Einzelbild herunterladen
 

âeihert und ^echt!" «»MWSSSKWSllUIIErS»«^^ ---JL -U« ^'»SSBJSBBUJLJl UJJ-JJjgUg.üBJ. "'< '-'M. 1»_ *LULLLL !»^gl»WLEJff*W*^g£g!^^^ . j1!J«m n i .-^ i i l i u.i . »mgBHB»BMp.r,3,

^ 22^. Wiesbaden. Freitag, 26. September 1831

Einladung zum Abonnement.

Mit dem 1. Oktober beginnt ein neues Abonnement auf die , Frei*13eitung". Tendenz und Haltung unserer Zeitung sind bekannt. Die stets zunehmende Erweiterung ihres Leserkreises ist ihr eine Anregung zu fortwährender Steigerung ihrer Kräfte. Wie bisher wird sie täg­lich in Leit- und Uebersichtsartikeln, in Berichten über die Ständesitzungen, Assisen und sonstigen in den freien Institutionen begründeten Ver­handlungen die politischen und sozialen Angelegenheiten des In- und Auslandes erörtern. Daß sie darin von Mitarbeitern und Korrespondenten lebhaft unterstützt werde, ist Sorge getragen. Auch wird sie ein möglichst reichhaltiges und unterhaltendes Feuilleton bringen.

Bestellungen auf die mit Ausnahme des Sonntags täglich erscheinendeFrere Zeitung" wolle man baldigst machen, in Wiesbaden bei der Expedition (H. W. Ritter'sche Buchhandlung), auswärts bei den zunächst gelegenen Postämtern. Der Abonnementspreis ist vierteljährig hier in Wies­baden 1 fl. 45 kr., durch die Post bezogen mit verhältnißmäßigem Aufschläge. Jnserationsgebühren: die vierspaltige Petitzeile 3 kr.

Freihändler und Schutzzöllner.

X Die Urtheile anH Süddeutschsand über den hannoversch-preußischen Zollvertrag lassen eine gewisse Verstimmung nicht verkennen, doch schmeichelt man sich, und vor der Hand allerdings nicht ohne Grund, daß in der Beibehaltung des Schutzzollsystems eine Konzes­sion gegen den Süden liege. Dieser hat allerdings bei dem Abschlusse eine Berücksichtigung gefunden, welche jenes wichtige Ereigniß vorläufig nur als einen Fort­schritt zu lebhafterem Kampfe zwischen beiden Systemen erscheinen lägt..;

Auch wirtragen den Verhältnissen in sofern Rech­nung", daß wir es vollkommen gutheißen, wenn dem Süden des Zollvereins der Vorwand genommen wird, sich loszusagen, um entweder einen Sonderbund zu ver­suchen , der diesen Bündnern sehr schlecht bekommen würde, oder gar, um sich auf gut Gl ück Oesterreich in die Arme zu werfen. Aber den Einsichtigeren kann es unmöglich noch ein Geheimniß sein, daß es nicht blos Zoll-, sondern sehr triftige speziellere Finanznoth- wendigkeiten sind, welche die süddeutschen Staaten zwingen, beim Zollvereine zu bleiben. Preußen, wenn es aufrichtig und entschieden dem Freihanbels- systeme sich zuiieigt, wie es zu thun den Anschein nimmt, hätte daher immerhin etwas entschiedener austreten dürfen. Jndeßj^Mk lennen za^die Bureaukratie: selbst mit dem besten Willen sammt sie nicht aus dem Dok- lrinärismus heraus. Aufgabe der Freihandelspartei ist es deshalb, dieselbe aus der Halbheit heraus­zu manövriren. Und zum Glück sind unsere Prin­zipien so gut und so handgreiflich für jeden Hube« fangenen unv Uneigennützigen, daßesbeieiner besonnenen und konsequenten Taktik auf unserer Seite nicht fehlen kann, die öffentliche Meinung in Deutsch­land bald vollständig bis auf die Enclaven zu erobern, wo Eigennutz und Furcht im Bunde mit dem Schlen­drian Hieb- und stichfest gegen Grunde sind. Dazu be­darf es jedoch einer tüchtigen Organisation der Partei, wozu bisher nur erst Anfänge gemacht sind. Zwar gehört die überwiegende Mehrzahl derjenigen Blätter, die es ehrlich mit der materiellen Hebung und kommerziellen Einigung meinen, dem Freihandel an. Aber es ist nicht zu verkennen und auch unsern Gegnern nicht zu ver­arge», wenn sie bei ihren bedeutenden Geldmitteln sich zur Erhaltung ihrer Privilegien mehr als die eng­lischen Protektionisten zusammenscharen , neue Organe

Nord ° Amerika s Aufschwung.

England hat sich durch seine eigenen Fortschritte im Verkehr zu Land und zu Wasser seit 30 Jahren sollenden lassen, meinen dieTimes", daß es zuweilen vergißt, wie viel anderswo in derselben Frist im Verkehrswesen geleistet worden; und getreu jener ächt patriotischen Pädagogik, mit der die Presse das engl. Volk auf jede materielle Verbesserung aufmerksam macht, durch die es ein Nachbar übeiflügelt, entwarf dieses Blatt neulich ein statistisches Bild von dem fabelhaf­ten Aufschwung Amerika's. Einzelne Ziffern und Züge dieses Bildes mögen bekannt sein; in der Zusammenstellung aber machen sie trotzdem einen Ein- krnck, der beinahe die ausschweifendsten Prahlereien der Yankees rechtfertigt. Die geographische Gestaltung Nordamerikas, seine stark ausgezackten Küsten, seine zahllosen Flüsse, Ströme und langen Binnenseen erklären die unerschöpflichen Hülfsmittel und die riesige Ausbildung seiner Wasser - Kommunikationen im Innern. Neben den natürlichen Wasserstraßen besitzt die Union aber auch künstliche, und zwar kann ihre Kanal-Schifffahrt sich dreist mit Allein messen, was in vierer Beziehung die ältesten, wohl­habendsten und civilisirteste» Staaten Europas auf- weisen können. Die Kanäle Amerikas bilden zusam­men eine Straßenlänge von 5000 Meilen, deren Bau und Instandhaltung ein Kapital von über 32,000,000

gründen, dieselben stmentgeltlich vertheilen und selbst versuchen, Kuckuckseier in die Nester unserer Partei zu legen. Schon liegt ein eklatantes und sehr lehr- rcicheö, Beispiel dieser Manipulation vor. DieWe­ser Zeitung" ist Freihandels-Zeitung, doch als kon­servativ-konstitutionelles Blatt, das sich nicht selten durch einzelne Mitarbeiter bis zum grauesten Grau des Go­thaismus misbrauchen ließ, huldigte sie auch in den materiellen Fragen mitunter einem Doktrinârismus, der aus den verwickelten Verhältnissen eines Bremer Blattes freilich leicht erklärlich, darum aber doch nicht zu entschuldigen ist. Diese Halbheit benutzend, faßte ein gewandtes Häuflein reicher Bremischer Schutzzöll- ner den Beschluß, ein schutzzöllnerisches Organ zu schaf­fen, wozu der bekannte journalistische Condottiere, Karl Andree, ein Schüler Wolfgang Menzels in der Deutsch- thümelei und ein blinder Nachbeter Lißts in der Han­delspolitik , berufen wurde. Andree war früher in Karlsruhe Vorkämpfer für die Nunkelrübenzuckerprivile- gien, dann in Köln Sprecherder nieverrheinischrn Fabri­kanten, später Schutzzollmatador in Bremen und zuletzt Gothaer an derReichszeitung" in Braunschweig. Auch ist er »»philosophischer Kopf, steifgelehrter Dok­trinär und gewandter Streithahn genug, um bic- ser Position vollkommen gewachsen zu sein, so lange sie eben zu halten ist und von den reichen Kaufleuten unterhalten miro Die Bremer Schutzzöllner verstän­digten sich unter der " Hand mit dem Verleger ver Weser-Zeitung" dahin, daß dasBremische Handels­blatt," das jeden Dienstag erscheinen wird, der ge­nannten Zeitung ohne Kostenaufschlag für die Abon- nenten beigelegt werde, und daß dieWeser-Zeitung" selbst ihre Tendenz nach der der Beilage movifiziren solle! Diese letztere Stipulation gehörte zu teil ge­heimen Artikeln dieses Vertrages, und sie ist erst in diesen Tagen bekannt geworden. Die jetzige Redak­tion derWeser-Zeiturg" reichte hierauf ihre Entlas­sung ein und gab der Lerlagshandlung die bestimmte Erklärung, daß sie, bei der ihr aiigesoiinenen Verlang- nung ihrer Grundsätze, sich außer Stände sehe, chre Funktionen weiter wahrzmehmen. Die angebotene Ent­lassung wurde jedoch acht angenommen, sondern man kam, wie dieBörsenhale" meldet, überein, daß die Redak­tion derWeser-Zeitun" in ihrer vollständigen (?) Unab­hängigkeit erhalten ud dasHandelsblatt" als ein von derselben gänzlichgetrenntes Unternehmen geleitet werden solle. Doch ehält es dabei sein Bewenden, daß die Abonnenten dlWeserZeitung" es als Gra­

Dollars verschlingt. Auf je 5000 Einwohner kommt 1 Weile Kanal; in England kommt 1 Meile aus je 9000 in Frankreit auf je 13,000 Emwohner. Flußdampfschis,»hrt: Es ist jetzt unbestritten,

das erste Dambot, welches zu praktischem Ge- b l4^ im »- 1*8 auf » «..., } scheu New-York u> Albany, fuhr D.e ngenthum- ube Bauart der Hssondampser ist bekannt; sie haben iveber Segel noch ackelwekk, die Maschine» auf dem Deck gehen höchste- 4 Fuß 5 Zoll tief, kurz sie sind vorzugsweise auf chnelligkeit berechnet, weshalb auch Passagier- und EMch-M zwei getrennte Klassen bil­den Man baut Deüervings immer größer und größer. Bou freu 24 Haupw'pfern auf dem Hudson sind manche an 400 F. lang; tdurchschnittliche Länge ist über MF. Die Schifffahrt c den östlichen Strömen hat ubri- aens einen ganzndern Charakter,- als die auf dem Mississippi und ffen Nebenflüsse»; sie zeichnet sich durch S'cherheit-eqnemlichke.t und Wohlfeilheit aus. Auf dm Hudsonnpfern, die 20 bis 22 Meilen in der Stunde mach und cylriidrische Kessel von 10 F. im Durchmesser âu, ist seit 10 Jahren keine Er- vlosion vorgekown. Von der luUrioffen Einrichtung dieser schwimme n Hotels kann man sich kaum einen Begnff machen.uf dem Alida z. B. ist selbst das MaschincnzimmLingsnm mit Spiegeln möblert, in denen man die »ste Bewegung der Maschinerie deut- lich beobachten ki. Das Fahrgeld auf diese» Schiffen

tis-Beilage zu jeder Dienstags-Nummer erhalten. Daß die so erlangte freihändlerischeUnabhängigkeit" der Weser-Zeitung" durch diese Kapitulation höchst frag­lich geworden, bedarf des Beweises gewiß nicht. Die Krisis wird nicht lange ausbleiben und dieWeser- Zeitung" imBremen'schen Handelsblatt" aufgehen oder dieses in jener, was auf eins hinauskommt; eS sei denn, daß die Kaufleute des Handels müde werden und ihre Geldbeiträge zurückziehen, worauf das Schutz­blatt ohne Zweifel eingehen würde.

Dieser Vorfall ist in doppelter Hinsicht lehrreich: einmal für die Zeitungswelt, indem sich hier zeigt, daß die Schutzzöllner nur noch solche Organe für sich ha­ben, die ihnen schweres Geld kosten; zweitens aber, daß die Freihandelsblätter vom Volke eifrig unterstützt werden müssen, damit nicht manche von ihnen der Ver­suchung verfallen, wie die Verlagshandlung derWeser- Zeitung". Ilm er System fällt indeß zum Glück nicht mit solchen eigennützigen Abfällen; wohl aber ist eS dringend nöthig, daß von allen Freunden dieser Sache zu einer besseren Verständignng und geregelterem Zu­sammenwirken Alles aufgeboten werde, damit der Sieg unserer Prinzipien, so gewiß er auch eben wegen der inneren Konsequenz und Wahrheit derselben ist, nicht länger verzögert werde, als es eben durch die äußere» Verhältnisse und ben natürlichen Entwicklungsgang aller neuen Ideen bedingt ist. Wir fordern daher unserer» Kits alle Genossen des Freihandels auf, uns durch Beiträge lebhaft zu unterstützen, damit auch in unserm Kreise diese Sache sich mehr und mehr Bahn breche.

Deutschland.

Kassel, 25. Sept. (Fr. I.) Das Lesen der we­nigen hier gestatteten politischen Blätter ist neuerdings dahin beschränkt worden, daß jetzt kein Blatt von der Post ausgegeben werden darf, bevor nicht dem Stadl­kommandanten ein Exemplar zur Einsicht eingeschickt und von ihm die Genehmigung zur Ausgabe durch Remittirung des übersendeten Eremplars ertheilt wor­den ist. Will nun derselbe eine Nummer unterdrücken, so bedarf es gar keines ausdrücklichen Verbotes; er schickt vielmehr nur das Probeexemplar nicht zur Post zurück. Das Publikum ist dabei natürlich viel schlim­mer daran, als bei einem Verbote; denn hier weiß man doch, wo man daran ist, während man nach jener neuen Manier oft Stunden lang warten muß. So

MWMMMMMMMMMMliMMMi^»

für eine Strecke von 145 Meilen betrug vor 1844 4 Sh. 4 P.; jetzt beträgt es 2 Sh. 2 P., so daß die Meile nicht mehr als % Pf. macht. Es ist nichts Ungewöhnliches, an Bord dieser Paläste Passagiere zu siiiden, die sich für die Dauer der heißen Jahreszeir hier häuslich eingerichtet haben, und für Frühstück, Mittags-, Abendbrod, Bedienung und ein besonderes hübsches Schlafzimmer nicht mehr als 10 Sh. 10 P. per Tag zahlen. Dagegen sind die Mississippidampfer, die oft mit einem Hochdruck von 200 Pf. auf den Quadratzoll arbeiten, wegen ihrer Neigung zu Luft- sprüngen verrufen. Eisenbahnen: Die erste amerikanische Eiseiibahii für Passagiere wurde am letz­ten Dezember 1829 eröffnet. Nach gerade 20 Jahren besaß Amerika bereits 6565 Meilen befahrener Bahn nach der Angabe Dr. Lardners. Heute aber besitzt die Union 10,289 Meilen befahrener und 9632 Mei­len beschlossener Bahn. Es läßt sich aunehineu, daß in wenigen Jahren die Union 20,000 Meilen Eisen­bahn besitzen wird, denn die südlichen Staaten, wo das Bedürfniß derselben eben so groß ist, sind hinter den nördlichen noch weit zurückgeblieben. Freilich ist zu bedenken, daß die Baukosten in England durchschnitt­lich an 40,000 Doll., und in Amerika zwischen 4000 und 6000 D. per Meile machen. Aber diese Wohl­feilheit ist nicht bloß Folge amerikanischer Bodenver- hältiiisse, sondern großentheikS auch ihrer sinnreiche» Oekondtnie im Schienen- und Maschinenbau zuznschrel«