in Califormen niederlasscn, und was sie erübrigen, im Lande lassen werden. Denn wenn einmal die Arbeit
auf ein bis zwei Dollars für den Tag heruilterkommt, und die Lebensmittel wohlfeil genug sind, dabei ordentlich bestehen zu können, dann ist das Feld hier für den Goldgräber ein unerschöpfliches, da man beinahe überall in den Bergen das Gold in geringer Quanti- j tät vorsindet. Vielleicht bin ich parteiisch — wenn so — so weiß ich nicht, warum, aber ich muß geste- ; hen, ich setze ein ungeheures Zutrauen in dieses schöne Land; ich glaube, daß es bestimmt ist, mit der Zeit . der erste Staat der Union zu werben. Man wird ( bald Unglaubliches bewerkstelligen mit den Mitteln, die das Land darbietet; bald wird man von einer Eisen- ; bahn von New-Aork nach San Francisco, Sacramento ; oder Stoktou hören — einer Eisenbahn, die einige Tausend Meilen durch eine von Weißen unbewohnte
, Wildniß und über die Gebirge der Sierra Nevada ! hinführt — und bald wird der Handel von China, , das hier so nahe liegt, beinahe ausschließlich durch Ca- , lifornien geführt — und San Francisco der große Stapelplatz und der größte und schönste Hafen werden am amerikanischen Festlande.
Vermischtes.
(Ein Genrebild aus der Zeit der un ga« rischen Revolution.» „Eljen Kathis — Langweilig ist die Fahrt auf der Pferde-Eisenbahn von Linz nach Gmünden, aber die Hälfte des Weges verkürzten nur die zwei Wörtchen: Essen Kathi! Wie der schönste Alpenjodler klangen sie mir fortwährend in der Seele nach und, wenn ich die Augen schloß oder nur senkte, sah ich deutlich das braune Antlitz des gefangenen Husaren vor mir, wie es zärtlich auf dem Halse des treuen Rosses ruhte, Kathis schmeichelnde Hand auf seiner Schulter und die Hüteschwenkedden Schnitterbne- schen, auf deren breite Senfen die rothe Abendsonne manchmal einen vorüberfliegenden Schein warf.
„Ein paar Stunden von Linz, auf der Rückkehr von einem Ausfluge nach Stadt Steyer begriffen, rastete ich Abends im Wirthshausgarten am Ausgange eines Dörfchens. Vor der niedern Wirthshausthür saßen einige Bauernburschen, deren Sensen an der Wand lehnten, schnitten schweigend ihre Käse, steckten dann und wann die Köpfe zusammen und blickten unverwandt nach dem Gartengitter, ohne sich um die zwei hohen weißrockigen Kürassirr zu kümmern, die doch so stattlich und stolzen Schrittes an ihnen vorüberklirrten und sich tief bücken mußten, als sie in's Haus traten. Draußen nämlich, am Gitter des kleinen Gartens stand, dew.rcht von einigen Feldjägern mit geladenen Stützen, ein ungarisches Rößlein. Es war splitternackt, ohne Sattel und Zügel, als käme es gerade.von der Pußte, aber es wieherte und es scharrte nicht und stampfte nicht mit den Hufen , wie wilde Pferde thun , sondern melancholisch ließ es den Kopf hängen und blickte flebenD und suchend mit den gross n Feuerungen durch die Gilter- siangcn. An der Seite des Rosses leimte ein Husar, ohne Waffen, die bunte Uniform zerrissen »üb staubbedeckt die
linke Hand in ein blutbcflccktts 'Leinentuch gewickelt.
Selten sah ich ein schöneres Kriegergesicht. Er zählte höchstens dreißig Sommer, war aber tief gebräunt, was den schwermüthigen Ausdruck seiner regelmäßigen Züge erhöhte. Er hatte nachdenkend, wie sein Roß, das Haupt gesenkt, die dichten gradlinige» Brauen verDeeften ganz die Augenlieder und ein Lächeln,, stolz und schmerzlich, spielte um die schmalen zusammengepreßten Lippen. Aber wenn er erst, wie sein Rvß, die großen dunkeln Augen aufschlug, that es Einem doppelt weh, das Geplauder der Schnitterburschen anzuhören. — Er wird nicht viel Vater unser mehr beten, der arme Junge. — Zwei Tage haben sie ihn verfolgen müssen und dann hat er sich noch sakrisch gewehrt. — Ha, wenn's dem geglückt wär', über die ungarische Grenze zu kommen! — Konnte er auch jede Minute ins Gras beißen. — Ja, sagte der älteste der Burschen, dort konnte er, hier muß er. Und 's ist was anders, auf freiem Feld, hoch zu Roß, unter Trompetcnschall und Kanouengeläut, tausend Bruderherzen um sich, für seine Ration zu fallen, als allein, im Morgennebel an einer Kirchhofmauer, oder im Stadtgraben zu Wien sich die Augen verbinden zu lassen und mit den Jägern blinde Kuh spielen! — Ein schwerer Seufzer entfuhr den Andern, daß Rößlein draußen zuckte Hautschaucrud auf, erschreckend vor dem Gedanken, seinen Herrn zu überleben, der Wind seufzte in den Pappeln und selbst der hölzerne Storch, das Äsrthsschitd über der Thüre, schien trauernd den langen gekrümmten Hals mit dem frommen Kopse und langen Schnabel tiefer zu senken als gewöhnlich. Nur der Gefangene stand wie eine Bildsäule.
„Während der Hausknecht den beiden Kürassierpferden Heu und Wasser reichte, hatte dir Wirthstochter, die schlanke Kathi, einen Blick durchs Fenster geworfen und sich des Husaren erbarmt. Die verwundete linke Hand war ihrem raschen Auge nicht entgangen und sie brachte ihm deshalb kleing fchmltcncS Brod aus einem Teuer; auch einige Kaisirbnmn, um die schmachtenden Lippen zu ei frischen. Die Birnen steckte er in Oie Tasche, das
Brod theilte er brüderlich die SchwltckM ihm aus dankte mit einem Blick, vergessen hat, und lehnte
mit der
den sich
s in cm Rößlein, welches Hand aß. Der Husar Kathi gewiß noch nicht an den Hals des treuen
Thieres, unter der Mähne sein Gesicht verbergend.
„Jetzt klirrten die Kürassiere wieder aus der Schenke heraus, zum 'Aufbruch mahueno. Aber Kathi besann sich, daß dem Gefangenen ein Trunk Noth that; cilcudS kam sie zum zweiten Male, ein großes geschliffenes GaS voll rothen W meS in Der einen Hand, Die andere schüchtern auf die Schulter des Husaren legend. Er richtete sich auf, ließ sein Roß von Der Gottesgabe schlürfen, trank in zwei Zügen auS, dann hob er das Glas in Die Höhe unv legte Die verbundene Hand aufs Herz, einen stummen Toast ausbringenv. Selbst die Jäger und Kürassiere sahen nicht ohne Theilnahme zu, warteten geduldig, biS der Gefangene getrunken hatte und enthielten sich, den Ernst beS Moments achtend, die schöne Wirthstochter um Den Leib zu nehmen oder nur am Kinn zu fassen. Die S.chnitterbiirschen jedoch überkam eS gewaltig; sie Mußten ihren Gefühlen auf irgend eine Weise Luft machen, und so schweiikten sie die Hüte und riefen Eljen, Eljen, Eljen !
— die Soldaten, den Name» des Erbfeindes Koffuih erwartend, legten die Hand aus Seitengewehr — Eljen Kathi! Der Husar verstand Alles, was an geheimer Sympathie, an zarter, gastlicher Aufmerksamkeit im Gebrauch des einen magyarischen Wortes lag, und klatschte freudig seinem Roß auf den Rücken und das Rößlein, mehr berauscht vom wohlbekannten Klang des Eljen, als von dem Schluck rothen Ungarweins, hob den Kopf auf, schüttelte die Mähne und wieherte dreimal in schmetternd wiederhallenden Tönen, - dann setzte sich der Zug in Bewegung.
„Langsam kehrte Kathi ins Haus zurück, ohne die jungen Burschen anzusehen, deren Toast ihr gegolten hatte, und band sich die Schleifen des schwarzseivenen oberösterreichischen Kopftuches zurecht, obwohl sie richtig geknüpft waren und nach Gebühr über die linke Schulter niederflatterten, aber denke ich an die Thränen, die in ihren großen schwimmenden blauen Augen hingen und an den tiefen kindlichen Schmerzensz'ug, der ihren schwellenden Mund halb geöffnet hatte und die vollen Lippen beben mache, so rufe ich immer noch Essen Kathi!" (Aus den „Bildern aus Oesterreich.")
Man hat in Paris völlig gelungene Versuche mit einem etwa zwei Ceutimetres dicken Cuiraß aus vul- canl'sirtem Kautschuk gemacht, der bei der Armee eingeführt werden soll. Die Gewalt des Geschosses wird durch die Elasticität des Kautschuk durchaus vernichtet und die Kugel fällt wirkungslos zu den Füßen der Person nieder, auf welche sie abgefeuert wurde.
Der zweite Band Der „Parlamentarische n Größen", von R W llt r, ist nunmehr in B elin erschienen. Charakt risskeu von v. Unruh, Ublih, Rod- bertus, v. Berg, Temme, V. K rchman», Wale eck, Buch e, Kinkel bilden Den Inhalt des Buches. Der Standpunkt des Verfassers, der sich jetzt als Herr Walter Rvqge zu erkennen gibt, ist durchu'eg jener Bruno Bäuerische des berlinischen Nihilismus oder des absoluten AnderS- W ssenS; das hinter aber nicht, daß sein Urtheil in einzelnen concreten Fragen richtig und sein Blick für Den her- vorspriugendsten Charaktcrzug Der parlamentarischen Größen meistens treffend, wenngleich immer etwas carikireno ist. Das Buch ist jedenfalls in seiner Art interessant, und es wird ein erwähnenswerther eigenthümlicher „bnchhäitdlerischer Reform versuch" des Verlegers gerade bei ihm vielleicht nicht ohne Erfolg sein. Der Verleger (Buchhandlung von A. Hofmann) hat nämlich nur die vier ersten Bogen offen gelassen, die übrigen aber v e r klebt und erklärt: „Erbrochene Erem- plare werden unter keinen Umständen zurückgenommen"; denn Das Publicum erhalte durch den Namen des Autors, das Znhaltö-Verzeichniß und das Lesen der ersten vier Bogen diejenigen Garanrieen, welche nothwendig erscheinen, um sich über den Kauf des ©arbeit zu entscheiden, während anderseits der Verkegor-Vavor geschützt sei, daß ein Werk von Hunderten gelesen und nur voit Einzelnen gekauft werde. Von den elf „parlamentarischen Größen" sind mithin nur zwei Anserwählte , v. Unruh und Uhlich, Allen zugänglich. Dagegen die nenn folgenden sind verklebt.
B c k a 11 ii t in a ch n n g e ii.
Ackerbau mit doppeltem Ertrag und Vertilgung der Kartoffelkraickheit
(499) ' durch
Engrais sèimMtih Saamendringer, bewährt und schon im Nassauischen vortheilhaft erprobt in der alleinigen General- Niederlage für's Herzoathuin bei
Phil. W. Heinzemann in L.-Schwalbach im Original-Preis zu haben.
ls«, Arbeiterbildungsverei».
Nächste Sitzung Montag den 5. Mai, Abends 8 Uhr, im Nerothale. — Von nun an finden die Sitzungen während des Sommers wieder regelmäßig jeden Montag im Nerothale statt.
(456) Bei V. Garcke in Merseburg und Leipzig ist erschienen und durch alle Buch-
fgj Handlungen, in Wiesbaden durch die H. W. Nitter'sche Buchhandlung, zu beziehen:
B Das goldene Familienbuch 8 W ' "der der B
köstlichste Hausschatz für jede Haus- und Landwirthschast. Sie ^
Auflage. 1 Thlr. (10,000 Exemplare gedruckt!)
Alle Rezensenten nennen dieses Buch einstimmig: „einen golde-l^, neu Schatz" — „einen Haussch atz im wahren Sinne des W Worts" Der wirklichen Nutzen biete t". — Keine Haushal- |Ëj tung sollte dieses Buch entbehre«." — Kein Thaler wird W fid) so gut veriuteressiren, als der, Den man zur Anschaf- Mi fung dieses überaus nützlichen Buches verwendet." — Es ist dies in Wirklichkeit ein Buch, das selbst Dem ganz Nn- «^-bemittelten hundertfache Mittel und Wege zeigt, sich eine E W glückliche und zufriedene Eristenz zu bereiten.
Für den Werth des Buches spricht außerdem am Besten der schnelle M und immer verstärkte Absatz, so daß oft ganz kleine Städte nach und rg rgj nach über 100 Exemplare schon gebrauchten und binnen wenigen Jahren drei überaus starke Auflagen nöthig wurden.
(496) Deutschkatholischer Gottesdienst Sonntag den 4. Mai, Morgens 9 Uhr, geleitet durch den deutschkatholischen Prediger Herrn Hiepe ans Hachenburg.
(498) Der Unterzeichnete macht ergebend bekannt, daß er mit seiner Schul- und Kunst- reiter-Gesellschaft, bestehend aus 36 Personen, Herren und Damen, nebst 26 gut dressirten Pferden am Dienstag den 6. d. Mts. hier eintreffen und Mittwoch Abend die erste Vorstellung geben wird. Der Schauplatz ist dem Schloß gegenüber in einer kriegerischen Arena, welche vor Regen und Wind geschützt ist. Anfang Abends 8 Uhr. Billets sind zu haben im Alleesaal.
Der Direktor:
(498) C. Hit»mewfelil.
Beachtenswert^!
(501) In einem Gast- und Badhaus wird ein junger, anständiger und verheiratheter Badmeister gesucht, welcher diesem Fach gut vorstehen kann und auch englisch und französisch spricht. Derselbe hat außer den Badverrichtungen weiter nichts zu besorgen, als: Servilen und Holzkleiumachen, im Garten graben, Teppiche ausklopfen und sonstige Kleinigkeiten. Der Anfang dieser Funktionen ist am 1. März und das Ende am 30. Oktober. Brauchbare Subjekte wollen sich baldigst melden.
Abgang der Posten von Wiesbaden
(489) vom 1. Mai ab.
Frankfurt (E.senbahnpost) 5 Uhr 50 Min, 10 Uhr 35 Min. und t l Uhr 5 Min. Vormittags.
2 Uhr 35 Min., 5 Uhr 50 Min. und 8*/2 Uhr Nachmittags.
Eoblcuz (Personenpostß 11 Uhr Vormittags.
Limburg (Personenpost) 8% Uhr Vormittags (Anschluß nach Coblenz, Gießen, Dillenburg und Diez.)
„ (Personenpost) 3 Uhr Nachmittags (Anschluß nach Cvln und Hadamar) Rüdesheim (Personenpost) 7 Uhr 20 Min Vormittags und 7 Uhr 10 Min. Nachmittags. Eoblenz (Briefpost) 11 Uhr Nachts (Holland, Bckgien. England.) Frankfurt (Briefpost) lOVz Uhr Nachts (Mainz, Darmstadt.)
Bei F. A Brockhaus in Leipzig ist soeben erschienen und in der H. W Rittcr'schcn Buchhandlung in Wiesbaden zu haben:
4kNhrer
durch London und Umgegend.
Von
Dr. Woldemar Seyffarth,
Verfasser von „London, seine Bewohner und Umgebung." Mit ein«» Plane von London.
Preis geb. 2 fl. 24 fr.
Verantwortlicher Herausgeber und Verleger 4 bitter. — Druck der 4. Ritter 'schen Buchdrucker»,.