemeine Angelegenheiten besprechen und vermittelnd einschreiten; für die Errichtung der Nation'ak- garde ist jetzt der Oberst mit den Hauptleuten die einzig zulässige Behörde. — Die Zeit, in der ein Mitglied des Comitö's Angelegenheiten herzoglicher Landesregierung zu schleuniger Erledigung überweist, oder den Regimentstambouren beispringt, denen die Erbsensuppe nicht mehr schmecken will, werden hoffentlich vorüber sein, ebenso wie zu erwartest steht, die Regierung werde die Zügel baldigst selbst mit kräftiger Hand wieder aufnehmen.
Täglicher Anzeiger für Ankündigungen aller Art.
jp^- Die dreispaltige Zeile wird mit 3 Kreuzern berechnet und gebeten, die Anzeigen an die Expedition, Friedrichsplatz, von Auswärts franco, zu adressiren. -----------
Edictalladung.
Zur Anmeldung dinglicher und persönlicher Ansprüche an dem Vermögen der Heinrich Brand'ö Eheleute von Niederhofheim, worüber der Concursproceß erkannt worden ist, wird bei Vermeidung des Rechtsnachtheils des sonst ohne weitere Decretur ein- tretenden Ausschlusses von der vorhandenen Masse Termin auf Mittwoch, den 19. April d. I., Morgens 8 Uhr anberaumt.
Höchst, den 22. März 1848.
Herzoglich Nassauisches Amt. (34) Becker.
Frischen Kabliau erlasse ich heute das Pfv. zu 16 kr., im ganzen Fisch das Pfv. zu 12 fr.; holl. Häringe in ^-Tonnen fl. 8%, in ^ -Tonnen fl. 4%; Bückinge pr. Dtz. 20 kr.; feinsten Jam.-Rum, Cognac, Arrac, Anisett, Curayao, Kirschwasser, Schweizer Absynth, sowie ein ziemlich starkes Lager Bremer und Hamburger Cigarren in schönster Auswahl, zu 'den billigsten Preisen.
Wiesbaden, 27. März.
(35) Joh. Ph. Napp.
Es sind zwei Reitpferde, vollkomm^i zugeritten und an die Truppen gewöhnt — sodann zwei Wagenpferde , alle vier ganz fehlerfrei, gegen baare Zahlung zu verkaufen.
Die Expedition sagt wo. (36)
In 6. F. Hey er’s Verlag in Giessen ist erschienen und vorräthig bei Wilhelm Friedrich am Friedrichsplatz in Wiesbaden:
Lehehuch des gemeinen in Deutschland gültigen Peinlichen Rechts
von Dr. Anselm Ritter v. Feuerbach.
Mit vielen Anmerkungen und Zusatzparagraphen und mit einer vergleichenden Darstelllung der Fortbildung des Strafrechts durch die neuen Gesetzgebungen herausgegeben von Dr. C. A A. Mittermaier.
14te sehr vermehrte und völlig umgearb. Original-Ausgabe.
Preis: fl. 6. 18 kr. (37)
Lehrlings - Gesuch.
In mein Geschäft kann ein Jüngling von 16 bis 17 Jahren von bürgerlicher Familie hiesiger Stadt als Lehrling eintreten, welcher mit tüchtigen Schulkenntnissen ausgerüstet, durch seine Zeugnisse mir die Beweise seiner moralischen Gesittung und guter Erziehung liefert. Erfordernisse sind weiter: Lust und Liebe zur Erlernung des Buchhandels. Mit meinem Geschäfte sind alle Zweige des ^ uchhandels vereinigt, und da ein Lehrling unmittelbar unter meiner speciellen Aussicht steht und von mir selbst zum Geschäft herangebildet wird, so glaube ich, daß Aeltern, welche ihre Söhne mir anvertrauen wollen, dies mit um so größerer Beruhigung thun werden. Die näheren Bedingungen sind bei mir selbst zu erfragen.
Wiesbaden, 21. März 1848.
(38) Wilhelm Friedrich am Friedrichsplatz.
Druck und Verlag von Wilhelm Friedrich am Friedrichsplatz. — Verantwortlicher Redacteur : Wilhelm Friedrich.