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getrost ihren Griffel hiulegen, sie ist in Baiern mehr wie überflüssig.

München, 24. April. DerN. K." meldet:CS scheint allerdings seine Richtigkeit zu haben, daß eine Trupcnauf sie lluug beiFran f f u r t stattfindet, denn umsonst dürfte wenigstens die bereits anbcfvhlen gewesene Redaction des Pferdestandes in der Armee nicht wieder eingestellt worden sein. DaS hiesige Arcillcrieregiment hat nicht weniger als 500 Pferde über den Friedensstand. Wozu also diese llebcrzahl? UcbrigenS scheint eS, daß man sich über die Stärke und die Kontingente, welche die einzelnen Regierungen zu stellen haben, noch nicht ge­einigt hat."

München, 25. April. An Sommerbier wurden von den 30 Brauern hiesiger Stadt nach einer Corre- spondenz desLandboten" in diesem Jahr 339,033 Eimer, somit 28,000 Eimer mehr als im Vorjahre eingesotten; obenan steht derLöwenbräu" alle/n mit 30,850 Eimern. Bei dieser Gelegenheit erfahren wir, daß jüngst eine bedeutende Sendung hiesigen Bieres nach Konstantinopel abgegangen ist.

Dresden, 23. April. (Augsb. Allg. Ztg.) Von Berlin aus wiederholt jetzt eine Partei, welche mit Hmtansetzung der deutschen Interessen die Wwbereim nähme der preußischen Position am Bundestage vor 1848 und ebenso die Wiederaufnahme jener von dem­selben aus betriebenen Politik, deren unwillkürliches Werkzeug Hr. v. Manteuffel übrigens nicht sei tau zu sein scheint, das Gerücht, Oesterreich sei von der Auf­nahme seiner ganzen Gebiete in den Bund so gut wie zurückgegangen. Ich kann verfichern, daß man hier gerade noch Gelegenheit genug hat über die völlige Grundlosigkeit solcher Insinuationen sich aufzuklären, und solchen groben Unwahrheiten auf den Grund zu sehen.

Dresden, 25. April. (Dr. I.) Gestern war die zweite Commission der Ministerialkouferen; ver­sammelt. Heute hielt die dritte Commission ihre Schlußsitzung und späten hin fand eine kombiuirte Sitzung der ersten und zweiten Commission statt.

Berlin, 24. April. Nach derLith. Corrcsp" sollen der Fürst Schwarzenberg Uno Baron M e y e u- Dorff in einer Conferenz übereingefommen sein, die Auswahl der Gesandten der einzelnen Staaten für den Bundestag einigermaßen zu beschränken, indem man eine Verständigung der Regierungen darüber, daß namentlich Organisationsvcrsuchcn vorzugsweise be- theiligt waren, wenn sonst möglich auch keine Vertre­ter einseitiger scharf prononeirten Politik von dem Bundestage ausgeschlossen bleiben sollen, herbeiführen versuchen wird. (Also Rußland arrangirt mit Oe­sterreich ganz offen jetzt den deutschen (!?) Bunbes- jagJ) ------ ....;. -

Die Broschüre:Vier Monate auswärtiger Politik" enthält folgende ganz interessante Notiz:Herr von Manteuffel war indeß mit anderen Sorgen beschäftigt. Er mußte die Berichte der preußischen Polizei-Agenten lesen, welche seit längerer Zeit in den Herzogtümern stationirt waren. Der Agent Gold heim halte die Herren Ruge und Klapka in Altona gesehens Der Aufenthalt in Altona gefiel Hrn. Goldheim, und er berichtete deshalb von Zeit zu Zeit einige wunderbare Neuigkeiten. Bald liefen noch fürchterliche Nachrichten ein. Die Aufpasser, die von Berlin aus in die ho!-' steinischen oatäillone geschickt waren, sagten ans, daß eine Militär-Revolution bei Gelegenheit der Armee- Reduktion ausbrccheu werde, welche von Hrn. Sa- voye in Paris geleite) würde. Die Sache war so wichtig, daß man es Hrm. v. Simmen nicht allein überließ, diese neue Revolution aufznsnchen. Ein ho- des Bankhalters. Zu der Masse, die Tag und Hach t' in diesen Sälen wogt, liefern allegebildete" Stände ihr Contingkut, ein guter Rock und eine gefüllte Börse ertheilen die Berechtigung zum Eintritt und in die­sem Industriezweige werden Geschäfte gemacht, über deren Großartigkeit leider keine Tabellen rristiren, ob­gleich man ihre Folgen sehr häufig in dem Ruin von Familien, in Bankrotten, Kassendiedstählcn, Betrügereien und Selb st in orde n wahrnimmt.

Während sich diese Spiethöllenf doch noch einiger­maßen der vollen Orffentlichkeit entziehen und dem Auge des oberflächlichen Beobachters verborgen bleiben könnten, giebt es eine ande;e Art von großar­tiger Betrügerei,'welche Jahr aus Jahr ein so zu sa­gen auf offener Straße hier betrieben wird: ich meine die sogenannten Mock-A^uctioneii. Der Fremde, welcher unsere belebtesten Straßen, Ken Broadway, die Chatham-Street u. s. W. durchwandert, wird fast bei jedem Schritte in die weit geöffnete Thür eines Ladens schauen, an dessen Fenstern eine Menge der werth- und prachtvollsten goldenen Uhren mit schweren goldenen Ketten, nebst Juwelen und anderem. blinkenden Golc- schmuck ausgestellt sind und das Auge blenden. Neben der Thür des Ladens ist eine kleine rothe Fahne befestigt, die jedoch hier nur die harm­lose Aufgabe hat, anzuzei^ch, daß hier eine Auc- tion abgehalten wird. In dem Laden steht hinter der Bar ein elegant gekleideter Auctionator, der eine prachtvolle goldene Uhr in der Hand, die e zu einem ungewöhnlich billigen Preise ausbietet. Vor der Bar stehen Bieter und Zuschauer, unter denen sich stets zwei oder drei sehr pfiffige ausschende, aber du» 1 ßerst harmlos sich stellende Bursche, als die feinsten

* Stuttgart, 25 April. Die Wahlen fallen cnt- chikden zu Gunsten der Regierungspartei aus. Die demokratische Minorität wird aller Wahrscheinlichkeit nach kaum ein Viertel der Stimmen in der Abgcordnetcn- ämmer betragen.

Stuttgart , 25. April. Der gestrige erste Wahl­ag hat ein entschieden günstiges Resultat für den Can- Kdateu der konservativen gegen den der demokratischen Partei geliefert. Herr Prokurator Restle hatte gestern .IbenD schon vier hundert einundsiebenzig Stimmen, 'so etliche und dreißig über die absolute Majorität Resc zu 440450 angenommen) für sich, während ür Herrn Prokurator Albert Schott im Ganzen nur nige dreißig Stimmen abgegeben wurden. Gestern wurde vom Criminalsenat des Gerichtshofs in Eßlin­gen eine Generalsitzung in Sachen Fickler und Ge- i o sse n ab,gehalten, welche, laut derLürttemb. Cor.", eine baldige Veröffentlichung über diesen großen vor - dem Schwurgericht zu Ludwigsburg zur Verhandlung kommenden politischen Prozeß im Gefolge haben soll. Dieser Prozeß wird au allgemeiner Wichtigkeit, wie in speciellem Interesse den in Rottweil abgehandelten Prozeß von Rau und Genossen weit hinter sich lassen.

Tübingen, 23. April. (S. M.) Der Senat ist auf seine Bitte um Belassung Reyschers bei der Universität aus höheren Rücksichten vom Ministerium abschlägig beschieden worden, worauf er an Reyscher ein von Professor Schrader verfaßtes Dankschreiben durch eine Deputation überreichen ließ. Professor Rey- scher selbst hat vom Geheimerath noch keine Antwort auf seine Beschwerde erhalten und sich daher wegen der Regierungsrathsfielle noch nicht ausgesprochen. Doch soll er noch immer entschlossen sein, seine Entlassung aus dem Staatsdienst zu nehmen, falls seine Beschwerde nicht gehoben wird. Nach heute hier eingetroffener Nachricht ist Hr. Dekan Hauber zum Prälaten für Ulm ernannt worden.

München, 19. April. Es werden jetzt zwei Ne- ? crungs-Reskripte aus dem Januar dieses Jahres be­kannt, in denen den Schulvmstehcrn und Lehrern an» gedeutet wird, wie bairische Geschichte in den Schulen vorgetragen werden soll. Es soll nämlich der diesen Vorträgen besonders darauf hingewiesen werden, daß die Geschichte der neuesten Zeit wieder- bo! c die p r o v i b e n t i e l l e Best i in in ung Baierns in Deutschland kuudgethan, indfin der Revolution und den Gelüsten nach einer Zerreißung Deutschlands mit Entschiedenheit und Erfolg entgeugetreten; wie treu das Volk an seinem angestammten Fürsten­hause immer gehalten (z. B. in der Pfalz), und wie endlich, da dem eigenthümlich naturwüchsigen Charak­ter der deutschen Völkerschaften eine unitarische Staats- verfassung in) Innersten widerstehe, der Bestand eines kräftigen selbstständigen Baierns auch für die Zukunft wie bisher wesentliche Bedingung der Sicherheit, Wohl­fahrt und Einigkeit Deutschlands sein werde' Es wird in'diesen Reskripten ferner bemerkt, daß das bairische StäatsminiMiam des Innern für Kirchen und Schul- auaeiegenheilen eine Bearbeitung der ^bairischen Ge­schichte die, aber kurz gehalten sein müsse und sich we­niger mit Aufzählen aller möglichen Thatsachen (!) als vielmehr mit Heraushebung der wichtigsten und glorreichsten Monate der bairischen Ge­schichte (z. B. Rheinbund) zu befassen habe, gern entgegen nehmen werde, endlich wird befohlen, auf die bemalten Schreibhefte, welche revolutionaire Portraits, Lobpreisungen dieser Revolutionaire, verächtliche An­spielungen auf christliche-rrligiöse Gebräuche, sogar un­züchtige Abbildungen zur Schau tragen, zu vigiliren, sic wcgzuncl'men und den Polizeibehörden mit Angabe des Verkäufers derselben zuzusiellen! Klio kann nun reu- und Kongreßmitglieder, Aemtersucher und Beamtete in großen Massen hierher, um Fortunas Glücksrad zu versuchen. Dann halten die Bankhalter ihre reichste Ernte, obwohl sie es auch nichtverschmähen, dem lüsternen Handlungstiener sein sauer Verdientes zu entziehen oder dem schwach stehenden Kaufmann die letzte Summe ab- zunehmeu, mit der er sich von Dem unvermeidlichen Bankerott zu schützen gedachte. Zwanzig bis dreißig der größten dieser Etablissements liegen an unserer fashionabelsten und belebtesten Straße, am Broadway. In jedem derselben befindet sich eine Reihe von brillant meublirten Salons. Die Fußböden bereden kostbare Teppiche, an den Wänden ziehen sich schwellende, mit rothem geblümten Sammet überzogene Divans hin, prachtvolle Sessel und Schaukelstühle, mit kostbaren Stickereien versehen, laden zum Sitzen ein. Da ist ein Rauchzimmer, ein Lesezimmer, in welchem fast alle Zeitungen der Welt aufliegen, und ein Speise­salon. In letzterem jinbet sich ein köstliches Supper nebst Champager, so viel man trinken will, gratis zur Disposition der Gäste und ladet zum Genusse ein.

. Es wird gern gesehen, wenn dem Champagner reich-

1 sich zugesprochen wird. Die Hauptsache aber sind die Spiel-Salons, in denen man Gelegenheit hat, in jeder Art, wie es das Herz gelüstet, der Leidenschaft des Hazardspieles zu fröhnen. Hier giebt es keinen Unterschied zwischen Nacht und Tag. Die ewige Gas­flamme beleuchtet die Karten, die Würfel, die Roulette und die von - Leidenschaft durchwühlten Mienen der Spielenden. Hier wogen die Goldhaufen hin und her und zwischen den leisen Flüchen der Verlie­renden und den Freudenrufen der Gewinnenden tönt stets monoton und in gemessenem Takt die Stimme

derer Polizei-Agent, Herr Hoffrichter, wurde von Berlin aus zur Unterstützung des Generals v.Thümen abgeschickt. Ein einsichtiger Polizeibeamter, gewahrte dieser bald genug, aus welchen Quellen die Berichte über Herrn Klapka, Herrn Ruge und Herrn Savoye geflossen waren, und zog sich zurück, ehe er sich com- promittirt hatte."

DieFreiin. S. Z." kann ihren Schmerz nicht verbergen über den Schutz,welchen die gefährlichsten Revolutionäre in England finden", und hat bereits von Repressalien etwas vernommen. Denn den briti­schen Unterthanen seidadurch der Nachtheil erwachsen, daß sich mehrere deutsche Regierungen zu einer Kon'. vention vereinigt haben, wonach Pässe, welche von englischeu Konsulaten und Gesandtschaften ausgestellt sind, den Inhaber nicht vor Ausweisung schützen. Es werden vielmehr nur in England ausgestellte Ministc- rialpässe respektirt werden."

Lerlitt, 24. April. Die im Jahre 1848 durch Cabinets-Ordre abgeschaften Couduiteu-Lißen für die Lehrer sind zu neuem Leben erstanden. Die Su­perintendenten und Schul-Inspektoren sind vor Kur­zen, von der Regierung Schemata zu derartigen Listen zugegangen, in welchen die Rubrik für das Gutachten über die politischen Richtung der Lehrer besonders groß ist.

Berlin, 24. April. (O. -P.-A.-Z.) In Bezug auf den Zollverein hört man, daß mehrere Staaten bei der Erneuerung des Vertrags die Bedingung stellen werden, daß die Bestimmung, wonach zur Giltigkeit eines Beschlusses gegenwärtig Einstimmigkeit er­forderlich ist, abgeändert werde, indem die Erfahning Hinlänglich gezeigt hat, daß die Aufrechthaltnng dieser Bestimmung nur zum Nachtheile des Zollvereins ge­reichen kann. Die Beschlußfassung ist durch diese Be- stimmnng zu sehr erschwert und außerdem ist in die Macht eines einzelnen Staates gelegt, jeden Beschluß zu vereiteln. Eine eigentliche Kündigung des Ver­trags wird indessen nach Ablauf desselben von keiner Sekte erwartet. Die geringen Ergebnisse der Dres­dener Handelspolitischen Commisston dürften auch die­jenigen Staaten, welchen vielleicht der Gedanke an eine Kündigung nicht fern lag, vor der Hand um so fester an den Zollverein wieder geknüpft haben.

Die Abreise des Grafen v. Arnim -Heinrichsdorf nach Wien ist auf den 28. d. M. angesetzt. Der in Magdeburg zum Bürgermeküer gewählte bisherige Oberbürgermeister von Prenzlall, Herr Grabow, be­kannt als Prästdeut der ehemaligen Nationalversamm­lung, hat die königliche Bestätigung m'cht erhalten. Die Erörterung der kurhessischen Angelegenheit seitens aller deutschen Regierungen, ist laut derLith. Cor " wohl als au (gegeben zu bezeichnen und so wenig sie é« Drcsveu zur Sprache mMracht werden wud, eben so wenig werde sie Gegenstand weitläufiger Ver­handlungen auf dem Bundestage werden.

BreSlau, 23. April. (N. Ocer-Ztg.) Am erstem Osterfeicitagc legten in der Sandkirche nach dem Nach- chittags-GotleSdieüste 29 Protestanten das katholische Gambenöbekenutniß ab.

BreSlau, 25. April. DieN. Oder-Ztg." meldet, daß gestern die Cabinets-Ordre angciaugt ist, durch welche Die Nnytbestäckgmig des Bürgermeister Bartsch: auS- g.sprochen wird. Man aie ihm, heißt es, das zur Stellung eines Oberbürgermeisters von Breslau noth­wendige Vertrauen nicht schenken, w il er in den Jal)reu 1848 und 1849 der Demokratie gegenüber gj i t Die nöthige Energie entwickelt habe. Gestern Morgen starb liier Frau v. Wieland am Typhus. Sie war mit ihrer Freundin Fran v. Wolf, Die vor wenigen Tage» derselben Krankheit erlegen, Gründerin des dtathèrinnen-

«massmasairwi ir'ari"r«ini namnMnaBugaiw

Gentlemen gekleidet, befinden, welche ebenfalls Käufer zu sein scheinen, in Wahrheit aber die Complicen des Auctionators sind. Diese bieten dein Fremden so lange auf, bis sie merken, daß er nicht höher hinaufzugehèn Lust hat. Dann wird ihm die Uhr zugeschlageii, die aber nicht aus den Händen des Auctionators oder sei­ner Complicen herausgekommeu und ihm blos gezeigt worden^ ist. Durch ein geschicktes Manöver wird sie, wenn sie ächt war, beseitigt, und ihm eine ähnlich aus­schende, galvanisch vergoldete, sauber in Papier gewi­ckelt in die Hand gedrückt, mit welcher sich der Betro­gene scelknvergnügt über seinen vorteilhaften Handel, nachdein er bezahlt hat, entfernt. Diese Uhr ist natür­lich ein ganz werthloser Kasten. Bemerkt der verdutzte Sauser den Betrug noch innerhalb des Ladens, so wird er so gut wie möglich beschwichtigt und ihm eine nicht viel bessere silberne Upr unter vielfachen Lobpreisungen ihrer Güte aufgeschwatzt, und auch in diesem Falle ist er, besteht er den Schaden beim Lichte, dennoch um meh­rere Dollars geprellt. Haben die Betrüger, welche in der Regel feine Menschenkenner sind, aber einen noch recht Grünen oder eineEinfalt vom Lande" vor sich so sind sie auch wohl so frech, gleich von vorn­herein eine ganz schlechte Uhr mit galvanisch vergolde­tem Kasten zumVerkauf auözusetzcn, ohne zu bemerken, daß eS eine goldene Uhr sei. Der Grüne, welcher arg­los vertraut und sich nicht den Anschein geben mag, daß er den Werth des zum Verkauf ausgesetzten Gegenstan­des nicht zu tariren verstehe, bietet ohne nähere Üntersn- chungdaranf los,von der glänzenden Außenseite bestochen. Hat man ihm hoch genug aufgeboten, so wird zugeschlagen und der von ihm erkaufte Artikel ihm frank und frei ein# gehändigt. Sieht er sich nun endlich betrogen und will