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Nachrichten aas Konstantinopel.in italienischen Blättern erwähnen zwar der Wahabiten, beschränken sich aber ans die Notiz, daß dieselben in Verbindung mit andern Beduinen zwischen Mekka und Medina die heilige Caravane angefallen und die für die große Moschee in Mekka bestimmten Geschenke des Sultans und der reichen Türken geraubt haben, wobei alle Pil­grime, welche sich zu vertheidigen suchten, ermordet wurden.

Italien.

Verona, 22. Oktober. (Agsb. Allg. Z.) Das hier vielgelesene halboffiziellc Regierungsorgan Sardiniens, dasRisorgimento", wird seit einigen Tagen von der Post nicht mehr ausgefolgt; ein eigentliches Verbot die­ses Journals ist zwar bis jetzt nicht publizirt, doch sieht man der Veröffentlichung eines solchen entgegen. Meh­rere wegen politischer Umtriebe Verhaftete, meistens junge Leute, wurde» vor einigen Tagen wegen Mangel an zulänglichen Beweisen in Freiheit gesetzt, dagegen berichtet eine offizielle Kundmachung aus Cremona die Verurtheilung eines Bürgers zu 3 Jahre Festung we­gen Besitz revolutionärer Schriften und Abzeichen.

Schweiz.

Basel, 25. Oktbr. (O.-P.-A.-Z.) Professor Dr. Theile in Bern fordert in seinem Namen und dem der Professoren Huschke und Kieser in Jena, die Schüler und Freunde des letzthin in Zürich gestorbenen Natur­forschers Oke» z» Beiträgen für ei» zum Andenken desselben zu errichtendes Denkmal auf. Es soll aus einer kolossale» ehernen Büste bestehe» und vor Okens ehemaliger Wohnung am Eichplatz in Jena ausgestellt werden. Die Kosten dieses Denkmals sind zu 20,000 Thlr. veranschlagt worden.

Republik Frankreich.

& Paris, 26. Oktober. Abends. Noch ist nichts Bestimmtes über die neue Ministerkombination bekannt; doch wird versichert, daß, nachdem alle Versuche nach der Linken hin gescheitert sind, ein Kabiuet zum Vor­schein kommen werde, an dessen Möglichkeit noch niemand recht glauben mag, weil es gegen alle parlamentarischen Regeln verstoßen würde. Dieses neue Kabiuet soll nämlich aus der Majorität ge­bildet sein und sein eigenes Programm haben, während der Präsident gleichfalls sein apartes Programm der National. Versammlung vorlegen würde. In sei­ner Botschaft will Louis Bonaparte die vollständige Abschaffung des Gesetzes vom 31. Mai beantragen, wogegen das neue Kabiuet einen Gesetzentwurf für bloße Veränderungen in jenem Gesetze vorlegen würde. Der Präsident würde also rein persönlich botschaften und jeder seinen besonderen Weg gehen! Eine solche Situation ist zwar in der Geschichte unerhört, doch das genirt ja Louis Bonaparte nicht. Ducos soll der Erfinder dieser Neuerung sein, als den Haupt­mann im neuen Kabinette bezeichnet man jedoch den General Saint-Arnaud. Die Pariser amusiren sich über diese Vorgänge!

Paris, 27. Okt. Morgens. (Telegr. Dep. der Köln. Ztg.) Nach dem heutigenMoniteur" besteht das neue Ministerium aus folgende» Personen: Cor- bin, General-Prokurator zu Bourges, Justiz; T»r- got, Auswärtiges; Charles Giraud, Unterricht; T i b u r c e T h o r i g n y, Inneres; C a s a ln a n c a, Hankel: Lacrosse, öffentliche Arbeiten;Leroy «saint- Arnaud, Krieg; Tortoul, Marine; Blondel, Finanz-Inspektor, Finanzen; Maupas, Präfekt der Haute-Garonne, Polizei-Präfekt. (!!)

B e r m - s cd t t S.

Frankfurt, 28. Oktober. (Fr. I.) 3« der ge­stern Abend stattgehabten ersten Gastbarstellung der Frau Henriette Sonntag (Gräfin Rossi) war, trotz der 2-3fach erhöhten Eintrittspreise, der Zudrang beim Eröffnen des Schauspielhauses so außerordentlich groß, daß mehrere Personen, besonders ein Frauenzimmer, halb todt davon getragen werden mußten. Viele andere kamen nur mit Verlust ihrer Hüte und sonstiger KlodmigS- stücke in's Theater. Der Beifall, den Henriette Don­tag als Amina in der NachwandUrin erhielt, war wahrhaft enthusiastisch; sie wurde siebenmal hervoige- rufen. Dieselbe setzt ihr Gastspiel morgen als Mane in derRegimentstochter" und nächsten Samstag als Rosine imBarbier von Sevilla" weiter fort.

Die Unglücksfälle, die auf den Seen und Flüssen der Vereinigten Staaten im Laufe des Jahres looO sich ereignet haben, belaufen sich auf die Zahl von Sie haben das Leben von 395 Menschen gekostet und einen Schaden von 558,936 Dollars verursacht. Durch diese Unglücksfälle sind 32 Schiffe ganz untergegangen, 138 andere sind nur beschädigt worden. Von den â Menschen sind 375 auf Dampfschiffen und 20 auf Se­gelschiffen umgekommen: von den ersteren 2o0 «»! dem Griffith", der verbrannte, 65 auf demWayne , wo der Kessel sprang und welcher versank, 38 auf dem Commerke, welcher strandete und versank, 11 ««1 der Amerika", 9 auf demTroy", lauf demKalmne , bei denen der Kessel sprang, endlich 1 auf demCa­nada", welchen ein Sturm ereilte. Von den 20 an­deren Personen kamen 7 auf dem SchoonerWun, um, welcher umschlug; 7 auf der "Martha-Frame , welche scheiterte, 4 auf deinGeneral Thornton der ebenfalls scheiterte, und 2 auf Schaluppen, die vom Winde umgeschlagen wurden.

Volköwirthschaftlicher Theil.

** Aus dem Rheingau, 23. Okt. Nächstens ge­hen von Hamburg 2000 deutsche Auswanderer nach Australien. Die englische Negierung, die mit dem Hamburger Hause Goddcfroy Gebr. für diese Anzahl abgeschloßen hat, zahlt für die Person 140 Gulden Ueberfahrtökosten. Die Männer, welche befördert sein wollen, müssen sämmtlich vcrheirathet sein. Die Auswanderer bestehen meistens auS Rheinländern, und auch der Rheingau stellt einen nicht unbedeuten- . den Kontingent dazu, da die Nachrichten von den frü­her aus unserer Gegend Ausgewanderten sehr mniuu ' ternd für unsere im Vaterlande so sehr bedrängten : Winzer lauten. Harte Arbeit wartet ihrer dort, doch sie halten es für besser, schwere Mühen mit Erfolg . zu unternehmen, statt zu arbeiten ohne zu wissen, ' wofür? |

Aus Oberhessen, 22. Oktober. (Mzr.-. Abdpost.) Wollten die Herren aus Darmstadt nur einmal eine i Fuß-Tour durch die Thäler unseres Vogelsberges ma- ' chen, sie könnten auf den Straßen hören, welchen Dank man ih-er väterlichen Fürsorge zollt. Also Kar- i toffelankauf von Branntweinbrennern ist diesen bei ho- ' her Geldstrafe untersagt. Nun da muß wieder der 5 Tagelöhner und Kleinbauer die Zeche bezahlen. Wer es nicht glaubt, der höre. Das Hauptprodukt der Landwirthichast, besonders in den ärmeren Gegenden von Oberhessen, sind unstreitig die Kartoffeln. Jeder, selbst der Proletarier, hält hierin seine Ernte. Nun gibt bekanntlich dieses Jahr eine Menge fauler oder wenigstens krankhafter Kartoffeln, die selbst zur Vieh- fütterung nicht ohne Risiko verwandt werden können, während die Branntweinbrenner sie mit dem Presse i von 1 ff. l ff. 30 fr. bezahlen. Nun verkündet die Orts schelle das Verbot. Der reiche Bauer wird hiervon weniger berührt. Er füttert mit den faulen Kartoffeln in kleineren Quantitäten unter gute Kar­toffeln gemischt sein Vieh. Was soll aber der Tage­löhner, was soll der Kleinbauer mit solchen in kurzer Frist unbrauchbar werdenden Kartoffeln anfangeu? Vielleicht daß sie ihm um einige Kreuzer sein rei­cher Nachbar, der kein Branntweinbrenner ist, ab- ; kauft!? Aehnlich ergeht es dem Tagelöhner und Klein- ! bauer mit seinem Ueberschuß au guten Kartoffeln. , Hundert Hände öffnen sich für ihn nach der Ernte, um das Versprochene in Empfang zu nehmen. Uno ; solche Versprechen kann der Geringe nicht wie die der Idee» des Marzes mit einigen donnern­den Worten beseitigen, sonst winkt ihm der Arm der Gerechtigkeit. Er muß also seine Ernte in Geld ver- ; wandeln. Weizen hat er keinen oder nur wenig ge« ! zogen; Korn und Gerste, hat er solche geerndtet, braucht er nothwendig für sich. Aber den dritten Theil seiner ; Kartoffeln (weil er als Schnitter von seinem Herrn i oft einen ganzen Morgen neben seinem eigenen Acker hinauögesteUl bekommt) kann er verkaufen. Da macht eines Morgens der AusscheUer den Befehl von Darm­stadt in, vor oder kurz nach krr Ernte bekannt, und außer den schachernden Inden (den gewöhnlichen Wuche- . rern auf dem Lande) kauft Niemand mehr Kartoffeln. Die Städte Oberhessens brauchen wenig Kartoffeln, da in ihnen der Stadtbürger durchschnittlich zugleich Bauer ist; dann sind sie von dem Dorfe auch zu weit entfernt, und die Kgitoffelu Hiirfghreu zu lasse», kostet den Armen zu viel Geld. -Sie aufheben aber bis ge- , gen Frühjahr, wie der Reiche thut, kann der Taglöhner nicht: er muß Geld haben oder wandert ins Gefäng­niß So setzt er seine Kartoffeln um den halben Preis au den Wucherer ab, der sie aufspeichert, um 100 uno noch mehr Prozente daraus zu ziehen. Der Arme ist dem Schacherer moch dankbar, denn gäbe es solche nicht, wer kaufte ihm jetzt dann sein geringes Quantum Kar­toffeln ab? Der Reiche verliert bei dem Verbot wenig oder nichts, selbst wenn er ein Branntweinbrenner ist. Der Arme, der oberhessische Taglöhner, dem Brod und Branntwein sein Morgen-, Mittag- und Abend­essen ist, verliert doppelt: seine Kartoffeln muß er wohlfeil hingeben und seinen Branntwein theuer ein- kaufen.Er braucht keinen Branntwein zu trinken!" werden und hier vielleicht die modernen Pietisten zu­rufen. Und gewiß, es klingt solcher Trost hinter dampfenden Schüsseln und vollen Weiiisiaschen, hinter dem warmen Ofen hervor ganz schön. Wenn die frommen Herren aber von Morgens früh bid Abends spät Chaussee-Steine klopfen,-Holz machen oder sonst taglöhnern sollten und dabei außer wenig, aber theue­rem Brode, wenig, aber schlechten Kartoffeln, wenig, aber kostspieligem Salze nichts zu essen bekämen, sie würden wohl'auch - bei wenigem Geld in der Tasche zu dem gemeinen Fusel greifen, um durch Erregung der Lebensgeister den spärlichen Lohn zur Ernährung einer vielleicht zahlreicheu Familie zu verdienen. Woll­ten die Missionäre für äußere und innere Angelegen­heiten doch nur gefälligst bad Wasser oder wenigstens den Branntwein'in Wein verwandeln und ihre armen Brüder damit erquicken, dann wären sie berechtigt, ge­gen das Brannlweiutrinkeu Abscheu erregende Pre­digten zu halten. Wir sind der größte Feind alles Trunkenseins und aller Trinker, mögen sie sich hin­ter der Champagnerflasche oder hinter dem Brannt- weiuglase ihren Rausch geholt haben, aber es em­pört uns, wenn die vornehme Gesellschaft oder einzelne hellige Sünder mit pharisäischer Heuch­lermiene verächtlich von den branntweintrinkenden Ar- men sprechen. Hätten diese satt zu essen, wären sie

I m^ bis zur Verzweiflung von Sorgen gedrückt, sie I leiben zu solchem, auf den inneren Organismus nur j allzunachtheilig cinwirkendeu Reizmittel sicherlich nicht I ^"'len. Doch wir wollen nur das Ministerium darauf aufme:oam inachen, wohin die Bevornnindung in ei­ner Zeit führt, in der mit Riesenschritten die Noth über das alternde Europa heranzieht. Möge es bald seine Verordnungen wieder znruckiiehmen und die Freiheit nach allen Seiten walten lassen!

Wittenberge, 25. Okt. (B. H.) Die Elbbrücke i|t heute um 12% Uhr von der betreffenden Behörde besichtigt und wird in wenigen Tagen dem Verkehr übergeben worden, wodurch die Magdeburg-Wittenber­ger Bahn jetzt in ihrer ganzen Länge befahren werden kann.

Ueber die Verhandlungen der ElbschiffahrtS- kommisson in Magdeburg theilt dieN. Pr. Ztg." in theilweiser Uebereinstinimmig mit einer schon gege­benen Nachricht mit: daß nach gegen manche Verkehrs- erleichterungen es jetzt nur noch die niecklenbu>g-schwe- rinische Regierung ist, welche sich der Herabsetzung der Elbzölle abgeneigt zeigt. Mecklenburg glaubt dadurch dem Interesse seiner Finanzen zu dienen. ES sind in­dessen begründete Aussichten Vorlauben, daß dieser Wi­derstand gegen eine durchgreifende Reform des Verkehrs­wesens auf der Elbe binnen Kurzem nachlassen werde. DemC. B." zufolge scheinen sich diese Ansichten nicht zu erfüllen.

Auf bem vielleicht schon im Dezember d. J. zu- sanunentretenden Zollvereins-Kongreß wird, der N. Pr. Z." zufolge, ein Antrag, betreffend die so­fortige Erhöhung der Runkelrübcnzucker-Steuer, einge­bracht werden,^ insbesondere weil die Einnahme aus dem Eingangszoll für Rohrzucker sich auffallend vermindert. Außerdem dürfte auch noch ein anderer Modus für die Erhebung der Runkelrübenzucker-Steuer angenommen werden, indem der jetzt angewandte weniger Zucker zur Steuer heranzieht, als producirt wird.

-i!- Straßburg, 25. Oktober. Nach Eröffnung der Bahnstrecke zwischen Bar -le-Duck und Gommern; in der Mitte Novembers fehlt nur noch die Strecke von Commercy bis Nancy und die von Nancy bis Saar­burg, welche auch bereits zuin Theil vollendet ist, während erstere Strecke noch bedenkende Arbeit erfor­dert. Nach Vollendung der Bahn zwischen Paris und Straßburg wird man mit Schnellzügen in 9 Stunden von Paris nach Straßburg gelangen können. Welche Veränderungen der Verkehrs- und KriegSverhältnisse dadurch herbeigeführt werden, liegt auf der Hand. x

6p Amsterdam, 24. Okt. Ju England hat die kleine Besserung keine weiteren Fortschritte gemacht und Lon­don ist sogar flauer, nachdem deutsche Käufer für schwimmende Ladungen Odessa- und Donau-Weizen sich etwas zurückzogen. Die Position in Frankreich blieb ungefähr dieselbe, mit Ausahche großen Begehrs nach Roggen zu steigenden Preisen.' Belgien hatte ; im Innern etwas mehr Landzufuhr und der Werth gab i etwaö nach. Die deutschen Märkte bleiben gut behaup- 1 tet, die Bewegung ist aber in ein Stadium gewisser Ruhe getreten. Die nächsten 4 bis 6 Wochen, nach Beendigung der Feldarbeiten, lassen nunmehr in den­jenigen Produktionslä idern des ConkinmtS/'wo bisbcr bie größten Bedürfnisse sich aussprachen, eine größere Lanczufuhr voraussetzen unb für Bedarf sowohl wie Defizit der letzten Ernte wird dieses der Probirstein werden; erwiese eine vielseitige Meinung, nach welcher Bedarf und Begehr größeren Lieferungen werde ge­wachsen bleiben, sich als die richtige uno es fände in Deutschland und an der Ostsee keine wesentliche Preis« erniedrigung statt, so blieben die gewöhnlichen Bezugs­quellen namentlich von Roggen abgeschnitteii, und weim Holland aus seinem Vorrath fortfahreu müßte, dem Rhein zu liefern, so käme für unS selber die spätere Versorgung in Frage. Bei der so sehr vorgerückten Jahreszeit würde die preußische Ostsee auch im Falle eines erheblichen Abschlags doch erst im nächsten Mai größere Zufuhr zu liefern vermögen; Riga, PeterS- . bürg und Archangel können erst im Juni, Juli, nahe gegen die neue Ernte, ihre Ausfuhr hierher schaffen, Odessa bleibt noch immer ohne erhebliche Zufuhr mit Loco-Vorrätheu von nur wenigen 100 Last Roggen, deren Versendung durch Schiffsinangel gehemmt ist. während späteren Lieferungen das gleiche Uebel und die Jahreszeit droht; auch von daher wird also möglicher­weise eine erhebliche Zufuhr im nächsten Sommer fallen und man bliebe nach alle Diesem zunächst auf Frankreich und auf Amerika angewiesen; für Frankreich wird aber eine angemessene Erportfähigkeit von Roggen allgemein bezweifelt und sie ist wenigstens keineswegs konstatirt; Amerika hat selbst in den Jahren 1846 und 47 zusammen nur 2333 Last Roggen nach Holland geliefert. Auch die hiesigen Märkte waren in letzter Woche ruhiger, aber sehr fest; ohne inarkirte Preis­veränderung war ein mäßiger Absatz von Weizen und Roggen, sowohl hier wie an der Maas nach dem Rhein hin uno an kinländische Spekulanten, weniger an Con- sumenten, ziemlich gleichmäßig vertheilt; Zollvereinsfreie Waare wurde selten, wodurch deren Werth in beiden Artikeln wieder circa fl. 10. über die Rotirungen ge­steigert wurde. Gerste blieb gut behauptet und auch davon wurde Einiges für den Rhein gekauft; der Vor­rath, besongers von Brenner-Waare in Schiedain, ver­mindert sehr und die Letztere genießt ein vornehmes i Vertrauen. Buchweizen und Hafer blieben stationär und von Hülsenfrüchten kam wenig vor.