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auch als Minister in Turin bewahrte er^sich als einen Freund des friedlichen Fortschritts und entschiedener Gegner aller revolutionären Mittel. Sechszehn Mo­nate nach seiner Entlassung vom Ministerium wurde er verhaftet (im September 1848) und ist jetzt ange­klagt, die Erhebung vom 15. Mai 1848 mit herbei­geführt zu haben. Die Richter sollen bis jetzt nicht im Stande gewesen sein, Zeugen gegen ihn zu finden. Auffallend sei eS, daß alle Barrikadenkämpfer vom 15. Mai, obgleich mit den Wassen in der Hand gefangen genommen, ohne Verhör und ohne Strafe entlassen wlirden! Beide Blätter,Times" undDaily News", hoffen für die Opfer der Reaktion in Rom und Neapel Einiges von dermoralischen Intervention der öffent­lichen Meinung Europas." DieTimes" bringt eine haarsträubenoe Schilderung der Gefängnisse in Rom. Zu einem derselben, behauptet sie, starben bin­nen wenigen Tagen sechs Gefangene vor Hunger, zwei mußten wegen Selbstmordversuchs in Ketten gelegt wer­den, zwei andere wurden rasend und kamen ins Irren­haus. Räume, welche Luft zum Athmen für zehn Per­sonen hatten und ursprünglich für diese Zahl bestimmt waren, enthalten in der Regel mehr als 20 Personen, die gleich den Negern auf Sklavenschiffen auf verfaul­tem Stroh übereinander gepackt lägen. Die Todes­strafe sei eine Gnade im Vergleiche mit solcher Haft.

ÄepuMtf Frankreich

* Paris, 10. August. Permanenzkommission, Ileberwachungsausschuß der Montagne und nun auch noch eine Ueberwachungskommission der Partei Odilon Barrot Mistrauen also an allen Ecken und Enden. Nur die Legitimisten haben noch kein solches Konnte ernannt, weil ihr altes Directorium zu genügen scheint und ihre Hauptaufgabe das Jntriguiren in allen Kreisen ist. Doch hat auch diese Partei ^hre Ueber- wachungen: die Fraktion Berryer überwacht die Frak­tion Nettement und diese jene. Das Manifest der Montagne soll sehr heftig sein; wird auch Odilon Barrot hierin rivalisiren wollen? Dazu kommen Gerüchte von Entdeckung einer weitverzweigten Ver­schwörung im Departement der obern Garonne. Endlich soll der Graf Chambord den Claremontpilgern Berryer, St. Priest und Benoist d'Azy einen derben Brief geschrieben haben, um den Flecken zu vertuschen, Den dieser Schritt auf die Gottesgnädigkeit geworfen

hat. Summa Summarum: lauter Wolken, die auf einen Ziahen Sturm hindeuten. In den unteren Re­gionen: tiefste Stille.

B-rmischteS.

Die Zahl der Brände nimmt derPreußischen Zeitung" zufolge in der Umgegend von Posen von Jahr zu Jahr, ja man möchte sagen, von Monat zu Monat zu, und cs bestätigt sich leider die Erfahrung, daß die Zahl fahrlässiger, muthwilliger und boshafter Brandstifter sich immer mehr vergrößert. In dem Regierungs-Departement Bromberg haben im März und April circa 53, im Mai und Juni aber sogar 70, also in dieser kurzen Zeit in Summe hundertdrei- undzwanzig Brände stattgehabt, und es wird nach den Angaben der Behörden bei nicht weniger als 40 Bränden muthwillige Brandstiftung vermuthet. Auch ist es geglückt, in fünf Fallen die Thäter zu ermitteln und fie~ der gerichtlichen Bestrafung zu übergeben. Leider find durch die oben genannten Brände 255 Ge­bäude größtentheils zerstört und überdies gegen 400 Schafe verbrannt; der größte Brand hat in dem Dorf Raczyn, Krcis Chodziesen, stattgefunden, wo 63 Ge­bäude in Asche gelegt worden sind.

Ein Deutscher entdeckte vor einigen Monaten in dem nordwestlich, etwa 80 englische Meilen von Los Angelos in Californien gelegnen Gebirge eine Silber- Miue, welche nach den bis dahin gemachten,Untersu- chungen die an Mächtigkeit und Ausdehnung größte ist, die man in jenen Gegenden kennt. Um sich Mittel zur regelmäßigen Bebauung zu verschaffen, hat der glückliche Entdecker 27 Loose der Mine, jedes zu 50Q0 Dollars, verkauft und sofort einen kundigen Bergmann mit einem Jahrgehalt von 12,000 Dollars in seinen Dienst genommen.

Freitag den 1. Aug. stürzte in Plymouth ein Fischer über Bord seines Sloop und ertrank. Sein Sohn, der Knecht auf einem anderen Sloop war und vom Unglück seines Vaters nichts wußte, fischte am Nachmittag desselben Tages und fühlte plötzlich daS Netz so schwer werden, daß er cs nur mit Hülfe an Bord bringen konnte. Auf dcn Inhalt neugierig, fand er die Leiche seines Vaters.

__Frankfurt a. M., den I1. August. Schluß deEörfi^

Oesterreich, SX MetalliqueS ..... 4%^ .....

ft 4^ '

N 3X .....

* 2*/e^ .....

3-L Bankactien o. Div, . . .

500 fl. Loose......

250 fl. Loose......

Preußen, 50 Thlr. Prämi'enscheine ....

* 3'/9X StaatSschuldsch. 5 105 kr. .

Bayern, 3%% Obligationen...... Bexbacher Eisen bahn-Actien . . . Würteinberg, 4'/2^ neue Obligationen . .

3%X Obligationen . . .

Baden, 5% Obligationen.......

* 3%% von 1842 ....

Lotterie-Aul. 5 50 ft bei G. u. S .

35 fl. Loose vom Jahre 1845 . . .

Großherz. Hessen, 3%% Obligationen .

,, * 4^

- * 4*/i^ *

50 Loos« ....

25 fl. Loose....

Kurhefsen, Friedr.-Wilh.-Nordbahn-Actien .

40 Th!r. Loose bei Rothschild .

Nassau, SX Obligationen......

* 3/2% bei Rothschild _. .

Frankfurt, 3X Obligationen.....

H 3%^ w von 1839

3% von 1846 . .

TaunuS-Elsenbahn-Actien 5 250 fl. Holland, 2%% Integralen ...... Spanien, 3% Innere Schuld ..... Polnische Lotterie-Loose 300 fl. . .

500 fl. . .

Sardinien, 36 FrcS. Loose bei Bethmann . ToScana, SX Anlehen in Lire 5 24 fr. . . DiSconto ............

Pap.

80% 75

63%

41% 1252 174 104

90

87% 102%

89% 103%

89% 60%

, 35% 91 96%

101% 82% 28%

41

33%

93 26b, 85 96% 95'/, 302

59 36

37

Gel?' 80%

63%

41% 1247 173% 103% 122

89% 94% 87

102

89% 102%

89%

35% 90% 96

101% 82

28% 40% 33%

92% 26%

95% 94%

300 58% 35%

361-,

2

Geld-Sorten

nach betn Frankfurter CourS vom 11. Aug. 1851.

Neue LouiSd'or . ........

Pistolen............

ditto Preuß...........

Holl. 10 fl. Stücke........ Raud - Ducateu ..........

20 Fraukeustücke.........

Engl. Sovereigns.........

Gold al Marco........

Preuß. Tbaler....... .

5 Franken-Thaler........

Hochhaltig Silber

11

9

9

9

5

9

11

378

1

2

21

3 36'/, 68

47 Va 35% 29>/a 53

45% 21% 29

Bekanntmachungen.

Daß der allerfeinste Rauchtabak

^ Varinas - Canaster

ist» darin find wohl alle Kenner einig, nur war der Preis dis jetzt zu theuer, um denselben, rein fabricirt, billig liefern und ihm dadurch eine allgemeinere Einführung verschaffen zu können. Seit einiger Zeit aber find bedeutende Zufuhren dieses Varinas »CauasterS in Blättern aus Amerika gekommen, deren Qualität vorzüglich auSfâllt, ungeachtet der Preis gegen früher be­deutend billiger zu stehen kommt; wir haben deren große Quantitäten an uns gebracht, den Tabak auf das Sorgfältigste fabricirt und unter der Etiquette:

Geschnittene Varinas - Blätter das richtige Pfund 12 .^ mit dem Motto:

Prüfet Alles und behaltet das Beste", in yw % und ^ Pfund Paqueten einschlagen lassen.

Rächst dem Vorzug der leichtesten und besten Dualität hat derselbe noch die gute Eigen­schaft, weit länger in der Pfeife anzuhalten, als viele andere bekannten Tabake, weshalb sogar Raucher, die früher billigere Sorten consumirten, gut thun dürsten, diese von und fabricirten geschnittenen Varinas - Blätter zu rauche».

Um allen Anforderungen zu genügen, haben wir diesen Tabak grob geschnitten in rother, mittel geschnitten in schwarzer, fein geschnitten in blauer Etiquette verpacken lassen.

Die Herren Tabakraucher bitten wir, sich durch gefällige Versuche von Gesagtem zu über­zeugen, und schmeicheln uns, daß unsere Bemühungen, dem Publikum zu billigem Preise einen feinen Rauchtabak zu liefern, durch recht bedeutenden Absatz Anerkennung finden werden.

Berlin, im Juli 1851. Ferdk Calmus ^ Comp, ~

Tabakfabrikanten.

Den Verkauf obiger Sorte Tabak haben wir in Wiesbaden dem Herrn J. J. Mohler übertragen.__________________________________________Die Obigen.

Nassauischer Kunst-Verein«

(753) Bom IS Juli bis Ende August 1851 findet in dem Theater- gebfitKle zu Wiesbaden eine

Gemälde - Ausstellung

statt. Dieselbe ist geöffnet von Morgens 9 Uhr bis Abends 6 Uhr.

Eintrittspreis: 12 fr. Personalkarten für die ganze Dauer der Ausstellung:

1 fl. Vereins-Mitglieder haben für ihre Person freien Eintritt.

Mit der Ausstellung wird eine Verloosung verbunden. Preiß des Looses:

1 Gulden.__

(259) In der H.. Ritter'schcn Buchhandlung in Wiesbaden ist zu haben: Die Feldfrevel- Ordnung für das

Herzogthnm Nassau, wie solche von der Staatsregierung am 22. Januar 1851 publicirt worden ist.

__________________ Preis 6 Kreuzer. ___________________________

Im Verlage von G. E. Schmidt in Leipzig ist »erschienen und in der unterzeichneten Buchhandlung -orräthig:

Neuestes vollständiges Taschen - Fremd - Wörterbuch, herausgegeben von

H. I. Dietz.

Zweite Auflage. Preis 36 fr.

II. W. Illiter^A>t Buchhandlung in Wiesbaden.

(828) Die H. W. Ritter'sche Buchhandlung in Wiesbaden nimmt auf nach­stehende Werke Bestellungen an:

Hefele, Prof. Dr. , Der Cardinal Ximenes und die kirchlichen Zustände Spaniens am Ende des 15ten und Anfänge des 16ten Jahrhunderts Ins­besondere ein Beitrag zur Geschichte und Würdigung der Inquisition. Zweite verbesserte Auflage, ca. 36 Bog. gr. 8. broch.

«» Erscheint Mitte August. ' fl. 4. Rthlr. 2. 18 Ngr. ord.

Halder, Jos., Neue Predigten auf alle Sonntage und Feste des katho­lischen Kirchenjahres. Zweite verbesserte Auflage. 2 Bände. 73 Boa. gr. 8. broch. fl. 5. 12 kr. Rthlr. 3. 4 Ngr. ord.

Hirscher, Prof. Dr., I. B., Die christliche Moral als Lehre von der Ver­wirklichung des göttlichen Reiches in der Menschheit. Fünfte, durchaus umgearbeitete Auflage. 3 Bände, gr. 8.

roh. fl. 6. Rthlr. 3. 25 Ngr.

Dasselbe Werk broschirt........fl. 6. 16 fr. Rthlr. 4

Halder, Pred., und Hirscher, Moral erscheinen im September vollständig.

Omenstedt, Prof. vr, Handbuch der Petrefaktenkunde, ca. 20 Bogen Tert und 20 Tafeln Abbildungen, gr Ler.-8. broch. 2. Lief. Sub- scrip tions-Preis (wie bei der ersten Liefg.) fl. 3.48 fr. Rthlr. 2.8 Ngr.

w Bestellungen

auf

Das freie Wort",

redigirt von J. Rühl zu Camberg, werden fortwährend angenommen bei allen Postämtern und der H. W. Nitter- schen Buchhandlung in Wiesbaden. Preis pro Quartal mit Postaufschlag 1 fl. 15 fr.

Zeitnugs - Makulatur - Papier

in verschiedener Größe ist Rießweise zu haben in der Expedition dieses Glattes.

(86i) Biebrich, ben 10. August 1851. Auch bei uus hat der hohe Wafferstand einen nicht unbeträchtlichen Verlust beigebracht.

Das sogenannte Brünnchen, bas bisher unser Kurbrunnen war, hat so Manchen von seinen Nerven- und Geistesschwächen so weit befreit, daß Einige schon die hohe Treppe bei­nahe ohne Zittern besteigen konnten, bis aus einmal der hohe Wasserstand die hoffnungs­volle Quelle verschlang.

Nun irren die Leidenden verzweiflungsvoll umher, sich ihrem alten Getränke wieder an» vertrauend, nicht wissend, auf welche,Art und Weise sie fich ferner curiren sollen.

So verweist diese ein Freund einstweilen an den sogenantcn Ochsenbrunnen nach MoS« bach bis der Hellbraunen wieder befreit ist. (843) Bei M. Perabo zu Wiesbaden ist gutes Streichfeuerzeug billig zu habe».________

Lichtbilder auf Papier, Nene (Solonnabe Nr. 5 u. 6 z» Wiesbaden. (494)

(860) Ein Hauslehrer wird gesucht, der außer dem gewöhnlichen Schulunterricht, in den Realien, ben neueren Sprachen und Clavier Unterricht ertheilen kann. Hierauf Reflcctirende wollen sich unter Aufschrift der Nummer dieses Inserats in franfirten Schrei­ben an die Redaction dieses Blattes wenden.

Agentengesnch.

(841) Für ein lncrativeS, überall leicht zu betreibendes Geschäft, werden Agenten gesucht, die sich des Verkaufs eines gangbaren Artikels gegen Vergütung von 33'/3i Provision unter­ziehen wollen. Kaution wird nicht verlangt, dagegen auf strenge Rechtlichkeit und Pünktlichkeit reflectirt.

Anmeldungen werden unter H. S. Nr. 5 Postrestant und franco Frankfurt a. M. er­beten.

(796) Alle Sorten steinernes Geschirr ist zu habe» bei M. Jung Wittwe, Ellenbogengaffe.

#erantroortlt<t>rr Herausgeber un* Verleger C Witter. Druck der C. Ritter'schcn Buchdruckern.