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Erwiederung.

In der Nassauischen Zeitung vom 13. März wirb von einem Ungenannten gefragt: erstens, welche Gründe das unterzeichnete Sicherheits- Comite berechtigen, sich als Centralstelle für das ganze Land und als der übrigen Sicher- Heits-Comits's zu betrachten, und zweitens, warum und wie lange dasselbe permanent bleiben wolle.

Wir antworten darauf, daß wir uns nie als Central- stelle für das ganze Land oder der übrigen Sicherheits- Comite's betrachtet, wohl aber im Interesse der guten Sache und den Forderungen der Umstände gemäß es übernommen haben, im ganzen Lande und unter allen Sicherheits-Comits's übereinstimmende Richtung und gemeinschaftliche Wirksamkeit zu ermitteln! Daß die Volkswehr zu Wiesbaden noch keines­wegs vollständig organisirt und die öffentliche Ruhe, wie die Vorfälle von gestern Abend hinreichend bewiesen haben, noch keineswegs gesichert ist! Daß aber auch abgesehen davon das Sicherheits-Comite verpflichtet ist, das heilige Versprechen zu halten, welches es in den schwierigsten Momenten der Bewegung allen Bewohnern Naffau's gegeben hat, das Versprechen, daß es sich zur Aufgabe mache, die Forderungen der Nassauer in Erfüllung zu bringen, Eintracht zu bewahren und das Vertrauen Aller zu begründen.

In Erfüllung dieses Versprechens ist es die Pflicht des Comites, in seiner Wirksamkeit auszuharren bis diese Auf­gabe gelöst ist.

Was die dritte Frage betrifft, wozu das Sicherheits­Comite 2000 ff. aus der Landeskasse erbeten habe rc., so antworten wir, daß die 2000 fl., welche Ihre Königl. Hoheit die Frau Herzogin in die Hände des Comitö's gelegt hat, gemäß ausdrücklicher Bestimmung der hohen Geberin unter Arme im ganzen Lande vertheilt worden sind und darüber mit Nächstem öffentliche Rechnung abgelegt werden wird; daß sodann dem Comite weiter ein Credit bis zu 2000 fl. aus den Polizeifonds als Vorschuß zur Bestreitung der un­abwendbaren Kosten seiner Thätigkeit, namentlich zu einer

mäßigen Entschädigung unbemittelter Bürger für Zeit« und Arbeitsverlust bei Versehung des Dienstes während der ersten stürmischen Tage, sowie zur Bestreitung der nöthigen Druck­kosten eröffnet worden ist.

Sollte das Land diese Creditbewilligung nicht für gerecht­fertigt halten, so können wir dasselbe im Voraus darüber beruhigen, daß wir die erwähnte «Summe nicht von ihm verlangen werden. Wir zweifeln nicht, daß die Bewohner Naffau's auch ohne weitere Erläuterung die Nothwendigkeit der Stellung des Sicherheits-Comitö's, wie sie jetzt ist, er­kennen wird. Wir zweifeln nicht, daß die außerhalb Wies­baden wohnenden Nassauer erkennen, daß die hiesige Stadt der Natur der Sache nach der Mittelpunkt der Bewegung ist, daß Wachsamkeit und Einheit noch fortan Noch thut, und wir vertrauen, wie immer, dem guten Sinne des Vol­kes, daß es sich durch keine verdächtige Bestrebungen einzelner Partheien oder Personen, deren Interessen durch die jetzige Bewegung gefährdet sein mögen, von seiner bisherigen ehren­haften Haltung und dem einmütigen Zusammenwirken zur Erstrebung des gemeinsamen Zweckes wird abwendig machen lassen.

Das Comite glaubt hiermit auf die obigen an cs ge­stellten Fragen genügende Antwort gegeben zu haben.

Wiesbaden den 18. März 1848.

Das Sicherhci 1 s - Comits.

Ein Wehrmann der 12. Abtheilung an sämmtliche Wehrmänner.

Wiesbaden, 19. März 1848.

Volksbewaffnung mit freier Wahl der Führer hat unser Herzog seinem Lande gewährt, und in dem Gesetz vom 12. d. M. sind die Benennungen Volkswehr, Wehrmann rc. die vorherrschenden. Ich glaube daher, daß wir die seit einigen Tagen auftauchenden, sogar in öffentlichen Aufforderungen zum Dienst angewendeten Namen: Nationalgarde, Nationalgar­disten re., welche nicht nur nicht deutsch, sondern sogar aus zwei fremden Sprachen zusammengesetzt sind, abwehren müssen.

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