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zu großem Besitzstände gelangten, ohne eine genügende Ver­pflichtung gegen ihre Arbeiter zu übernehmen, die von ihnen bei jeder eintretenden mißlichen Constellation sogleich im Stich gelassen würden.

Berlin, 12. März. Der Prinz von Preußen ist zum General-Gouverneur der Rheinprovinz und Westphalens er­nannt und wird bereits übermorgen mit seiner Gemahlin und seinen Kindern nach Köln, seiner Residenz, abreisen. Gestern war das Gerücht verbreitet, der König habe die Abgeordneten der Stadt Breslau nicht empfangen. Dieses Gerücht ist unwahr; vielmehr waren die 4 Abgeordneten, Oberbgm, Pinder, Justizr. Gräff, Stadtverordn. Rösler, und Lockstedt, sehr erfreut über die Huld, mit welcher ihnen entgegengekommen wurde.

Aus Preußen, 10. März. Jeder, der es mit dem Vaterlande und dem König wohl will, ist verpflichtet, laut zu rufen: Kein Bündniß mit Rußland! Möge ein guter Genius diesen Ruf zu unsers Königs Ohr bringen! Welchen Erfolg würde diese Allianz auf das Verhältniß Preu­ßens zu fremden Staaten haben? Wahrscheinlich ein preu­ßisches Occupationscorps in Böhmen, damit die kaiserl. königl. österreichischen Krieger die Lombarden unterhalten, oder wohl gar sich gegen das vereinigte und von der fran­zösischen Republik unterstützte Italien im Felde behaupten können, unvermeidlich aber Krieg mit dieser Republik, folg­lich ein allgemeiner Krieg! Wer wollte dessen Ende und Resultate absehen, aber die Motive der Großmächte sind klar:

Rußland kämpft gegen seinen Todfeind mit Sklaven, an deren Leben ihm nichts liegt, es hat also einen Grund zum Kampfe und er kostet ihm wenig!

Oesterreich streitet für sein Dasein, ihm kann der höchste Preis nicht zu hoch sein;

Frankreich betritt die Arena um seine Grundsätze zu verbreiten, und um seine unruhige Bevölkerung zu beschäfti­gen; es kann nur gewinnen;

England sieht ruhig zu und freut sich, wenn sich die andern Staaten schwächen, trotz aller schönen Redensarten, und ich gestehe es hat ganz Recht zuzusehen.

Und Preußen?!! wofür will es sein treues, braves Volk, seine tüchtige Landwehr auf's Schlachtfeld führen? wofür will es mit Verleugnung aller Gefühle seines Volkes ein verhaßtes Bündniß eingehen? warum will es Deutsch­land verleugnen und alle die Sympathien zurückstoßen, die ihm von dorther von großen Fürsten, von herrlichen Völkern entgegen getragen werden?

In Preußen sieht es noch finster aus. Der Censor der Köln. Ztg. hat noch in ihrer letzten Nummer gewagt, das Hanauer Ultimatum ein Aktenstück zu verstümmeln!

Bonn, 11. März. Auch unsere Universität hat eine Adresse an Se. Majestät gerichtet, in welcher die bekannten Wünsche, welche jetzt das Vaterland bewegen, ausgesprochen worden. Wie wir vernehmen, ist die Adresse von Professor Dahlmann entworfen worden.

Magdeburg, 9. März. Vorgestern Abends und Nachts war ein Bataillon der hiesigen Truppen in ihrer Kaserne auf Requisition des Landraths konsignirt, weil man befürch­tete, daß das Haus des Konsistorial-Präsidenten Göschel an­gegriffen werden würde. Man schien demnach einen Aus­bruch der Unzufriedenheit zu fürchten, die in großer Aus­dehnung hier bestehen mag, da es der freien Gemeinde noch nicht hat gelingen wollen, zu ihrer Gottesverehrung ein Kirchengebäude zu erlangen, deren mehrere von den betreffen­den Gemeinden aus dem Patronate ihnen bereitwillig zuge­sagt sind. (Aach. Ztg.)

Halberstadt, 11. März. Von hier ging heute eine vom Magistrat, den Stadtverordneten und vielen Bürgern unterzeichnete Adresse an den König ab, welche die allgemei­nen von allen andern deutschen Stämmen verlangten For­derungen enthält.

Hessen-Darmstadt, 13. März. Heute wurde der sehr ehrenwerthe GeneralstaatsprocuratorMian zum Justiz­

minister und Jaup zum Präsidenten des Staatsraths ernannt. Emmerling soll Ministerialrath im Justizministerium gewor­den sein.

Weimar, 11.März. Der gefürchtete Aufstand hat stattgefunden. Die Wünsche des Volks sind er­füllt. Die Preßfreiheit ist gesetzlich publicirt, eben so die Verschmelzung des Kammervermögens mit dem Landschafts­vermögen gegen eine dem Großherzog zu gewährende Civil- liste. Auch das verhaßte Ministerium Schweitzer, v. Gers­dorf und geh. Staatsrath und Kammerpräsidenten Thon sind auf Verlangen des Volkes entlassen.

Dresden, 11. März, In unsrer Stadt soll in den nächsten Wochen ein Cong re ß der deutschen Regierungen zusammentreten, um zu berathen, wie der deutsche Bund ge­kräftigt, die Nationalität der Deutschen gestärkt werde.

Leipzig, 11. März. Laut Bekanntmachung der hiesigen Kircheninspektivn wird von nun an bei öffentlichen, sowie bei Privatcommunionen von der Geistlichkeit Beichtgeld weder gefordert noch angenommen. (D. A. Z.)

Hier herrscht Ruhe, aber morgen gehen 5000 hiesige Einwohner in corpre als Deputation nach Dresden.

Halle, 10. März. Eine bedeutende Truppenmacht von mehreren Tausend Mann, wenn nicht ein ganzes Armeecorps wtrd in diesem Augenblick um Halle zusammengezogen. In Schkeuditz (einem preußischen Marktflecken an der sächsischen Grenze, 3 Stunden von Leipzig) steht eine Batterie Artillerie. Man will, das ist offenbar, die sächsische Regierung in ihrem Widerstande gegen die Volkswünsche bestärken, nöthigenfalls sie mit Waffen unterstützen, Leipzigs Bewohnern gegenüber. Also so weit ist es mit Preußens Politik gekommen, daß man uns gegen deutsche Brüder ins Feuer schicken will, die dieselben Wünschen gegen ihren Herrscher aussprechen, wie wir?

Hamburg, 10. März. Durch eine gestern spät Abend erlassene Bekanntmachung hat der Senat, zufolge des allge­meinen Wunsches, die Censur sofort aufgehoben. Bis zum Erlaß des Preßgesetzes werden Preßvergehen und Ver­brechen nach dem bestehenden Rechte bestraft. Verfasser, Re­dacteur, Herausgeber, Verleger und Drucker sind für den Inhalt der Schriften verantwortlich.

Bremen, 8. März. (Abends.) Auch bei uns Umkehr der Verhältnisse. Am 6. März sprengten zahlreiche Volks­haufen das Heerenthor, verübten beim Bischof-, Oster- und Ansgarithor ähnliche Excesse und warfen im Stadthause die Fenster ein. Das herbeigezogene Militair ward verhöhnt. Die Bürgerwache bot sich aber nun an, von jetzt an allein für die Sicherheit der Stadt zu sorgen. Am 7. März blieb das Militair (das Bundescontigent) in den Kaftrueu, die Bürger besetzten die Posten.

Heute Mittag endlich, als die gewöhnliche Senats­sitzung stattfand, zog eine große Menge Bürger zum Stadt- Hause, um dem Senat eine Bittschrift mit gegen 5000 Unter­schriften zu überreichen, worin sie die Gewährung der jetzt überall geforderten Punkte verlangen. Nach mehrstündiger Berathung, während welcher das Rathhaus von Tausenden umlagert bleibt, bewilligte der Senat die Forderungen und versprach: Aufhebung der Censur; Einführung der Geschwor­nengerichte; Hinwirkung auf ein deutsches Parlament; Um­gestaltung der bisherigen Ergänzungsweise des Senats und der Aelterleute, die von der Bürgerschaft gewählt werden sollen; Oeffentlichkeit des Bürgerconvents mit Beseitigung der bisherigen willkürlichen Einladungen zu demselben. Be­friedigt von diesem Erfolge zerstreuten sich jetzt die Massen. Abends war die Stadt illuminirt, und es herrschte die größte Ruhe und Ordnung.

Durch eine heute erschienene Verordnung ist die Cen­sur aufgehoben. Die Verantwortlichkeit der Verfasser, Drucker und Verleger erstreckt sich fortan auf alle Druckschriften.

Oldenburg, 11. März. Die oldenburgische Verfas­sungsfrage ist entschieden. Auf eine Adresse, welche am 10/ März überreicht wurde und welche den Großherzog ersucht: