der Aktionäre ausschließe, denn daß das die Absicht der Majorität der hohen ersten Kammer, der Herren Eckhard und Consorten sei, trat bei der gestrigen Berathung auf das Deutlichste zu Tage. — Damit aber nicht genug, fügte die hohe erste Kammer dem Beschlusse, 1% Millionen zum Bahnbaue zuzu- sschießen, noch die Bedingung zu, daß nicht eher eine Auszahlung Seitens der Staatsregierung statlfinden dürfe, bis beide Kammern des gegenwärtigen Landtags und die Negierung sich über das Budget von 1851/53 vereinbart haben würden, verwarf sogar das Amendement des Herrn Pfannebecker, daß die Auszahlung mindestens dann stattfinden solle, wenn das Zustandekommen des Budgets durch die Auflösung der Kammern verhindert werde. Wer aber weiß, wie eine solche Auflösung nach der Verwerfung des Wahlgesetzes durch die zweite Kammer unvermeidlich ist, wer da weiß, daß die von dem Finanzausschüsse der zweiten Kammer vorgeschlagenen Budget-Nevuktionen so bedeutend sind, daß eine Vereinbarung über das Budget mit dieser Kammer gar nicht erwartet werden kann, der wird sich im Falle befinden, zu beurtheilen, ob nicht das gestrige Votum der ersten Kammer der Verweigerung jeden Beitrags für die Ludwigsbahn gleich zu erachten sei."
Breslau, 6. Dez. (Schw. M.) Die neuesten Nachrichten aus Paris machen hier und im ganzen Lande tiefen Eindruck, und insbesondere ist man sehr gespannt, welche Stellung unsere Regierung denselben gegenüber einwehmen wird. Im Verkehr merkt man wenig Störung, und auch die Geld- und Essekteucourse, die einen Augenblick berührt waren, gehen wieder in die Höhe, so unter andern auch die österreichischen Banknoten, die bei den ersten Nachrichten um 6 pCt. wichen, haben sich schon wieder um 3 pCt. gehoben. <*# ist dies wegen des gegenwärtigen starken Verkehrs, den wir mit Oesterrnch haben, ein wichtiger Gegenstand, und jedes Zurückgehen dieser Papiere veranlaßt eine Hemmung. Da insbesondere viel Getreide von uns nach Oesterreich geht und dessen Preise ohnehin doch sind, so werden sie drüben durch den niedrigen Cours der Banknoten noch um einige Prozente höher. Das vermehrt denn das Elend jenseits, und die Nachrichten von dort lauten, namentlich aus den Gebirgsgegenden, höchst traurig. Nun kommt zu der Frucht, Theuerung noch der so sehr frühe und strenge Winter, der im Gebirge in wahrhaft erschreckender Gestalt er- scheint. Die Schneemassen, welche dort nunmehr schon seit vier Wochen fallen und sich täglich mehren, sind so, wie sie kaum in Jahrhunderten einmal Vorkommen, und können nur mit denen vom Jahr 1829/30 verglichen werden. Wir haben Nachrichten, daß rie Hut- Len der Bewohner des höheren Gebirges bis über das
Dach eingeschneit sind, so daß die Menschen sich den Ausgang durch den Schornstein suchen und dann Stollen durch den Schnee graben, um nur hinaus zu' können. Sie müssen solches thun, wenn sie nicht verhungern wollen, da sie bei ihrer Armuth selten auf mehr als einrn Tag mit Lebensmitteln versorgt sind. Von wo wir nur immer Nachrichten haben, alle stimmen sie darin überein, daß der Winter mit vielem Schnee und Kälte sich eingestellt hat. Nur in Polen war das bis zu Anfang dieses Monats weniger der Fall, und man fuhr z. B. am 2. Dez. in Warschau noch nicht im Schlitten, auch war die Kälte an dem Tage noch nicht über 3 Grad gestiegen und hielt sich am Mittage noch nicht einmal auf Null, so daß man sich dort allgemein wunderte, wenn man die Nachrichten aus dem Westen erhielt, die von strengem Winter sprachen.
â Köln, 11. Dezember. Rüböl eff 28 Thlr. pro Mai 29% Thlr., % zu 256 Pfd. netto mit Faß. Roggen eff. 5% Thlr. pro März Thlr. 6, 1, 6., pro Mai Thlr. 6, 5. Weizen eff. Thlr. 6% bis 6*4, 89 Psv. nach Qualität, pro März Thlr. 7,1. Gerste Thlr. 3%. Hafer Thlr. 2% pro 2% Scheffel. Spiritus effektiv 80° Thlr. 26% pro 130 Quart Mit Fuß.
69 Amsterdam, 10: Dez. An gestriger Börse fand Roggen wieder mehr Frage, anscheinend wurden zur Spekulation und für ausländische Rechnung die am Markt schwebenden Parteien zu den neuerlich etwas gedrückten freuen vergriffen, nämlich in Entrepot: 123 Pfund Brabanter â fl. 200, 122. 125 Pfund Preuß, â fl. 198. 206, 119 Pfund neuer Archangel â fl. 192, 121 Pfund d°. Petersb. â fl. 196; es blieben diese Course vergeblich geboten, so daß weitere Ankäufe nicht ohne Bewilligung einer Preiserhöhung zu effektuuen gewesen sein werden — alter ged. Nass, zu letzten FreitagS-Coursen (116. 118 Pfund fl. 182. Cutr,- verweigert Am heutigen Markte war wie gestern aufgelebtt Kauflust für Roggen wieder verschwunden und obgleich anfänglich etwas über gestrige Course gehalten wurde, dürfte doch bei obiger Sachlage noch wieder Einiges dazu loSzubringen gewesen sein. — Weizen ebenfalls ohne Handel, von Rheinischem sind mehrere Palleten zum Vorschein gekommen, von denen im Verhältniß zu fl. 250 Cnlr. für 128. 129 Pfund Waare zu kaufen fein kü^f-e. — Gerste und Buchweizen stille doch fest. — etwaige spätere Schlüsse notireu nächst heud. Von Weizen durchgehends kleine Pöstchen. Von Roggen kamen noch ein paar Speicher Preuß, im gestrigen Course , anscheinend an Spekulanten zum Abschluß fl. 198. 200 Cutr.; unterdessen schloß die Börse weniger aufgeregt als gestern.
Straßburg, 3. Dezember. Der Getreidehandel ist außerordentlich im Schwung, und stellen. sich?,sowohl die Preise hier, als im Oberelsaß und in Lothringen immer niederer. In den meisten Orten dieser Gegenden wurden in dieser Woche die Brodpreise ermäßigt.
Neueste Nachrichten.
* Wiesbaden, 13. Dezember, Abends. Zwei Parteien sind im Elysee in Bewegung: die Terroristen, unter St. Arnauds Führung, dringen bei dem Präsidenten auf die eisernste Konsequenz im Ne- pressivsystem; die Gemäßigten, Herrn von Morncy an der Spitze, rathen zu versöhnenden Maßregeln. So war es letzterer Partei gelungen, die erfolgten Freilassungen der Abgeordneten zu erzielen, worauf die Terroristen die Verbannung von Thiers und die jüngsten drakonischen Dekrete durchsetzten. Es steht zu fürchten, daß die Schreckensmänner die Oberhand behalten, da die Nachrichten aus den Provinzen täglich düsterer lauten. Das Landvolk begeht Scheußlichkeiten wie in der ersten Revolution, obgleich die Berichte, wie der „Jndependance" ausdrücklich gemeldet wird, ins Grelle gemalt und von den Arbeitern in Paris nicht geglaubt werden. Die Börse, auf welche diese Berichte zuerst einwirkten, faßte jedoch bald wieder mehr Muth und die 3pCt. schloffen 58,45 (Hausse 25 C.), die 5pCt. 96,15 (Hausse 40 C.)
G e l d - S 0 r t e n
I, ich dem firanffurter (Soun* von 12. Dec.. 18,1
Neue bouiSr'pr . Pistolen . . , vttlo Preuß. .
Hell. 10 ft Sliittr Rund - Diic-Neu , 20 ^uHh näiutr Cngl. Tüderei,ins Neid di M itio Preuß. Tb al er 5 Drunten-tduler Hochhaltig Silber
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B e k a 'n » t m a ch » n g c n.
412491 Anzeige.
Dem geehrtesten Publikum mache ich hiermit die ergebenste Anzeige, daß ich mein bis hierher bestandenes Geschäft wegen mangelnder Gesundheit an Herrn H. Dietrich am 14. d. Mts. übergebe. Indem ich meinen geehrtesten Freunden und Gönnern für das mir bisher geschenkte Vertrauen danke, bitte ich zugleich dasselbe aus meinen Nachfolger übergehen lassen zu wollen.
F. Ä. Kieme.
Geschäfts-Cmpfehlung.
Auf obige Annonce Bezug nehmend, mache ich dem geehrtesten Publikum die ergebenste Anzeige, daß ich Sonntag den 14. d. Mts. meine Restauration eröffne und empfehle mich bestens in vorzüglichen Speisen und Getränken, sowohl in als außer dem Hause. Unter Zusicherung reeller und pünktlicher Bedienung werde ich mir das Zutrauen des Publikums zu erhalten suchen und bitte um zahlreichen Zuspruch.
Wiesbaden, im December 1851.
H. Dietrich, Restaurateur, vormals Koch in den Vier Jahreszeiten.
110341 paffHTes von Gad Ni^xoLdsau.
Diese rühmlichst bewährten Pastilles mit doppeltkohlensaurem Natron von Rippoldsau, sind als ein vortreffliches Mittel bei Verdauungs- unt Magen-Beschwerden, bei Hâmorrhoidal» und Gicht-, Nieren-, Harn- und Gries-Leiden :c. tc. in et.queitirten Schachteln zu 4 Loth mit Verbrauchs-Anweisung zu 28 fr. zu haben bei
H. Wens Conditor, in Wiesbaden.
W irtlischafts-Erö^
l'^" mit Restauration.
Unterzeichneter widmet seinen geehrten Mitbürgern, sowie auswärtigen Freunden die ergebene Anzeige, daß er seine fett einer Reihe von Jahren bestehende Weinwirthschaft, welche die letztere Zeit dem Herrn Restaurateur Wagner vermiethet gewesen, wieder ange- treten hat.
Da derselbe eine Restauration damit verbunden, glaubt er den Wünschen deS Publikums in jeder Beziehung Genüge leisten zu können.
Gleichzeitig ladet er diejenigen Herren, welche gesonnen sind, ihren Mittagstisch bei ihm zu nehmen, ein, sich recht baldigst zu melden.
Mainz, den 1. December 1851.
A. Nicolai, am Theater.
In der H. W. Ritler'schen Buchhandlung in Wiesbaden ist zu haben: Porträt von Dr. Eduard Duller.
Groß Folio. Preis 36 fr.
BerjährungsFormulare sind vorräthig in der M. W. Hitler' fc^en Buchhandlung.
[ 10331 PastMes von Ead Nixxoldsau.
Diese alkalischen Verdauungs-Täfelchen mit doppeltkohlensaurem Natron. von Rippoldsau haben sich als daS wirksamste Mittel bei Verdauungs-Störungen und Unterleibs - Beschwerden, bei Hämorrhoidal-, Gicht-, Nieren-, Harn- und Gries-Leiden, Bleichsucht, weißem Fluß rc. rc. rühmlichst bewährt, sie reizen auch als tonische, stärkende Magenmittel den Appetit und Neutra- lisiren die überflüssigen Säuren der VerdauungSwege und sind besonders auch dem weiblichen Geschlechte bei sehr empfindlichen. krampfhaften und bei Kindern so verbreiteten Verdauungs- Beschwerden empfehlenswerih. Die etiquettirte Schachtel zu 4 Loth mit Verbi auchs-Anweisüna kostet 28 kr. und «st zu haben bei
D. Wens Conditor, in Wiesbaden.
Herreu-Hemden von ächt Bielefelder- Leinwand, feine wollene Herren- und Damen-Unterjacken und Unterhosen; Seidene, Atlas- und Taffent-Herreu- Halsbinden; seidene Taschentücher; Herren-Chemisetten und Krägen, auch für Frauenzimmer; Amerikanische und englische Gummi-Galoschen und A. m. bei (1254)^*3 J. L. Seibert, Langgaffe.
Bei Bäcker Herger ist alle Tage frische K u » st- hefe zu habe». g^)
Rothe’g rühmlichst bekannte Lili onefe, dessen Kräuterpomade und Zahnpulver nur bei
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Bei dem Herannahen des Christfestes empfiehlt der Unterzeichnete, die zu Festgeschenken sehr geeignete Werke:
1) Die darstellende Geometrie 1 fl. 24 kr.
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V. Bawm,
(1253) wohnhaft im „deutschen Haus".
Bei der israelitischen Gemeinde dahier kann ein Religionslehrer mit jährlichen 150 fl Gehalt eine Anstellung erhalten. Holzappel, AmtD>e;,den 10. Dez. 1851.
Xjuxarw Bosenthat,
(1259) Vorsteher.
In der H. W. Ritter'schen Buchhandlung in Wiesbaden ist vorräthig:
Knlturhistorische Skizzen aus der In» dustrieausstellnng aller Völker.
Von L. Bucher. Preis 2 fl. 42. kr.
Wagner'S ibcste Weinschöne zu 36 kr. mit Glas ; Gebr. Lentner's Hühner- augen-fpflästerche»; Zahn-Mastix von F. A. Ravizza bei
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54 [1235] M. Wenz, Conditor, «
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Neue Cülüiinade Nr. 5 u. 6 <:i WieSbae.n. (991)
Verantwortlicher Herausgeber und Verleger E. Ritter. — Dru.k der E. Rtiter'schen Bulddrurkere«.
(hierzu eine literarische Beilage.)