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^ 1^0. Wiesbaden Sonntag, 22. Juni 1.80
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Einladung zum Abonnement.
Mit dem 1. Juli beginnt ein neues Abonnement auf die „Freie Zeitung". Tendenz und Haltung unserer Zeitung sind bekannt. Die stets zunehmende Erweiterung ihres Leserkreises ist ihr eine Anregung zu fortwährender Steigerung ihrer Kräfte. Wie bisher wird sie täglich in Leit- und Uebersichtsartikeln, in Berichten über die Ständesitzungen, Assisen und sonstigen in den freien Institutionen begründeten Verhandlungen die politischen und sozialen Angelegenheiten des In- und Auslandes erörtern. Daß sie darin von Mitarbeitern und Korrespondenten lebhaft unterstützt werde, ist Sorge getragen. Auch wird sie ein möglichst reichhaltiges und unterhaltendes Feuilleton bringen.
I Bestellungen auf die mit Ausnahme des Sonntags täglich erscheinende „Frerc Zeitung" wolle man baldigst machen, in Wiesbaden bei der Erpedition (H. W. Ritter'sche Buchhandlung), auswärts bei den zunächst gelegenen Postämtern. — Der Abonnementspreis ist vierteljährig hier in Wiesbaden 1 fl. 45 kr., durch die Post bezogen mit verhältnismäßigem Aufschläge. — Juserationsgebühren: die vierspaltige Pelitzeile 3 kr.
Das Geld.
g] Dom Main, 16. Juni. Ein Stichwort, Weihes unsere Schutzpatrone der vaterländischen Arbeit o oft im Munde sichren, ist: „das Capital, das Geld oll nicht außer Landes gehen." Ei! Warum iahet ihr denn Vie deutschen Auswanderer nicht im sande zurück, welche mit Sack und Pack, mit Hab nip Gut nach Amerika ziehen, um dort ihr Geld und hre Fähigkeit besser zu verwerthen als daheim, wo sie âr dem Schutze der vaterländischen Arbeit keine Ar- eit finden und ihr Brod nicht gewinnen können? »rum laßt Ihr denn nicht das Verbot ergehen, daß ie deutschen mit ihrer Habseligkeit nicht außer Landes chen dürfen? Warum dringt Ihr nicht darauf, daß, ne in Rußland, das Reisen außer Landes untersagt nd nur unter seltenen Ausnahmen gestattet werdet >cnn die Reisenden tragen ja auch das baaxe Geld ins usland. Fast alle wohlhabenden Engländer reisen gelang oder bringen eineu großen Theil ihres Lens im Auslande zu und verzehren dort große Sum- en Geldes, eö klagt aber in England kein vernünf- zer Mensch, daß das Geld außer Landes gehe. Und ch hätten die Engländer einigen Grund dazu, denn kommt den reichen Bewohnern des Continents selten > er gar nicht in den Sinn, England zu bereisen, sich »rt häuslich »iederzulassen und ihr Geld dort zu ver- hieu. In Deutschland leben aber ganze Städte (be- nders die Bäder) und Gegenden vom Besuch der itmdcn und freuen sich auf die Ankunft derselben, ie auf eine reiche Ernte.
H„Daö Geld soll nicht außer Landes gehen"! In Österreich besteht ja das Geldausfuhrverbot schon seit 1-3 Jahren, es müßte also recht viel Geld im Lande in. Sind doch die vielen Millionen sardinischen DegSkosteu, sind doch die bedeutenden Kriegssteuern nd Gülerronfiskationeu aus Italien und Ungarn nach Tierreich geflossen, und wo sind denn all bieje baareu schätze? Smd doch die österreichischen Grenzen wohl- Ktzl und verwahrt mit Schlagbäumen, Barrieren nd Zollhäusern, ist doch dort die vaterländische Arbeit n höchsten Grate geschützt, werden doch die fremden Produkte und Fabrikate durch Prohibitivzölle aus dem Olreich, scheu Gebiete verscheucht, und doch trotz all iger Borsichts- und Zwangsmaßregeln kein baares Wo und kein Credit im Lande? Ja, kein Geld und ein Credit, denn das Papiergeld wird nur durch den
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Sechszehn Lieder an Marie.
AM Mögen die geneigten Leser einem jungen Manne, Wen Herzschlag für die Freiheit sie gewiß auch schon üter vernommen haben, mögen sie es ihm verzeihen, |in er ihnen einige Prokukie ,einer Muse vorzuführen Zgt. Gar manches rechtfertigt oder entschuldigt der Moment, was vor noch nicht langer Zeit als eine eitle 'jubelet erschienen wäre.
5 Es ist eine Welt voll Schmerzen und Wunden, »welkten Blüthen gleich sind die Hoffnungen Tau- iider gestorben, und Millionen geknickter Herzen be- 'ichuen die Schadelstätte eines kurzen, aber großarti- m Freiheitskampfes. Wer da noch zu hoffen wagt, M sich gefallen lassen, für einen Thoren zu gelten, ogar in die Brust derjenigen, die sonst so gerne glau- n, ist der dunkle Zweifel eingezogen, und manches le Fraueugemüth ist vom Unglauben an den Gott Ie Freiheit vergiftet. Die Furcht brüstet sich, auS s sth eine Tugend zu sein, und die Gläubigen werden entlich von denen gemieden, die ihnei^ einst Blumen I eulen. Diejenigen aber, auf deren Stirne einst die ige Angst zu lesen war, die besitzen auch jetzt weder -aam noch Ehrgefühl, um eine kleinliche Rache a» I en Gegnern zu unterlassen.
^Darf das Herz da eine Weile den Kirchhof der eiheit verlassen, um im Triumph der Liebe den hmcrz über den gekreuzigten Meffurs zu vergessend
gesetzlich gebotenen Zwangscours den Unterthanen auf- gedrungen. DaS ist der Fluch der bösen That! Es läßt sich kein Vertrauen erzwingen, es muß von selbst kommen. Ja sogar das Geld liebt die Freiheit und scheut Gewalt und Zwang so sehr, daß es sich davor versteckt. Es fehlt nicht an baarem Gelde in Oesterreich, aber es traut nicht und geht nicht aus seinem Schlupfwinkel heraus, es fürchtet den Kriegs- und Belagerungszustand , die Octroyirungen und flüchtet sich dorthin , wo eö sich frei bewegen kann. Es ist eine bekannte Thatsache, daß nie mehr Geld aus Oesterreich gegangen ist, als seitdem daS Geidausfuhrverbot das Mißtrauen und den Schrecken unter die österreichischen (Kapitalisten geschleudert Hat. Es schleicht sich bet Nacht und Nebel über die Grenze und sucht im Aus- laude Sicherheit und Freiheit. Das ist die Folge aller lästigen Schutz- und Zwangsmaßregeln: sie bringen Ruin und keinen Segen. Was geschieht, wenn das Volk keine Preßfreiheit und kein Vereinsrecht mehr hat? Es conspirirt und complottirt insgeheim, und die Gedanken und Pläne, welche auf offenem Markte, an Hellem Tage vielleicht verlacht werden und keinen Anhang finden würden, sie werden, im Verborgenen ausgebrütet, zu einer gefährlichen Macht. — Was geschieht, wenn hohe Schutz- und Prohibitivzölle den Eingang gewisser Waaren erschweren? Sie werden bei Nacht und Nebel eingeschmuggelt und der Schleichhändler preist die hohen Zölle als eine Wohlthat. Das Gesetz kann immer umgangen werden, besonders wenn es so viele Vortheile bringt, wie das Geschäft des Schmugglers.
D e u t s ch l a « d.
â Vom Trompeter, den 19. Juni In No. 129 der „Nass. Allg. Ztg." vom 4. Juni befindet sich ein Artikel „ A Von der Aar", der mir erst heute zu Gesicht kommt, weil die „Nass. Allg. Zkg." das Malheur hat, auf dem Trompeter ebenso unbekannt zu sein, als im Dillthale. Da dieser Artikel unwahre Dinge vorbringt, und dabei einige unbescholtene, wackere Bürger zu Wehen ganz grundlos verdächtigt, so halte ich, der ich den wahren Sachverhalt kenne, eö für meine Pflicht, einige Worte in dieser Zeitung zu erwiedern. — Len unbeholfenen Styl, die tackllose Drohung mit einer ganz unstatthaften Klage, die schülerhafte Fayung und die altweibermäßigen Wiederholungen will ich nicht besonders betonen: ganz nachdrücklich inuß ich aber destrei-
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Vergieb, du blutender Gott, wenn ich der Liebe einen Strauß auf ihren Altar bringe! Ist sie nicht deine Schwester, und bildet ihr beide vereint nicht das Banner der großen Zukunft, um die wir ringen?
Glücklich aber bin ich, wenn ihr kleinen Strophen vielleicht ein gleichtönendes Herz antreffet, und ihr aus dessen Empfindung, wie aus der meinen redet! Wenn ihr nur dies Eine erreicht, dann hat der Dichter seinen Lohn schon dahin!
L
Ich sah ein kleine- Veilchen iteb'n ,
K- war so jung, es war so schon
In sanfter Knospen Prangen.
Doch wie der Frühling-sonne Strahl
Sich leise in den Kelch ihm floht,
Da ist es aufgegange».
Ich sah ein Röschen süß rersteett,
Mil grünen Blättern war's bedeckt,
Wie noch im Mntterschoose.
Da laut der Morgenslruhl geschwind,
Und küßt' es auf di« Wangen lind, —
Da würd' es eine Ros«.
Ich sah ein Kind so jung und klein —
Nun ist'- ein holde- Mägdelein, ,
So Keine lieb, wie diese.
O Peitthen sanft, o Rose lind.
Schmückt mir mein liebe- kleines Kin» , Und bringt ihm meine Grüße!
ten, daß der Wkher Vorstand des Jahrs 1848 durch die Art, wie er die Jagd dieser Gemeinde verpachtete, das Interesse der letztern gröblich verletzt babe. Als das Jagdgesetz vom 15. Juli 1848 publizirt war, ging einhellig der Wunsch der Weher Bürger dahin, die Gemeinde möge in keinem Falle die Weher Jagd aus der Hand geben, weil nur auf diese Weise die Möglichkeit abzuskhen sei, von dem häßlichen Ungeziefer, genannt Hirsche, Rehe, Haasen, befreit zu werden. Gewissen Leuten gefiel dies freilich sehr schlecht. Aber der Vorstand ließ sich durch dies Mißfallen nicht beirren, ließ eine größere Pachtsumme, die mit dem Be. ding geboten, daß die Gemeinde Wehen den Wildschaden tragen sollte, unbeachtet, und verpachtete die Weher Jagd in drei Bezirken an Weher Burger, welches letztre ja der § 6 der zu dem Jagdgesetz erlassenen Vorschriften gestattet. Alle Weher Bürger, etwa diejenigen ausgenommen, welche den Verstand verloren oder überhaupt keinen zu verlieren hatten, segnen noch heute das Verfahren des Orrsvorstandes von 1848. Die Folge dieses Verfahrens war nämlich eine gründliche Vertilgung des Wilkes, mit dessen blühender En- stenz nun einmal eine blühende Land- und Walkwirtb« schaft ganz und gar' unverträglich ist Die Folgen dieser Vertilgung waren aber: 1) daß der Bauer die Früchte auch erndten konnte, die er im Schweiße seines Angesichts gesät batte; 2) daß alle Gewächse, die überhaupt nur in dieser Gegend fortkommen, bestellt wurden, namentlich auch solche, welche die Lieblings- 'gerächte der erlaubten Hirsche sind, und von diesen früher sehr herablassend zur großen Zuftiedenheit deS Bauern rein aufgezehrt worden waren; 3) daß alle Felder, selbst die Hart am Rande der Wälder belegenen, der Weher Gemarkung angebaut wurden; 4) daß das Grundeigenthum sehr namhaft in die Höhe ging und man für einen % Morgen Land statt 1 fl. oder noch viel weniger wie früher, 40 fl. erhielt, und daß im Ganzen das Weher Feld mindestens 5000 fl. mehr werth wurde; 5j daß der Weher Wald unglaublich all Werth zuuahiu, namentlich ein Stück Kiefernwald. Solange nämlich die Herrn Hirsche höchsteigen in den Wäldern regierten, ger uhlen sie Jahr für Jahr die angelegten Culturen theils aus Zeitvertreib, theils aus Appetit zu zerstören, und die Gemeinden, die Menschenkinder, Die doch eigentlich die Herren der Schöpfung sein sollten, hatten statt der Walvnutznngen und Einnahmen Ausgaben und nichts als Ausgaben. — Diese ebeuaufgezählten Vortheile sind, das wird dem Herrn
II.
lind was Du sagst, und was Du sprichst,
Es gebt zu Herzen mir;
Wie Maienlha« auf Bliimeii ist
Ein fuget Blick von Dir.
O Götter, wie voll Reiz der Mliti», Doch rtijenber das Herz —
D Götter, nistet einen Bund,
Und heilet einen Schmerz *
Sitz' ich des Morgens ganz allein
Auf meiner Stube dort,
Wohl aufgeschlagen liegt da« Buch —» Di« Arbeit ruckt nicht fort.
Und ob ich wende Blatt um Blatt, Verstauten hab' ich's nicht, Bis erst mein Aug' gesehn' Dich hat, Du süßes Hiaimelslicht.
Und was die Seele mir bewegt, Der Lipp« fehlt das Wort.
Ihr lieben kleinen Zeilen nur, Ihr tragt es zu ihr fort.
Ihr sagt ihr, wie an Sehnsucht reich
Mein Herz, wie arm an Glück;
Tragt meine Siebe zu ihr hin, Und Liebe bringt zurück!
(Fortsetzung folgt.)