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des von ihnen eingeschlagenen Weges entdeckte; die Flüchtlinge halfen sich aber doch durch. Rödiger ist von Straßburg nach der Schweiz gegangen, Blank- meister gedenkt von Belgien nach Amerika zu reisen. Von dem Tage an, wo Dr. Verkling am Hellen lichten Tage aus dem hiesigen Stockhaus floh, sind derartige Befreiungsversuche in solcher Anzahl unternommen und mit ganz wenigen Ausnahmen auch ausgeführt wor­den, daß man der aufopfernden Theilnahme der De­mokraten an dem Schicksale ihrer emgekerkeeten Gesin­nungsgenossen ebenso, wie dem Scharfsinn und der Ausdauer, welche sie der strengen Wachsamkeit der Be­hörden gegenüber entwickelten, seine Achtung nicht ver­sagen kann. Die Maßregeln, um den oder die Ge» fangenen zuvörderst aus den Mauern des Gefängnisses zu bringen, erforderten gar oft solche Vorbereitungen, daß die ausdauerndste Kraft nöthig war, um nicht die Hoffnung auf glückliche Durchführung des Plans gleich von vornherein aufzugeben; nicht minder klug und treff­lich aber waren stets alle Anstalten getroffen, um den Befreiten, welchen Steckbriefe und Telegraphen auf­lauerten, sicher auf das rettende Schiff oder über die Gränze der Schweiz zu bringen. Man erzählt sich glaubwürdige Geschichten , wie solche Flüchtlinge Mo­nate lang in der nächsten Nähe ihres vorherigen Ge­fängnisses oder wenigstens im nahen Auslande sich ver­steckt hielten (während immer aus der Schweiz oder gar aus Amerika Briefe von ihnen ankamen und na­türlich absichtlich veröffentlicht wurden, in denen sie ihre glückliche Ankunft im gelobten Lande der Freiheit meldeten) und erst dann die Weiterreise nach Bremen oder nach Frankreich re. antraten, wenn sie hoffen durf­ten, daß man sich ihrer nicht erinnere."

Zweibrücken, 10. Sept. (Sp. Z ) Sämmtliche Angeklagte sind freigesprocheu.

Alsenz, in der baicr. Rheinpfalz, 9. Sept. (Pf. Z.) Heute wurden etwa 15 Personen aus dem Landcom- miffariat Kaiserslautern, die im Begriffe waren, nach Nordamerika auszuwandern, von der k. Gensdarmerie, da sie mit einer Auswanderungserlaubniß nicht versehen waren, überhaupt ihnen alle Legitimationen abgingen, arretirt und dem k. Landescommissariat Kaiserslau­tern überwiesen. Nach eingezogener Erkundigung sind die Gensdarmerie-Stationen an der Grenze angewiesen, sämmtliche Auswanderer, die mit A'swanderungser- laubniß nicht versehen sind, zu arretiren, der nächsten Polizeibehörde vorzuführen und von dieser an das Land- commiffariat der Heimathsgemeinde zu verweisen. Auch soll den Agenten, die mit solchen Personen Ueberfahrts- verträge abgeschlossen haben, die Concession entzogen werden.

Stuttgart, 10. Septbr. (N.-Dpfsch.) Bekannt­lich werden auch auf unsern Eisenbahnen ambulante Postbureaus errichtet. Die hiezu erforderlichen Wägen sind in Arbeit und bald vollendet, sie enthalten ein ziemlich geräumiges, mit einem Ofen versehenes Zimmer für den Postoffizianten, der auf jeder Station ein Felleisen abgibt und in Empfang nimmt. Auf dem­selben Wagen befindet sich in Zukunft das ambulante Gefängniß der transportirten Arrestanten.

Wien, 8. Sept. DieNational-Zeitung" schließt eine längere Ausführung über die neue österreichische Anleihe mit folgenden Worten:Der Mangel aller Garantie für künftige Zins- und Capital-Zahlungen, der Mangel aller Garantie für Besserung des österrei­chischen Finanz-Zustandes, und der Mangel aller Ga­rantie für einen dauernd festen Cours der Obligationen das ist die Kehrseite der lockenden Anerbietungen. Die ofsicielleOesterreichische Correspondenz" nennt die neue Anleihe sehr ominös einepatriotische im eigentlichsten Sinne des Wortes"". Ja, sie magpa­triotisch"" sein, auch in dem Sinne, daß die Bethei- ligten vielleicht Gelegenheit haben werden, ihren pa­triotischen Opfermuth zu beweisen."

Prag, 5. Sept. (Dtsch. Ä. Z.) Es geschah nicht ohne Vorbedacht, daß ich so lauge zögerte, über den Eindruck zu berichten, den die letzten Kabinetsschreiben in der Hauptstadt Böhmens hervorgebracht haben. Und wenn Sie mich nun nach einer mehr als zehntägigen ruhigen und unparteiischen Beobachtung fragen, so kann ich mit Bestimmtheit und allen gegentheiligen Berichten zum Trotz behaupten, daß jener Nachhall bei dem weit größten Theile unserer Bevölkerung ein schmerzlicher, tief verletzender war. Es bedarf wohl keiner langen Auseinandersetzung, daß nur allein zwei Parteien über die neuesten Ereignisse in Oestreich zu jubeln sich be­müßigt fühlen: es sind dies die beiden Ertreme der Ultrareaktionären und der Ultraradikalen ; alle in der Mitte stehenden Fraktionen, man nenne sie Konstitutio­nelle, Konservativ-Liberale, Konservative, kurz alle, welche statt der Sprünge im politischen Leben einen regelmäßigen Gang, statt den Contrerevolutionen und ihren Zwillingsschwcstern, .den Revolutionen, eine ver­nunftgemäße friedliche Entwicklung der staatlichen Ver­hältnisse wünschen: sie können nicht anders als die neuesten Entschlüsse der östreichischen Regierung bedauern. Denn darüber kann sich doch Niemand täuschen, daß mit dem 26. August 1851 Oestreich vollständig aus der Reihe der konstitutionellen Staaten herausgetreten ist.

Spanien.

Madrid, 5. Sept. (Köln. Ztg.) Laut Privat- Nachrichten aus Lissabon vom 2. d. M. zieht sich

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dort das Unwetter gegen Saldanha immer mehr zu­sammen; der Marschall hat bereits allen Credit beim Volke verloren. Einen eigentlichen Anhang hat er nicht, denn das Landvolk ist meistens miguelistisch ge­sinnt, und die Zahl berer, die nur Rettung für Por­tugal durch eine Vereinigung mit Spanien ersehen, wird mit jedem Tage größer. Die Königin ist gar nicht beliebt und wird selbst von ihrem Gesinde mehr gefürchtet als geehrt. Der König, welchem das Volk einen Beinamen gegeben, den der Anstand mir gebie­tet, Ihnen zu verschweigen, ist weder beliebt noch un­beliebt. Er ist auch eine rein politische Null und be­schäftigt sich mit weiter nichts, als mit Musik und Malerei. Man fängt jedoch au, ihm jetzt mehr Auf­merksamkeit zu schenken, vorzüglich seitdem es bekannt geworden, daß er so viele Millionen von seinem Va­ter geerbt habe, er galt nämlich für sehr arm. Dieses Gerücht wurde absichtlich von den Miguelisten unter­stützt.

I t a l t e 8.

Mailand. (Schw. Bl.) Der Gensdarme, wel­cher den kürzlich erschossenen Tapezierer Sciesa verhaf­tete, ist ermordet worden. 64 Familien, die am Geburtstage des österreichischen Kaisers keine Teppiche aus den Fenstern hängten, sind jede zu 60 Lire Buße verurtheilt worden.

Schweden.

Stockholm, 4. September. Der Reichstag ist heute vom König geschloffen worden. Die Thronrede läßt sich über die Reformfrage 'nur kurz folgenderma­ßen aus:Der Entwurf wegen Reform der National- Vertretung, den Ich den Reichsstänven während ihrer letzten Session mitgetheilt hatte, ist vom gegenwärtigen Reichstage nicht angenommen worden. Von Ihnen, Meine Herren, hängt jetzt die weitere Entwickelung dieser wichtigen Frage ab, und Ihr Patriotismus bie­tet Mir eine hinlängliche Bürgschaft dafür, daß Meine Hoffnungen keine Täuschung erfahren werden." Der übrige Theil der Rede bietet Nichts von Bedeutung.

Großbritannien.

London, 9. Sept. DasMorning Chronicle" hält verschiedene Veränderungen im Cabinet noch vor Ablauf dieses Jahres für wahrscheinlich, wenn nicht gar für unvermeidlich, da einzelne Mitglieder des Mi­nisteriums ihr Gesundheitszustand zum Rücktritt nöthi­gen werde.

London, 10. September. Ein eigenthümliches Schauspiel wird heute in Westmünster aufgeführt. Das alte Haus der Gemeinen mit seinem Inhalt ist unter den Hammer gekommen. Die Bänke, auf wel­chen Canning, Copley, Brougham, Peel, Russell, Stan- Lg und Graham gesessen haben, werden heute als al­tes Gerümpel versteigert. Der Sessel des Sprechers ist bei Seite geschoben. Die Versteigerer nehmen den Platz des Sergeant at Arms ein, und wo früher die Vertreter des englischen Volkes im vollen Bewußtsein ihrer Würde zu sitzen pflegten, haben sich jetzt Schaa- ren von Trödlern behaglich niedergelassen. Einem sen­timentalen Gemüthe kann bei der Sache leicht wie bei der Entweihung eines Heiligthums zu Muthe wer­den. Man erwartet, heute durch den Verkauf etwa 1200 Pfd. St, zu lösen.

Nach dem zuletzt aufgenommenen Census hatte London im Jahre 1841 nur 263,787 Häuser und im Jahre 1851 schon 307,722, also fast um sieben- zehn Prozent mehr, von denen jedoch 16,889 nicht bewohnt sind. Am meisten hat der Distrikt Kenfingtou zngeuoimncn, der 1841 blos 10,962 und schon 1851 17,292 Häuser hatte, und der Strich von Islington, wo es im Jahre 1841 nur 8508, und im Jahre 1851 13,558 bewohnter Häuser gab; unbewohnter Häuser gab es dort 184! nur 293 und jetzt 653, dabei sind noch 539 Häuser. im Bau begriffen. Die City hin­gegen hat abgenommen, indem dieser Sladttheck 1841 7 921 bewohnte Häuser hatte und 1851 blos 7329, also einen Ausfall von 592. Unbewohnte Häuser zählte die City im Jahre 1841 573, und im Jahre 1851 1127.

Eines der größten Dampf-Paketboote, die bisheran in England gebaut wurden, ist die ihrer Vollendung entgegengeheudeDemapara", zum westindischen Post- schiff bestimmt. , Das ungeheure Schiss ist 316 Fuß im Aeußeren und 282 im Innern lang, 41 Fuß breit und bei den Radkasten 75 % Fuß. Das Hanpideck ist 26 Fuß 8 Zoll tief und das Spardeck 7 Fuß. Es trägt das Schiff nach neuem Maß' 3000 Tonnen und hat zwei Maschinen mit 750 Pferdekraft oder 24,500,000 Pfund. Die Cylinder sind 96zöllig.

Republik Frankreich

* Paris, 11. September. Dascomplot cos- mopolite, wie die Pariser das unnennbare Ding, um welches Carlier so viel Lärm machte, jetzt spöttisch nennen, schrumpft mehr und mehr zusammen. Es ist wie­der eine Anzahl Verhafteter frei gelassen und dieMauö", welche der kreisende Berg gebar, wird in einer mäßigen Anzahl Angeklagterwegen ungesetzlicher Verbindung" vor die Assisen kommen. Nichts desto weniger ver­fährt Carlier mit unerhörter Strenge gegen dieFrem­den," von denen Schaaren binnen 24 Stunden Paris verlassen mußten. Es ist Thatsache, ganz Frankreich soll in ähnlicher Weise wie die Hauptstadtberuhigt" werden. In Paris verfallen den neuesten Angaben nach min­

destens 50,000 Ausländer der Carlierschen Ordonnanz. Börse: 3pCt. 56 (Baisse 206.); 5pCt. 92, 15 (Baisse 20 C.)

Amerika.

Aus Brasilien wird gemeldet, daß General Ur- qniza an der Spitze von 8000 Mann in Banda Oriental eingerückt ist. Am 14. August sollten die Feindseligkeiten zwischen Buenos-Ayres und Brasilien beginnen. Berichte aus Neugranada vom 17. Aug. bestätigen den Ausbruch einer Revolution; Ge­neral Borrera steht an der Spitze derselben.

New-Aork, 30. August. Der spanische Consul in Neu-Orleans ist am 28. August von seinem Posten zu- rückgetreten und hat seine Landsleute dem Schutze des englischen und des französischen Con uls anvertraut. Seine Papiere jatte ihm der Pöbel weggenom­men. In allen Staaten der Union sind an spanischen Bürgern Mißhandlungen verübt worden.

Australien.

Nachrichten ans Sydney vom 29. Mai und auS Bathurst vom 24. Mai bestätigen die Entdeckung der Goldminen in der Nähe des letzteren Ortes. Die Zahl der Goldjäger betrug bereits 1500. Einzelne dersel­ben gewannen wöchentlich Gold zum Werthe von 20 bis 40 Pfd. St.

Vermischtes

w Die Deutschen haben sich bekanntlich ost lustig gemacht über den Mangel der Franzosen an Geographie und über ihre spaßhaften Namenverdrehungen. Die N. Oder-Zeitung" macht aber jetzt darauf aufmerk, sam, daß die deutschen Blätter sich einstimmig von den Franzosen über den Aufenthaltsort des Grafen Cham­bord haben täuschen lassen: es ist ein altes deutsches Dorf mit Namen Froschdorf, das die französische Aussprache in das romantische Frohsdorf umbildete. Wir werden in Zukunft also immer den Froschdorfern die Ehre geben, die ihnen gebührt.

In Paris hat man ein neues Mittel entdeckt, um die Wachsamkeit der französischen Polizei schnell auf den Punkt der Gefahr zu lenken! Ein betrunkener Kutscher jagte wie toll über die Boulevards, regalirte das nahestehende Publikum mit Peitschenhieben und be­nahm sich derart ercessiv, daß nichts übrig blieb, als bei der Polizei Abhülfe zu suchen. Doch vergebens, weit und breit war keine Spur eines Agenten; da entschloß sich der Muthigste unter dem bedrohten Pub­likum zu einem verzweifelten Schritte, ließ durch die Straßen der Hauptstadt der Republik sein weithin tö­nendesVive la Republique! erschallen, und die Beschwörungsformel war gefunden, um die unsichtbare Polizei ans Tageslicht zu zaubern.

Nassauer!

Am verflossenen Sonntag erlebten wir in unserer Nähe eine Frier seltener Art, es war nämlich die Einweihung des im Schloß Langenau ge- gründeteteu Hospitals, zu der sich aus Nah und Fern eine große Anzahl Menschen eingefnnden hatte. Der feierliche Akt begann mit Glockengeläute von der benachbarten katholischen und evangelischen Kirche her, worauf die Schuljugend der umliegenden Dörfer Obernhof und Weinähr unter Anführung ihrer Lehrer, des Herrn Schneider und Herrn Stahl,'gemein­schaftlich ein Lied sang. Nach der kurzen Eröffnungs­rede eines Comitemitglieds, Dr. Haupt, hielten nach­einander der evangelische Geistliche von Obernhof, Hr. Pfarrer Zeiger und der katholische von Arnstein, Hr. Pfarrer Görner, beide im Amtsornat, sehr passende, erhebende Ansprachen, welche sie mit schönen Gebeten auf das glückliche Fortbestehen und Gedeihen, der An­stalt, das ohne Gottes Segen nicht möglich sei, endeten. Zwischen den einzelnen Rednernklangen die Gesänge der Schuljugend, und den Schluß machte der herrliche Cho­ral Te deum laudamus, in den alle Anwesende in höchster Erregung einstimmten. Kühn kann behauptet werden, daß Keiner unerbaut den Ort verließ, bei der besonders das freundschaftliche und herzliche Zusammen­wirken der Katholiken und Protestanten einen wohl­thuenden Eindruck machte.

So wäre denn der schwierige Anfang glücklich über­wunden, und die für Kranke aller Confessionen bereit stehenden 5 Betten werden wahrscheinlich schon im Ver­lauf dieser Woche alle besetzt werden. Hoffentlich las­sen Kleingläubige, welche die Durchführung des Un­ternehmt für unmöglich hielten, jetzt, nach gegenthei- liger Erfahrung, ihre Beiträge reichlicher fließen, so daß nicht blos der Fortbestand der Anstalt, der schon jetzt ziemlich gesichert ist, sondern auch das gedeihliche Wachsen derselben ermöglicht werde.

Hospital Langenau.

Ferner sind an Beiträgen ein,gegangen:

Mehrere Ungenannte durch die Redaktion derFreien Zeitung" . . ......10 ft. fr.