Einzelbild herunterladen
 

das Ansinnen gestellt, die Wamm Derjenigen zu nen> nen, die dies Werk gekauft, um es dort aufzusuchen und zu vernichten. Das Buch enthält hauptsächlich, außer dem Kampfe gegen grasten Aberglauben, Be­trachtungen über Himmelskunde und Erdbildungsge­schichte, welche das alte und doch ewig neue Evange­lium der Natur entrollen, ein Evangelium, das freilich mit den Lehren der Jesuiten und Finsterlinge aller Färbung nicht in Einklang zu bringen ist.

Stuttgart, 10 Sept. Die heute ausgegebene Nr. 22 desRegierungsblattes" enthält unter Anderem die Bekanntmachung,' daß zu den dem Postvereine noch nicht beigetretenen Theilen des fürstlich Thurn- und Taris'schen Postgebiets auch die Hohe mzo l l er n'schen Lande gehören. Die Stammburg Zollern gehört also nicht zur hohenzollern'schen Gesammtmonarchie?

Hannover, 10. Septbr. (Z. f. Nordd.) Gestern Nacht etwa um 11 Uhr ist der Angeklagte Stechan aus der Haft entsprungen. Derselbe war in einem Verwahrsam des Stadtgerichts betnurt und sollte heute in ein festeres Gefängniß vor dem Cleverthore gebracht werden.

Vom Rheine, 9. Sept. (Köln.Z.) Es gewährt große Genugthuung, daß der Erfolg der Unternehmung des Prinzen Albert die Erwartungen noch weit über­trifft. Namentlich sind die praktischen Folgen, welche die Ansstellung auch für unsere deutschen Fabrikanten gehabt hat, sehr erfreulich. Es laufen eine Menge Bestellungen ein, und einzelne deutsche Fabrikanten haben mit Einem Male Weltberühmtheit erlangt. Zu diesen gehört namentlich unser Landesmann Hr. Krupp. DerConstitutionnel" bemerkt über dessen unvergleich­liche Stahlwaaren Folgendes:Die Engländer haben im Glaspalaste sehr schöne Stahlsachen, namentlich Proben von Gußstahl ausgestellt. Besonders fielen die von Naylor, Vickers u. Comp. aus Sheffield einge­sandten Gegenstände auf. Eine Erscheinung jedoch, welche man nicht erwartet hatte, ist die, daß die Eng­länder trotz alles Rufes, den sie in Bezug auf die Fabrikation von Gußstahl genießen, ganz entschieden von einem deutschen Fabrikanten, Hrn. Krupp, geschla­gen worden sind, dessen Einsendungen allgemeine Be­wunderung erregt haben. Hr. Krupp hat ein 4300 Pfb. schweres Stück Rohstahl ausgestellt, eine Kanone von dem schönsten Stoff und der schönsten Arbeit, einen Cuiraß, welcher biscayischen Büchsen Stand hielt, wie­wohl es dünner ist, als die Cuiraffe von gewöhnlichem Stahl, endlich Cylinder zum Plattiren und zur Anfer­tigung von Bijouterieen. Das Etablissement des Hrn. Krupp befindet sich in Essen. Er bedient sich eines eigenthümlichen und unbekannten Verfahrens, das es ihm möglich macht, dem Gußstahl je nach dem Ge­brauch, für welchen er ihn bestimmt, eine zarte oder kräftige Qualität zu geben."

Berlin, 8. September. Der Schauspieler Tere- ziak, welcher wegen seiner Theilnahme am badischen Aufstande vom Schwurgericht einmal zum Tode ver- urtheilt, dann, nach erkannter Nichtigkeit des Urtheils, von einem anderen Schwurgericht freigesprochen, ent­lassen wurde und sich nach Amerika begab, ist zetzt schließlich vom Obertribunal wegen Hochverraths zum Tode mittelst des Beils verurtheilt worden.

Berlin, 10. September. Ueber den Handelsver­trag zwischen Preußen und Hannover bringt dieSp. Ztg." folgende Andeutungen:Preußen und Hannover haben jetzt nur einen Präliminarvertrag abgeschlossen, indessen enthält auch dieser schon bindende Bestimmun­gen, welche in den demnächst zu eröffnenden Verhand- langen ihre volle Kraft erhalten werden. Als An­fangspunkt für den Beitritt Hannovers zum Zoll­verein ist der 1. Januar 1854 festgesetzt, d. h. der Tag, mit dem die jetzigen Zollvereinsverträge über­haupt ablaufen, wenn sie nicht in der Zwischenzeit erneuert werden. Der Hauptpunkt des Vertrages vom 7. September ist nun, daß Hannover für die Verhandlungen, welche über die Fortdauer des Zoll­vereins gepflogen werden sollen, als Mitpaciscent em- tritt, und daß also ohne seine ausdrückliche Zustim- mung nichts hierüber beschlossen werden kann. Einzelne Bestimmungen sind natürlich in dem Präliminarver­trage noch nicht vorhanden, sondern es sind nur die allgemeinen Grundsätze dafür aufgestellt worden. Diese besagen, daß Hannover sich dem Steuersystem Preußens anschließt, und daß für die Verhandlungen über die ein­zelnen Tarifsätze, die Zollgesetzgebung und die ganze Organisation des neuen Vereins die des Zollvereins und nicht die des Steuervereins zum Grunde gelegt werden sollen. Hannover hat darauf bestanden, daß die Schutz- oder Finanzzölle des Zollvereinstarifs keine Erhöhung erfahren dürfen, sondern den Umständen entsprechend ermäßigt werden sollen. Einen besonders wichtigen Gegenstand der Verhandlungen werden die Bestimmungen über den Verkehr mit den Gegenstän­den der eigenen Produktion und des inneren Ver­brauches bilden, wie Taback, Wein, Branntwein Salz, Bier, Rübenzucker rc., welche zum Theil in Hannover gering besteuert sind und nicht auf die Höhe der Besteuerung im Zollverein^ können gesetzt werden, wie denn namentlich das Salz zu den im Steuerverein geltenden Preisen, bei den unsrigen, nicht wird eingeführt werden können. Einen andereu höchst wichtigen Gegenstand bildet der Zucker, bei dem sich wahrscheinlich verwirklichen wird, was schon viele Stimmen im Zollverein gefordert haben, daß Colonial-

und Rübenzucker gleich gestellt werden. Ueber alles dieses wird die unverzüglich nach Berlin zu berufende Zollkonferenz zu entscheiden haben. Um die betreffen­den Arbeiten vorzubereiten und mit Preußen die Ver­einbarung im Detail zu bewerkstelligen, wird der Bevollmächtigte von Hannover, Klenze, hier ver­bleiben."

Gestern Abend gegen 6 % Uhr ist der König mit einem Ertrazng der niederschlesisch-niärkischen Eisenbahn eingetroffen.

Hamburg, 7. Sept. (Köln. Z.) Von Preußen und jOesterreich ist an unseren Senat ein Abmahnungs- schrcibeii gegen die Einführung unserer Verfassung er­lassen worden. Diese Verfassung ward bekanntlich von den neun Vertrauensmännern aufgcftellt als.E ssatz für den unbrauchbaren.Entwurf, welchen die Radikalen der Constituante zu Stande gebracht. Eine Schrift zur Vertheidigung jener Verfassung ist dem Könige von Preußen überreicht worden.

Wien, 6. September. DieNational-Zeitung" schreibt über die neue österreichische Anleihe:Endlich ist sie da, die viel besprochene, lang erwartete öster­reichische Anleihe, hoffnungsvoll den Finanzmänneru, drohend dem Gewerbtreibenden. An einem Sonntags­morgen, wo der Banquier und der Rentier in der be­sten Sonntagslaune ist, erscheint sie, um ihm die Ruhe desganzen Tages zu rauben. An einem Sonntags­morgen erscheint sie, nicht etwa auf den Flügeln des Elektromagnetismus, nicht etwa in der Gala des Reichsgesetzblattes" oder derWiener Zeitung," nein, in einem Inserate derVossischen Zeitung," eingerückt vom Banquierhaus Bleichröder, bescheiden freilich, aber sir und fertig, wie Minerva aus dem Haupte des Ju­piter. An einem Sonntagsmorgen, wo nirgends sich die Börse versammelt, wo also nirgends sich sofort eine allgemeine Meinung über die Vorschläge des Fi­nanzministers bilden kann, überrumpelt derselbe mit Programm und Aufforderung die Börsenmänner des hiesigen, und wahrscheinlich aller größeren Börsenplätze des Continents. Nur ein Börsentag, der Montag, ist noch offen, am Dienstag sbeginnt die Einzeichnung. Also rasch entschlossen, wer gewinnen will! Wer in den ersten acht Tagen (bis zum 16ten) zeichnet, erhält einen Rabatt von 2 pCt., wer in den zweiten acht Tagen (vom 16. bis^ zum 23. d. M.) zeichnet einen Rabatt von 1 pCt., wer bis zu den letzten vier Ta­gen (vom 23. bis 27.) zögert, erhält gar keinen Ra­batt. Wer 50,000^ fl. auf einmal zeichnet, oder bis zu diesem Betrage Subscriptionen sammelt, und inner­halb der Subscriptionssumme die Cautionsfrist von 10 pCt. des Gesammtbetrages einzahlt, erhält noch ein Profitchen von % pCt. Daruin seine (Überlegung, keine Zögerung, ihr kleinen Capitalisten, benutzt den noch offenen Montag, affociirt Euch, schießt Eure Er­sparnisse zusammen, schlagt Eure Aktien los; bringt Ihr in den ersten acht Tagen eine Zeichnung von 50,000 fl. zusammen, so habt Ihr einen Gewinn von 2V2 pGt., in den zweiten acht Tagen nur 1 */a pCt, in den letzten 4 Tagen nur % pCt. Eilt, den höch­sten Gewinn zu erhaschen, stürzt Euch blindlings hin­ein! In der That, Herr von Krauß hätte keine gün­stigere Zeit zur Ueberrumpelung der Börsen wählen können. Im Handel, in den Gewerben Geschäftstille und geringe Nachfrage nach Capital, ein verhältniß- mäßig hoher Stand der Aktien und Staatspapiere, vermehrte Depositen, vermehrte Baarvorräthe, ver­mehrte Anhäufung unbeschäftigten und Beschäftigung suchenden Capitals in den Banken wie sollte er nicht hoffen können, viel, sehr viel in den Netzen sei­ner glänzenden Bedingungen zu fangen? Wirft er doch seine Netze zugleich, zu derselben Stunde wahr­scheinlich, auf allen größeren Börsenplätzen des Conti- nents, in Wien, Frankfurt a. M., Stuttgart-, Amster­dam, Brüssel, Antwerpen, Paris, Hamburg, Berlin und Breslau aus! Setzt er doch die Capitalien des ganzen Continents in Contribution, um 85 Millio­nen Gulden zusammen zu bringen! Gleichwohl bleibt ! es sehr zweifelhaft, ob das Vertrauen, zu den österrei­chischen Finanzen groß genug ist, um auch nur 85 Millionen durch gleichzeitige Zeichnung auf dem gan­zen Continent ui schaffen. Das scheint Herr v. Krauß auch wohl gefühlt zu haben. Er hat deshalb die Be­dingungen der Anleihe so angelegt, daß der Zweifel am Credit durch die Lust zu allerlei großen und klei­nen Nebengewinnsten überboten wird, daß die Agio­tage sich der Operation bemächtigt und ihm Summen in die Hände spielt, welche die ruhige Neberlegung des Capitalisten, der eine sichere zinsbare Veranlagung sei­ner Gelder wünscht, ihm versagt haben würde. Da­her die Ueberrumpelung der Börsen zur Zeit der Sonntagsruhe, daher der nahe Termin einer Zeich­nung, welche ihm möglicher Weise noch weit über 85 Millionen eintragen könnte; daher endlich die kleinen der raschen, das heißt unüberlegten Subscription ge­währten Prämien. Die Bedingungen der Anleihe selbst tragen einen ähnlichen Charakter. Der Zweck der An­leihe ist offenbar, die österreichische Valuta wieder her- zusteUen, d. h. den Courö des österreichischen Papier­geldes auf Pari zu bringen, so daß ein Gulden Pa­piergeld oder Banknote einem Gulden Conventionö- münze gleich gilt. Deshalb sollen % der auf die An­leihe Ankommenden Gelder zur Einlösung von Staats­papiergeld, welches nach der Einlösung vernichtet wer­den soll, verwandt, und mit dieser Erlösung soll spä­testens am 1. Februar 1852 begonnen werden. Am 5. September galten an der wiener Börse 121 Gul­

den wiener Banhalnta gleich 100 Gulden Silber. Der Finanzminister legt seinen Bedingungen, welche er denen stellt, die ihre Einzahlungen in Silber -ma­chen wollen, die Annahme zu Grunde, daß das Sil­ber-Agio noch im Lufe dieses Monats von 21 auf 17 Procent fallen und nach und nach weiter sinken werde, bis Ende Oktober nächsten Jahres der Pari-Cours er­reicht sei. Wäre die Anleihe auf solide Capitalisten berechnet, welche ihre Capitalien sicher und gegen, gute Zinsen anlegen wollen, so würde sie unabhängig von den Schwankungen der österreichischen Valuta hinge­stellt sein, die Einzahlungen wären in Silber gefor­dert und die Zinsen in Silber versprochen. Der Fi­nanzminister hat aber dadurch, daß er den reellen Betrag der Einzahlungen und eines Theiles der Zin­sen von den Schwankungen ^der Valuta abhängig macht, die Spekulation auf diese letzteren und damit die Agiotage zu Hülfe gerufen, aus dem Geschäfte der Capitalö-Veranlagung ein Wett- und Spiel- geschäft gemacht." "... .

Wien, 9. Sept. Man liest imLloyd":Unser Berliner Corresponvent schreibt uns, daß dieser Tage in Berlin eine: russische Note des Inhalts eingegangen sey, daß das St. Petersburger Cabinst nicht allein dec Idee des Eintritts des österreichischen Gesammtstaates in den deutschen Bund, sondern auch dem Ausspruche der beiden deutschen Großmächte, die Sache als eine rein deutsche -Angelegenheit zu betrachen, vollständig beipflichtk."

<d V s ß d r t t a K ?r i e

London, 8. Sept. Das Handels-Ministerium hat so eben den Bericht über den Ertrag der Accise wäh­rend der ersten Hälfte des laufenden Jahres veröffent­licht. Die vier Hauptgegenstände, welche für die Ac­cise _ in Betracht kommen, sind Malz , Spirituosen, Seife und Papier. In dem erwähnen Zeitraume sind 24,364,539 Bushels Malz und 11,326,637 Gallonen Branntwein versteuert worden. Das Papier liefert zu den Staatseinkünften jährlich einen Beitrag von etwa 800,000 L., die Seife von 1,000,000 L. Die in den sechs ersten Monaten dieses Jahres in England versteuerte Quantität Papier beläuft sich auf 53,654,000 Piunv, während sie in der ersten Hälfte der Jahre 1844, 1845 und 1846 durchschnittlich 44,466,000 Pfund nicht überstieg. Danach würde sich ein Zuwachs von beinahe 2t pCt. ergeben. Für Schottland stellt ein ähnlicher Vergleich eine Zunahme im Papierver­brauche von mehr als 46, für Irland von beinahe 42 pCt. heraus. In England ist in der ersten Hälfte des gegenwärtigen Jahres von mehr- als - 82,356,009 Pfund Seife Steuer entrichtet worden. Diese Quan­tität , gleichmäßig unter eine Bevölkerung von 18 Millionen Seelen vertheilt, würde auf den Kopf jähr­einen Seifenverbrauch von mehr als 9 Pfo. geben. Doch verhindern uns zwei Gründe, dies als das wirkliche Maß, welches die Bewohner Englands surschnittlich an Seife verbrauchen, anzunehmen. Einmal nämlich wird eine große Quantität Seife, deren Betrag sich nicht ermitteln läßt, zu Fabrikzwecken verwendet, und sodann wird allen Accise-Borschriften und Accise-Maß- nahmen zum Trutz sehr viel Seife angef«Kiqt, welche gar keine Steuer entrichten. Ein Vergleich mit den Jahren 1844, 1845 und 1846 ergibt für England im Seifen-Verbrauch eine Zunahme von 10, für Schott­land von beinahe 30 pCt. In Irland ist die Seife bekanntlich acctfefw'.

London, 8. September. (Wes.-Ztg.) Die Nach­richten über die Auffindung der australischen Goldlagec haben schon Zeit genug gehabt, eine sichtbare Wirkung auf Markt, Stimmung und Entschlüsse in England auszuüben. Das Rhedereiintercsse ist vollständig auf dem Auslug; die sonst so außerordentlich herabgedrück­ten Frachfanerbieten fangen an, schwieriger zu werden; die Schiffe werden so bald als möglich auf hier beor­dert, und die geeignetsten Exportartikel haben besonders in Liverpool eine Hausse ei fahren , während kurz vor­her noch der Markt kein allzu günstiges Ansehen bot. Hat die nächste australische Post nicht die Pflicht einer ernsthaften Täuschung zu übernehmen, so treffen aber auch alle llmfiâube für den Ausbruch eines großen Auswanderungsstromes mit soliden Aussichten günstiger zusammen, als je. Das milde und für Europäer ge­schaffene Klima von Neusüdwales mit seinem ausge­sprochenen Wechsel der Jahreszeiten, und im Beson­deren die hohe und gesunde Lage des goldhaltigen Be­zirkes von Bathurst, dessen Boden zugleich io ergiebig, daß dieser dem Meere fernliegendste und isolirte Strich nichts desto weniger schon jetzt die größte Bevölkerung ernährt, der streng gesetzliche Zustand des Landes unter britischer Oberhoheit, und die Abwesenheit kriegerischer und gefährlicher Stämme von Eingebornen müssen zwi­schen Californien und dem neuen Eldorado weltliche Unterschiede aufrichten. Auf den wirklichen schließlichen Erfolg der Goldwchchen kommt es dab t weit weniger an, als auf den Sporn, den sie der Unternehmungs­lust geben, die dann wohl oder übel, was sie in den Goldwäschen nicht findet, in dauernder Siedelung zu suchen genöthigt sein wird, eine solche auch außerdem schon in ihrem Gefolge herbeiführend. Daß diese Siedelung hier so zukunftsreich, ist das Salz bei der Sache. Auch tu Deutschland wird man wohl daran thun, fortan alle Kunde aus Nnrsüdwales der aufmerk­samsten und schärfsten Prüfung zu unterwerfen.