dient hatte, das sog. alte Badchaus. Er selbst war der Badedirner und rieb und badete seine Patienten. Im Jahr 1829 waren 49 Kranke in Grâsenberq. Zehn Jahre später, 1839, zählte,die Badel, sie 1780 Nummern, unter denen viele Familien mit eingerechnet sind. In dieser Zeit wurde Gräfenberg geschaffen, die Gebäude, wie sie setzt stehen, die Wasserleitungen, die Quellen.— Seit dieser Zeit hatte Prießnitz in seinem Heilverfahren fortgebaut; in den lichten 8 Jahren wechselte er die Kur und verließ den Weg des vielen Schwitzens bei den Kranken, um den sicheren aber an Zeitverbrauch längeren der fetzigen Kurmethode tinzysthlagen. — Bis zum letzten Tage nahm er den Besuch seiner Patienten an und ertheilte ihnen Rath mit der ihm eigenthümlichen Beobachtungsgabe. Ueber seinen Zustand sprach er wenig, er war ihm aber bis ins Detail bekannt, und er sagte mehrfach seinen Tod voraus. Die Sektion seiner Leiche ergab eine gänzlich aufgelöste Leber mit Massen Tuberkeln angehänft, die Brust mit Wasser angefüllt., sonst waren die beeile seines Innern normal und keiner durch den so langen Gebrauch des Wassers angegriffen. Sein Gehirn war von bedeutendem Gewicht und schön geformt. Ein 'Amerikaner, Dr. Kastl , ist Willens, einen phrenologischen Bericht über die Hirnschale deS Verstorbenen zu veröffentlichen. Nach dem Willen des Verstorbe en übernimmt sein Schwiegersohn, Ufhazy, die Wasserheilanstalt zu Gräfenbergs Prießnitz hat zwar einen Sohn, doch ist bmelbe noch ein Kind, welches nicht einmal seinen Namen der Anstalt geben kann. In dem Nachlaß hat man 30,000 geordnete Briefe gefunden, die Antworten von Prießnitz auf die mannigfaltigsten Krankheitsfälle enthalten. (Prießnitz rechnete selbst, an 36,000 Menschen in seinem Leben Rath ertheilt zu haben.)
VoLköwirthschaftiicher Theil.
Köln, 10. Dez. (Köln. Ztg.) Bekanntlich haben die von ,dem Ministerium für Handel, Gewerbe und öffentliche Arbeiten wegen Nichibefolguiig seiner An- vrdnung in Bezug auf den Eisenbahn • Fahrplan mit einer Geldstrafe von je 200 Thlrn. belegten Mitglieder der Direktion der Köln-Mindener Eisenbahn-Gesellschaft gegen- die Erekütion der Strafe opponirt und die Steuer-Casse vor das hiesige Landgericht citirt. Die Sache sollte heute verhandelt werden, als der Staatsanwall ein Schreiben der hiesigen königlichen Regierung verlas, durch welches sie den Compcienz- Consiikt ei hob,* indem die Frage über die Rcchtmaßia- feit dieser Strafe lediglich Sache der Verwaliung, nicht der Gerichte sei. Das Landgericht sistirte hierauf das Verfahren, damit voreist die Frage der Competenz zu- ständigen Ortes entschieden werde.
Berlin, 9. Dez. Der Zoll- und Handelsvertrag zwischen Holland und dem Zollverein ist nunmehr definitiv abgeschlossen. Preußen hat bekanntlich die be- züglichen Verhandlungen geleitet und yi diesem Ende denGeheilNknrath Philipsborn nach dem Haag gesandt; derselbe ist fetzt zurückgekehrt, lieber den Vertrag selbst erfahren wir, daß er beiden Theilen gleiche Vortheile garantirt, und daß nm deßhalb wohl die Zustimmung seitens der übrigen Zollvereinsregierungen zu erwarten steht. Der Vertrag wird in kurzem veröffentlicht wer
den. Die Mitglieder der PostvereinSconferenz haben Berlin wieder verlassen, nur der KommiffariuS der Postverwaltung deS Fürsten Tburn und Taris ist noch hier geblieben, um den Anschluß der hohenzollernschen Laude bis zum 1. Januar 1852 zu ordnen. Ueber die Erfolge der Koufereizz sind nur unbestimmte Nachrichten verbreitet, aus denen man indeß schließen darf, daß weniger wirklich erfolgte Abschlüsse zu Stande gebracht sind, als vielmehr Vorbereitungen, um in der nächsten Conferenz, die im Mai 1853 in Wien Zusammentritt, schwebende Fragen zum Anstrag zu bringen. Als wirklich erzielte Resultate wäre nur der erfolgte Anschluß von sechs deutschen Postverwaltungen zu betrachten. Der Umfang der von der deutschen Postkon- feirnz geordneten Gegenstände ist so bedeutend gewesen, daß, wie die „Spenersche Zeitung" schreibt, von der ursprünglichen Absicht, solche in einem Supplementar- vertrage zusammenzustellen, hat abgesehen und ein ganz neudr Postvereinsvertrag hat abgeschlossen werden müssen, der am 5 Dez. von allen Abgeordneten der deutschen Postverwaltungen — anöschlußlich Lauenburg — vollzogen worden ist, und über welchen die deutschen Regierungen dis Ende Januar k. J die Erklärungen Huisichls ihrer Zustimmung zu geben^habrn.
Der Ansggbe-Etat der Stadt Wien für das Jahr 1852 betr ägt 4,145,627 Fl.; darunter für Zinsen der Stadjschuld 85,594 Fl , Schulauslagen 166,559 Fl., Arbeitsanstalten 58,319 Fl., Centralverwaltung 441,118 Fl., Dotation des Bersorgungsfonds 755,691 Fl., der Lokalpvilznfonds 213,644 Fl.
Die Staatseinnahmen Meri ko's im Jahre vom 30. Juni 1850 bis 1. Juli 1851 betrugen 8,274,927 Piaster, ohne daß für das laufende Jahr irgend eine BermchiilUg der Einkünfte in Aussicht stande, die Ausgaben werden schon dem Voranschläge gemäß 26,012,243 Piaster betragen, das D.sizit also mindestens 17,737,314 Piaster meor als daS Doppelte der Einnahmen. Noch vor 2 Jaorzehnten betrug die Einnahme Meri!o's über 20 Millionen Piaster.
□ Mainz, 12. Dezember. Geschäft im Frucht- Hauvel noch immer still, sowohl in der Fruchrhalle wie im Großhandel. Aus dem Markt wurde verkauft: Weizen 200 Pfd. netto 11 fL 15 kr. bis 1 l fl 30 fr. Roggen 180 Pfd. 9 p. bis 9 fl. 10 fr.; Gerste 160 Pfd. 7 fl. 15 kr. Im Großhandel offerirt bei wenigen Saurem eff. Weizen 12 fl.; Roggen 10 fl. 50 fr. bis 11 jL; Gerste 9 fl. 30 fr. bis 9 fl. 45 fr. Auf den kommenden Monat Marz offerirt Weizen zu 12 fl., Roggen zu 10 fl. 40 kr. (Alles gr. 200 Pfund netto). Auf Lieferung auf Monat März stauben die Preise noch vor vierzehn Tagen: Weizen 12 fl. 30 fr. bis 12 fl. 40 fr. Roggen 11 fl. 15 fr. bei mehr Käufern alS Abgebern, also im Ganzen ein merklicher Rückgang.
AmtlicheNachrichten.
Dem provisorischen Lehrvikar Weyel zu Mappershain ist die dasige Lehrvikarstelle definitiv übertrugen worden.
Neueste Nachrichten.
* Wiesbaden, 12. Dez., Abends. Trotz aller Anstrengungen der Bonapartisten und der in ihrem Interesse auf Hausse arbeitenden in- und auswärtigen A!- liirtkn fängt die Börsen weit in Paris an, besorgter zu werden: die Fonds fielen vorgestern, die 3pCt. um 40 (58,20), die 5pCt. um 55 C. (95,75) und die Bankaktien, die am 9. schon um 30 Frs. fielen, sind vorgestern um weitere 20 Frs. gesunken (2250 Frs.) Die Nachrichten aus den Provinzen lauten sehr düster, obwohl keine neuen Unruhen vorfielen. Die Kriegsgerichte haben ihre Sitzungen noch nicht begonnen , da erst eine Sitzung der Konlultativkommts- sion vorhergehen soll. Thiers ist ausgewiesen worden, weil er Broglie uns einige ancere Besuche empfangen hat. Am 8.PÄbends erschienen zwei Poli- zeiagenten bei ihm und fragten, nach welcher Richtung er über die Grenze transportirt sein wolle? (Sr'aiiP wartete: „er gedenke in Frankreich zu bleiben," doch: „Unmöglich!" lautete die Antwort. Sa ward er zwangsweise nach Kehl transportirt, von acht Polizeiagenten geleitet,A und nachdem man ihm faum Zeit gelassen, seinen Reisesack zu packen. Auch Leon Fauch er soll so ausgewiesen sein, wenigstens ist er bereits in Belgien angekommen. Auch Emil von Girarvin soll verhaftet gewesen, doch bald wieder si e's gelassen worden sein, wenn dieses Gerücht keine von ihm selbst ausgestreute Reclame ist. In die Departements sollen noch mehre außerordentliche Kommissare geschickt werden.
Frankfurt a. M., den 11. Dg.|________Schluß der Börse.
Pap.
Oesterreich, b% MetalliqueS .....
72%
73
„ 4'^2 X „ .....
63%
63%
57
56V,
ff 2^2/0 „ . . .
43
42%
37
„ 3% Bankaktien o, Di». _ . .
1041
1136
„ 500 ff. Loose......
167%
, 250 st. Sooft ......
Preußen, 50 Thlr. Prämienscheine . . . -.
8ö3/4
„ 3%% StaatSichaldsch. a 105 kr. .
89
8^%
Bayern, 3%% Obligationen......
Berb â cher E i s e n b a b n - A c t i e n . . .
91%
91
85»,
8 p.
Wurtemberg, X/t% neue Obligationen .
101%
10,.%
„ 3%^ Obligationen ...
88%
88
Baden, 5% Obiigalionen.......
103
10/%
« 3'/,^ „ von 1842 ....
88%
88%
„ votterie-Anl. â 50 fl/ bei G. u. S .
59%
594 d
„ 35 fl. Sonst vom Iohre 1845 ...
34%
^/, 89 ,
Är oßherz. festen, 3l/t^ Obligationen
90
„ „ 4%
95%
95%
101%
lOO7',
. , 50 fl. Loose ....
82%
82
., „ 25 fl. Loose...»
28
27% 35%
Kurhessen, Friedr.-Wilh.-Nordbahn-Actien .
36%
„ 40 Thlr. Loose bei Rothschild .
31%
31
Nassau, 5X Obligationen......
103%
103
„ 3'/b% „ bei Rothschild . .
89%
„ 25 fl Loose........
26
25%
Frankfurt, 3^ Obligationen.....
83'/,
83 '
* 3‘aX „ von 1839 . .
94%
94'/.
ff 3% v von 1846 . •
92%
92%
288
Taunus-Eisenhahn-Aktien â 250 fl.
290
Holland, 2%^ Integralen......
58%
57»/t
Spanien, 3X Innere Schuld.....
35%
35%
14P/_
Polnische Lotterie-Loose 300 fl. . .
—
■ ff w „ 500 fL • •
84%
84
Sardinien, 36 FrcS. Loose bei Bethmann -.
Tosrana, 5^ Anlehen in .Lixe ä 24 kr. . .
36%
35%
89
88%
DiSronto ............
2%
Bekanntmachungen.
Anzeige. i
Dem geeintesten Publikum mache ich hiermit die ergebenste Anzeige, daß ich mein bis hierher bestandenes Geschäft wegen mangelnder Gesundheit an Herrn H. Dietrich am 14. d. Mts. übergebe. Indem ich meinen geehrtesten Freunden und Gönnern für das mir bisher geschenkte Vertrauen danke, bitte ich zugleich dasselbe aus meinen Nachfolger übergehen lassen zu wollen.
F. Ä. Kieme.
Gefchäfts-Cmpfehlung.
Auf obige Annonce Bezug nehmend, mache ich dem geehrtesten Publikum die ergebenste Anzeige, daß ich Sonntag den 1 4. d. Mts. meine Restauration eröffne und empfehle mich bestens in vorzüglichen Speisen und Getränken, sowohl in als außer dem Hause. Unter Zusicherung reeller unb pünktlicher Bedienung | werde ich mir das Zutrauen des Publikums zu erhalten suchen und bitte um zahlreichen Zuspruch.
Wiesbaden, im December 1851.
FF Dietrich, Restaura tenr, vormals Koch in den Vier Jahreszeiten.
Verjähr u ugs-Formulare
sind vorräthig in der U. W. Kitter9^en Buchhandlung.
In der H. W. Ritter'schen Buchhandlung in Wiesbaden ist zu haben:
IlLultrirre Ehronrâ der Gegenwart.
Aufzeichnungen aus der Geschichte der Ereignisse, der Länder und Völker der Menschen und Stimmungen unserer Zeit.
Diit za:lreichen in den Ter: lingedlucklcn
Abbildungen Ansichten, Portraits Starten, Plänen und Musikstückes.
Erste Hälfte. (Mit 114 Illustrationen.)
. Preis 2 fl. 9 kr.
112431 Deutschkatholischer Gottesdienst
Sonntaä den 1 4. December, Morgens 9'/2 Uhr, im Saale beS Hotel Schneider, in der Spiegelgasse, geleitet durch Herrn Pfarrer Hiepe aus Hachenburg. Der Vorstand.
Wirtliscliafts-Eröffnu
0251) mit Siestattration.
Unterzeichneter widmet seinen geehrten Mitbürgern, sowie auswärtigen F-eunden die ergebene Anzeige, daß er seine fest einer Reihe von Jahren bestehende Weinwirthschaft, welche die letztere Zeit dem Herrn Restaurateur Wagner vermiethet gewesen, wieder an getreten hat.
Da derselbe eine Restauration damit verbunden, glaubt er den Wünschen des Publikums in jeder Beziehung Genüge leisten zu können.
Gleichzeitig ladet er diejenigen Herren, welche gesonnen find, ihren Mittagstisch bei ihm zu nehmen, ein, fich recht baldigst zu melden.
Mainz, den 1. December 1851.;
A. Nicolai, am Theater.
Ein an der Schwalbacher Chaussee gelegener Acker ist aus freier Hand zu »et« I kaufen.
Wo? sagt die Exped. d. Bl. (1241)
Eine perfecte Köchin sucht eine Stelle.
Näheres die Erped. (1246)
In der H. W. R i tter'schen Buchhandlung in Wiesbaden ist erschienen und zu haben:
Die
Neformationspredigt.
Eine Le.e, gehalten im Kreise christlicher Brüder von
Eduard Duller.
PreiS 4 kr.
Als Weihnachts- und Reu- jahrsgeschenck für Fraue»» und Jungfrauen
empfiehlt sich sowohl durch sein nettes Aeußere, als seinen anziehenden Inhalt vorzüglich: Aloys Henningers Album der Frauen - Ramen. (Broschirte Exeinplare zu 1 fl. 48 fr. und elegant gebundene mit Goldschnitt und goldgepreßter Decke ü 2 fl. 36. fr.)
Vorräthig in der H. W. Ritter'schen [1250] Buchhandlung.
Lichtbilder auf Papier.
Neue Cotonuadc Nr. 5 u. ß ,n TOwmtvn ,
Verantwortlicher HerauSgrder und Berleger E. Nil ler. — Dru.k der C. Nt«te raschen Buchdrnckcrel.