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âeiheit und Recht!"

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Zur Handelspolitik.

Vom Main, Ende Juni. Die billigen Preise sind allem Grund und Ursache der Vermehrung der Produktion und der Consumtion. Warum wird mehr Bier und Aepfelwcin verzehrt als Wein? Weil Bier und Aepfelwein wohlfeil und der großen Masse der Konsumenten zugänglich sind. Warum werden mehr ordi­näre als seine Weine verzehrt V Weil die ordinären Weine wohlfeiler sind. Warum werden mehr baumwollene und wollene Stosse fabrizirt und gekauft als seidene? Weil die Wollen- und Baumwollenzeuge wohlfeiler sind. Warum ist das Fleisch in den Vereinigten Staaten von Nord­amerika, wo die meisten Bedürfnisse so theuer sind, so wohlfeil? Weil dort Jeder sein Vieh frei weiden laßt, weil dort fast Jedermann Land und Vieh besitzt und nach Belieben schlachten und Fleisch verkaufen kann.

Solange der Fleischhandel in Paris ein Monopol der Metzger war, war das Fleisch dort theurer und es wurde weniger darin abgesetzt und verzehrt als jetzt. Durch ein kaiserliches Decret vom Jahr 1811 war die Zahl der Pariser Metzger auf 300 beschränkt, später stieg ihre Zahl auf 500. Unter diesen gab es mehr oder minder reiche. Die reichen zogen auf die Vieh­märkte, kauften ein soviel und mehr als sie bedurften, ich sage mehr als sie bedurften, denn die unbemittelten Metzger, welche nicht Capital genug besaßen, mußten ihren Fleischbedarf von den reicheren beziehen und ihre Kunden damit versehen. Es gab Metzger in Paris, welche wöchentlich 200 fette Ochsen kauften und schlach­teten. Sie hatten nicht allein das Monopol des Fleischveikaufs in Paris, sie beherrschten auch die Vieh- märkte und drückten die Preise herunter. Das Mono­pol war also nach zwei Seiten hin nachtheilkg und ungerecht, nachtheilig für die Viehzüchter, welche sich die Preise der reichern Metzgern gefallen lassen mußten, nachtheilig für die Consumenten, welche dem Metzger das wohlfeil erstandene Vieh im Detail- fleischverkauf theuer bezahlen mußten. Diesem zwie­fachen Nebelstande ist jetzt dadurch abgeholfen, daß eine besondere FleifchhaUe in Paris für das außerhalb der Mauern der Hauptstadt geschlachtete Vieh errichtet ist, daß der Bauer und Viehzüchter, wenn der Metzger ihm zu niedrigen Preis bietet, selbst sein Vieh schlach­ten und das Fleisch in Paris verkaufen kann. Das Fleisch ist dadurch auch viel wohlfeiler, um 3040 Procente, der arme erschöpfte Arbeiter kann sich, was ihm früher seine Mittel nicht erlaubten, durch kräftige gesunde Kost wieder zu neuen Anstrengungen stärken.

Der Fleischconsum hat seitdem bedeutend zu- genommen in Paris und doch wird das Vieh aus allen Märkten in Frankreich jetzt besser bezahlt und rascher verkauft, als sonst. Dem Beitel der Hauptstadt sind viele andern französische Städte gefolgt Es hat aber viel Mühe und Zeit gekostet, ehe man in Frankreich

Der Prophet, von Scribe.

< Fortsetzung.)

Der 3 Akt spielt im Lager der Wiedertäufer, in einem Walde bei Münster; ein zugefrorencr See schließt iM Hintergründe die nebelige Winterlankschaft. Män- ner und Frauen werden von den Wiedertäufern her- b<igeschleppt und mit dem Tode bedroht; in wildem Gesänge offenbart sich die tobende Wuth der Menge:

Mâhet die Saat 3n keimender gülk Fältel den Baum 3n blühender Huste!

Brauchet das Schwert, DaS ul zein WiNe: 1

Gattes Gebet Will ihren Tod!"

Die Gefangenen werden durch Matthisen vom Tode errettet, damit sie reiches Lösegeld zahlen. Emen wei­teren Beitrag zur Schilderung dieses eigenthümlichen Kriegslebens liefert eine Schaar Krieger, die unter sa- vatischen Siegögesängen unter Zacharias Leitung ins Lager zurückkehrt. Ganz neu ist aber die Erscheinung von Bauern und Bäuerinnen, die auf Schlittschuhen und in Schlitten über den See fahren; sie bringen Getränke und Lebensmittel zu den Zelten der Wieder­täufer, ein munteres Veben beginnt; Schmausen und Singen und allerlei Kurzweil. Es wird allmählich dunkler z die Schlittenfahrer kehren zuin Theil mit Fackeln nach ihren Dörfern zurück.

Die allgemeine Lage des wiedertäuserischen Heeres

zu diesem erwünschten Ziele gelangte. Erst am 19. April 1848 erließ die provisorische Regierung der fran­zösischen Republik folgendes Dekret:

In Erwägung, daß die Substistenz des Volkes der provisorischen Regierung besonders am Herzen liegt, und daß die Preisverminderung der Nahrungs­gegenstände, welche die Arbeiter zur Erhaltung ihrer Körperkraft nöthig haben, von hoher Wichtigkeit ist, dekretirt die provisorische Regierung:die Eingangs­zölle auf Fleisch sind in der Stadt Paris abgeschafft."

Damit war aber das Hauptübel, das Monopol der Metzger, noch nicht beseitigt, und dies geschah erst, als ein Fleischmarkt für das außerhalb der Stadt geschlach­tete Vieh eröffnet wurde. Dieier Beschluß wurde aber nicht eher gefaßt, als bis der große Rath für Acker­bau, Manufaktur und Handel unter dem Vorsitze des französischen Handelsministers am 7. Mai 1849 er­klärte , daß die Freiheit des Fleischhandels das gerech­teste, vernünftigste und einzige Mittel sei, den oben er­wähnten Mißbräuchen abzuhelfen, und der Berichterstatter über diese Frage erklärte unter dem Beifall der ganzer Versammlung (große Rath):Die Fleischerinnung verschanzt sich hinter dem Vorwande des Gesundheits­zustandes: behauptet, daß die Aufsicht, welche der Vor­stand über alle Mitglieder der Innung ausübe, unum­gänglich nothwendig sei, damit kein schlechtes Fleisch verkauft werde; aber in allen großen Städten Euro- pa's in London, Amsterdam, im Haag, in Florenz, Neapel, Brüssel und wie ich glaube in Deutschland *) herrscht die größte Einheit im Fleischhandel nno> gibt nirgends Anlaß zu Klagen." Die Fkeffchhalle wurde also eröffnet, aber Anfangs durfte und daran waren wieder die Metzger schuld das Fleuch nicht in Detail verkauft werden, sondern nur in großen Massen, als ein ganzer und ein halber Ochs, ein ganzes Kalb, ein ganzer Hammel Die Arbeiter Asso- cirten sich darum und kauften <2030 Mann) einen Hammel, um nur von dem chohlfeilen Preise Nutzen ziehen zu können. Endlich ist es auch gestattet, das Fleisch dort en Detail zu verkaufen. Man sieht, daß von allen Seiten die Consumenten gedrückt und belastet werden, daß dieser Druck, besonders auf der ärmeren Classe der Consumenten lastet, denn erst er­hebt der Staat seine Steuern und Zölle, seine Schlacht­steuer wie in Preußen, oder sein Octroi (Thorzölle) wie in Frankreich und dann kommen noch die Monopolisten und vertheuern die nothwendigsten Bedürfnisse.

Das neue BundesRecht".

* Es sind vorzugsweise die konstitutionelleu Blätter, deren Aufgabe es ist, den Kampf für die Ver­fassungen überall, wo dieselben gefährdet sink, zu käm-

*) In Frankfurt a. M. iil der Fleiichhandel noch jetzt daS Monopol ter Metzgerknnnny, deren Anzahl auch bemmml uu? deschränkt ist.

vor er belagerten Stadt ist übrigens keine besonders crrmilul'e. Der Dichter stellt die Sache so dar, als ob der alte Oberthal dort befehlige, Der nun, erbittert über Die Zerstörung deS Schloßes seines Sohnes, Die Stakt aiif's Aklißerste zu vertheidigen beschlossen habe. Wir erfahren aus einer Unterredung tm Zelte des Zachariass aus dem Berichte des Matthisen, der selbst in Der Stadt war, daß an eine freiwillige (Übergabe nicht zu denken sei, daß man die Ankunft des Kaisers zum Entsatz der Stadt erwarte eine Darstellung, von Der freilich Die Geschichte wieder nichts weiß und daß Die ganze Sache Der Wiedertäufer auf Dem Spiele stehe, wenn Münster nicht in Der Kürze ge­nommen werde. Zacharias fordert ihn auf, mit einer kühnen Schaar einen Handstreich zu wagen; ja er bk- fiehlt es ihm im Namen des Propheten. Matthisen eilt, seine Anordnungen zu treffen. Da wird von Sol­daten ein Unbekamiter in das Dunkel des Zrltes herein- gesührt; es ist der junge Graf Oberthal, Der unerkannt in ihre Hände gerathen. Um sich zu retten, erklärt er, zu ihrer Fahne ichwören zu wollen; auf seine weitere Erkundigung, was man bei den Wiedertäufern zu thun habe, erklären ihm Jonas und Zacharias ihren com- munistsschen Katechismus, bei dem natürlich wieder Spießen, Aufhängeiz und Halsabschneiden die Hanpl- artikel bi|een, und worauf er schwören muß, wonach er in süßer Muckermelokie zustets heiligem Leben als f ommer Christ" ermahnt wird; eine KWeebifation, Die

p-en. Die demokratische Presse hat mehr nur einzu- registriren^ den Verlauf nachzuweisen und zu zeigen, wie sich ihre Prinzipien mehr und mehr an diesen Er­eignissen bestätigen und befestigen. Dies ist der Grund, weshalb wir wiederholt die Berichte konstitutioneller Blätter unsern Lesern mit kurzen Bemerkungen ganz oder auszugsweise vorlegen, besonders die Artikel und Korrespondenzen derKöln. Ztg.", welche seit dem Siechtum und Tode der Gothaer Blätter mit aner- ktnnenswerther Energie den Kampf führt, mit einem Kraftaufwande, der eines haltbarer» Prinzips würdig wäre, und mit einem Weitergetriebenwerven, das oft hart an den Rubikon streift, der den Konstitutionalis- mus von der demokratischen Weltordnung trennt. Die Köln. Ztg." kommt wieder und wieder auf Schles­wig-Holstein, die Kreisreaktivirung und Kurhessen zu­rück, in denen sie mit Recht Wirkungen einer und der­selben Ursache sieht, des politischen Jesuitismus. Heute spricht sie dies bei Erörterung deS neuen Bun­desrechts in Kurhessen offen aus. Sie schreibt:

Es hat der Regierung Sr. König!. Hoheit deS Kurfürsten von Hessen gefallen, die zu Recht bestehende Verfassung, da die kühnsten Auslegungen der Gesetze ferner nicht me!,r zum Ziele führen konnten, nunmehr förmlich umzustoßen; sie hat ein mit den Ständen ver­einbartes Gesetz ausgehoben und Cte durch jenes G ssy außer Wirksamkeit getretene Bestimmung wieder in Kraft gesetzt. Deßgleichen bat die Regierung Sr. Königs. Hoheit, einen Schritt weiter gehend, fâmmtütbe Offiziere des kur­fürstlichen Armee-Eorp>s von dem Eide, womit sie die D rfajsii.ig zu beobachten und zu schirmen gelobt hatten, entbunden und eine ankerweite Vereidigung Cte[er Otfiziere ungeordnet. Damit sind alle Vermuthungen über die Wege und Mim l, womit die fnrffmifirbr Regierung die zu ihrem Systeme erfcrC rüdirn Abänderungen der Ver­fassung inuirbatb der verfassungsmäßigen Gränzen ihrer Befugnisse- oder doch mit einige, Achtung des Rechtes oder wenigstens Schonung dec Form und des Anstandes zu erwirken versuchen werde, zu Schanden geioorden. Der ganze Prozeß ist mit einem einzigen Federstriche abgemacht; die Mittel Hassen pstug'scher Regvrungöwiise sind großartig und einfach wie die N tnr, einfach wie der Absoüinsmns; denn wenn Einer tnjvbfen darf, was ihm durch den Sinn gebt, und alle Anderen zu gehorchen haben, fv erhält jede denkbare Verwick.iing ihre Lefung in der Minute. Zu der Verordnung Rr. IL reu Dienst­eid der Offiziere betreffend, ftbetnen die Bundes Com- missäre nicht initg wirst zu haben; dieselbe konnte natur­gemäß nur von dem Landes- und Kriegsherrn, ter zu­gleich Inhaber des Kirchen reg iments ist nub alS solcher vermatylieh die Schlüssel Petri, die Gewifsen zu binden und zu lösen, besitzt, aus gehen, mit Cer Maßgabe jedoch , daß durch Cie Verordnung Nr. 1. unter die Autorität des Bundes Die unverantwortliche Gewalt des Sviwerains, als des obersten Militär-Chefs, berge st Jit und damit gleichsam zur Emanation der zweiten Verordnung der Leg gebahnt

mit einem zwischendnrchklingtnken Trinklied einen höchst komischen Kontrast bildet.

Endlich wird Licht gemacht; Die (Überraschung des gegenseitigen Erkennens, Die Dale in Wuth und bos­hafte Freude übergeht, läßt sich denken Zacharias läßt, abermals ohne den Propheten zu fragen, dea Ge­fangenen zum Tode ab führen. Da erscheint Joha nn. DaS blutige, wüste Treiben der Wzekerlauftr hat fern Gunüth nachgeraoe mit Abscheu erfüllt; er hat sich einige Tage fern gehalten von dem Anblick Der Menge, um besseren Gefühlen Raum zu geben uuD der Eriiwe- rung an das verlorene Glück Der heimathlichen Häus­lichkeit zu leben. Drese Stimmung gibt er jetzt auch offen kund; er spricht seinen Abscheu aus vor beu Hen- kerthateu Der Wiedertäufer und seinen Entschluß, utcht weiter gehen zu wollen. Da führt die Wache den ge» fangenen Grafen an dem Zelte vorüber zum Richtplatz. Johann gebietet Halt! er begnadigt Den (gefan­genen und als er ihn erkennt, läßt er alle Anderen sich zurückziehen und bleibt mit ihm allein. Der Him- mel hat den in feine Hand gegeben, der das ganze Glück seines Lebens zertrümmert hat; daß er ihn be­gnadigt, daß er sich nicht an ihm rächt, zeigt deutlich, daß früher (Akt IL) mepr Schwärmerei als Rächt uA ihn an die Spitze der religiösen Bewegung geführt hat. Oberthat erzählt, daß Bertha sich vo« feiner Burg herab in Dm Fluß gestürzt habe; athm sie sei gere tet uno er habe erfahren, daß sie sich nach Münster