Di« „grtir Teilung" nf$Hnt, mit LuSnahm« 0<4 MvatagS, täglich tu einem Bogen — Der AdonneiuenlSprciS beträgt vierteljährlich hier in Öt-öbaben t 8 45 k„ auSwär.« durch bit 'pvü bezogen mit vertzältntßmäßtgem Aufschläge. — Inserat, werden dereitwilllg ausgenommen und stirb bei ber großen Leidrettung der „greten Zeitung" -et« von wirksamem (4i» fggc. - Die IuserattonSglbüdren betragen für bit oierfpaitige Petitzetle 3 fr.
Die öffentliche Meinung.
X Die öffentliche Meinung hat in Deutschland in den ictzleii Jahren RlesenfM schritte gemacht. Die Volks- stimme lautert sich mehr und mehr zur GolteSstimme. Die Geschichte hält ihr Weltgericht nicht mehr blos über seine Jahrhunderte, über längst vermoderte Zustände und Menschen; nein, ihr Wahrspruch ertönt immer gewaltiger hinein in die jüngste Vergangenheit; was gestern geschah, zieht sie heute schon vor ihr Forum. Das geheime Verfahren, wornach der Nachbar kaum dem Nachbar die Zeitereignisse ins Ohr zu raunen wagte, und die Eingeweihten der Ereignisse ihre Beobachtungen und Mitwissenschaften Memoiren anvertrauten, welche erst lange nach ihrem Tode ins Publikum kamen, ist unrettbar dahin, wie drohend auch die Nestauration der OeffentUchkeit und Mündlichkeit widerstreben mag.
Die Presse ist einmal da; sie hat gewirkt und sie wird sorlwirken trotz Acht und Aberacht — die Volks- presse. Und die Eisenbahnen und Dampfschiffe sind nicht mehr abzuschaffen — „es lhut's halt nimmer- mehr!" Selbst Oesterreich, ja Rußland huldigt dem Dampfe, weil sie müssen, um ihie Völker steuerzahlungsfähig zu erhalten.
Die öffentliche Meinung ist nicht mehr zu bannen; sie ist der Argus mit Millionen Augen geworden und diese Augen lassen sich nicht mehr blenden. Aber vielleicht laßt sich die öffentliche Meinung irre leiten, gängeln?
ES wird Alles aufgeboten, um die Volksstimme zu verführen oder zum Schweigen zu bringen. In allen Städten und Ländern des Festlandes werden kostspielige Versuche gemacht, Blätter zu gründen, welche gegen den Strom arbeittu; aber man baggert und baggert, doch Arbeit und Mühe sind verloren, die Unternehmer zahlen mit Seufzen ihre Zuschüsse Und eine hoffnungvolle Blüthe der „guten Preste" nach der andern fällt ohne Frucht der Vergessenheit anheim.
Die Völker haben etwas gelernt; sie setzen ihren Gegnern eine TheilnahstilöMeit, eine VertranenS- ioslgkcit, eine Kalte entgegen, an denen alles Schmci- cheln und Streicheln, alles Einschüchtern und Maß. regeln zu Schanden wird. Die vis inertiac, volksfeindlichen Bestrebungen gegenüber, beherrscht die Welt.
Mit welchem Lärm z. B. wu den die preußisch! n Landtage angekündlgt und wie kläglich zeigt sich nun tpr Eiche! Das Volk mochte sie nicht, es kümmerte sich nicht um sie, und ihr Wiederaufleben zeigte, daß sie weil von der Volksstimme gerichtet, nur gal- vanisirte Leichen sind. — Welche Mühe hat man sich gegeben, das Volk für dieses und jenes zu gewinnen! Vergebliches Bemühen! Überall stumme Proteste. „Das Schweigen der Völker ist die Lehre der Fürsten!" Doch die jetzigen diplomatischen Größen „können nichts aus der Geschichte lernen." Der Bundes
,/, Aphorismen ans der Mappe eines Verstorbene»
(Fortsetzung.)
Alte S p r ü ch e.
Nenne Keinen einen Hasen, den Du nicht schön im Sack hast.
Wer wenig thun will in der Zeit, hat stets am liebsten prophezeit. _ ,. .
Der unheilbarste Bünde ist, wer Schlüße faßt, ehe er selber schaut.
Die Armuth trägt viel in sich für den, der es zu finden und zu nutzt n weiß.
Ein schlechter Herr, der nicht weiß, wie es dem Knecht zu Muthe ist.
Was blos die Zunge und das Schwert gewinnt, das dauert nicht, es soll alleweil das Herz dabei sein.
Den Fuchs muß man anschauen, wenn er sich von uns wendet, da lernt man ihn am Besten in seinem Wesen kennen.
Willige Esser sind Frennkschaft-Vergesser.
I"" Gib keinem schlechten Manne Golo, er Halts für Blei, wenn Du es wieder forderst.
Den Esel lübmt man, wenn er die Sacke tragen soll; hat er's gethan, findet man ihn mit Disteln ab.
Viel Reisen führt ;u anderem Gestirn , aber Nicht zu anderem Gehirn.
tag ist restaurirt; er macht sich fühlbar als Alpdruck, aber wer baut auf leine Zukunft? Der JesuitiömuS durchwühlt die Völker Europas, aber wer glaubt an die Dauer seiner Triumphes Der Protestantismus der Landeskirchen legt sich jetzt zwar zum Zweck; aber wird er ewig den Mitläufer seines natürlichen Gegners machen können, wenn er nicht zu den Todten geworfen sein will?
Und nun die andere Seite! Ein Wort der Begeisterung und es durchfliegt die Welt; ein Brief, wie der Marseiller von Kossuth, und alle Herzen pochen rascher; ein Blitz am düstern politischen Horizonte und aller Augen leuchten; eine That, welche ein Fortschritt für die Volksentwicklung ist, und die Menschheit fühlt sich elekterisirt auf Tausende von Meilen!
Spürt geheimen Verbindungen nach, wittert Verschwörungen — die Völker lächeln der Verblendung; sie wundern sich, wie es noch Leute geben kann, die das öffentliche Geheimniß der modernen Menschheit nicht kennen — die Allgegenwart, die Allwissenheit und die Allmacht der öffentlichen Meinung! D>e Völker brauchen keine Geheimbünde, keine Bunveszeichen mehr — es besteht eine allgemeine Maurerei, in die Alle, welche einen Blick in die Zukunft, ein Herz für Men- schenwohl haben, emgeweiht sind, eine altgem-ine Maurerei, als deren Mitglieder sich alle Männer und Frauen, Jünglinge utid Jungfrauen, welche den Zeitgeist kennen, beim ersten Tone der Stimme, beim leisesten Händedrucke erkennen; und gegen diese ungeschloffene Gesellschaft vieler Millionen Menschen, was vermögen gegen sie alle Repressivmaß- regelii? Eine Zeitung kann man vernichten; was ist eine Zeitung? Ein Baum in einem Ntwaldk: er fällt, doch der Wald bleibt der Wald! Einen Prediger kann man entfernen, doch das Wiltevangelium verbreitet sich darum doch fort und fort; einen Lehrer kann man absetzen, doch die großen Lehren des Zeitgeistes gehèn ihren Gang; einen Beamten sann man maßregeln, doch das Richteramt der Weltgeschichte ist nicht abzuschaffen.
Gegen die VolkSstiinme, wenn sie einmal bis zur jetzigen Höhe und Einmüthigkeit gediehen, giebt es nur ein Mittelt sich ihr zu unterwerfen! Nur wer sich ihr dienstbar erweist, nicht als Sklav, sondern als freier Mann, wer ihr dient mit bestem Wissen und Gewissen, nur der hat Einfluß auf sie, nur der ist ihr Gebieter. Von ihr gilt, was Christus sagt: „Wer ihr Herr sinn will, der sei ihr Diener!"
Deutschland.
* Wiesbaden, 28. Okt. In einer Korrespondenz der „O.P.A.Zi" wird über die von ter preußischen Negierung der Kölu-Minoener Eisenbahugefellschaft ertheilte Konzession zum Bau der Projektil ten Bahn von Deuz nach Frankfurt a. M. gemeldet, die Bahn werde
Abkunft berühmter Männer.
Euripides war der Sohn einer Fruchlhändlerin; Sokrateö der einer Hebamme; Pindar der eines Flötenspielers; Aesop der eines Sklaven; Aeschines der eines Gauklers; Virgil eines Backers; Horaz eines Freigelassenen; Amyot eines Gerbers; Voiture eines Thorfchrelberö; Lamothe eines Hutmachers; Sirlus V. eines Schweinehirten; Fletcher eines Seifensieders; MasiUoil eines Drechslers; Quinault eines Bäckergesellen; Möllere eines Tapeziers; Jean Jacques Rousseau eines Uhrmachers; Jean Baptist Rousseau eines Schuhmachers; Beaumarchais eines Uhrmachers; Ben Johnsou eines Maurers; Shakespear eines Schlächters; Addison eines LandvikarS; Thomas Moore eines Ge- würzkrämers; Rembrandt eines Müllers; Thorwaldfen eines Bauers; Oehlenschläger eines SchloßovgtcS; Th. Payne eines SchnürbrustmacherS; Burns eines Hirten ; Seume eines Ackermannes; Augereau eines Fruchthandlers; Tellier eines ThürsteherS; Luther eines Bergmanns; Pizarro einer Dieustmagv; Mungo-Park eines DorfbarbierS; Franz Drake eines Matrosen; Oubinot ciiies Krämers; Beranger eines SchneidergesUleN; Richard Bentley eines Hufschmieds; Beethoven eines herumzithrnden Sängers ec.
Aus Jean Pauls Nachlaß.
Möchten Alle, die dem Uebel abhelfen tonnen, folgenden Wunsch beherzigen: „Will denn Via mm den
auf dem rechten Nheinufer bis Ehrenbreitstein, von dort der Lahn entlang über Ems nach Limburg und von dort nach Wiesbaden geführt werden.
Wir schließen an diese Nachricht, über welche wie bald Näheres mittheilen zu können hoffen, folgende Korrespondenzen an, welche über die Pläne der preußischen Negierung in Betreff der westeuropäischen Eisenbahn Winke enthalten, die ganz mit dem übereinstimmen, waS wir früher über diese große Weltstraße entwickelten :
Die „N. Bremer Ztg/" schreibt auS Wesel, 10. Oktober Folgendes: „Der Direktion der Köln-Minde- »er Eisenbahngesellschaft scheint es jetzt mit dem Bau der Bahn von Oberhausen und Arnheim bis zur hol^ ländischen Grenze wirklicher Ernst zu sein, indem sie bereits vor einigen Tagen mehrere höhere Ingenieure und Geometer hierher geschickt hat, welche mit dem 15. d. M. die Aufnahme der RichtungSlinie beginnen sollen. Obgleich diese Arbeit mit Beiseitesetzung aller früheren kostspieligen und zeitraubenden Plane für jetzt nur eine vorläufige, zur eigenen Information für die bauende Gesellschaft dienende Angriffömaßrcgel sein kann und von einer deftultiven Feststellung der Bahnlinie noch nicht die Rede ist, so verlautet doch aus andern zuverlässigen Nachrichten, daß die Richtung von Oberhausen über Srerkreve, Wesel, Einmerich, b s zur holländischen Grenze als feststehend Angenommen werden darf."
Die „N. Zürich. Ztg." meldet aus Zürich, 15. Oktober: „Die Ankunft preußischer Ingenieurs in dee Schweiz, zunt Behuf der Untersuchung der Eisenbahnlinien, ist ein Ereigmß, das alle Aufmerksamkeit in Anspruch nimmt. Preußen scheint sich mit Sardinieir und England zu einer Cöneurren; gegen Oesterreich verständigt zu haben und einrA Anschluß der piemon« tesischen Bahnen an die deutschen, beziehungsweise preussischen, durch die Schweiz vermitteln zu wollen. Daß diese Verbindung ebenfalls im englischen Interesse liegt, das sich durch dieselbe zugleich von Frankreich und Oestereich unabhängig macht, das zeigt der erste beste Blick auf Europa oder die Hemisphäre. Das Interesse, welches das Ausland an dem Durchpaß dec Schweiz alS Handelsweg nimmt, dürfte endlich Dod) genügend sein, den Eisenbahngegnern deS Inlands die Augen zu öffnen und ihnen zu beweisen, daß Das, was andere Nationen so großer Opfer werth halten, für unsern kleinen Fleck Erèt gewiß auch ersprießlich sein müsse."
Der '„Bund" schreibt ütlS Bern über denselben Gegenstand: „Die preuß. Regierung, die schon wiederholt oe» Beweis geliefert hat, daß sie die hohe Wichtigkeit einer Verbindung des Meer Hafen 6 von Genua mit den deutschen Eisenbahn-Linien leicht verkennt, hat einen eigenen Erperte» nach der L-chw.iz gcichickt, Der sich mit allen, eine solche Verbindung beschlagenden Projekten und Plänen besannt machen soll. Derselbe, wie man vernimmt,^ ein sehr
Weg zur Hölle repariern lassen? — Es ist ein Jammer und eine ordentliche Strafe für den, der darauf zu Fuße gehen will, die vielen Reisenden haben ibn verdorben, er ist so kochig, daß man sich alle Auge«, blicke bespritzt, und ich habe einen Kavalier gesehen, der so voll Koth in der Holle ankam, daß es schwer war, zwischen iym und dem Teufel, in Rücksicht der Schwärze, einen linterschied zu machen. Ein Dichter blieb mit dem Pegasus stecken, und meine Herreci, das theure Weggelo l — Die Pferde am Wagen der Psyche werden immer schwächer, so habe ich verschiedene Leute gesehen, die am Ort, wo der Weg zum Himmel aus» biegt (Denn oft laufen sie nebeneinander) hinüber auf diesen sprangen. Oft kann man auf dem Wege Diese» selbst vor Staub nicht sehen , oft geht es durch Kic- chen; dazu kommt noch das unaufhörliche Schreien, so daß man seine Noth hat. Der Weg zum Himmel ist zwar hart, uud gehet über Felsen, aber man tritt doch sicher!
Als die Tugend starb, ließ sie folgendes Testament aufsetzen - die sieben Todsünden waren Zeugen —: „Meinen Körper soll man nicht zur Erde bestatten, sondern ihn unter Die Manschen auStheileu; meine Zunge gewissen Schriftstellern; meine Augen den Gemälden; mein Herz soll man, wie daS Herz der Könige, in eine goldene Kapsel thun: ich vermache eS den todten Königen, Denen ihr Herz herauSgeschnitteu worden, da Die lebendigen meines nicht brauchen."