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wir harren des Rufes, um als ein einiges Volk zum großen Werke der Umgestaltung zu schreiten, das unsere Freiheit sichert, unsere Wohlfahrt begründet, unser Lebensglück nicht mehr der Willkür und dem Zweifel Preis gibt.
Es lebe die Freiheit! es lebe das Vaterland! es lebe das Volk!"
Posen, 18. März. Obgleich hier noch keinerlei Unordnung vorgekommen ist, so ist man doch wegen der Stimmung der niedern Volksklassen sehr besorgt. Unter den Polen soll eine Adresse an den König zur Unterschrift zirkuliren, in welcher derselbe gebeten wird, freiwillig die Unabhängigkeit des Großherzogthums Posen wieder herzustellen und einen der preußischen Prinzen als König von Polen zu pro- klamiren.
Posen, 20. März. Alle Läden sind geschloffen. Die Polen haben eine Proklamation erlassen. Auf dem Bazar weht die polnische Fahne. Von Seiten des Militairs ist bis jetzt nichts geschehen. Die ganze Umgegend Posens soll in Aufruhr sein. — (Abends 7 Uhr.) Die Aufregung steigt; die Massen sind namentlich vor dem Bazar dicht gedrängt. Die Truppen bivouakiren, die Kanonen sind aufgesahren.
Augsburg, 24. März. Seit drei Tagen fehlen uns Berichte aus Mailand, jedoch erfahren wir soeben, daß am 19. daselbst Unruhen ausgebrochen sind.
Hamburg, 23. März. Die Verhältnisse Holsteins werden in diesen Tagen entschieden werden. Heute sind die holsteinischen Deputaten mit ihren Forderungen nach Kopenhagen abgegangen; verweigert man ihnen die Audienz und gewährt man ihre Forderungen nicht, so wird sich Holstein für selbstständig erklären.
Osnabrück, 21. März. Hier langt in diesem Augenblick eine Stafette an, welche Stüve als Minister nach Hannover beruft.
Wien, 23. März. Zwei (?) Ministerpräsidenten sind ohne Portefeuilles ernannt: GrafKolowrat und GrafHartig. — Alle Stunden kommen neue Flugblätter zum Vorschein; man druckt eben Alles, was gebracht wird. Unwillkürlich fallen Einem Schillers Worte ein: „Laßt uns der neuen Freiheit genießen!" Interessant sind die Ankündigungen bisher verbotener Bücher; die Grenzboten sieht man jetzt in den Kaffeehäusern; in einem auch Struve's Zuschauer. Aus den Reihen der Nationalgarde sind die aristokratischen Titel aus- gemerzt, Commandant Hoyos, Hauptmann Colloredo (ohne Graf und Fürst), so lieft man's in den Tagesbefehlen.
Venedig, 20. März. Mailand ist, wie wir eben hören, ganz in den Händen des Volks. In Brescia kämpft man mit Wuth und hier verbreiten sich die unheimlichsten Gerüchte.
Großbritannien.
London, 21. März. Der „Globe" meldet die Abdankung des Königs von Preußen und die Proelamation der Republik in Wien. Dagegen wird der „Times" aus Deutschland geschrieben: „Alle Augen wenden sich ängstlich nach dem Könige von Preußen. Wird er dem Könige von Baiern erlauben, sich an die Spitze zu stellen und die freisinnige Partei in Deutschland zu leiten? Oder wird er Preußens bisherige Stellung behaupten, an der Spitze der Bewegung treten und sie dadurch leiten? Seine Popularität ist groß; Alle blicken mit Achtung auf ihn. Ich habe es unzählige Male gehört, daß er, wenn er wolle, Kaiser von Deutschland werden könne, es zeigt, in welcher Geltung er steht. Wenn er beharrlich und kühn voranschreitet, so müssen, die Anderen ihm folgen; wenn er zaudert und zurückbleibt, so müssen die schrecklichsten Folgen daraus entstehen.
Täglicher Anzeiger für Ankündigungen aller Art.
KcZ^ Die dreispaltige Zeile wird mit 3 Kreuzern berechnet und gebeten, die Anzeigen an die Expedition, Friedrichsplatz, von Auswärts franco, zu adressiren. -----------
Edictalladung.
Zur Anmeldung dinglicher und persönlicher Ansprüche an dem Vermögen der Heinrich Brand'S Eheleute von Niederhofheim, worüber der ConcurSproceß erkannt worden ist, wird bei Vermeidung deö Rechtsnachtheils des sonst ohne weitere Decretur eintretenden Ausschlusses von der vorhandenen Masse Termin auf Mittwoch, den 19. April d. .I., Morgens 8 Uhr âberaumt.
Höchst, den 22. März 1848.
Herzoglich Nassauisches Amt.
(29) Becker.
Im Verlage des Unterzeichneten ist erschienen:
Stimmen des Heils.
In einer Auswahl von Predigten nach der Ordnung des Kirchenjahrs, gehalten am theologischen Seminar in der Stadtkirche zu Herborn, von E A. Hindi, Professor der Theologie und Pfarrer.
Zweite Auflage.
Jur Erbauung in Stunden christlicher Andacht.
610 Seiten gr. 8. Mit größeren Lettern gedruckt. Preis fl 3.
Die „Stimmen des Heils" enthalten einen ganzen Jahrgang mit allen Sonntags- und Festpredigten, und sind darum auch besonders zum Hausandachtsbuch geeignet. Der Geist dieser Predigtsammlung ist der des Evangeliums. — Ueber den hohen Werth des Werkes haben sich bereits namhafte Literatur-Zeitungen durch die günstigsten Kritiken ausgesprochen. Die Verlagsbuchhandlung kann daher allen christlichen Familien diese Predigt-Sammlung als ein Hausandachtsbuch mit vollem Recht em- psthlèn. Wilhelm Friedrich
(30) am Friedrichsplatz in Wiesbaden.
Im Verlage des Unterzeichneten ist erschienen: J. Freih. v. Aussenberg's sämmtliche Werke in 22 Bänden.
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