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kcrfiMidcir und seine Aengstlichkeil P. Bonapartes ohne­hin genug schwierige Stellung noch vermehrt. Ob Oesterreich im Stande sein werde, für den Präsidenten so viel zu thun, als die Anerkennung wenigstens eines Theils des französischen Volkes ihm werth gewesen wäre, ist leicht zu bestimmen. Es ist eben das Unglück ver französischen Regierungen zu allen Zeiten, daß sie den Gefühlen des Volkes keine Rechnung tragen, und diesmal hat sie einen argen Fehler begangen. Girar« din hat Recht, wenn er Leon Fancher fragt:Was haben Sie gewonnen, Kossuth zu verhindern, durch Frankreich zu reisen, und sich von Marseille nach Lon­don zu begeben? Kossuth wäre nur durchgereisb, sein Manifest wird bleiben."

# Paris, 5 October. Der Creton'sche Antrag wegen Zurüübernfung der erilirten Prinzen wird in der National- Versammlung höchst wahrscheinlich durch- fallen, ebenso ein neuer Revisionsantrag; was dann? Zwei Wege stehen dem Elysee offen. Zu dem ersten rathenConstitutionel",Presse" undPayâ", näm­lich daS Gesetz vom 31. Mai anfzugeben und unter dem günstigen Einflüsse dieser Maßregel die Revision und Louis Bonaparte's Wietererncnmmg zu versuchen. Der zweite Weg ist der, welchen die Burggrafen em­pfehlen: das Gesetz vom 31. Mai bleibt, die Wahlen zur Rational -Versammlung .werden um 3 Monate verfrüht, ganz Frankreich wird iw Belagerungszustand erklärt, sobald die Republikaner durch Unruhen gegen diese Maßregeln protestiren, die neue Rational- Ver­sammlung tritt zusammen und nun erfolgt die Präsi­dentenwahl unter dem Gesetze vom 31. Mai und dem Belagerungszustände.

Neueste Nachrichten.

* Paris, 6. Oktober. Die französischen Bean- ten, in den Schwankungen der Politik geübt und aus Selbsterhaltungstrieb mit einer feinen Nase versehen, sollen, so will" man bemerken, seit einigen Tagen merk­lich republikanischer geworden sein. Sie fühlen die Un Haltbarkeit des Faucherschen Systems und bereiten sich auf eine Regierung der Linken vor. Eben so be- merkenswerth ist die republikanische Zuversicht der Pa­riser, welche den Furchtsamen zurufen:Was wollen Sie, eine Nation wie die französische kann nicht un« teraehen!" Man überzeugt sich mehr und mehr, daß es "so nicht länger als bis zur abgelaufenen Frist im Jahre 1852 fortgehen könne. Die Kosiuthsche Af­faire hat den Massen einen Anstoß gegeben, der wun­derbar zu nennen ist. Börse: 3 pCt. 56,20 (Hausse 30 C.); 5 pCt. 91,95 (Baisse 5 C.)

* London, 5 October. Die Sache des Schutz- Systems ist in England jetzt als für immer verloren zu

betrachten; der Protektionismus ist von seinen bedeu­tendesten Verfechtern aufgegeben worden, weil diese klug genug sind, einzusehen , daß länger Protek­tionist zu sein, sich vollständig politisch ruiniren heißt. D' Israeli, Henley, Palmer, Aderley, Harcourt, Clive und Child haben in Sendschreiben ihren Wählern erklärt, daß sie diese Sache als verloren aufgegeben hätten; es gelte jetzt, D'Jsraeli in seinen Bestrebungen für Ermäßigung der Lokallasten, die auf dem Grund und Boden und auf den Ackerbauern ruhen, zu unterstützen. Nicht minder bemerkenswerth ist eine Rede Sir James Grahams in Aberdeen, worin er seine Mitwirkung jur Erweiterung des Wahlsystems zusagte. Die Tories wittern Morgenwind und suchen durch kluges^ Nach- geben zu zeigen, daß sie weiter als ihre Genossen auf dem Kontinent sehen.

B e r m i s cd t e S.

Auf eine in neuester Zeit viel besprochme Ukase eines schlesischen Granden ist folgende gute Satire er­schienen :

Wir, Graf Fuchs, Reichsgraf, Burggraf, Graf an, auf, hinter, neben, in, über, unter, vor und zwi­schen Michelsdorf, verordnen hierdurch dem Corps Unsrer Beamten wie folgt:

1) Der Hausstand Unsrer Beamten hat in der Regel aus Niemand zu bestehen,

2) als aus dem Beamten und seiner Familie. Eltern sind jedoch nicht zulässig. Wer diese haben will, muß es vorher Unsrer Direktion zur Genehmigung anzeigen.

3) Kinder dürfen nur in der von Uns zu be­stimmenden Zahl erzeugt werden.

4) Die männlichen Subjekte müssen mit 14 Jah­ren aus dem Hause gegeben, die Mädchen mit 20 ver- heirathet werden, worüber wir uns Spezialverordnung Vorbehalten.

5) Bildung, weil kostspielig, ist überflüssig. Unsre Leute sind uns ohnehin schon viel zu klug.

6) Die Kleidung der Beamten hat zu bestehen allein in dem, was der Anstand zu bedecken befiehlt. Tuch nicht über 1 Thlr. Oberhemden sind nicht gestattet.

7) Die Frauen und Kinder wollen wir zwar auch nicht leer ausgehen lassen, sie werden sich aber aller derer Dinge enthalten, die Unserm Stande ausschließ­lich gezieinkn, namentlich der Corsets, culs de Paris, I Wattirungen, falscher Haare und falscher Zähne re.

8) Die Wäsche darf, wie es reinlichen Leuten ge­ziemt, nur alle 3 Wochen gewechselt werden.

9) Vergnügungen sind untersagt, ebenso das zweite Frühstück, und behalten wir uns vor, zu verordnen, inwieweit das Mittagessen noch zulässig ist.

Wir erwarten, daß diese Unsre Verordnung in dem Sinne und Geiste aufgefaßt und befolgt werde, in welchem sic erlassen.ist. gez. Fuchs,

Plantagen besitzer."

Haudels- und Börsen, »achrichten.

* Wiesbaden, 8. October. Der Septemberertrag der Taunusbahn betrug 263 fl. 42 fr. mehr als der desselben Monats im vorigen Jahre, doch wurden 408 Personen weniger befördert.

Frankfurt, 7. Octobcr. Bei der heute stattgehab­ten 5ten Ziehung 6r. Klasse der 120ten hiesigen Stadt­lotterie gewann Nr. 18701 10,000 fl., Nr. 15033 5000 fl., Nr. 1812 2000 fl., Nr. 136 3, 569,^16867, 2009 jede 1000 fl., Nr. 18639,^2396, 358, 2529, 4807 jede 300 fl.

Darmstadt, 4. Oktober. Weizen 200 Pfd. 10 fl. 18 kr.; Korn 200 Pfd. 8 fl. 35 fr.; Gerste 160 Pfo. 6 fl. 28 fr.; Hafer 3 fl. 40 fr.; Spelz 3 fl. 45 fr. 1 11**" .«

Frankfurt a. M. , den 7. Oktbc. Schlußjder Bön>.

Pap. |

Hew.

Oesterreich, 5^ MetalliqueS . . . .

ff 4'/z^ . . .

ff 4X ff - '

ff O^ ff . . . * '

ff 4 /s^ ff .

3^ Bankaktien o. Div. . .

500 fl. Loos«.....

250 fl. Loose.....

Preußen, 50 Thlr. Prämienschein« ..."

3%% StaatSschuldsch. 5 105 kr.

Bayern, 3*/,^ Obligationen ...., Berbacher E i se n b a h n - A l t i e n . . Würtemberg, 4'/2X neue Obligationen .

3%% Obligationen . ,.

Baden, 5% Obligationen......

3*/,^ von 1842 . . .

Lotterie-Ani. a 50 fl' bei G. u. S

., fl. Loose vom Jahre 1845 . .

Großherz. Hesien, 3%% Obligationen *

ff ff 4X ff

ff ff 4 /g %

50 fl. Loose. . .

25 fl. Loos« . .

Kurhesse ii, Fnedr.-Wilh.-Norrbahn-Actien

40 Thlr. Loose bei Roihfchilv

Nassau, 3X Obligationen.....

3'/9% bei Rothschild .

25 fl Loose ........

Frankfurt, 3# Obligationen .....

3>/,X ~ von 1839 . .

3*/e von 1846 . .

Taunus- Eisenbahn-Aciien â 250 fl. Holland, 21/*X Integralen ...... Spanien, 3X Innere Schuld..... Polnische Lotterie-Loose 300 fl. . .

500 fl.

Sardinien, 36 FrcS. Loose bei Bethmann . ToScana, 5^ Anlehen in .Lire è 24 kr. . . DiSconto .............

75%

38%

1175

168

99%

89

95 84%

101%

88%

103% 88% 59%

34% 89% 95*4

81%

28

38

33

105% 90% 26% 84

93% 92%

300

58%

84% 36

91*4

65%

88% 94%

84

101%

88/»

103

88

59'4

34%

94%

80%

37% 3^%

25%

83%

92%

92%

297

58% 35%

95% 3

B o- L ^ n rr -t m-ä ch u n g e^

Amtliche Anzeigen. 1

Concurse.

Ueber das Vermögen des Johann Heim­bach und dessen verlebten Ehefrau Margarethe, geb. Wambach, von Niedcrlahnstein, Justiz, amt Braubach, ist der Concurs erkannt und Aquidationstcrmln auf Samstag den 11. October i. I., Morgens 9 Uhr, bestimmt worden.

Ueber das Vermögen des Valentin Di­dinger und dessen zweite Ehefrau Elisabethe, geb. Salzig, von Osterspai, Justizamt Brau­bach, sowie über das Vermögen dessen erster Ehefrau Maria Anna, geb. Groß, ist der Concurs erkannt und Liquidationstermin auf Dienstag den 28. October l I., Morgens 8 Uhr, bestimmt worden.

Ueber das Vermögen des verstorbenen Wittwers Wilhelm Kern Ir zu Delkenheim, Justizamt Hochheim, ist der Concurs erkannt und Liquidationstermin auf den 17. October t. I-, Morgens 9 Uhr, bestimmt worden.

Ueber das V.imöaen der Friedrich Zorn's Edeleute von Catzenelubogor, Justiz­amt Nastätten, ist der Concurs erkannt und Liqmdationstermm auf Donnerstag den 9. Oktober 1. I., Morgens 8 Uhr, bestimmt worden.

Ueber das Vermögen des Heinrich Joseph Henzler und dessen Ehefrau Rostnc, geb. Schunk, zu Rüdesheim, ist der Concurs rkannt und Llpuidation.stermin auf Freitag den 2! November l. I., Morgens 8 Uhr, bestimmt worden.

Ueber das Vermögen des verstorbenen H. RevisionSrathS Johann Friedrich Fran; Di effenbach und dessen hinterlassener Wittwe Philippine Elisabethe, geb Fischer, zu Caub, Justizamt St. Goarshausen, ist der Concurs erkannt und Lrquidatwnstermin auf Dienstag den ltz. Dezember, Morgens 9 Uhr, bestimmt worden.

Ueber das Vermögen des Ludwig Spar­wasser von Sonnenberg, Justizamt Wies­baden, ist der Concurs erkannt und Liquida- rionStermèn auf Donnerstag den 14. October, Morgens 8 Uhr, bestimmt worden.

Ueber das Vermögen der Wittwe des H. Revisors Schäfer, geb. Dorer, von Wiesbaden, ist der Concurs erkannt und Liquidationstermi» auf Donnerstag den 16. October l. I., Morgens 8 Uhr, bestimmt worden.

Auswanderungsanzeigen.

Wilhelm Stöcker von Nister, Jumzamts Hachenburg, beabsichtigt mit Frau und Kinder nach Nordamerika auszuwanvern.

Johann Wiederstein 3r., Wilhelm Uhr und Ludwig Schorr, sämmtlich von Hof, Justizamts Marienberg, beabsichtigen mit ihren Familien nach Teras auszuwandern.

Der Schmiedcmeister Johann Fritz von Eitelborn,"Justizamts Montabaur, beabsichtigt mit Familie nach Amerika auszuwandern.

Tanzunterrieht.

Unterzeichneter beehrt sich hiermit anzu­zeigen, daß er auf mehrseitiges Verlangen diesen Winter Tanzumerrlcht dahier ertheilen wird Zu diesem Behufe habe ich bereits in den VierjahrcSze.ten einen Saal gemiethet, und bin auch erbötig außerdem in Privat- Häusern Unterricht zu ertheilen, namentlich für Kinder, welche Stellung und Haltung im Tanzunterricht erhalten sollen. Diejenigen, welche gesonnen sind Unterricht zu nehmen, belieben sich baldmöglichst zu melden, um passende Emthnluugen der Stunden treffen zu können.

Wiesbaden, den 8. October 1851.

(g. Hirsch, Musik-L Tanzlehrer, (1047) untere Webergaffe. Nr. 40.

Pols] Bekanntmachung.

Die auf Mittwoch, den 1. October d. I., in dem von Nauendorf'schen Land­hause am Kursaalweg anberaumte Versteigerung von verschiedenen gut gehaltenen Mobilien und Hausgeräthen, einem englischen Pianoforte und 2 Wiener FiSharmonika, sowie ein voll­ständiger Reisewagen und mehrere Klafter buchneS Scheitholz, kann auch an diesem Tage eingetretener Hindernisse wegen nicht Statt finden, und ist nunmehr Termin hierzu unw ied er­ruft ich auf

Donnerstag den 9. October d. I., Bormittags 9 Uhr, anberaumt worden. Die Gegenstände können täglich im dritten Stockwerk des bezeichneten Hauses von Jedermann eingesehen werden.

Wiesbaden, den 29 September 1851. Der Bürgermeister.

. Fischer.

Sonnenberg.

(1039; Lüßer Aepfelmost ist zu haben in der Gartenwirtschaft von

Friedrich Foths.

(1036) Wer einen gefälligen braven Mann haben will als Hausknecht oder Bedienten oder um ein Reitpferd zu besorgen, der schicke auf den Heidenberg Nr. 36.

In der H. W. Ritter'schen Buchhand- lm g zu Wiesbaden ist vorräthig:

Staats- und Adreßhandbuch des

Hcrzogthnms Nassau

908) ' für

das Jahr 1851.

Ho«» Deutschkatholischer Gottesdienst

Sonntag den 1 2. Oktober, Morgens 9 Uhr, im Saale des Hotel Schneider in der Spiegel gaffe, geleitet durch Herrn Prediger Dr.

E. Duller. Der Vorstand.

Für Tapeten Bedürfende!

[io«] Große Versteigerung

von sehr schönen Pariser Glanz-Tapeten und Borden zu kleinen und großen Zimmern eingetheilt, anch Hausflur-Tapercn. Die Versteigerung ist Mittwoch den 13. October, Morgens 10 Uhr, im Vergant-Ziinn er, im Braunfels in Franlsukl.

110421 General-Versammlung

de S

Vereins Rnsfnnischer Aerzte.

Zur definitiven Constilmrung des ärztlichen Vereins und zur Rcvifiou der Statuten soll Mittwoch den 15. October, Nachnnttags 3 Uhr, im Gasthause des Herrn Arnold, zu Limburg eine Geneial-Ve>saininlu>ig ver sich bis jetzt gemeldet habendi« Aerzte gehalten werd.».

Außer diesen weiden aber auch Kei mit alle übrigen Herrn College» in Nassau ein­geladen in Limburg zu erscheinen, indem sie in der Veriammlung noch ih-cn Beitritt erklären können. Der provisorische Vorstand.

In der H. W. Ritter'schen BuHhanvInng in Wiesbaden ist erschienen und zu haben:

Das Ern t e f e st.

Eine Acde,

gehalten

im Kreise christlicher Brüder

von

Edncrfi Dusler.

Preis 4 Kreuzer.

Verantwortlicher Herausgeber und Verleger C. Ritter. Druck der C. Ritter'schen Buchdruckcrei.