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rath v. Stirnberg, Polizeikommissär Schnabel nebst einer Anzahl von Sergeanten an der Stelle beordert, wo sich dieser Vorfall ereignet haben soll. Hr. Schna­bel war so diensteifrig, über eine Mauer zu klettern, um den Bürgermeister v. Wehlheiden, in dessen Ter­rain dasAttentat" verübt wurde, aus dem Bette zu holen, damit dieser bei den ansteckenden Nachforschun­gen behülssich sein könne. Man fand indessen, obwohl man bis 4 Uhr Morgens die ganze Umgegend durch- streifte, nichts als ein paar Stückchen zum Theil ver­branntes Papier, welche dem Kanonenschlag wohl als Hülse gedient haben mochten.

Ulm, 18. Okt. Verschiedene Ortsvorsteber des Landes sind nach Stuttgart beschieden, um da einer Berathung beizuwohnen, welche Schritte gethan wer­den sollen, nm einem größeren Mangel von Nahrungs- mitttln für daS Frühjahr vorzubeugen. Heute be­ginnen, dem VernchmLN nach, in Tom erd in gen, . Blaubeuern, die HH. Roder und Schlosser ihre Jesuilen-Missionsarbciten!!

Aus Thüringen, 15. Okt. WèZ.) Der Wider­stand der Bremer Bürgerschaft gegen die auf die an­gebliche Wiederherstellung der Konformität der dortigen Verfassung mit der Bundesgesetzgebung gerichtete For­derung des Senats soll im Schooste der Bundesver­sammlung einen um so unangenehmer» Eindruck gemacht haben, als man fürchtet, daß dieses Beispiel auch auf die Volksvertretungen anderer deutscher Bundesstaaten einwirken werde. Za, wäre der Bremer Senat geneigt, auch ohne Zustimmung der Bürgerschaft mit dem Re- staurütiouswcrke nach den Wünschen der Bundesver­sammlung vorzuschreiten mit dürfte man eine solche Geneigtheit auch bei allen anderen Negierungen erwar­ten, so würde man sich weiter keine Sorge machen, und unter Berufung auf Art. 17 der Schlußakte über die Kompetenz der Bündesvel sammlung zur Erklärung derZBundcsâe und des Beschlusses VI. vom 8. Dov. 1^32, welcher jenen Artikel dahin erläutert, daß auch zu einer Auslegung der Schlußakte mit rechtlicher Wir­kung nur allein und ausschließend die Bundesversamm­lung berechtigt ist, die Anforderungen des Senats als solche erklären, welche aus dem im Artikel 57 der Schlußakte ausgestellten Grundsatz der Vereinigung der gesummten Staatsgewalt in dem Oberhaupte des Staa­tes (dem s. g. monarchischen Prinzip) folgen, und die der­selbe auch ohne Zustimmung der Bürgerschaft auszuführen berechtigt sei, da nach vem Beschluß 111. vom 8. Nov. 1832 die innere Gesetzgebung der deutschen Bundes­staaten weder dem Zwecke des Bundes irgend einen Eintrag thun, noch der Erfüllung sonstiger bundesver- fassungsmäßiger Verbindlichkeiten hinderlich sein darf. Anders aber gestaltet sich die Sache, nachdem, wie es ^scheint, der Bremer Senat nicht zu einem einseitigen Steten geneigt ist, da dann gegen ein Einschreiten von Büâswegen auch die Mehrheit derjenigen Re­gierungen sich erklären würde, welche sonst eine mög­lichst umfängliche Restauration aufrichtig wünschen; denn wollten sie eine- solche Einwirkung des Bundes­tages auch bei dem Widerspruch der einen verfaffungs- Mäßigen Gewalt im Staate, der Volksrepräsentation, zulasseu, was hätten sie für ein Recht, eine solche Einwir­kung in dem Falle zu verhindern, wo auch die andere ver­fassungsmäßige Gewalt, die Regierung, nicht damit einver­standen wäre , da ja in dem einen, wie dem andern Falle der Bund die durch die Einzelverfassungen ge­zogenen Schranken durchbrochen hatte. Ja, sie wür­den, wollten sie die Unterordnung unter die Bundes­gewalt so weit ausdehnen, dann es nur sich selbst zu- zuschreiben haben, wenn der mächtige Strom von Frankfurt a. M. auch das mit fortrisse, was ihnen

Die Verleihung der einen Medaille sei von besonderer Vortrefflichkeit der Arbeit, von einem besonders hohen Grade der Zweckmäßigkeit, Schönheit, Wohlfeilheit rc. des ausgestellten "Gegenstandes, die Verleihung der anderen von der Neuheit dec E-findung oder Anwen­dung abhängig gemacht worden. Einen Unterschied der Länder habe man bei Vertheilung der Preise nicht hervortreten lassen. Die Zahl der ersterwähnten Preise belaufe sich auf 2918, die der letzterwähnten auf 170. In keinem Falle sei einem Aussteller für verschiedene zu derselben Klasse gehörige Artikel mehr als Ein Preis derselben Art zuerkannt worden. Die Zahl der Aussteller habe ungefähr 17,000 betragen. Nachdem Lord Canning die Liste der Preissieger nebst den Be­richten der Juries überreicht hatte, hielt Prinz Albert eine Rede, in welcher er zuvörderst im Namen der königlichen Commission den Preisrichtern seinen Dank für ihre Arbeiten aussprach, dann der Unterstützung, die das Ausland dem Unternehmen habe angedeihen lassen, so wie den Bemühungen der verschiedenen Ver­eine und Personen, die für die Ausstellung mitgewirkt, anerkennend gedachte und die auffallende Harmonie hervorhob, welche unter den Repräsentanten so vieler Nationalen Interessen obgewaltet habe. Der Prinz schloß seine Rede mit einem Wunsche für die Zunahme des friedlichen Verkehrs und der Eintracht unter den Nationen. Nachdem der Bischof von London ein Ge­bet gesprochen hatte und einige Verse der National- Hymne, so wie das Händel'sche Halleluja gesungen worden waren, ging die Versammlung aus einander. An 3040,000 Personen mögen der Schlußfeierlichkeit beigewohnt haben.

noch lieb und werth ist, und sich so das erfüllte, was schon An Dresden mehrere Bundesregierungen von Ma­joritätsbeschlüssen besorgten, mit welchen man dort für künftige organische Bundeseinrichtungen von einer ge­wissen Seite sich begnügen wollte.Organische Ein­richtungen so sagten sie sind eben ihrer Natur nach unbegrenzter Erpansion fähig. UnterBundes- zweck" kann alles subsumirt werden, was der äußeren und inneren Sicherheit Förderung brächte. Unterord­nung unter Majoritätsbeschlüsse in diesen Fragen wäre Mediatisirnn g zunächst ad hoc, nach und nach aber für das gesammte Gebiet der Gesetzgebung."

, Hoya, 15. Oct. (Z. f. NJ Die Untersuchungs­haft Dulon's hat zu allerlei polizeilichen Sicherheits- maßregeln Veranlassung gegeben, welche zum Theil durch den Landdrosten von Dachcnhausen persönlich an- geordnet scheinen. Es war natürlich, daß die Verhaf­tung Dulons Freunde desselben ans Bremen hierher führte, welche den Versuch machen wollten, ihn zu sprechen, wenigstens den Grund der Verhaftung zu erfahren; dagegen war es die böswillige Erfindung, daß einige Hundert Anhänger aus Bremen kommen würden, um ihn zu befreien. Das mag der Gedanke irgend eines Cigarrcndrchcrs gewesen seyn, allein jeder vernünftige Mensch weiß, daß Dulon damit Nichts geholfen wäre und er schwerlich solchen Befreiern folgte, da ec sein Urtheil von den Geschwornen zu er­warten hat.

Köln, 13. Okt. (Angsb. Allg. Ztg) Beim Appell der Landwehrmänner, welcher gestern Morgen statt­fand, wurde diesen eröffnet, daß sie sich bereit halten sollten, bei einer Mobilmachung, die etwa möglich werd'en könnte, sofort eintreten zu können. Zugleich "würdest diejenigen, welche Rekla­mationen gegen ein solches Eintreten zu machen hätten, ermahnt, dies bei Zeiten zu thun, damit fie rechts­zeilig geprüft werden könnten.

Berlin, 13. Oktbr. (Bresl. Z.) Die wichtigste Neuigkeit aus der hiesigen Tagesgeschichte ist die Ge­wißheit, daß das Ministerium den Beschluß gefaßt hat, mit einem neuen Wahlgesetz für die zweite Kammer vor die nächsten Kammern zu treten. Dasselbe schließt sich unmittelbar an die Aenderungen an, welche man in der neuen Gemeindeordnung beabsichtigt, und be­ruht theilweise sogar auf dem Prinzip dec ständischen Gliederung, wenigstens vollständig auf der Trennung zwischen der Stadt und dem flachen Lande. Das im Artikel 69 der Verfassung vorbehaltene Gesetz zur Ab- gränzung der Wahlbezirke bietet hierfür die Anknü­pfungspunkte dar. Die Details des Gesetzes unterliegen eben jetzt der Berathung des Staatsministeriums.

Von wohlunterrichteter Seite geht derSpen. Z." die Mittheilung zu, daß nunmehr der Tag des Zu- sammentrittes der Kammern für die diesjährige ordentliche Session höheren Orts auf den 24. November festgesetzt sein soll.

Berlin, 18. Oktober. Es sind in der neuesten Zeit so viele Wünsche über vom Staat zu leitende landwirthschaftliche Einrichtungen laut geworden, daß man, wie dieLith. Corresp." meldet, "an betreffender Stelle die Frage wegen Ernennung eines besonderen Chefs des Ackerbauministeriums wieder aufgenommen hat.

Breslau, 15. Oktober. Von gestern bis heute Mittag wurden 7 Cholerafälle polizeilich gemeldet, worunter vier Todesfälle. Bis jetzt tritt die Cholera nur sporadisch auf.

Leipzig, 18. Oktober. (D. A. Z.) Gestern Abend wurde der hiesige Buchhändler H. Matthes ver­haftet. Die Ursache soll ein an ihn von einem Ge­schäftsfreunde B. aus Dresden gerichteter Brief sein, worin Herr Matthes ersucht wird, Ueberbl inger des Briefs, Dr. Schneider aus Dresden, ein abge­sondertes Zimmer seines Geschäftslokals einzuräumen, um einen Patienten ungestört untersuchen zu können, was aber Herr Matthes wegen Mangel eines sol­chen Lokals ausgeschlagcu habe. Durch die Untersuchung der Waloheimer Fluchtversuche soll sich herausgestellt haben, daß jener angebliche Patient der Schütze Heber gewesen ist, der, wegen dec Waldheuner Fluchtversuche am meisten kompromittirt, im Schlosse Pleißenburg sitzt. Durch amtliche Nachsuchung fand sich obiger Brief in dem Geschäfte des Herrn Matthes, und da sich aus demselben nicht herausstellte, daß Herr Matthes bei dieser Sache kompromittirt sei, so glaubte man, daß er seiner Haft bald wieder entlassen werden wird.

Budissin, 17. Okt. (D. Allg. Ztg) Der in un­serer Nähe wohnende Rittergutsbesitzer Phil. Knoch ist wegen politischer Untersuchungen verhaftet worden.

Lübeck, 16. Okt. Gestern wurde die Eisenbahn von hier nach Büchen unter entsprechenden Feierlich­keiten dem öffentlichen Verkehr übergeben.

Hamburg, 14. Okt. (H. Nachr.) Der Redakteur der früherenNeuen Hess. Ztg.", Hr. Dr. Pfaff, der bekanntlich wegen kurhessischâ' Requisition seinen interi­mistischen Wohnort Braunschweig verlassen mußte, hat sich nach mehrtägigem Aufenthalt hierselbst auf einem der holländischen Dampfschiffe vorgestern Abend nach Amsterdam begeben, um einstweilen in dieser Stadt literarischwissenschaftlichen Studien zu leben. Seit gestern wird hier ein von einem im hohen Greisenalter stehenden Beamten Der Staatsschuldenadministration an­geblich seit Jahren betriebener Unterschleif viel besprochen.

Wien, 15. Okt. Dem Vernehmen nach, schreibt man demConst. Blatt aus Böhm.", neigt sich Fürst Metternich zu der Ansicht hin, daß der Reichsrath in einen Reichssenat mit deliberirenden und initiativen Befugnissen umzuwandeln sei.

Wien, 16. Okt. Die türkische Regierung hat ange­ordnet, daß Oesterreicher, welche die Grenzen über­schreiten wollen, mit Pässen versehen sein müssen, welche von dem türkischen Gesandten visirt sind. Der in der Nähe von Gneipendorf bei Krems befindliche Pul- Verthurm ist in die Luft geflogen und hat gräßliche Verwüstung angerichtet. Auch drei Menschenleben sind dabei verloren gegangen.

Wien, 16. Oktober. Die heutigen "Morgeublätter melden:Die türkische Regierung hat ungeordnet, daß Oesterreicher, welche die Grenze überschreiten wollen, mit Pässen versehen sein müssen, welche von dem tür­kischen Gesandten visirt find."

Gratz, 15. Okt. Der Redakteur des früher hier erscheinendenUrchristenthums" Anton Kutschera wegen Aufnahme eines Gedichtes:die drei Bettler" und eines Aufsatzes in Nr. 8 desUrchristentums", welche beide gegen das Treiben fanatischer Priester ge­richtet waren, zu Anem Monat Kerker verurtheilt, hat nun gestern seine Strafe aügetretsn, konnte dabei aber, wie demFr. Jr." gemeldet wird, nicht die Ver- willigung einer Einzelhaft erlangen, sondern muß diesen Monat in Gesellschaft gemeiner Verbrecher zubringen, auch die Bitte, daß ihm die Kost in das Gefängniß gebracht werden dürfe, wurde zurückgewiesen und theilt derselbe nun die Sträflingskost.

S eh w e i z.

Zürich, 17. Okt. Hier ist die, auch vomSt. Galler Tagblatt" bestätigte Nachricht eingegangen, der luzernische Alt-Verhörrichter Ammann sei in St. Gallen, wo er Verwandte besucht habe, abgefaßt worden.

St. Gallen. Der hier festgenommene Luzerner Erverhörainmann ist von der Regierung wieder frei­gelassen und den 16. Abends mit einer Schutzwache an die österreichische Grenze escortirt worden.

Jtalie«

Neapel. Einen diplomatischen Beitrag zur Glad­stone-Literatur in Betreff der neapolitanischen Zustände liefert der in Bern erscheinendeBund". Es ist fol­gende Note Lord Palmerstons an den neapolitanischen Minister Fürst Castelcicala.Mein Herr! Ich habe die Ehre gehabt, Ihr Schreiben vom 9. d. M. zu er­halten, welchem die Abschrift eines Pamphlets, betitelt: »The Neapolitan Government and Mr. Gladstone (Die neapolitanische Regierung und Hr. Gladstone) beigelegt war, mit dem Ansuchen, es möchten Abschrif­ten dieses Pamphlets an die königlichen Gesandtschaf­ten bei den verschiedenen europäischen Häfen übermit- telt werden. Ich habe Ihnen hierauf zu erwiedern, daß ich es ablehnen muß, zu der Verbreitung eines Pamphletes beantragen, welches nach meiner Ansicht weder seinem Verfasser noch der Regierung, die er L vertheidigen sucht, noch endlich der politischen Partei âu deren Kämpen er sich aufwirft, Ehre macht. . . ' jd) fühle mich gezwungen, zu erklären, daß Hru. Glad­stones Briefe an Lord Aberdeen das bedauerliche Ge­mälde eines solchen Systems von Gesetzwidrigkeit, Un» gerechtigkeit und Grausamkeit darbieten, welches von den Behörden und Beamten der königl. neapolitanischen Regierung ausgeübt wird, daß nicht hätte erwartet werden tüi fin, cs eristire ein solches noch in unsern Sagen in irgend einem Lande Europas. Die über diese Angelegenheit auch von andern Seiten eingegan­gen Nachrichten führten unglücklicherweise zu dem Schlüsse, daß Hr. Gladstone die Uebelflanbe die er schildert, auf keine Weise übertreibt. Allein Hru. Glad­stones Briefe sind augenscheinlich nicht wie das Pam­phlet, welches Sie infinuirteu , in einem dem König von Neapel feindlichen Geist oder mit fühlbarer Ab- netgung gegen die ständische und monarchische Verfas­sung, welche Se. sicilianische Majestät seinen Unter­thanen garantirt und mit einem königlichen Eid be- schworen hat, geschrieben und veröffentlicht worden; im Gegentheil scheint Hru. Gladstone's Gegenstand viel- niehr den freundlichen Zweck gehabt zu haben, die öffentliche Aufmerksamkeit und die Macht der öffent­lichen Meinung auf Mißbräuche hinzuleiten, welche, wenn sie länger andauern sollten, nothwendigerweise die Grundlage der neapolitanischen Regierung unter­graben und die Bahn zu jenen heftigen Ausbrüchen eröffnen müßten, welche durch die Gefühle einer tief empfundenen, lang Dämmten und weit gehenden Un­gerechtigkeit früher oder später erzeugt werden.... Aber die neapolitanische Regierung wird übel berathen sein, wenn sie sich einbildet, daß ein dünngewobenes Pamphlet von nackten Behauptungen mit sorglosen Verleugnun- gen, gemischt mit groben Ausfällen und Gemeinplätzen auf öffentliche Charaktere und politische Parteien, der Regierung irgendwelchen reellen Dienst leisten oder irgendeinen reellen Zweck werde erreichen helfen, den sie dadurch doch zu beabsichtigen scheint; und ich muß zum Schluffe noch bemerken, daß in Hrn. Mac Far- lane's Pamphlet sowohl direkte als indirekte Zugeständ» Niffe enthalten sind, welche soweit reichen, daß sie die­jenigen Schlüsse, welche er zu widerlegen die Absicht hat, vtelmehr bestätigen. Ich bin it. s. w. Palmerston."