Handels- und Börfennachrichte«
Wiesbaden, 16. Oct. Weizen 9 fl. 2 kr. Korn 7 fl. 52 kr. Gerste 6 st. Hafer 3 st. 2 kr.
Frankfurt, 16. Okt. Bei der heute stattgehabten 13. Ziehung der 6. Klaffe der 120. hiesigen Stadt- Mterie gewann Nr. 18,024, 7328 , 9879, 19,179, 4387, 7979 jede 1000 fl-, Nr. 12,485 300 fL
Berlin, 14 Oktober. [ÄöL ZtgJ Ausfuhr» Verbote und Verbote gegen Zeitkäufe, wie sie mehrseitig bei der Regierung nachgesucht werden, sollen dem Vernehmen nach nicht erlassen werden, insbesondere weil nach den eingegangenen Berichten der Ausfall in der Ernte mit Ausnahme einzelner Gegenden nicht so groß wäre, als die Spekulation gern glauben machen möchte.
Stuttgart, 15. Oktober. (Schwäb. Ch.) Der Brodpreis wurde gestern wieder erhöht, uud 6 Pfund Kernenbrod kosten 21 kr. So übereinstimmend auch alle Berichte aus unserem Lande die letzte Ernte nur als eine sehr mittelmäßige schildern, und so sehr auch die im ganzen Lande herrschende Kartoffelkrankheit auf die höheren Preise der Brotfrüchte einwirkt, so glauben wir dennoch, daß keine größere Neurung ein treten werde. Die seit Jahren so sehr erleichterte Verbindung der Länder unter sich wirkt großer Theurung (wie auch ebenso zu großem Unwerth) der nothwendigsten Lebensmittel entgegen. Es ist durch lange Erfahrungen bestätigt, daß nie gänzlicher Mißwachs in allen Ländern zugleich eintritt. Wo aber die Verbindungen schlecht sind, wie sie bei uns noch im Jahre 1817 waren (in Ungarn gegenwärtig noch sind) kann der Ueberfluß eines Landes, einer Provinz nicht dem Mangel anderer zu Hülfe kommen. Wir sahen das im Hungerjahre 1817, wo die für Würtemderg in Holland aufgekauften Früchte zum großen Theile erst nach der neuen Ernte ankamen. Gan; anders ist das jetzt geworden. In wenigen Wochen kann man bei geringer Fracht jetzt die größten Mengen von Frucht und Kartoffeln mit Dampfkraft aus Gegenden beziehen, die heuer eine gesegnete Ernte hatten. Auch regt sich die Betriebsamkeit der Einzelnen bereits allenthalben, um Lebensmittel herbeizuschaffen. Es kommen ganze Schiffsladungen von Düsseldorf, Köln und anderen Orten
des UnterrheinS. So haben die Brüder Schuster hiergegen 3000 Säcke Kartoffeln in der Gegend von Köln angekauft, welche zum Theil schon angekommen sind. Bereits sind die Kartoffelpreise auf gestrigem Wochenmarkte wieder etwas zuruckgegangen.
London, im Oktober. Die Getreideernten sind ganz beendigt und ist zu bemerken, daß sie sehr ergiebig ausgefallen sind. Selten vorher war Weizen so wohlfeil , wie jetzt; die schwersten Sorten sind kaum 40 Schill, werth die weniger feinen von 33 Schill, bis nahe an 40 Schill, per Quarter. Kartoffeln sind sehr häufig, wenn gleich nicht ganz frei von Fäulniß.
Berichtig» u.g.
In unserer gestrigen Amsterdamer Handelskorrespondenz muß eS bei der Stelle: „denn Holland allein hat in den Jahren 1846 u. 1847 zusammen 7000 Last Roggen und 23,000 Last Weizen ausschließlich rheiu- wärts erportirt," heißen statt 7000 — 70,000.
Erklärung.
Die „Nass. Allg. Ztg." nimmt es der „Fr. Ztg." sehr übel, baß sie dem Vorstand der hiesigen deutich- katholischen Gemeinde nicht abgerathen habe, eine Entgegnung auf die maßlosen Angriffe und Verdächtigungen gegen die freien und deutschkatholischen Gemeinden in dieser „Allg. Nass. Ztg." zu veröffentlichen; sie nennt oies eine „Albernheit oder Böswilligkeit." Wir wissen sehr wohl, daß es in den Augen mancher klugen Leute eine Albernheit ist, sich einer Sache anzunehmen, gegen welche die Verleumdung jetzt ihre Engros-Ge- schafte treibt; wir wissen aber auch, daß es die Taktik gewisser Leute ist: „Verleumde, es bleibt doch immer etwas hängen." Gegen die Schmähschrift der Herren Dumhof und Ruf, welche die „Nass. Allg. Ztg." ihren Artikeln zu Grunde legt, ist in Nürnberg gerichtliche Klage erhoben worden, die Verfasser aber haben sich
dem richterlichen Spruche durch die Flucht entzogen, also sich selbst gerichtet; kein deutsches Blatt mit Ausnahme einiger bekannten Jesuitenblätter hat diese Schmähschrift zu vertheidigen. oder zu vertreten gewagt. Die überwiegende Mehrzahl der Blätter katholischer wie protestantischer Städte hat dagegen Staunen undfEut- rüstung, ausgesprocheu; die „Nass. Allg. Ztg." machte eine Ausnahme: sie hätte sich daher bei dem Vorstande der deutschkatholischen Gemeinde eigentlich zu bedanken, daß er sie nicht mit dem „Mainzer Journal" u. s. w. in eine Klaffe stellte, sondern sie um Aufnahme einer Entgegnung bat, damit jeder Unparteiische jelberMur- theilen könne. Eine solche Bitte erschien der „Nass Allg. Ztg." „ganz ungeeignet", sie stellte sich da- her mit den Herren Dumhof und Ruf — gelinde gesagt — auf den einseitigsten Parteistandpunkt. Da es der „Fr. Ztg." nun nicht „ganz ungeeignet" erscheint, daß in einer so heiligen Angelegenheit Die Wahrheit zu Tage komme, ,0 bot sie dem Vorstande gern die Hand zur Veröffentlichung seiner Entgegnung. Auf die Schlagwörter „Albernheit oder Bosheit" antworten wir nichts, da darüber zwischen der „Nass Allg. Ztg." und der „Fr. Ztg." zu entscheiden, Sache der öffentlichen Meinung ist, deren Nichterspruch wir uns ruhig unterwerfen. Uebrigens verweilen wir die „Nass Allg. Ztg." auf die soeben in Nürnberg erschienene Erwiderung*) auf die Dumhof-Nuf'fche Schmähschrift; sie möge sich dort zu ihrer Beschämung aus Aktenstücken überzeugen, mit welchen Menschen sie gemeinschaftliche Sache.gemacht, und für welche Menschen sie in die Schranken trat. Wenn es der „Nass Allg. Ztg." um die Wahrheit zu thun ist, so möge sie als Pendant zn ihren vier ersten Artikeln eine Aehrenlese aus den Predigten und Briefen ihrer Gewährsmänner folgen lassen, wozu die Nürnberger Schrift das reichste Material liefert.
Die Redaktion.
*) „Untreue schlägt den eignen Herrn." Erwiederung de» Vorstandes der freien christlichen Gemeinde Nürnberg auf die Schrift: „Unser Austritt aus ven freien.Gemeinden" von Friedr. Dumyos und Gg. Ruf. Motto: „Wo sie hingekommen sind? Je nun! das Abendmahl empfangen sie mit ihren alten Brüdern, mit denen sie doch den Glauben nicht mehr gemein haben, und ihre Kinder lassen sie durch Wasser von der Erbsünde rein waschen, obschon sie an keine Erbsünde glauben, und an Priester schmiegen sie sich an, wenigstens äußerlich und zum Scheine, und lassen sich von ihnen Bußpredigten halten, von denen sie doch nichts wissen wollen. — Alles, Alles, weil es die Verhältnisse mit sich bringen." Ruf, Predigt „das Volk muß Etwas haben."
B e k a kl n t m a ch ii n g c ii.
Taunus
(1062)
Fahrplan für den Winterdienst
Anfang den 15. October 1851,
Züge von Frankfurt nach Castel (Mainz) Biebrich und Wiesbaden.
Abfahrt von
Frankfurt
Ankunft in
Castel "
Abfahrt
von
• Castel
Abfahrt von Biebrich nach WieSbad.
Ankunft in Biebrich und WieSbad.
Ir Personen. und Güterzug,.....
Mrgs.
6. 30
7. 40.
7. 50-55
7. 50
8. 10
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8. -
9. 5
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12. 5
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Nachm.
2. 30
3. 35
3. 40
3. 40
4. —
Sr
Abds.
6. -
7. 5
7. 10
7. 10
7. 30
Züge
Wiesbaden, Biebrich, Castel (2
Abfahrt von
Abfahrt von
Ankunft
Abfahrt
Ankunft
von
Mainz)
WieSbad.
und
WieSbad nach
in
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Frank-
nach Frankfurt
Biebrich
Biebrich
Castel
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Personen« unv Güterzug, .....
Mrgs.
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6. —
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6. 25
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Personenzug .........
*
7. 35
7. 35
7. 55
8. -
9. 5
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10. 25
10. 25
10. 45
10. 50
11. 50
Hr
y .........
Nachm.
2. -
2. —
2. 20
2. 30
3. 35
Sr
Abds.
5. 35
5. 35
5. 55
6. -
7. 5
befördert werden.
KS* Mit den Güterzügen können auch Personen in 2., 3. und 4. Wagenklasse
Außer vorstehenden Fahrten finden noch folgende Extrafahrten statt:
Täglich: von Castel.(Mainz) nach Biebrich und Wiesbaden / 2V uhr Nachmittags.
„ Biebrich nach Wiesbaden ....... s , ____
(1077) Es liegen 17,000 fl. theilweis ju 4% pCt. auSzuleihen.
Friedrich Schaus,
Marktplatz Nro. 12.
(1078) Es wird ein Einsteher gesucht. Von wem? sagt die Erped. d. Ll.
Sonnenberg.
Süßer Aepfelwein ist zu Haven in der Gartenwirthschakt von
[1080]
Friedrich Foths.
c”» Steinkohlen.
Von heute an bis jum 15. November sind bei mit fortwährend beste Ruhrer Steinkohlen zu den billigsten Preisen aus dem Schiffe z» beziehen.
Bestellungen können in % % Maltern bis zur größten Quantität auf der Agentur der Düsseldorfer Dampfschifffahrts- Gesell schuft in Wiesbaden gemacht werden.
Alle Lieferungen werden nur in Scheffel- Malter (Schiffsmaas) verabfolgt. — Zugleich bemerke, daß ich meinen verehrlichen Kunden im Laufe des Winters die Kohlen zu den jetzigen Preise» berechne.
Biebrich, den 16. Oktober 1851.
__________«A ü. Fe »uh ach.
In allen Buchhandlimgen, in Wiesbaden in der H. W. Ritter'schen, ist so eben an- gctommen:
Enthüllungen^der neuesten^Umtriebe
(1043)
der
Die Morgenzü.e von Frankfurt stehen in Verbindung mit.den von Mainz (Castel) und Biebrich abgehenden Dampfdooten nach Cvin, Düsseldorf und dem Nieder-Rhein.
Das Gepäck, welches mit dem Namen des Neiienveii und des Bestimmungsortes versehen sein muß, ist bis zu 40 Pfund frei; das Mehrgewicht rpüd nach den auf den Stationen befindlichen Tarifen bezahlt. Die Effekten müssen spätestens eine halbe Stunde vor den Abfahrten in den Bahnhof abgeliefert sein, widrigenfalls sie erst mit dem nächsten Bahnzug b.fördmt werden können
7 Frankfurt a. M., un October 1851.
Qn Auftrag des Verwaltungsraths der Taunus -Eisenb ahn-Gesell
A Der Direktor
Jesuiten in Deutschland
gegen Fürsten und Völker.
Mit besonderer Beziehung auf die „Neuen Gespräpe über Staat und Kirche." Nebst einem Äbnß der Geschichte des Jesuitenorden».
„Sie bleiben, wie sie gud, oder sie hören nuf." Orbènrgeuerm Ricci, 1772.
Leipzig, Chr. E Kollmann. % Thlr.
In der H. W. Ritte r'schen Buchhandlung in Wiesbaden ist vorrätdig:
Kalender für deutsche Arbeit.
Zweiter Jahrgang. 1832.
- Preis 12 Kreuzer.
Theater zu Wiesbaden.
Samstag, den 18. eDct. Bürgerlich und Nvmautisch. Lustspiel in 4 Akten von Baue < nseid
Verantwortlicher Herausg.ber und Verleger C. R-itter, — Druck der C. Ritter'schen Buchvruckerer.