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^ 231 Wiesbaden Donnerstag, 23. Oktober 1851.

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Verkehrtheiten.

X Louis Bonaparte sitzt in der Klemme. Ob Bil- lault den Muth und den Verstand hat, ihn herauszu- ziehen, werden die nächsten Tage lehren. Die Speku­lation auf die Nachgiebigkeit der Republikaner ist voll­ständig gescheitert; mit Ausnahme desPays" und der Presse" haben sich alle Journale dieser Partei zu dem Programme geeinigt:Für Abschaffung des Gesetzes vom 31. Mai unsere Unterstützung; für die Ver- faffungsrevision unser Veto; für LouiS Bonapar­tes Kandidatur unsere entschiedene Opposition." Nach der linken Seite hin ist daher die Sache klar; anders nach rechts. Hier bieten die legitimistischen und fusionistischen Großränkeschmiede im Bunde mit den Gesandten der nordischen Mächte Himmel und Hölle auf, um den Präsidenten in seinem Borhaben, das all­gemeine Stimmrecht wieder herzustellen, wankend zu zu machen. Und in der That ist es denn keine Ver­kehrtheit, um nicht zu sagen eine Verrücktheit, wenn der Präsident, um Prätendentengeschäfte zu machen, sich einbildet, die beraubten Wähler würden, nachdem ihnen ihr gutes Recht zu einem rein egoistischen, verfassnngs- widriqen Bestreben wieder gegeben, sich aus Dankbarkeit zu Mitschuldigen eines Verrathes an der Volkssonveräni- tät machen?Die Republikaner kennen keine Dankbarkeit gegen Herrn Louis Bonaparte!" rief ihm vor einigen Tagen bereits ein republikanisches Blatt zu. Noch mehr: der Präsident betheuert, er werde seine bishe­rige konservative Politik nicht aufgeben, und doch hat die Ordnungspartei ihr Todesurtheil unterschrieben, sobald das allgemeine Stimmrecht hergestellt wird; "denn diese Partei ist nicht die Majorität des Landes das Volk mag sie nicht, es haßt sie, weil sie die Interessen und Wünsche des Volkes mit Füßen trat. Und noch mehr: die nordischen Mächte betheuern zwar, daß sie an keine Intervention dächten, doch sie rüsten demungeachtet. Das französische Volk ist das reiz­barste der Welt, und inan reizt es ohne Unterlaß. Drohungen, wie Oesterreich und Rußland sie gegen Preußen erhoben, scheinen uns, auf Frankreich angewen- det, sehr Übels Berechnungen; denn bei einem Zusam­mentreffen zwischen Bundestruppen und Franzosen bleibt es schwerlich bei einer Schlacht bei Bronzell! Nichts desto weniger rüstet man, sogar mit einer ge­wissen Ostentation. Was in österreichischen Blättern in voriger Woche noch leise angedeutet wurde, tritt jetzt in preußischen offen zu Tage. Die Verabre­dungen, welche gegen Frankreich bestehen, sind, wie der Kölnischen Zeitung" aus ganz zuverlässiger Quelle" von Berlin gemeldet wird, folgende:Die betreffenden Rüstungen und sonstigen Vorbereitungen werden in der Weise getroffen werden, daß die Trup­pen sämmtlicher deutschen Staaten bis zum künftigen Frühjahre schlagfertig und in vollständiger Kriegsstärke jeden Augenblick marschfertig dastehen können. Juzwi-

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ip Aphorismen ans der Mappe eines Verstorbenen.

(Fortsetzung.)

Mohammeds Spruch von den Lehrern.

Von Friedrich Rückert.

Mohammed sprach:Die besten von allen

Menschen, die auf Erden wallen, Der göttlichen Gnaden Mehrer,

Sind die Lehrer.

Wenn der Lehrer, streuend den Saamen

Göttlichen Worts, zum Kinde sprach:

Sag:in Gottes des Allbarmherzizen Namen!"

Und es sagt das Kind ihm nach:

In Gottes, des Allbarmherzigen Namen!

So schreibt Gott seines Names wegen

In das Buch einen dreifachen Segen:

Dem Kinde eine Hnldverleihnng,

Dem Lehrer eine Schuldbefreinng,

Den Eltern des Kindes eine Verzeihung."

Voltaire au Friedrich den Großen,

liebersetzt von Dorenburg.

Entfalten wir das Buch der Weltgeschichte, So seh'n wir die Tyrannen ohne G<"ck, Denn jeder Slip von ihrem Schreckgericht« Fiel auf sie selbst zurück.

schen wird man in Betreff der Verthcilnng der ver­schiedenen Truppenteile in den westlichen Garnisonen schon jetzt darauf bedacht sein, daß die einzelnen Regi­menter schnell zusammengezogen und an die Gränze vorgeschoben werben können. Was Preußen insbeson­dere betrifft, so ist den Mängeln, welche sich bei der letzten Mobilmachung, in Betreff der Bekleidungsgegen- stäude rc. herausgestellt haben, bereits vollständig ab* geholfen, so daß eine neue Mobilmachung der Armee nöthigenfalls in kürzester Frist vollendet sein kann. In Betreff der für den Fall eines Krieges zunächst für die westlichen Festungen nöthigen Vorbereitungen dürften die bezüglichen Befehle bereits ertheilt sein. In sämmt­lichen Laboratorien der Monarchie wird thätig gear­beitet; das, was in Betreff der Magazine erforderlich ist, wird nicht aus dem Auge gelassen. Diese Rüstun­gen und sonstigen Vorbereitungen dürfen indessen durch­aus nicht als sichere Zeichen eines Krieges gedeutet werden, sie sind lediglich nur Vorsichtsmaßregeln, da man sich von dem, was möglicher Weise kommen könnte, so leicht nicht überraschen lassen will." Vorsicht ist zwar in allen Dingen gut; in politischen Verhältnissen aber trifft es nur zu oft ein, daß Vor­sichtsostentationen sehr unvorsichtige Unternehmungen, und daß Kriegsrüstungen häufig schon Kriegsanfänge sind. Von der Februarrevolution hat man sich über­raschen lassen, doch hätten die deutschen Regierungen damals eine drohende Heeresmacht auf den Beinen ge­habt, würde Frankreich so ruhig die Friedensmanifeste Lamartines geduldet haben? Eine Krisis in Frankreich, die Europa unter den Waffen am Rheine trifft, wird zu einem Kriege führen, mag nun Louis Bonaparte Diktator werden oder ein Konvent ihn als Staatsge­fangener nach Oceanien deportiren lassen. Denn eine absolute Regierung im Innern ist in Frankreich nur möglich, wenn diese Regierung zugleich eine starke nach Außen ist; ein starke französische Regierung nach Außen aber muß gegen die nordischen Mächte Front machen.

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Deutschland.

* Wiesbaden, 22. Okt. DieOest. Corr." ent­hält über den soeben zu Stande gekommenen Eisen­bahnverlrag zwischen Oesterreich, Modena, Parma, Toskana und dem Kirchenstaate, also zwischen dem Kaiserstaate und dessen italienischen Vasallen, einen Artikel, der deshalb bemerkenswerth ist, weil das mi­nisterielle Organ darin geradezu es ausspricht, daß Oesterreich auf Vernichtung des Planes hinarbeite, eine Eisenbahn-Verbindung zwischen Genua, Antwerpen und Rotterdam durch Piemont, die Schweiz und West­deutschland herzustkUen. Die österreichischen Kabinets- schreiber schildern dies Projekt alsunermeßlich schwie­rig". Man möchte Sardinien gar zu gern belehren, daß es besser sei, Domäne Oesterreichs, als ein freies Land mit blühendem Gewerbfleiße zu werden. Das-

Sie starben int entsetzlichen Getümmel !--

Trajan, die Antonie, TituS klar Und wolkenlos war ihres Lebens Himmel, Wie ihre Tugend war.

In Dir ersteh'n die Helden Roma'S wieder, Was sie gewirkt, wirkst Du, mein Fürst; allein, Du mußt; da Du vor Allem groß und bieder, Dor Allen glücklich sein.

Dschella-leddins Reisespruch.

Von Friedrich Rückert.

Wenn diese Welt wär' unsre feste Stätte, Wir dürften klagen, daß sic hart miS bette. Sie ist nur unser Reisenachtquarlier;

Wer suchet Haiisbequenilichkeitcn hier?

Aberglauben.

Durch Zigeunerinttnd und Traum

Droht die Hölle mit Gefahren Wo sie weiß, daß man ihr glaubt; Und das Licht verlöscht im Haupt, Cure Sinnen sind verwirrt. Unvernünftiges geschiehet, Und das Ungeheure wird Wirklich, eben weil ihr's fliehet.

Müllner.

selbe gilt von den Rheinlanden. Hoffentlich wird Preu­ßen sich hier nicht abschrecken lassen, Westeuropa'- Interessen zu wahren, weil diese eine Lebensfrage für Preußen selbst sind.

A Wiesbaden, 22. Oktober. Auf die von der Staatsbehörde des Hof- und Appellationsgerichts zu Dillenburg gegen das Verweisungserkenntniß des An­klagesenats, in der Untersuchung gegen Dusel Blumen­thal von Nordhofen, wegen Versuchs der Verleitung zu falschen Zeugenaussagen, eingelegte Nichtigkeitsbe­schwerde, hat der Cassationshof zur öffentlichen Ver­handlung der Sache Termin auf Mittwoch den Sten November L I., Morgens 9 Uhr, anberaumt. Die Sitzung findet im Sitzungszimmer des Herzogl. Ober- appellationsgerichts statt.

Heidelberg, 19. Oktober. (Schw. M.) Unsere Universität, welche im letzten Wintersemester 603 Stu­denten zählte, wird ohne Zweifel in dem jetzt begon­nenen diese Zahl nicht nur erreichen, sondern noch übersteigen. Unter den bis jetzt eingetroffenen Stu­denten sind, wie gewöhnlich, bei weitem die meisten Juristen. Der Universitätskongreß, von welchem früher wenigstens die Rede gewesen und dec in die em Herbste hier gehalten werden sollte, findet nicht statt. Doch hoffen wir, daß diese Angelegenheit für das nächste Jahr wieder werde aufgegriffen und unsere Musenstadt zum Versammlungsorte werde auserkoren werden. Sihr werthvolle Materialien, Ergebnisse frü­herer Versammlungen und schriftlichen und mündlichen Verkehrs, liegen bereits vor, und es wäre sehr zu be­klagen , wenn diese unbenützt liegen blieben , so weit wenigstens nicht davon Mittheilungen an die betreffen­den Staatsregierungen gemacht worden sind.

Stuttgart, 20. Okt. (Schw. Merk.) Morgen um 11 Uhr wird die zweite Kammer mit Berathung der Finanzkommissionsberichte ihre Sitzungen wieder eröffnet.

Aus Franken. Das bischöfliche Ordinarität hat durch Cirkular vom 29. September l. J. das frühere Cirkular vom 2 September, die Ablegung des für die katholischen Geistlichen vorgeschriebenen Diensteides be­treffend, wieder vollständig zurückgenommen. Es ge­schah dieses in Folge eines MinisterialreskripteS vom 16. September.

Erlangen, 18. Oktober. Der König hat geneh­migt, daß von den vertriebenen protestantischen Geist­lichen Schleswigs eine dem Bedürfnisse entsprechende Zahl Tadelloser und Wohlbefäyigter zur Verleihung des Jndigenats und zur Anstellung im Dienste der ver­einigten protestantischen Kirche in der Pfalz vorgeschla­gen werden dürfe.

Köln, 17. Okt. (Elberf. Ztg.) Die Vernehmung von Zeugen in Sachen der Staatsbehörde gegen sieben Stadtverordnete von Köln wegen ihrer Aeußerungen in jener Stadtrathssitzung ist noch im Gange. Die meisten Zeugen, so vernommen werden, sind selbst

Den Sensiblen und Beschränkten.

Wir fürchten uns nur gar zu sehr

Vor witzbegabten Spöttern,

Doch schaden die uns zehnmal mehr,

Die lobend uns vergöttern

Es ist so schwer im GAS zu bleiben,

Weil uns der Eifer selbst verwirrt,

Doch wird man das am Besten treiben,

Wovon mau selbst getrieben wird.

Ein schneidend Schwerdt ist der Verstand,

Nicht zum Verbinden, nein zum Trennen, Drum kann und wird er nie erkennen.

Das ew'ge, einige LebenSband.

Erbsünde und Erbadel.

Ist eS schon gut, das Zukünftige nicht zu wissen so wäre es noch besser, wenigstens für einen Edelmann und unS, das Vergangene nicht zu wissen, das bald stolz, bald trostlos macht. Dem Edelmann werden nur die Tugenden, nicht die Fehler seiner Voreltern angerechnet, uns hingegen von Adam an die letzteren.

Der Verläumder.

Ein geschickter Verläumder weiß aus jeder Tugend Laster herauszubringen, und so wie im Marmor­block die schönste Natur liegt, so liegt in der Natur ein kleiner Marmorblock.