tu Rom, sondern nicht minder in den andern Städten des Kirchenstaates und selbst in Toscana werden sie begangen. Der Stand der Verbrecher läßt keinen Zweifel, daß politische Leidenschaften die Veranlassungen dieser Scheußlichkeiten sind. Fast alle ermordeten Personen sind entweder Angestellte oder offenkundige Regierungsanhänger. Wenn es die Gerechtigkeit er- heischt, so feige, wie scheußliche Verbrechen zu brandmarken, so muß leider doch hiuzugesetzt werden, daß das Benehmen der römischen Behörden nichts weniger als geeignet ist, die Gemüther zu beschwichtigen. Die Bastonnadr ist an der Tagesordnung und wird unter dem kleinsten Vorwande Frauenzimmern wie Männern ertheilt."
4- Geisenheim, 6. Juli. Unsere Gewerbschule erfreut sich einer lebhaften Theilnahme. Ihr Vorstand hat den rühmlichst bekannten Mechaniker Johann Klein ^im Johanncsbergcrgruude dem Ministerium zur Reise nach London vorgeschlagen. Unsere Abgebrannten sol- len, wie verlautet, eines ansehnlichen Geschenkes von Seiten des Fürsten Metternichs sich zu erfreuen haben. — Nächsten Donnerstag den 10. Jnli findet daS alljährliche, fcbi' besuchte Preis - Scheibenschießen im Gasthanse zur »Schönen Aussicht" dahier statt. Bei günstiger Witterung wird es nicht an zahlreichem Besuche fehlen.
* Aus Frankfurt wird der »Angs. Allg. Ztg " gemeldet, daß die Gerüchte von Maßregeln der Bundesversammlung gegen die Presse zur Zeit noch ganz unbegründet seien. Die Frage sei noch gar nicht angeregt. Aber die Aufstellung des Bundesarmee- korps dagegen schreibt man der „Leipz. Zgt.", daß dieselbe nicht lange mehr auf sich warten lassen werde. Von einer Verstärkung der Frankfurter Bundesgarnison sei jedoch keine Rede mehr; diese werde die Stärke von etwa 5000 Mann behalten, dagegen das aus 15,000 Mann österreichischen, preußischen (vielleicht auch anderen norddeutschen), baierischen und württem- bergischeu Truppen bestehende Bnndesarmeekorps in Aickassenburg, Hanau, Friedberg, Höchst und Offenbach, woselbst Oesterreicher und Württemberger einzie- hen »Die Baiern besetzen Aschaffenburg. In Friedberg wird das Schloß, in Höchst werden die weitläu sigen Bolongaro'schen Gebäulichkeiten zu Casernen und zur Aufnahme von Truppen eingerichtet. Was von dem aufstcllenden Bnndesarmeekorps in diesen Städten nicht untergebracht werden kann, kommt nach Mainz, woselbst die jetzige Stärke der Bundcsgarnison noch 5 bis 6000 Mann , wenn nicht noch mehr, zuläßt.
Frankfurt, 7. Juli. (F. I.) Das von dem hiesigen neuen und dem Sachsenhäuser Bürgervereine veranstaltete große Wald fest hat gestern, vom schönsten Wetter begünstigt, stattgesuuden. Von oberhalb der alten Mainbrücke setzte sich die aus etwa 30 Nachen und 10 größeren Schiffen bestehende Flotille, nach dem die verschiedenen zum Feste eingeladenen Vereine aus Offenbach und Hanau auf zwei großen, schön decorirten Schiffen angelangt waren, unter dem Donner der Salutschüsse in Bewegung. — Die besonnene und in jeder Hinsicht gemäßigte Haltung der demokratischen Partei bei dieser und ähnlichen Veranlassungen ist gewiß geeignet, ängstliche Befürchtungen zu beseitigen und gehässige Insinuationen und Verdächtigungen zu entkräften. Das Fest, welches mit einer Tanzbelustigung auf dem Sandhofe schloß, erlitt auch nicht die geringste Störung der Ordnung und Ruhe.
In aller Eile wird der „D. Allg. Ztg." aus Frankfurt gemelbet: »Die Militärcommission wird folgende Vorschläge an den engern Ratb gelangen lassen:, zwei Observation sc orps von 40,000 Mann ein jedes, den Rhein entlang aufzniiellcn , das eine davon soll das linke Rheinuser besetzen. Beide Corps sollen ans preußischen Truppen bestehen. Es soll ein drittes Corps im Norden, eine Art Reservecorps für jene beiden am Rhein, gebildet werden; aus welchen Truppen dieses dritte Corps
spricht Gott zu mir" — und während er in Verzweiflung sich abwenbet, zieht Bertha einen Dolch und durchstößt ihre Brust. Der Conflikt zwischen Abscheu und Liebe konnte nicht anders gelöst werden.
Johann überträgt den Soldaten die Beschirmung seiner Mutter, die mit ihnen sich entfernt; dann eilt er, die Verräther zu strafen; wir ahnen einen furchtbaren Akt der Rache.
Zum Schluß verwandelt sich die Bühne in einen Prunksaal des Palastes. Der ganze üppige Hofstaat des neuen Königs ist versammelt; eine glänzendbesetzte Tafel steht auf einer Erhöhung, zu welcher von beiden S' teil Stufen hiuanfüyren. Rechts und links im Hinter/ unde sieht man eiserne Gitterthore, welche nach Außen fuhren. Ein Preisgesang begrüßt den Propheten. Dieser tritt mit zwei getreuen Kriegsgefähr- ten in den Vordergrund und befiehlt ihnen, sobald die Verräther eingedrungen seien, jene Thore zu schließen, die ihnen den Rückweg aus dem Schlosse versperren; dann möchten sie eilen, dein Schlosse, dessen Grund der Vulkan unterhöhlt, zu entfliehen und sich zu .etten. Die beiden Hauptleute verlassen den Saal: Johann ergreift einen goldenen Becher und singt ein tolles Trinklied, dessen Text schon in den Worten : „Gefährten mir und Gäste, Es harret euer voller Lohn!" die gräßliche Zweideutigkeit dieses „Lohns" ausspricht. Dmch die doppelte Aufgabe, inmitten der wildesten Freude doch das Bewußtsein der im nächsten
aber zufqp,mengesetzt werden soll, darüber weiß man nichts Genaueres. Die Heereokörper sollen mit Bmi- desgeldern besoldet und erhalten werden."
Darmstadt, 4. Juli. (Mzr. Abdpst.) In Folge einer aus Sans-Sonci datirten Ordre Sr. Kön. Hoheit ist dem hessischen Militär anbefohlen worden, die deutsche Kokarde abzulegen. Dieser Befehl ist sofort vollzogen worden.
Rastatt, 3. Juli. Die „Karlsr. Ztg." bringt folgende Rechtfertigung der vielen neuen Einsperrungen: „Einheimische und auswärtige Blätter berichten wiederholt von der starken Zunahme der in den Kasematten und sonstigen hiesigen Gefängnissen verhafteten Personen, deren Anzahl auf 180 angegeben wird. Dies ist aber keineswegs der Fall. Die Zahl der politisch Verdächtigten oder Angeklagten ist bei weitem die kleinste und sind in den jüngsten Tagen nur einige wenige hinzugekommen. Von eigentlichen Verbrechen, um deren willen Gefangene hier sitzen, ist überdies nicht die Rede. Die meisten Vergehen bestehen in Ruhestörung durch Lärmen und Toben, in Widersetzlichkeit gegen die Polizriagcnten, in rohen Aeußerungen gegen die Polizeiagenten, in rohen Aeußerungen gegen Behörden, in Trunkenheit, in innthwilliger oder boshafter Beschädigung fremden Eigenthums u. bergt Daß die Strafen zahlreicher sind als sonst, liegt in der Natur der Sache, da im Kriegszustände manche Vergehen gegeit^ die gute Sitte und gesellschaftlichen Verhältnisse zur Strafe gezogen werden, die zu anderer Zeit unbeachtet blieben.
Kissingen, 29. Juni. Unsere Kurliste weist bis gestern Abend eine Personenzahl von 1483 Kurgästen aus.
Hannover, 3. Juli. Diesen Nachmittag sind die Kammern durch königliches Schreiben auf unbestimmte Zeit vertagt. In demselben wird der Ansbauer und des Eifers der Stände mit Anerkennung gedacht, auch hervorgehoben, daß nur die wesentlichen Geschäfte erledigt seien. Es sind allerdings verschiedene Anträge, namentlich auch das Gesetz wegen der Natnralbequarti- rung, unerledigt geblieben.
Bon der Niederelbe, 3. Juli. (M. Ztg.) Die in Hamburg wohnenden Dänen betrachten der überwiegenden Mehrzahl nach dem Sturz, des bisherigen dänischen Ministeriums als ein Unglück für Dänemark und hegen die Besorgniß, das auch am Sunde die Reaktion ihre siegreiche Fahne aufpflanzen werde. Bei den flüchtigen Schleswigern anderseits ist Tillisch's Regiment so verhaßt, daß man den vor zwei Jahren förmlich geächteten ehemaligen Kanzlei-Präsidenten Grafen Karl Moltke-Nütschau als seinen Nachfolger jetzt mit Freuden begrüßt würde. — Uebrigens gewährt der Name des mit der Bildung eines neuen Ministeriums beauftragten bisherigen Conseils - Prasibeuben Grafen A. W. Moltke auf Bregen tved allen Parteien noch eine gewisse Garantie, da derselbe trotz seines schaef ausgeprägten dänischen Patriotismus für einen Ehrenmann gilt. Graf A. W. Moltke ist außerordentlich reich und begütert, und wenn auch in gewissem Sinne Aristrat doch ein gerader und ehrcu- werther Charakter.
Berlin, 2. Juli. (Nat.-Ztg.) Der französische Staatsmann bat der „Preußischen Zeitung" wieder einen Brief über Frankreichs Gegenwart und Zukunft geschrieben. Er empfiehlt darin der Ordnungsparlci, mit dem Klei ns sich zu verständigen, mit ihm Hand in Hand zu gehen, denn er könne in vielen wesentlichen Punkten große Dinge leisten und leiste sie bereits. Hat doch die „Preußische Zeitung" gleichzeitig die Genugthuung, melden zu können, daß in Düsseldorf auf dem Maxplatz zum Andenken an die Wirksamkeit der Jesnitenmissionâre ein Kreuz aufge- richtct werben solle! Uebrigens scheint der französische Staatsmann zu pausiren, um seine Juconseguenzcn vergessen zu machen. Am 18. April gab er den Klerus und die Kirche (denn wenn die Reaction von Kirche
Momente hereinbrechenden Todesnacht durchklingen zu lassen, gehört der richtige Vortrag dieses Liedes unstreitig zu den schwierigsten Partien, die einem dramatischen Sänger nur vorkommen können. — Bei der Wiederholung der ersten Takte des Liedes dringen Oberthal und die heuchlerischen Wiedertäufer plötzlich mit Soldaten herein : man hört das Klirren der hinter ihnen ins Schloß geworfenen Gitterthore; dem drohenden Zuruf Oberthals: „Ermordet den falschen Propheten!" und dem drohenden 2lnbringen der Wiedertäufer entgegnet er mit Würde: „Gott allein fügt mein Loos" und „Ihr seid in meiner Macht!" Durch den Fußboden dringt Rauch; entsetzt wollen die Verräther entspringen; da hört man den krachenden Einsturz der Gewölbe. Ein Weib drängt sich durch die erblaßten Schaaren; es ist Fides. „Ich habe Dir verziehen, laß mich sterben mit Dir!" und von ihr umschlungen versinkt der Prophet unter den rauchenden Trümmern des einstürzenden Palastes.
Dies der Zusammenhang der Handlung des Stückes, wie es aus Scribes Händen hervorgegaugeu. Seine künstlerische Bedeutung verdankt dasselbe jedoch lediglich dein Geiste des Komponisten Meyer beer, der daraus ein Tonwerk geschaffen, das den großartigsten derartigen Werken der Nenzeit wenigstens gleichsteht. Dieser, der rein mufHalifcfje Theil der Oper, soll einer besonderen Besprechung vorbehalten bleiben.
spricht, |o meint sie blos den Klerus) zugleich auf. Leider"
— schrieb er damals in der „Preuß. Ztg." - „sind wir ju dem traurigen Geständniß gezwungen, daß die Partei der Ordnung nicht mehr mit Sicherheit auf jene Institution zahlen kann, bie eigentlich ihr treuester Bundesgenosse sein mußke. Der französische Klerus läßt sich mit einer um Kugcn Schnelligkeit auf der Bahn der angreifenden, ehrgeizigen und eifersüchtigen Demokratie fortreißen ' Der Erzbischof von Paris) welcher dieser Partei mit Lcidcn- febaft ergeben ist, bedient sich mit Erfolg zweier Prediger von allmächtigem Einflüsse auf die leicht erregte Einbildungskraft und das schwache Urtheil der Frauen und jungen Leute, nämlich des Pater Vrndura und des Pater Lacordaire. Die Erfahrung scheint auf unbestreitbare W'lic darzuthun, daß von einem Ende der latcinsichen Welt bis zum andern die politische Kraft des Katholizismus erschöpft ist, daß diese Form des Christenthums, naebbem sie einmal dw Kirche von der philosophischen Wftmvem- H^, von dem Philosophisinus hat angreifen und verletzen lassen, sich außer Stand befindet, den Staat gegen die Revolution und selbst die Gesellschaft gegen den Kom- munismuü zu vertheidigen. Der Papst hat aufgelöst für irgend eine Regierung eine Stütze zu sein; er ist vielmehr allen beschwerlich und einigen selbst gefährlich." — Am 9. Juni, von wo der neueste Brief datirt, ist das Alles nicht mehr wahr! Dem Klerus wird eine Reihe von Fehlern vorgcworfen; aber trotzdem ist nun der Klerus wieder der beste Bundesgenosse terOrvnnngspartci!?! Drei Viertel der Bischöfe, die als die einzigen regelmäßigen und anerkannten Chefs des Klerus anznfehen seien hingen den Prinzipien der Fusion an; alle 60 verschlossen ihr Ohr den unheilvollen Einflüsterungen des Erzbischofs von Paris, des Pater Lacordaire und — des Grafen Mon- talcmbert, und seien bereit, ihren Klerus bei den nächsten Wähler» in die Bahn klugen, entschsossenen Handelns zu Gunsten des monarchischen Prinzips zu leiten.' Aber ein paar Zeilen vorher bezeichnet der „StaatSman,i" eine Restauration des monarchischen Systems als ein Unglück für Frankreich. Eine trübe Aussicht sei vorhanden: die auf das Erptodiren einer socialistischen Revolte, deren Untersrückuiig grenzenlos,^ unerbittlich, radikal sein, so weit gehen würde, daß selbst eine direkte Restauration des monarchischen Systems, die ohne diesen äußeren Anstoß unmöglich wäre, daraus hervvrqchcn könnte. Dann thun sicherlich die 60 priesterlichen Gene- lalc, welche klug, aber entschlossen zu Gunsten deS monarchischen Prinzips handeln, ein Werk ächter christ. lieber Liebe. Dies Prinzip soll in Frankreich nur im Wege einer grenzenlosen, „ner bi t H ieben, radikalen Unterdrückung herzustellen sein und 60 Hohepriester der Religion, der Liebe sollen nichts im Kopf haben, als klug und entschlossen zu Gunsten dieses Prinzips zu handeln. Alles zum größeren Ruhme Gottes!!
Berlin, 3. Juli. D-c „R. Pr. Z." wendet sich heute mit einiger unverkennbaren Empfindlrchkeck gen die „Neuen Gespräche" des Heu. v. Radowltz Wie sie selber dort beurtheilt wird, hat sie sicher gelesen, wenngleich sie davon nicht spricht. „Die christliche Liebe im Munde" - heißt es dort - den Todhaß im Herzen, die Treue gegen König und Va- terlaiid auf der Fahne, und in der Wirklichkeit die Schmähung der Handlungen des Königs,"sobald sie den Zwecken der Partei nicht dienen, die Herabwürdigung und Anseindnng der inneren und äußeren Politik, wenn sie nicht nach ihrer Pseife tanzt, Und alles dieses in einem Gebräu von Plattheit und Büberei'' Mk es die übelste Zeit der rothen Journalistik nicht schliimner aufzuweisen hat. Ich bin nicht unempfindlich für Scherz und Witz, auch wenn mir der Inhalt sonst gar nicht zusagt; wenn der Geist durchgeht so mag es der poetische Drang entschuldigen; aber'die gemeine Boshcit ist unverzeihlich. Und das ist nun die unflätige Quelle, aus welcher eine Menge von wackeren Officieren, Gutsbefitzern und Landpfarrern harmlos schöpfen, die Speise, die sie täglich genießen'" — Aus Frankfurt wird der „Nordd. Ztg?" geschrieben: „Die bet dein leipziger Schneidergesellen P. Nothsting Vorgefundenen demokratischen Schriftstücke sollen die fürsorgliche Aufmerksamkeit der hohen beut, scheu Bundes-Versammlung sehr ernstlich in Anspruch nehmen. Schon soll dieselbe einige Ausschuß-Sißungeii der Erörterung der Frage gewidmet haben: ob, es nicht ratsam sei, wie zu noch wohl erinnerlichen früheren Epochen, die Errichtung einer außerhalb der Versamm- lung erwählten Commission zu veranlassen, die beauftragt wäre, über die durch jene Schriftstücke ans Licht getretene, gegen die bestehende Staats-Orbnung, sogar gegen bie ganze bürgerliche Gesellschaft gerichtete com. munistische Verschwörung eine Untersuchung anzustellen, um die bedrohliche Gefahr durch ihr entsprechende Vor- bengungs-Maßregeln abjuwenben. Indessen wäre es auf die vorläufige Eiusprache des Vertreters einer deutschen Großmacht — man bezeichnet als solchen den preußischen General-Lieutenant v. ^^^^^w — beßbalb noch zu keiner Abstimmung gekommen, wennschon die Nepräsentanteir einiger deutschen Mittel, nnb Kleinstaaten darauf gedrungen hätten."
Berlin, 4. Juli. Die „Hainb. Rachr." theilen einen Passus aus dem vielbesprochenen Bericht des Obersten Hodges mit. Der Oberst erklärt, „er sei ui Aegypten und Syrien gewesen, aber die ägyptischen und syitschen Juflanbe blieben weit hinter den felsigen schleswigschen zurück." (Demnach dürfte der Bericht von den» dänischen Ministerium nicht, wie ein Blatt wissen wollte, gutgeheißen worden sein.) — In ähn
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