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Stille nach Athen. Am 24. Febr. fand der officielle Besuch bei dem Minister des Auswärtigen, Herrn Glarakis, statt und in einer Abendstunde stellte dieser den Mussurus den beiden königl. Majestäten vor. Seitdem sieht man ihn Arm in Arm mit Englands Gesandten, Herrn Lyons, durch die Straßen wandeln.

Nordamerika.

In New-Jork erscheint bekanntlich das Wochenblatt der. deutschen Schnellpost. Es liegt uns die Nr. 43 dieses Blat­tes in Riesenformat, vom 28. Oct. 1847 vor, in welchem wir unter denNachrichtenaus Europa" einen merkwür­digen Artikel finden, den wir unsern Lesern nicht vorent­halten wollen. Jeder Bemerkung über die Weissagung und das Zutreffen europäischer Zustände wollen wir uns enthal­ten; wen es interessirt, der kann bei uns die betreffende Num­mer de» Schnellpost einsehen. Die Ned. d. Nass. Z.

Der Artikel lautet wörtlich:

New-Jork, d. 1. Mai 18......??????

Der Steamer Washington trifft so eben, von Bremen und Southampton kommend, hier ein, er hat, widriger Winde und Strömungen halber, sechs Tage zu der Ueber- fahrt gebraucht, die er sonst gewöhnlich in vieren zurückgelegt. Er bringt interessante Nachrichten aus Europa und eine große Menge europäischer Auswanderer, meist lauter ehema­lige gekrönte Häupter mit ihrer adeligen und geistlichen Die­nerschaft. Unter den dieses Mal Ängeko > menen bemerken wir: Hrn. Nikolaus Romanow aus Petersburg, Hrn. Frie­drich Wilhelm Brandenburg aus Berlin, Hrn. Ferdinand Lothringen aus Wien, Hrn. Ludwig Wittelsbach aus Mün­chen, Hrn. Leopold Zähringen aus Karlsruhe, Madame Isa­belle Bourbon aus Madrid, Madame Victoria Braunschweig aus London, Madame Maria Braganza aus Lissabon, Hrn. Ferdinand Bourbon aus Neapel, Hrn. Albert Savoyen aus Turin, Hrn. Leopold Coburg aus Brüssel, Hrn. Wilhelm Dramen aus dem Haag, Hrn. Oscar Bernadotte aus Stock­holm und eine Menge anderer Particuliers aus Dresden, Stuttgart, Modena, Florenz, Lucca, Weimar, Coburg, Kassel, Darmstadt, Bernburg, Detmold, Hechingen, Sondershausen u. s. w. Alle diese Herren sind auf Staatskosten von Eu­ropa herübergeschifft worden, und haben bei ihrer Ankunft hier von dem Gesandten der europäischen Republik jeder 50 Dollars zu ihrer ersten Einrichtung erhalten. Nur Wenige

von ihnen haben bedeutende Eristenzmittel mitgebracht, da man ihnen nur das mitzunehmen erlaubte, was ihnen wirk­lich rechtmäßig gehörte, was natürlich sehr wenig war. Hr. Nikolaus Romanow hat noch am meisten Geld mitgebracht, er will sich damit nach dem Süden wenden und große Plan­tagen mit recht viel Sklaven kaufen, er ist so da­ran gewöhnt, Sklaven zu haben; Hr. Ludwig Wittelsbach wird sich mit Schriftstellerei ernähren und Hr. Fr. Wilh. Bran­denburg Unterricht in der Redekunst ertheilen. Die andern suchen Stellen als Hauslehrer, Militairabrichter, einige auch als Sklavenaufseher, nur der arme Ferdinand Lothringen ist zu gar nichts zu gebrauchen, und der Verwaltungsrath der deutschen Gesellschaft hat sich aus Mitleid entschlossen, ihn als Pfründner in irgend einem Versorgungshause aufnehmen lassen. Mit dem nächsten Schiffe erwartet man noch Hrn. Louis Philippe Orleans, der jedoch anderen Nachrichten zu­folge nach Afrika gegangen ist, um dort im Bunde mit Abd­el-Kader den Versuch zu machen, ein Königreich im ehema­ligen europäischen Zuschnitte im Innern des Landes, jenseits der großen Wüste zu gründen. Wir wünschen, daß die neuen Ankömmlinge bet uns viel vergessen und viel lernen, wenn sie sich in die Sitten des Landes schicken, unsere Gesetze be­folgen und sonst honnet und ehrlich leben, wird man ihnen nichts anhaben. Die mit demWashington" gekommenen Nachrichten melden, daß der erste europäische Congreß am 10. April zusammengelreten ist und von dem Präsidenten Lamartine mit einer umfassenden Botschaft eröffnet wurde. Im Repräsenlantenhause bemerken wir Hrn. Dupont (de (Eure) vom Staate Frankreich, Lopez vom Staate Spanien, Heinzen vom Staate Deutschland, Mieroslawski vom Staate Polen, Gioberti vom Staate Italien, Golowin vom Staate Rußland und viele andere Namen von gutem Klange, ber Senat hat noch bedeutendere Mitglieder. Die neue Ver- fassung ist von der Bevölkerung der europäischen Republik mit 100 Millionen Unterschriften angenommen worden, und somit sind Fürsten, Adel, Staats-Religion, stehende Heere und alle anderen Auswüchse und Thorheiten des ancien regime ein für alle Mal und für immer abgeschaft worden. Am 14. votirten Repräsentantenhaus und Senat den vom Prä­sidenten entworfenen und unterhandelten Bundesvertrag mit der Republik der nordamerikanischen Freistaaten zur Ausbrei­tung der Humanität und Civilisation über den ganzen Erd­ball."

Täglicher Anzeiger für Ankündigungen aller Art.

Kb' Die gespaltene Zeile wird mit 3 Kreuzer berechnet und gebeten, die Anzeigen an die Expedition, Friedrichsplatz, von Auswärts franco, zu adressiren. '

So eben sind wieder angekommen: frische Schellfische das Pfund 13 fr.; Kabliau 18 kr., im ganzen Fisch 12 fr.; Vollbückinge 2 Vs kr.; Austern fl. 3 pr. 100 Stück; holl. Vollbüringe 3 fr. pr. St., in ^- u. (/g-Tonnen billiger; Lapperdan das Pfund 8 kr., Stockfische 10 kr., See­rungen 18 kr., Turbot24kr., Eaviar fl. 1. 36 kr., Sar­dellen 32 kr., pomm. Gänsebrust pr. Stück fl. 2. 20 kr. bei Wiesbaden, 20. März.

(15) Joh. Ph. Napp.

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Wiesbaden, im März 1848.

Marburg & Jintgraff.

Druck und Verlag von Wilhelm Friedrich am Friedrichsplatz. Verantwortlicher Redacteur: W. Friedrich.