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^N 2ÄÄ Wiesbaden. Dienstag, 28. Oktober 1831.

Di»greie Z ei I u ii g" erscheint, mit LuSuaym» bed Uiontagd, laghtb in einem Bogen. Der äbonnemenidpmd beträgt vierteljährlich hier in Äteobadeu I st. 45 fr., auswärts durch dir Post bezogen mit verhältnißmäßigem Aufschläge. Inserate werden bereitwillig ausgenommen und find bei der großen Verbreitung derFreien Zeitung' stets »so wirksamem Lr- folge. Die JnserationSgebühren betragen für die vierspaltlgr Petitzrile 3 fr.

Ein englisches Kofsnthmeeting.

«-Al- Nachtrag zu unserem Berichte über dasKoffnth- Meeting von Westminster theilen wir nachstehend die dort beschlossene Adresse mit, welche also lautet:

An Se.^ Excellenz Ludwig Kossuth. Geehrter Herr, gedrängt von tiefer Sympathie für Sie und das un­garische Volk und von warmem Interesse für die Unterstü­tzung der Grundbedingungen der Freiheit und der alten zur Erhaltung der Freiheit wesentlichen Bräuche, für welche Sie, geehrter Herr, und Ungarn so edel gerungen haben, wollen wir, die in dieser Versammlung ver­einigten Bürger von Westminster, unsere herzlichen Glückwünsche kund geben für die Erhaltung Ihres Lebens und Ihre Befreiung von den Feinden der Freiheit und jedes freien Mannes. Mit Dank ge­gen Gott begrüßen wir Ihre Anwesenheit auf eng­lischem Boden. Jene Einrichtungen , welche Sie und Ihre Landsleute im Kampfe vertheidigt haben unter Gefahr und Tod, genießen wir glücklicher Weise. Wir hoffe», daß der Geist, welcher im britischen Volke die alten Gesetze nationaler Selbstregierung gewahrt hat, durch Ihr Bei­spiel und Ihr Genie neue Anregung und Förderung erhalten wird. Es ist unser Wunsch, daß die Macht des Volkes auf beiden Seiten gemehrt werde zur Er­haltung und Ausdehnung menschlicher Freiheit und einer freien Repräsentativ-Negierung überall, wo die Natio­nen durch ein Gefühl der Würde, Pflicht und Selbst- abhängigkeit, wie Ungarn es jüngst gezeigt hat, aufge- klärt sind. Wir fühlen, daß wir der von unsern Vä­tern errungenen und beharrlich gewahrten Gerechtsamen, welche auf uns niedergestiegen sind, an Genusse des Wohlstandes und Friedens nicht vergessen dürfen, son- dern daß unsere Herzen und Gemülher sie treu hüten müssen, um jeden Rebergriff zurückzuweisen, und daß wir die Pflicht haben, unsere Kinder über den nnschätz- baren Werth des ihnen überlieferten Erbtheils zu be« tehrens& geehrter Herr, während wir solchergestalt entschlossen sind, die Freiheit bei und zu Hause zu nähren, leben wir der ernsten Hoffnung, das britische Volk werde jederzeit bereit sein, seinen Einfluß und seine Hülfs­mittel zum Schutze anderer, ihre Rechte vertheidigen­der oder ähnliche Rechte erstrebender Nationen gegen die schamlosen Angriffe fremder Despoten zu verwenden. Denn während wir Blutvergießen verabscheuen und keine Sympathie hegen für die Anarchie und für jene Revolutionen, deren ganze Wirksamkeit nur darin be­steht, daß der Despotismus den Namen wechselt, kön­nen wir nicht umhin, allen nationalen Bestrebungen, Pie es auf eine Verbesserung der gesellschaftlichen Zu­stände abgesehen haben, unsere Achtung zu zollen. In der Zuversicht, daß die Zeit kommen wird, wo Un­garn und die aufgeklärteren Völker der Welt, im Hin­blick auf Ihre Laufbahn, sich abermals eifrig bemühen werden, eine konstitutionelle Negierung zu erlangen oder wieder zu erobern, zweifeln wir nicht, daß das englische Volk und die Vereinigten Staaten Amerika'- mit starken Armen und festen Muthes für die Freiheit tintreten und dem fremden Einschreiten Widerstand leisten werden. Wir können diese Gelegenheit nicht vorübergehen lassen, ohne den standhaften und müthi» gen Schutz zu preisen, welchen die hohe Pforte trotz österreichischer und russischer Drohungen Ihnen und den ankeren edlen Patrioten gewährte, die bei der türkischen Gastfreundschaft Zuflucht suchten. Und er­lauben Sie uns, den Tribut unserer aufrichtigen Trauer für die vielen glorreichen auf dem Schlachtsilve oder unter Henkershand gefallenen Opfer Ihrer gerechten Sache darzubringen. Wir sprechen Ihnen, edler und trefflicher Herr, diese Gefühle aus, weil wir hoffen, daß sic Ihr Herz ermuthigen und erfreuen und jenen Anstrengungen für die gemeinsame Sache und für Un­garns Wohl, von welchen Sie ja nie ablasten können, neue Kraft verleihen werden."

Auch in der reichen Fabrikstadt Leeds ist am 20. Oktober ein vom Mayor der Stadt berufenes Meeting gehalten worden , welches äußerst zahlreich besucht war. Die von derTimes" in Bezug auf Kossuth beobachtete Haltung ward von mehreren Red­nern,scharf gerügt. Einer de-selben bezeichnete daö Be­nehmen des Blattes alS .unsittlich, niedrig, und feige". Ein anderer bedauerte, daß der Theil der Presse, welcher sich stets verschiedenen der wesentlichsten 'Freiheits-Bedingungen und der wünschenswerthesten Re­

formen feindselig erwiesen habe, nicht ohne Einfluß auf die Meinungen des englüchen Volkes geblieben sei. Dieser im österreichischen Interesse schreibende Theil der Presse habe stets mit dem größten Eifer ein jedes Faktum aufgespürt, welches den gegen die ungarischen Führer erhobenen Schmähungen einen Schein von Wahrheit gegeben und die Gelegenheit geboten habe, dein Volke Staub in dre Angen zu werfen. Auch in der, von der Versammlung angenommenen Glückwunsch- Adresse heißt es:Obgleich man versucht hat, unsere Achtung für Sie durch Angriffe zu schmälern, hin­sichtlich deren wir uns schämen, daß sie in unserer Sprache geschrieben sind je." Die Versammlung faßte den Beschluß, die Adrestc an Cob­den zu senden mit der Bitte, sie Kossuth zu überreichen. Ferner wurde beschlossen, Kossuth durch Cobden einzu­laden, Leeds zu besuchen, sobald ihm ein Besuch der Stadt genehm sein werde.

Deutschland.

= Wiesbaden, 26. Oktbr. Gestern h it sich eine Anzahl von Mitgliedern dec aufgelösten freien Gemeinde Mosbach-Biebrich in die hiesige deutschkatholische Ge­meinde aufnepmen lassen.

Frankfurt, 25. Oft. Bei den gestern bewirkten Wahlen der 45 Abgeordneten der städtischen Bürgerschaft zur neuen gesetzgebenden Versammlung hat die liberal- konservative Partei, durch die Candidatenliste des (alten) Bürgerverrins vertreten, den vollkommensten Sieg da­von getragen. Nicht blos die Abgeordneten selbst, son­dern auch deren Suppleanten sind Genossen jener Partei.

Kassel, 22. Okt. (N. C.) Wie man allgemein hört, wird der ehemalige großh. darmstäotische Slaats- rath und dermalige liechtensteinische BundestagSgesandte v. Linde als OberappellationSgerichtspräsidcut in dies­seitige Dienste treten.

Hannover, 22. Okt. ^N.Ar. Z.) Es verlautet, daß der Stand unseres regulair in Aktivität stehenden Mili­tärs erhöhet werden soll, weil derselbe seit einigen Jah- ren zu niedrig gewesen sei und den bundesgemäßen Zweifünftel zu wenig entspreche. Im ganzen Lande befanden sich zeityer, außer dem einen Monat der Erercierzeit, nur etwa 2000 Mann im Dienste, und hier in der Residenz, einer Stadt von circa 40,000 Einwohnern mit etwa 2500 Mann Bürgerwehr, bil­deten nur etwa 500 Manndie Garnison.

Heidelberg, 23. Okt. Aus der Nachbarschaft deS Amtsbezirks werden demHeidelb. Journ." Versuche zur Verleitung zum Treubruche von Militärpersvnen berichtet, welche entdeckt und zur verdienten Strafe gezogen worden sind. Nach genanntem Blatte ist in Folge davon das großherzogliche Kriegsministern, m ver­anlaßt worden, unterm 21. b M. zu verfügen, daß Versuche, beurlaubte Soldaten zur Treulosigkeit zu verführen oder solche wegen bewiesener Pflichttreue, in welcher solche Versuche vorkommen, durch ErekutwnS- mannschaft bestraft, die Thater, Geh'lfen und Begün­stiger dieses Verbrechens hingegen b'ö zur Beendigung des Kriegszustandes in die Kassmatten gebracht werden ^Neckargemünd, 23. Okt. (Schw.M.) Von den bürgerlichen Bewohnern hiesiger Stadt wurden etwa 13 verhaftet. Dieses geschah in Folge vorgenommener Haussuchungen, wo man revolutionäre Papiere nnd Schriften fand. Die Untersuchung ist eingelkitet, und Ergebniß derselben ist, daß bereits heute schon fünf der Schuldigen in die Festung von Rastatt gebracht wer­den. Erekutionstruppen, welche von Mannheim auS hierher geschickt worden, sind bereits eingetroffen. Diese werden auf Kosten Der Beteiligten unterhalten. Au her der Verköstigung erhält, wie wir Horen, noch jeder Soldat täglich 24 fr. So viel von der ganzen Sache öffentlich bekannt ist, so werden den Angeklagten Ver­suche zur Verführung von Soldaten zur Laß gelegt.

Ueber die Veranlassung zu der Entsendung von Erektttionstruppen nach Neckargemünd berichtet die Karlsr Ztg." Nachstehendes:Ein junger billige des gedachten Orts hatte sich verfängliche Redensarten gegen einen beurlaubten Soldaten zu Schulden kommen lassen, in deren Folge er verhaftet werden solln ; feine Kameraden nahmen Partei für ihn, indem sie sich del Arrrtirung widersetzten, und schlnßllch sogar gegen den einschreitenden GenSvarmen handgreiflich wurden. Da in vorliegender WirthShausschlägelel die ^chnldigen nicht schwer zu ermitteln sein dürften, si> ist Hoffnung

vorhanden, daß nicht auch die gutgesinnten Bürger des Orts, die Freunde von Ordnung und Gesetzlichkeit, so­lidarisch für diese Ercesse zu haften haben werden."

München, 21. Oktbr. Mehrere pfälzische Pfarrer haben, wie dieN. M. Ztg." meldet, dem Cottsisto- rium eine schriftliche Erklärung eingereicht:daß sie den Pfarrer Franß so lange nicht als Diener der evangelischen Kirche ansehen können, als derselbe bei seiner offen ausgesprochenen Läugnung der Gottheit Christi und seinen revolutionären (?¥:!) Grundsätzen beharre."

München, 23. Okt. DemN. C." zufolge stünde in der nächsten Zeit eine Vermehrung der Truppen in der Pfalz, beziehungsweise die Aufstellung eines Armee­korps daselbst, zu erwarten und würde im letztern Falle General Fürst TaiiS eine hohe Stellung im.Pfalzkreise erhalten.

Schweinfurt, 22. Okt. (N. C.) Ueber die Ver­handlungen der gestern und vorgestern hier versammel­ten Adjunkten der k. k. leopoldiuisch-karolinischen Aka­demie erfährt man, daß die Polizeibehörde die Oeffent- lichkeit der Sitzungen und, wie es heißt, selbst jede beschlußfassende Versammlung untersagte, weil auf die hier schon vor längerer Zeit gemachte Anzeige die Er­laubniß von München noch nicht eingetroffen sei. Er­schienen waren der Präsident Nees von Esenbeck aus Breslau, die Professoren Lehmann aus Hamburg, Jee- ger aus Stuttgart, Hcyfelder und Will aus Erlangen und der Bibliothekar der Akademie, Stadtrath Hen-n aus Bonn Diese mußten sich also darauf beschränken, in freundschaftlichen Conferenzen über ihre Angelegen­heiten sich zu unterhalten. So viel ist nunmehr aber gewiß, daß Prof. Nees auf den Wunsch seiner Colle- gen und veranlaßt durch die Beschlüsse der jüngsten Naturforscherversammlung in Gotha seine Stelle als Präsident nicht niederlegt und die anderweitige tiefere Begründung ter Akademie erst künftiges Jahr bei der in Wiesbaden stattfindenden Versammlung der Natur­forscher zur Verhandlung kommen wird.

Äus der Provtsz^ Sachsen, 23. Okt. (Fr. Jr.) Vorgestern ist der Pastor Uhlich wegen einer in De­litzsch vor einiger Zeit begangenen Handlung,welche mit einer Taufhandlung Aehnlichkeit haben sollte", von dem AppeUationsgericht in Naumburg wieder zu einer Strafe von 25 Thalern verurtheilt worden. Dieses Erkenntniß war seit kurzem das dritte, das gegen Uh­lich gefällt wurde; er vertheidigte sich jedes Mal selbst.

Berlin, 23. Okt. (N.-Z.) Dem früheren Pre­diger der deutsch-kath. Gemeinde zu Potsdam, Hrn. Ahrensvorff, der nach seiner Ausweisung aus Preußen daS Amt als Prediger der deutsch-kath. Gemeinde in Dessau übernommen hatte, ist von der Deyauer Regie­rung die Erlaubniß gegeben worden, in Dessau seinen einstweiligen Wohnsitz zu nehmen. Jedoch ist ihm da­bei zur Bedingung gemacht, sich des Predigens und anderer geistlicher AmtSverrichtuiigen zu enthalten. Hr. Ahrensvorff hat sich genöthigt gesehen, auf diese Bedingung einzugehen, weil er sonst bekanntlich hei- mathölos seyn würde, und seine Heimathsbehörde, die mecklenburgische, annimmt, er habe durch seine Nieder­lassung in Preußen das Invigcnat in Mecklenburg auf- gegeben.

Berlin, 24 Oktober. Ein Frankfurter Correspon- dent derN. Pr. Ztg." spricht von einer von Bun- deswegkii baldigst bevorstehendenkurzen und energi­schen" Regelung derrepublikanisch-verwirrten" Zu- stände von Bremen, Hamburg, Lübeck und Frankfurt. Auf der anderen Seite erklären dieHamb. Nachr." neuerdings die Nachricht für falsch, daß es in der Ab­sicht der Bundesversammlung liege, Commissarien zur Schlichtung der Verfassnugswirren nach Bremen zu senden.

Der kaiserlich russische General V. Grotenhjelm ist in einer besonderen Mission hier eingetroffen.

Breslau, 22 Oktober. (N. Od.-Ztg.) Zu der Mittheilung, daß sich unter unseren jüdischen Mitbür­gern der Vorsatz ausgesprochen habe, keine Hüte mehr von den hiesigen christlichen Hutmachern zu kaufen, weil diese die Annahme jüdischer Lehrlinge verweigern, ^be­merkt die fromm-reaktionäreDeutiche BolkshaUc" Fol­gendes:Durch solche Mittel wird es den christlichen Völkern wieder zum Bewußtsein gebracht werden, daß sie ein fremdes Volk und zwar ein von Gott verwor­fenes Volk unter sich beherbergen. sJm Mittelalter tru- gen die Juden eigene Judenhüte, dainit jeder sie sei ne. Vielleicht fühlen sie jetzt diechtbe Sitte alö Auszeichnung