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reichte ihm öfters Wasser dar! Dies geschah vor den Augen des Fürsten Metternich. Alles ist in unbeschreiblicher Gährung. Erzherzog Albert kommandirt Feuer, und wir haben bereits 3 zcodte. Die Post geht ab.

Die neuesten Berichte per Courier von Wien melden: daß Mett rnich gestürzt und für immer entflohen ist. Der Kaiser hat zwar nicht abgedankt, aber den Erzherzeg zum Mitregenten ernannt Und alle Forderungen sind genehmigt. Auch in Wien versagte den Gehorsam, nachdem schon Ströme von Bürgerblut vergossen war.

Heidelberg, 17. März. Die heutigeDeutsche Zeit." bringt folgende Erklärung:Es ist durch Wort und Schrift das Gerücht verbreitet worden, in der am 5. d. M. zu Hei­delberg abgehaltenen Versammlung, von welcher die Erklä­rung wegen einesdeutschen Parlaments" ausgegan­gen, habe man insgeheim die Gründung einerdeutschen Republik" beschlossen. Die Unterzeichneten, welche der er­wähnten Versammlung beigewohnt, erklären dieses Gerücht für eine Unwahrheit. Karlsruhe, 15. März 1848. Soi­ron. Stößer. Bisfing. Bassermann. Schmitt. Weller. Welcker. Kapp. v. Itzstein."

Berlin, 12. März. Gegen einen oft genannten Polizei- beamten wurden in einer unserer besuchtesten Conditoreien gestern so vielfache Aeußerungen über seine Anwesenheit laut, daß er sich veranlaßt fühlte, das Local zu verlassen.

Berlin, 15. März, Mittags 1 Uhr. Am gestrigen Abend wiederholten sich die Vorfälle des 13. in ernsterer Ge­stalt. Grund dazu gab nach unserer Ansicht wiederum haupt­sächlich die übermäßige Truppenaufstellung auf den Straßen. Es haben sich beklagenswerthe Ereignisse zugetragen. Der gemeine Soldat, gereizt durch die mehrtägigen Strapazen, die Consignirung in den Casernen und das Hin- und Her­marschiren in den Straßen, ist bis zu einem Grade der Wuch gegen Volk und Bürger erregt, die zu den gröbsten Excessen geführt hat. Ohne Aufforderung, ohne Grund sogar öfters, stürzten sich die Soldaten auf friedliche Einwohner und mißhandelten sie mit Säbelhieben und Kolbenschlägen, In einigen Straßen, wie z. B. Kur- und Gertraudenstraßen- Ecke und in der Brüderstraße wurden von Knaben im Alter von 12 bis 18 Jahren höchst unbedeutende Barrikaden er­richtet, die sie beim Anrücken der Truppen nach einigen Steinwürfen verließen. Trotzdem 'ist es, besonders in der Brüderstraße, von Seiten der Potsdamer Garde-Kürassiere, zu wahrhaft brutalen Mißhandlungen einiger Knaben und friedlicher Bürger gekommen, die auf dem Heimwege in jene Straße geriethen. Einer der letzteren liegt auf den Tod. Die Kürassiere selbst zertrümmerten auf die muthwilligste Weise die Fenster der Parterre-Wohnungen. Die Zahl der gestrigen, zum Theile lebensgefährlichen Verletzungen ist noch nicht ermittelt, sie ist aber bedeutend. Die heute herrschende Aufregung und Erbitterung ist unbeschreiblich. Von allen Seiten fordert man die Errichtung einer Bürgergarde. In der Brüderstraße und auf dem Schloßplätze, wie auch in mehreren anderen Straßen, stehen zahlreiche Gruppen in drohender Haltung. Alles, was dem Hofe und dem Militär angehört, wird mit drohendem Geschrei empfangen. Zahl­reiche Adressen gehen herum, in denen die Zurückziehung des Militärs auf den Straßen verlangt wird. Ich schreibe in Eile und abgebrochen Ihnen diese Zeilen; ich selbst wurde von einer Infanterie-Patrouille angefallen und trotz der Be­mühungen des Offiziers, die Wüthenden abzuhalten, mit Kolbenschlägen mißhandelt. Zum Glücke kam ich mit einer Kopfwunde, die ich durch den Hahn eines Flintenkolbens erhielt, davon. Trotzdem bin ich davon genugsam angegrif­fen, um mein Schreiben abkürzen zu müssen. Man darf für den heutigen Abend ernstliche Besorgnisse hegen.

In Magdeburg sind am 15. März Abends sehr ernstliche Unruhen ausgebrochen. Militär und Bürger sollen im Kampfe sein. In den Fabrikorten Burg, Wald und Solingen sind ernstliche Unruhen ausgebrochen.

Braunschweig, 14. März. Es ist ein provisorisches ^reßgesetz unter Aufhebung der Censur erlassen worden.

Ein außerordentlicher Landtag ist auf den 25. April ein- berufen.

Kiel, H. März, Abends. So eben verbreitet sich die Nachricht, mit dem heutigen Dampfschiff sei ein Rescript eingetroffen, welches wichtige Concessionen macht. D t e Pr esse ist ganz frei; Volksversammlungen sind gestattet. (H. C.)

Wien, 10. März. Der tiefe Haß gegen das Russen- thum spricht sich auch unter den höheren Ständen in Wien auf entschiedene Weise aus, und es zirkulirt dort wie ein Orakelspruch das Wort, welches Kossuth in der Stände­tafel gesprochen, daß nämlich für Oesterreich die Freundschaft Rußlands weit gefährlicher ist, als dessen Feindschaft.

Republik Frankreich.

Paris, 12. März. Der panische Schrecken in den höheren und mittleren Klaffen macht hier furchtbare Fort­schritte. Gestern stellte die Firma Beaudin ihre Zahlungen ein, die Gesellschaft der Rouener Eisenbahn, Charles Laffitte und Blount und ein anderes Bankierhaus, dessen Name mir entfallen ist, thaten ein Gleiches. Das Haus Ganneron steht ebenfalls auf dem Punkte, seine Zahlungen einzustellen; mit Einem Worte: die besten Häuser, ohne alle Ausnahme, werden in Kurzem zu liquidiren genöthigt sein. Tratten von den bedeutendsten Häusern des Auslandes werden nicht acceptirt, geschweige discontirt.

Paris, 12. März. Das Gouvernement beschäftigt sich schon ernstlich mit den Wahlen und nach eingegangenen Er­kundigungen ist anzunehmen, daß trotz des allgemeinen Wahl­rechts die Kandidaturen nicht so demokratisch ausfallen wer­den, als manche glauben möchten. Als Kandidaten für Paris nennt man schon: Viktor Hugo, Marrast, Bastide, Flocon, Louis Blanc, Wolowsky , Blanqui. Emile de Gi- rardin, dessen Popularität noch immer im Steigen ist, stellt sich auch als Kandidat auf. Eine Masse Journalisten treten in den Departements auf.

Paris, 13. März. Der Moniteur bringt folgendes De­kret: Die provisorische Regierung, in Betracht, daßkörper­liche Züchtigung" den Menschen entwürdigt; daß es der Re­publik geziemt, Alles zu beseitigen, was die Würde des Men­schen verletzen könnte, und daß dies Beispiel von guter Wir­kung auf die Welt sei; in Betracht, daß die Abschaffung der Körperstrafen das Ehrgefühl im Matrosen stärken, die Achtung für sich und die Disciplinargesetze doppelt wecken muß: schafft die Körperstrafen (als da sind: Peitschen-, Knuten-, Stock­hiebe u. s. w.) ab, und ersetzt diese Strafen durch eine even­tuelle Einsperrung von vier Tagen bis zu einem Monat. (Die provisorische Regierung.)

Die polnische Legion, welche sofort gebildet werden soll, wird unter dem Kriegsminister stehn.

Die republikanische Münze ist der alten gleich; auf derselben steht wieder der Halbgott Herkules und ihm zur Seite die Nation und das Gesetz.

Eine Menge Russen, die sich bisher hier aufgehalten' sind nach England abgegangen, da ihr Geschäftsträger sich weigerte, ihnen Pässe nach Deutschland und Italien zu geben. Der berühmte Krondiamant,der Regent", ist ver­loren gegangen.

Die Tuilerien sind meistentheils noch leer. Die Ver- wundeten-Commission fordert die Februar-Blesstrten auf, sich bei ihr schriftlich zu melden, damit die nöthigen Verpflegungs­Anstalten im Hotel der Civilinvaliden (Tuilerien) getroffen werden könne. Uebrigens ist der Tuileriengarten dem Pubü- kum längst wieder geöffnet.

Niederlande.

Haag, 15. März. Sämmtliche Minister sind abgetre­ten. Hr. Luzae ist zum Könige berufen. Ueber die Entlassung der Minister herrscht überall unbeschreiblicher Jubel.