von Canterbury guillotmirt; hier der Dr. Cumming und Kardinal Wiseman zusammen in einen Sack, der Oberrabbiner der portugiesischen Synagoge und der Aelteste der Mormonen in den zweiten genäht und er- säuft in der Victoria Cloak. Atheismus, Skepticismus, Pantheismus, Polytheismus, Deisums, Muhamedanis, mus, Buddhismus überall; England, natürlich, nirgends. Die Teufelsfreinden! Hunger, Durst, Feuer und Gemetzel! Popery, unächtes Geld und Holzpantoffeln!"
London, 19. Okt. Der „Economist" bezeichnet es am Schluffe einer längeren Auseinandersetzung als das Resultat der Krisis in Frankreich, „daß sie es der Welt klar machen müsse, daß politische Unruhen, Mangel an Vertrauen und innerer Unfriede nicht einein ruhelosen Geiste der Massen, nicht den Republikanern, Sociali- ' ste» oder Kommunisten, sondern denen zuzuschreiben sind, die sich Freunde der O r d n u n g nennen." Es ist schade, daß die Herren Industriellen das nicht zwei Jahre früher eingesehen haben, und zu wünschen, daß sie die Erfahrung nicht sobald wieder vergessen.
P London, 20. Oktbr. Die Hiobspost vom Kap brachte die englischen Fonds um ein Quart zum Wei- ' chen, doch hoben sie sich wieder nm %. 5pCt. Cons. 97— Am Donnerstag hält die Königin einen großen Kabinetsrath, worin der Tag bestimmt wird, an welchem das Parlament von Neuem pro forma vertagt werden soll. — Ein in Hanover-Square unter iVorsitz des Parlamentsmitglieds General Lacy Evans gehaltenes Meeting beschloß eine Beglückwün- schungsadreye an Kossuth und ernannte eine Kommission von 11 Mitgliedern zur Ueberreichung derselben.
Der Steamer „Afrika" hat nach Liverpool Nachrichten bis 8. Oktober aus New-Aork gebracht. Die Geldkrisis, die in New-Aork begann, hat auch Boston erreicht, wo mehrere bedeutende Bankerotte ausbrachen. Dennoch blieb das Vertrauen fest und die Fonds aller Art stiegen. — Auf Jamaica ist die Cholera von Neuem ausgebrochen. Pork d'Espagne wurde von einem Erdbeben heimgesucht, doch richtete dasselbe wenig Schaden an.
I t a l i e ».
Die „Daily News" lassen sich aus Florenz, vom 9. Oktober berichten, daß die Abdankung des Großherzog Leopold II. insofern für eine ausgemachte Sache gelten kann, als sie von Oestreich, Neapel und dem Klerus lebhaft gewünscht wird. Es scheine nämlich, daß Leopold H., obgleich er innerlich den Stand der Dinge vor der Revolution dem jetzigen vorzieht, wie mehr als eines seiner Dekrete deutlich zu verstehen gibt, doch sich nicht entschließen kann, die von ihm beschworene ^Verfassung aufzubeben. Dura) die Abdtmkrmg—zu Gunsten seines vierzehnjährigen Sohnes und Erben käme eine aus österreichischen- und neapolitanischen Elementen gemischte Regentschaft ans Ruder, welche kühnen Maßregeln nicht abhold wäre. Die Wünsche und Besorgnisse des Publikums seien sehr entgegengesetzter Art. So spricht die republikanische Partei viel von der Abdankung aus Pesümismus, während die Konstitutionellen sie fürchten. Sehr unzufrieden sei ganz Florenz mit der Erziehung des Thronerben. Sein Hofmeister, Kap. Della Rocca, von der neapolitanischen G e n s d a r uwt t e, führte z. B. den jungen Prinzen in die Gensdarme- riekaserne und ließ ihn mit eigenen Königlichen Händen die Belohnungen austheilen, welche die Regierung den Polizeiagenten gab, die in der Kirche Santa Croce auf das Volk feuerten.
Republik Frankreich.
# Paris, 21. November. Das Ereigniß des Tages ist nicht die Kabinetskrisis, sondern das Gerücht, morgen oder übermorgen werde daS „Journal des Debatö" einen Brief von Joinville bringen, worin dieser offiziell als Kandidat austrete. Soviel ist gewiß, daß Joinville mit Zustimmung der gesammten Familie Orleans die Kandidatur annehmen wird, wenn sich die nöthigen Chancen zeigen. In Beèreff der KabknetskriLs steht fest, daß Billault mit dem Präsidenten definitiv abgebrochen hat. Es steht jetzt ein rein bonapartistisches Ministerium mit ben. Generälen St. Arnaud und Bourjolly in Aussicht, in das Abatucci, Fortoul und Augustin Giraud eintre- ten sollen, wenn nicht das farblosere Baroche-Fould- Rouher mit oder ohne Fancher wieder beliebt wird.— An der Börse hieß es, das neue Kabinet werde morgen schon im „Moniteur" aufmarschiren; es cirku- lirte folgende Liste: Ducos Finanzen, Bourjolly Krieg, St. Arnaud Auswärtiges, Turgot Marine, Casablanca öffentliche Arbeiten, Bonjean Handel. 3pCt. 55, 80 (Hauffe 5 C.); 5pCt. blieben 90, 57; Geschäfte flau.
W e r m «Js ch t , S.
r Ladislaus Szalay, unwahre 1848 einer der zwei Repräsentanten Ungarns beim Frankfurter Reichspar- lament, einer der größten Gelehrten und Denker seines Volkes und als Publizist und historisch-politischer Schriftsteller rühmlichst bekannt, läßt bei C. Geibel in Leipzig eine „Geschichte der ungarischen Nation" in mehreren
Bänden, zugleich im Original und deutscher Ueber- setzung erscheinen, die in ihrer Art epochemachend zu werden verspricht. — Otto Wigand druckt an einem ; neuen Werke G. Klapkas, „Der Nationalkrieg in Ungarn", eine Fortsetzung und Erweiterung von dessen bekannten Memoiren; sowie an einer „Biographie Kos- "ns der Feder E. J. Hores, des geistreichen i Verfassers der weitverbreiteteren Schriften: „Arthur i Gorgei, Obercommandant der ungarischen Armee" 1850, ! "-oiir ungarisch-österreichischen Centralisationsfrage" 1851 I — „Die Revolution und die Juden in Ungarn" 1851 — ' „Spinozas Staatslehre" 1851. Dies neue Werk Hores erscheint in 2 Bänden, nebst dem Bildnisse Kvs- suths und dürfte seiner Aufgabe erschöpfend genügen. — Baron Nikolaus Jofika, der bekannte und fruchtbare ungarische Romanschriftsteller, gegenwärtig als Flüchtling in Brüssel weilend, bereitet ebenfalls einige neue Romane und Novellensammlungen zum Druck oor. Frau von Pnlßky in London hat einen Roman beendet, der die Zeit und Verschwörung des Bischofs Martinovich in den letzten Jahren deS vorigen Jahrhunderts zum Vorwurf hat; da über diesen Vorfall bisher auch in Ungarn nur einige geheime Quellen eristirteu, indem die bloße Erwähnung des Faktums im Vormärz schwer verpönt war, Pnlßky aber, als Schüler des verstorbenen Geschichtschreibers Pe- czely in manche nähere Daten eingeweiht sein mag, so steht jedenfalls eine interessante und Vieles enthüllende Arbeit zu erwarten. — Bei den Gebrüdern Meyer in Braunschweig endlich erscheinen „Ungarische Nationallieder" in gelungener deutscher Uebertragung.
Aus Sydney, New South Wales, wird vom 9. Juni geschrieben: „Vor etwa einem Monate wurden in dieser Colonie Gold-Felder entdeckt, und Tausende von Personen strömen dahin. Um meinen überseeischen Freunden einen reellen Begriff der Sache geben zu können, entschloß ich mich, den Platz und die Verhältnisse mit eigenen Augen anzusehen, was ich auch anssührte. Der gegenwärtig erploitirte Platz befindet sich 165 Meilen von hier, und besteht in einem von sehr hohen und steilen Bergen umschlossenen Thale, welches ein ziemliches Quantum Regenwasser in sich schließt, das sich wie ein Teich der Länge nach hinzieht; in der Nähe dieses Wassers sind die Gold-Lager, d. h. die Stückchen Gold, die beim Waschen sichtbar werden, und die sich in einer Art Schiefer- und Quarz-Erde vorfiuden. Es ist wirklich eine mühsame Arbeit, und bloß au harte Arbeit gewöhnte Männer sind fähig hierzu. Ich begreife nun, warum Gold einen solchen hohen Werth hat! Es sind nun etwa 6000 Personen mit Goldgraben beschäftigt; einige davon sind sehr glücklich und finden größere Stücke von % bis zu 10 Loth, ein Stück wog sogar 3% Pf.; Andere sind weniger glücklich und Viele sehr rmMâch^mach „ici- ner D>r^^unutj eg ^er^Murchschnitts-Preis 7 Shill. Sterling per, Mann und Tag, wovon 2 Sh. 9 D für Unterhalt und 30 Sh. per Monat für das Patent der Regierung abzuziehen flnv. ^Der "-besagte Durchschnitts-Preis von 7 Sh. wird von sehr vielen Leuten hier außerordentlich vergrößert, und ich halte es für meine Pflicht, Ihnen den reellen Stand mitzutheilen, nicht zweiselnd, daß, so wie die hiesigen Berichte in Europa eintreffen, Tausende von Personen vom Golde angelockt, auswanvern werden, besonders da unser schönes und gesundes Klima hinlängliche Lebensmittel, unermeßlichen Platz und vollkommen gutes Gesetz und Ordnung hierzu aufmuntern können. Die Gold-Regionen, d. h. die gleichen Berge, erstrecken sich von Bathurst nach Wellington, etwa 150 Meilen, und es ist keinem Zweifel unterworfen, daß in der ganzen Linie Gold zu finden ist. Heute noch sendet mir ein Freund in Dubbo, 280 Meilen von hier, ein Muster, das gleichfalls Gold enthält und meine Idee völlig bestätigt, daß die dritte Reihe der blauen Berge alle Gold enthalten."
VolkswirLhschafLüchs Zeitung.
(Die Anwendung des Gases zu technischen und hauswirthschaftlichen Zwecken.) (V.-Bl.) Wer England besucht und einen prüfenden Blick in den Zusammenhang und den Betrieb der einzelnen Fabrikationszweige wirst, erstaunt über die vielfältige Anwendung des Gases zu technischen Zwecken, und zugleich hatgdie Hauswirthschaft sich dort dieses Brennmittels statt der Kohle bemächtigt. Die' riesenmäßige Verwendung des Eisens zu den mannichfaltigften Apparaten, wozu früher nur Kupfer, Zink oder Blei anwendbar schien, hängt mit der ungemein vielseitigen technischen Verwendung des Gases als Fenerungsmittel innig zusammen. Da das Gaskin den meisten englischen Fabriken, welche größeren Steinkohlcnverbrauch haben, als Nebenprodukt gewonnen wird, so führte natürlich der praktische Sinn zur vielseitigsten Benutzung desselben, die weit über die auf dem Continent bis jetzt übliche hinaus geht. Die Bequemlichkeit des Gasverbrauchs gestattet in den meisten Fällen eine raschere, zweckmäßigere und gleichförmigere Erhitzung der Kessel, der Pfannen rc., als sie mit Kohle oder Koaks möglich ist. Selbst die größten Kessel hängen tu einer durch Gas erhitzten Atmosphäre. In dem Breunraum sind in
regelmäßiger Uebereinanderfolge am Boden und an den Wanden die Brenner angebracht, die durch einen Hahn geoguet und geschlossen werden können, und eine unge- me:n niten ive Hitze hervorbringen. Hierdurch werden die kostipieligen Vorrichtungen zum Vorbereiten der Koh- len, zum Nachichüren, zur Regulirung des Luftzuges und des Hitzegrades, zur Entfernung der Schlacken rc. vermieden; tue Feuersgefahr sehr verringert; die Apparate und Gesäße sehr geschont; die zu vielen Opera- t?uen -höchst erwünschte gleichförmige Erhitzung des Kesselinhalts erzielt; eine, bei der Anwendung der Kohle nie erreichbare Reinlichkeit ermöglicht, und, was besonders in Betracht kommt, eine beträchtliche Ersparung erzielt. Da der Druck des Gases, die zur Verbrennung bestimmte Gasmenge, also der Hitzgrad, völlig in der Hand des Arbeiters liegt, so ist hierin eine Sicherheit der Arbeit geboten, die der Güte des herzustellen- den Erzeugnisses trefflich zu Gute koinmt, und wesentlich auf den Reingewinn des Unternehmers Einfluß hat. Lange war diese Gasanwendung ein Geheimniß der englischen Industriellen. Aber die Hanswirthschaft bemächtigte sich mehr und mehr dieses Brennmittels, die Badeanstalten machten zuerst Gebrauch davon zum Erhitzen des Wassers und der Badewannen, und von da ging diese Erfindung in die Gasthöfe über. Da in England mit den zu Gebote stehenden Kräften stets das Höchste und Gewinnreichste erzielt zu werden pflegt, so mußte es bald als bequem einleuchten, das ganze, eine Badewanne füllende Wasser in wenigen Minuten zur gewünschten Wärmehöhe zu erheben, und doch keine bedeutende Ausgabe hierfür machen zu müssen. Nach einer im polytechnischen Institut zu London erhobenen Nachmessung werden 45 Gallonen Wasser in 5 Minuten auf 95° F. gebracht, und der Kostenaufwand für d>'e Feuerung ist 1% Pf. = 4% fr. rheinisch. Die Anwendung der Gasküchen machte bald die Runde durch die meisten Londoner Gasthöfe, und eS ist bemerkens- werth, daß namentlich der Braten eine gegen früher viel schönere Farbe, und, wie versichert wird, größere Schmackhaftigkeit erlangt. Die Vorcichtnngen zu einer solchen Küche sind sehr einfach, lassen sich in jedem Raum des Hauses anbringen, nehmen nur einen kleinen Platz hinweg, und sind, da sie aus Eisenplatten bestehen, viel billiger und bequemer, als die aus Backsteinen gemauerten, die zudem durch die Führung des Schornsteins noch vielen Raum hinwegnehmen. Die Einführung der Gasküchen in Privathäuser mehrt sich von Tag zu Tag. Nainentlich wirkt dies oben genannte Institut, Royal Institution, durch die ausgestellten Musterheerde und die darauf täglich vorgenom- meuen Versuche sehr auf die allgemeinere Anwendung. Es ist bemerkenswerth, daß die englischen Gesandten im Auslande in ihren Wohnungen die Gasfeuerung einrichten lassen, z. B. in Frankfurt a. M. Ein der schönsten Gaöküchen war irr tem ErsrkschussgSsaäle des Glaspallafles^käglM in Anwendung und zog viele Besucher an. Es wird nicht fehlen, daß der deutsche Industrielle bei der stets lauter werdenden Klage über die .ftygyiben Holzpreise und bei den N.IIN-ntlJ» «-—ü>4tv- beutiTpftnro-mimprhc^ sein Augenmerk auf ein Heizmittel wendet, welches ihm eine so große Sicherheit der Produktion, kurz alle die oben be-- rührten Vortheile gewährt. Namentlich die gi-oße Gruppe der chemischen Gewerbe wird in der Gasverwendung einen neuen Hebel des erfreulichen Aufschwungs finden. Aber auch in die deutsche Hauswirthschaft wird die GaSanwendung übergehen, und vielleicht eher als in die Werkstätten der Industrie. Namentlich die Städte, die hohe Holzpreise haben, aber bereits Gaseinrichtungen besitzen oder bekommen, z. B. Berlin, Frankfurt a. M., Heidelberg, Mannheim, Karlsruhe, Freiburg :c., werden sich der unschätzbaren Vortheile der Gasheizung und Gasfeuerung sicher bemächtigen. Die Versuche des Ingenieurs der Berliner Gascompagnie, Elsner, in jüngster Zeit vorgenommcn, sind geeignet, diese in England vorzüglich bewährte Einrichtung im Jnlande zu gewinnen. Es ist ihm gelungen, eine Kochmaschine, eine durch Gas erleuchtete Lampe, eine Vorrichtung, auf der man^lätteisen warm macht, eine Bratmaschine und eine Kaffeemaschine für Gasfeuerung herzurichtem Ein Kamschoukrohr wird an dem in der Behausung besiuolicheu Hauptrohr angebracht und an den Kochapparat gesetzt, durch eine Vorrichtung wird dem Gase vor seinem Einströmen die Kohle entzogen, und hierdurch der Flamme der rußende Charakter genommen. Aus einer Mittheilung von Berlin folgen hier die näheren Angaben über die Elsner'schen Versuche. Ein Beefsteak wird in 212 —3 Minuten durch 1 Cubikfuß, eine Portion Kaffee für 6—8 Personen in 4 Minuten durch 2 Cubikfuß und ein 12pfündfger Kalbsbraten in 20—25 Minuten durch 12 Cubikfuß Gas hergestellt. Selbst Ofenfeuerung wurde mit Glück versucht Wo sich größere Ersparungen im Haushalte, und mannich- faltige Annehmlichkeiten und Bequemlichkeiten so glücklich paaren, wie bei der Gasfeuerung , da wird sich natürlich diese nützliche Erfindung bald in großem Maßstabe Freunde erwerben.
In London werden jetzt tragbare Dainpf-Maschinen zum Ausladen der Schiffe angewandt, die, auf dem Deck der Schiffe aufgestellt, wenig Raum einnehmen, und deren eine bei Steinkohlen in neun Stunden schon 209 Tonnen löschte. Man nimmt durchschnittlich 30 Tonnen auf die Stunde an, wenn vier Mann bei der Maschine beschäftigt sind.