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unternehmen sollten, und auf jene überall lungernden Subjecte, denen Wiederherstellung deS Vertrauens des Volkes zur Re­gierung ein Greuel ist, weil es sie in ihr altes Nichts zurück­schleudert.

Nomina sunt odiosa!

Deutschlands Einheit unter seinem Reichs Banner.

Ein Riese wacht aus seinem Schlummer auf;

Er schüttelt mächtig seine starken Glieder;

Die Rechte fährt rasch nach des Schwertes Knauf

Und seine Linke hält das Banner wieder;

Das deutsche Banner, golden, schwarz und roth,

Den langvergeff'nen Retter aus der Noth !

Und d'runter sammelt sich der Männer Schaar,

Aus allen Gauen strömen sie herbei,

Auf daß der Deutschen Einheit nun fürwahr

Nicht länger mehr ein leerer Wortschall sei.

Daß Jeder rasch zur deutschen Fahne walle;

In ihrem Schatten finden Platz wir Alle!

Einheit ist's große Loos der Zeit

Im eignen Haus, in 'bem der Nationen.

D'rum weg, unsel'ge Zwietracht, Meinungsstreit,

D'rum rasche Aussöhnung ihr deutschen Kronen;

Der Riese brauchet seine Glieder jetzt,

Voll frischee Jugend - Kraft und unverletzt!

Dann, hebt er drohend nur den Arm empor,

Den Riesenarm, von 40 Millionen,

Dann schweigt der Sturm, der ihn heraufbeschwor,

Und in Europa zittern die Nationen.

Ja, deutsches Volk! der Traum der schon so schön,

In stolzer Wirklichkeit wird er erstehn!

Der 4. März 1848.

Froh begrüßt den Tag, ihr Bürger Nassau's,

Der uns Wonne, Glück und Segen gab!

Heute stieg aus jenen lichten Höhen Eine Göttin, Freiheit, uns herab.

An die Stelle roher Staatsgewalten

Trat des Volkes ewig heil'ges Recht,

Das der Fürsten allerhöchster Wille Sich zu schmälern oftmals hat erfrecht.

Heute ging die Finsterniß zu Grabe, Aus der Nacht ward plötzlich helles Licht.

Höret stolz des Fortschritts heil'ge Stimme, Die ermuth'gend aus der Ferne spricht:

Vierzig Millionen Menschen staunen Diesen Tag der gold'nen Freiheit an,

Was kein Volk in Deutschland noch versuchte, Nassau's Bürger, das habt ihr gethan!"

Was der Unterthanen fromme Bitten

Nicht vermochten; was des Landtags Macht

Nicht verschaffen konnte, hat der Bürger

Fester Wille herrlich uns gebracht.

Alles stürzend, was die Wohlfahrt hemmte,!

Brach der Bürger feste Kraft hervor.

Aus den Trümmern der gestürzten Herrschaft, Schwingt ein neues Nassau sich empor.

Bürger, Söhne dieser goldnen Freiheit

Wahret dieses unschätzbare Gut.

Gilt es, nur durch Kampf sie zu erhalten, O, so opfert freudig euer Blut!

Nicht geschenkt war sie, sie ward errungen;

Eine Stunde machte Nassau frei.

Ihr bewieset, daß sie zu erringen,

Zeigt nun, daß sie zu behaupten sei.

Haltet fest an dem errung'nen Siege;

Dann nur reift zur Frucht die junge Saat.

Jeder Bürger sei, was er gewesen,

Eine Stütze für den neuen Staat.

Eintracht mache alle uns zu Brüdern;

Um den Fürsten, Volk und Vaterland

Schlinge Liebe, wahre, treue Liebe

Unzertrennlich fest ein heilig Band.

Einigkeit sei unsre heil'ge Losung,

Wenn die Freiheit uns zum Kampfe reiht.

Nicht der Willkühr öffnet ihre Schranken,

Dem Gesetz sei unsre Kraft geweiht.

Jene Tyrannei ist nun verschwunden, Die dem Volk das innre Mark entzog.

Darum unserm Fürsten, Vaterlande

Und der Freiheit dieses Lebehoch.

Im März 1848.

F. Hartmann.

Eine Anekdote.

Den Römern geht eS mit dem Vorwärts deö Pabsteâ zu bedächtig und langsam, und sie suchen ihm dies durch die Blume zu verstehen zu geben. So erhielt vor Kurzem der Pabst von unbekannter Hand in einem Futteral sein Wappen, prächtig in Gold gestickt, zugesendet. Allein statt der Bären waren Schildkröten.als die Wappenhalter angebracht. Der Pabst verstand den Sinn und sagte lächelnd:Es ist wahr, die Schildkröte geht langsam, aber sie kommt an'S Ziel, ohne sich die Haut zu verletzen."

Druck und Verlag von Wilhelm Friedrich am Friedrichsplatz. Verantwortlicher Redacteur: Wilhelm Friedrich.