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e^ 267 Wiesbaden Dienstag, 11. 9toven»ber 1851.

0"grtir Zeitung ' erscheint, mit AuSnaym» des Montags, täglich in einem Bogen. Der Ldonnemeniaprtw delrâgt oierteljâdrlich vier in Wiesbaden I fl. *5 ti auswärts durch die Post bezogen mit verhältnißmäßigem Aufschlag». Inserate werden bereitwilllg ausgenommen und find bri der groß»» «»lbreitung derfreien Zeitung" stets »w mlrffamtm r». folge. Dt» JnserattonSgebühern betragen für die vterspaltige Petiizeil« 3 ft.

Die Haltung der Parteien in Frankreich.

X Die Bureaux der französischen Nationalversamm- lunß haben am Freitag fünfzehn Mitglieder zur Prü­fung des Wahlgesetzes ernannt, wovon nur zlvei, La­rochejacquelein und Grevy, für, dreizehn gegen den Entwurf sind. Darnach zu urtheilen, wäre der Vor­schlag der Regierung so gut wie verworfen. Es ist indeß nicht unerheblich, zu wissen, daß es bei den Ab­stimmungen sehr heiß herging und die meisten Ernen­nungen erst beim zweiten oder dritten Skrutininm er­folgten Jm Ganzen haben sich 380 Abgeordnete als Gegner, 270 als Begünstiger des Entwuifs gezeigt, wornach die Majorität auf eine Ueberzahl von wenigstens 100 Stimmen zu rechnen hätte. Diese Zahlen verlieren aber bedeutend an Werth, wenn man betraft, daß sich unter den Mitgliedern der Kommission viele befinden, welche sehr bedeutende Veränderungen im Gesetze vom 31. Mai wollen und nur gegen den Re- giernngSantrag find, weil sie in demselben einen feind­seligen Akt gegen die Nationalversammlung erblicken. Dazu kommt, daß eS dem Präsidenten gar nicht um seinen ganzen Antrag zu thun sein soll, sondern daß er, zufrieden mit der Popularität, die er von seiuec Ini­tiative erwartet, gern einige Konzessionen machen wird. Eine Vereinbarung zwischen ihm und der Majorität »st daher schon deshalb nichts Unmögliches. Man wen­det ein, daß, wenn die Ordnungspartei zu einer Ver­söhnung geneigt wäre, es doch sehr auffallend bleibe, warum die Quästoren der National-Versammlung den Antrag gestellt hätten, daß der Nat.-Versammlung alle ihr nöthig erscheinenden Militärkräfte zur Verfügung gestellt werden sollen. Dieser Antrag wäre allerdings ein starkes Mistrauensvotum gegen den Präsidinten, weshalb auch die Elyseeblätter einstimmig dagegen ankämpfen. In­deß schon wurde bei Daru eine Versammlung gehalten, worin 200 Mitglieder einstimmig beschlossen, den An­trag nicht zu unterstützen; die. Lenke aber wird dies eben so wenig, weil sie darin blos einen Akt der Rache gegen daS Elysèe wegen des Antrages auf Abschaffung des Gesetzes vom 31. Mai sieht. Ein Correspondent der ^Lölii. Ztg." ertheilten dieser Beziehung folgende Aufschlüsse:Die Führer der Majorität der National- Versammlung wollten am letzten Dienstag einen ent­scheidenden Schlag gegen das Elysee ausführcn. Sie wollten den durch die Botschaft entstandenen Unwillen benutzen, um die Majorität zu bistimmen, ein Votum zu erlassen, das die National-Versammlung in eine Art Convent verwandelt hätte. Berryer wurde zuerst mS Feuer gesandt ^ er beantragte die Bildung einer Untersuchungs-Commission wegen der letzten Ereignisse. Man hoffte, daß ein derartiger Vorschlag Beifall bei der Linken finden und er mit einer g oßen Majorität angenommen werden würde. Die Linke war jedoch zu sehr mit dein Gesetz vom 31. Mai und dessen Abschaf­fung beschäftigt, als daß sie auf den Vorschlag des

legitimistischen Repräsentanten eingegangen wäre. AlS Berryer die Haltung sah , gab er von selbst seinen Antrag auf und zog sich hinter die Dringlichkeit zurück. Dieser schnelle Rückzug Berryers scheint jedoch mehr aus Vorsicht, als in der Absicht geschehen zu sein, den gefaßten Plan aufzugeben. Wie man fest versichert, ist man im Ge­gentheil mehr denn je entschlossen, außerordentliche Sicherheits - Maßregeln für die Nationalversammlung zu treffen, aber nicht sowohl in der Absicht, sich zu vertheidigen, als bereit zu sein, bei der ersten Gelegen­heit den Präsidenten der Republik durch einen Convents­general ersetzen zu können. Im Elysee kennt man ge­nau die geheimen Pläne der Burggrafen."

Daß die Legitimisten es sind, von denen zunächst eine Schilderhebung zu erwarten steht, erhellt auch aus fol­genden Ausschlüssen, die wohl nicht ohne Zuthun des Elysee zur Oeffentlichkeit gelangt sind: In mehreren Departements bestehen geheime leg i t imisti sche Gesellschaften, die zum Zwecke haben, eine neue Chouanerie zu organisiern. Dieselben scheinen sehr eifrig zu arbeiten. * In dein Departement des Calva­dos sollen sie auch schon Erfolg gehabt haben. Die Anhänger des Grafen Chambord sind dort in Divi­sionen, Bataillone und Compagnien eingetheilt. Die Offiziere haben fast alle in der Armee gedient. Die Oberbehörbe dieser geheimen Gesellschaften oder legiti- mistische» Verschwörung hat ein neues, mit Instruk­tionen versehenes Cirkular-Schreiben erlassen, ohne je­doch von der Polizei bis jetzt belästigt zu werten. Wir ent­nehmen diesem Circular-Schreiben folgende bedeutungs­volle Stelle:Die Hauptleute und Lieutenants kennen ihre Compagnien. Wenn der Augenblick gekommen ist, wird der Divisions-Chef die Bataillons-Chefs und diese ihre Capitäns und Lieutenants benachrichtigen; Jeder­mann wird alsdann mit der größten Schnelligkeit nn« terrichtet sein." In sieben Departements bestehe» ähnliche Gesellschaften. Daß eine Chouanerie zu -keinen dauern­den Erfolgen gelangen wird, wenn sich sie nordischen Mächte nicht einmischen, bedarf keines Beweises; sollte aber eine solche Intervention erfolgen, so würde ganz Frankreich sich wie ein Mann e hebe», ynb der euro- päische Krieg wäre baT Doch »6 ivrrv so nnrifmvTT nicht kommen, da Berryer ein gewandter legitimistischer Rhetor und Advokat, doch durchaus kein Mann der £yat ist. - Wichtiger als alle Treibereien der zerklüfteten Ordnungspariei ist die imposante Haltung der Linke», die am 5. November eine Parteioersammlung hatte, in welcher 194 Abgeordnete zugegen waren, darunter Cavaignac, Joly, Nadaud, Viktor Hugo, Cremieur, Emil v. Girardi», Dupont v. Bussac, Schölcher, Carnot u. Charras, also die Vertreter aller republika­nischen Farben. Die Anw, senden beschlossen einstim­mig , daß der Präsident auf ihre Unterstützung bei Wiederherstellung des allgemeinen Stimmrechts fest rechnen könne, daß er jeeoch durchaus auf keine Kon­zession dafür bauen se. Die Linke betrachtet das allgemeine Stimmrecht als ein unveräußerliches Recht

des souveränen Volkes, sie hält jeden Schacher um dasselbe daher für eine Unwürvigkeit, sie wird demnach den Präsidenten gegen die Rachemaßregeln der Ord­nungspartei in Schutz nehineii, doch jeder Verfas­sungswidrigkeit , welche er etwa wagen sollte, eben so energisch entgegentreten. Hieraus erhebt sich, daß die sogenannteOrdnungspartei" in Wahrheit die anarchische ist und daß die sogenanntenAnarchisten", die Republikaner es sind, welche eine wahrhaft konser­vative Politik befolgen und deshalb in der Stunde der Entscheidung alle Vernünftigen auf ihrer Seite haben werden.

gestern an Ort und Stelle aelemrttlick verpair ffm s mit der Sache einfach st

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*)(» Höchst, 6. November. ~ DaSFrkf. Journ." vom 3. Novbr. brachte uns dieser Tage einen Artikel aus GrieSheim, 30. Oltbr., ter eine Besprechung schon darum verdient, weil er einen neuen Beweis liefert, mit welcher Vorsicht ^kie Mittheilungen jenes Blattes, daS uns mit einem Diezer Gensdarmen-Mord und allerlei sonstigen Spukgeschichten seiner Zeit soviel Angst gemacht hat, auch heute noch aufzunehmen sind. Der Artikel berichtet, eS hätte ein Bauer in der Nähe der Frankfurter Landstraße auf seinem Acker einen merk­würdigen Fund gethan, nämlicheine g-oße Masse (es können mehrere Ta wend s in) alterchümlicher Feuer- gewehre regelmäßig aufrecht gestellt, etwa 2 Fuß unter der Ackerkrumme eingegrabe». DaS Material ist zwar ganz unbrauchbar u it zerbröckelt sich sehr leicht; für Geschichts- und Alterthums- Forscher aber möchte dieser Vorfall immer von einigem Interesse sein. Unter der Aufsicht ter Behörde, welche die w itere Aus­grabung dem Besitzer des AârS untersagte, wird in einigen Tagen der interessante Find näh>r untersucht werden." Fast so viele Jrrthünrer und Unwahrheiten als Worte ! Nach ter Beaugenscheinigung dieses angeb­lichen FundeS, die der Histori che Verein für Nassau viirneUinen liest., ______________ M> Beim Durch­graben der Sandfchkht, um eine Grube zu machen, kamen die Arbeiter auf eine dichte Lehmschicht, wie sie hier an vielen Stellen unter dem Sandboden ansteht. Dese lehmige Erde war in ekwaS anffall. »der Weise in t brau­nen Fleck n Uiid Streifen durchzogen, von zerntz'eu Eisen- theilen herrührend, und hin und wieder fanden sich kalkige, eisenhaltige Konkretionen, zum Theil knollig, zum Theil röhrenförmig, meist ganz unregelmäßig und unzusam­menhängend. Eine Art Durchbohiung, welche bei einigen dieser Knollen sich zeigte, und die aufrechte Stellung derselben mochten die uns int eigen Arbeiter auf den Gedanken an Gewehrläufe gebracht haben! Die Sache sprach sich weiter; jedermann sah alsbald in den unschuldigen Thoneisenknollen Gewehrtrümmer; sofort marschirte der großartige Artikel insFrankfurter

Die Wirksamkeit des Nachweisungs­bureau für Auswanderer in

Bremen.

DerErste Bericht" dieser öffentlichen Einrichtung, deren Wirksamkeit und thätige Bemühungen zum Be­sten der Ausivonderer auch im Binnenlande gebührende Anerkennung finden , ist erschienen. Er sagt klar und einfach, was geschehen ist, hebt hervor, worauf es bei diesem Büreau ankommt, und gewährt einen Ueber» blick der Leistungen dieser Anstalt, die für sich selbst spricht und keines Lobes bedarf. In einem so beden- teiiden Hstenplatze, wie Breme», von welchem jährlich bis zu 30,000 unsrer auswaiwernden Landsleute sich nach der neuen Welt emschiffen, begriff man, wie fehl­es in der Pflicht und in dem Interesse deS Platzes liegt, dem Auswanderer jeden erforderlichen Beistand zu leisten, und ihn insbesondere vor Uebervortheilungen zu bewahren. ES kam darauf an, allen Personen, die sich von hier nach überseeischen Plätzen begeben wollen, eine zuverlässige Belehrung über alle bei diesem Vor­haben in kommenden Frage Verhältnisse zu gewähren. Die Handelskammer nahm die Sache in die Hand, sämmt­liche Rheder und SchiffSerpedienten erklärten sich im September 1850 bereit, zu den erforderlichen Kosten beizutragen; die Direktion begann ihre Arbeiten, machte

Vorschläge, die im November von der Handelskammer angenommen und am 17. Januar 1851 vom Senate in allem Wesentlichen gebilligt wurde, der seinerseits eine Commission zur Wahrnehmung der obrigkeitlichen Aufsicht bestellte. Somit war das Bestehen ter Anstalt gesichert, und sie konnte ihre Arbeiten somit beginnen. Am 1. März wurden ihre Comptoirs eröffnet. Im Bahnhofsgebäude, gegenüber dem Wartezimmer ter dritten Klasse, befindet sich ein Comptoir des Nach- weisungsbüreau, das immer geöffnet ist, sobald ein Bahnzug kintrifft. Der Beamte in dem Comptoir be­händigt jedem Einwanderer, der sich an ihn wendet, die Adressen eines Gastwirthes, und die festen Tax­preise, zu welchen derselbe Kost und Wohnung gewäh­ren muß, und ten Transport von Reiseeffekten zu übernehmen verpflichtet ist. Zugleich erhält oet_ Aus­wanderer die Adresse sämmtlicher hiesiger Schiffsmak­ler und SchiffSerpedienten, eine Aufgabe der Durch­schnittspreise, zu welche er hier seine Hauptbedürfnisse, z. B. Matratzen, Decken, Blechgeschirr kaufen kann; ferner Verhaltimgsregeln für seinen Aufenthalt in Bre­men und Bremerhaven, wie auf dem Schisse, und gu­ten Rath für das was er bei der Ankunft am über­seeischen Bestimmungsorte zu thun hat. Außerdem wird jede mündliche Belehrung willig, und wie sich von selbst versteot, unentgeltlich ertheilt. I > ganz gleicher Weise verfährt ein anderes Comptoir am Al- feuwalle in Bezug auf jene Auswanderer, welche mit

den Dampfschiffen von der Oberweser ankommen. Ein drittes befindet sich am Markt unter dem Hause Schütting. Dieses letztere hat vorzugsweise die Ob­liegenheit, Wünsche und Beschwerten entgegen zu neh­men, jene wo möglich zu befriedigen und diesen abzuhelfen. Dasselbe ist täglich von Morgens 8 Uhr bis Abends 8 Uhr geöffnet Jede angebrachte Klage wird sofort un­tersucht. Mißlingt gütliche Vermittelung, (was selten ter Fall ist) so werden die Behörden, je nach oem Fall die Inspektion deS AuSwanveruiigs- und Makler- wesens, die Polizeivirektion oder die Gerichte, um rasches Einschreiten ersucht, und diesem Ansuchen wird immer gern entsprochen. Die Beamten des Nachwei- snngsbureau sind berechtigt uno verpflich'er, die Lo­kale ter Gastwirthe, mit welchen daS Bureau wegen ter greife für Wohnung, Kostk. übereingekommen ist, und nur solche werten den Ankommenden empfoh­len, zu besuchen, und zu controliren, ob sie den übernommenen Pflichten nachkommen, ob sie z. B. nicht zu viele Gäste aufnehmen, dieselben gebührend behan­deln und den genau festgestellten Preiscourant nicht überschreiten. Man begreift, daß namentlich während der ErpeditionStage der Beruf tiefer Beamten höchst mühsam und lchrvierig ist; um |O erfreulicher ist es, daß die Direktion deS B ireau den Pflichteifer und die Liebe zur Sache sämmtlicher Mnaejtèllter , nament­lich aber auch des ersten Beamten, Herrn H. Grimm, rühmend anzuerkennen im Stande ist. Diese Beamte»»