Vermischtes.
Ein Landrath in Westphalen, der in seiner Weise ein Tyrann war, hatte in einer Stadt eine scharfe Mistordre erlassen, nach der zu einer bestimmten Morgenstunde kein Misthaufen mehr auf der Straße gefunden werden sollte. Der Landrath hatte die Gewohnheit, daß ihm beim Ausgehen stets sein Bedienter in einiger Entfernung von 20—30 Schritten folgen mußte. Ein ehrlicher Westphale, der sich seinen Misthaufen im Hofe nicht so groß vorgestellt hatte, wie er wirklich war, war zur bestimmten Stunde noch nicht einmal mit dem Herausbringen, geschweige denn mit dem Wegschaffen fertig. Da langt plötzlich ein Gensdarm an, und ladet den Mann augenblicklich aufs Landrathsamt. Der Westphale ging, wie er war, in seiner westphälischen Jacke und in seinen Holzpantoffeln. Wonach er roch, ist nicht nöthig zu sagen. Kaum war er ins Bureau eingetreten, so fuhr ihn der Herr Landrath grimmig an, ob er denn gar nicht wisse, was sich schicke, ob man denn inS Landrathsamt kommen dürfe, er sähe ja aus wie lauter Mist und stinke durch und durch nach Mist. Ein Westfale läßt sich nicht leicht außer Fassung bringen. Der Mann antwortete: „Gnädiger Herr Landrath, eck dachte et hedde Ihle, darum bin eck kommen wie eck war. Un dat eck stinke, det wundert meck gor nich. Eck hebbe Mist karrt und womit me umguht, det Hengt cm an. Aber Sai, gnädiger Herr Landrath, metten ock nich sonnen söten Geruch hebben, denn eck sehe, det Jüe Bediente, wenn Jü op de Strat gun, immer twintig Schritt achter Jü blievt."
Der preußische Minister des Innern hat die in der Leipziger bibliopolischen Anstalt erschienenen Schriften: „Luther über Fürsten, Adel, Hofbeamte und Pfaffen", zweite Auflage; ferner: „Thomas Paynes Rechte des Menschen h!), im Auszuge, nebst Biographie Paynes und einer kritischen Bevorwortung über den Geist seiner Hauptschriften mit besonderem Hinblick auf das vorliegende Werk von ® Frock" auf Grund des §. 3 der Verordnung vom 5. Juni 1850 für den Umfang der Monarchie verboten.
Der König von Dänemark ist für die guten Dienste welche die englischen Zeitungen ihm in den letzten Jahren
geleistet haben erkenntlich. Sechs Journalisten ans London, von der „Times," vom „Harald", von den „Jllustrated News" u. s. w. bereisen gegenwärtig seine Staaten. Am 10. d. erschienen sie vor dem Schlosse Frederiksborg bei Helsingör, wurden aber abgewiesen, weil der König gerade dort war. Kaum hatte jedoch Seine Maj. erfahren, daß Repräsentanten der Londoner Presse da seien, als er sie in sein Cabinet rufen ließ, sich auf das Huldvollste mit ihnen unterhielt und ihnen das ganze Schloß zu zeigen befahl. Hernach ward den Reisenden ein Frühstück gereicht, und zwei Hofwaaen brachten sie nach Helsingör.
Das Land der Pharaonen wird binnen Kurzem auch seine Eisenbahn haben. Man geht nämlich ernsthaft damit um, einen Schienenweg von Alexandrien nach Kairo zu legen, und die Route ist bereits abgesteckt. Das Land ist flach, und man wird keiner Tunnel bedürfen; dagegen hat man mit einer anderen Schwierigkeit zu kämpfen, welche den europäischen Ingenieuren unbekannt ist. Diese besteht in dem „Kamsin" oder Wüstenwinde, welcher oft 50 Tage anhält und auf seinem Wege ungeheure Sanv- hügel zilsammenfegt. Glücklicherweise kennt man ein Mittel, welches diesem Winde wie durch ein Wunder- Einhalt thut, nämlich Baum-Alleen, Man wird daher die Bahn entlang Reihen wilder Feigenbäume pflanzen, die im Sande gut fortkommen. Schwieriger dürfte es sein die Eisenstraße später von Kairo nach Suez zu verlängern, und der englische Ingenieur Stephenson, welcher gegenwärtig in Aegypten sich aufhält empfiehlt die Idee einen Kanal von Suez nach Memphis zu graben. Freilich behaupten französische Geometer, dies sei unthunlich, weil das rothe Meer 14 Fuß höher sei als der höchste Wafferstand des Nil und 30 Fuß höher als das Mittelmeer. ES giebt Projec- tenmacher, welche Vorschlägen die Seeschiffe per Eisenbahn von Suez nach dem Nil zu bringen und sie dort wieder ins Wasser zu setzen. Die Route über die Landenge von Suez ist jetzt in vielen Stücken sehr verbessert. An verschiedenen Stationen findet man Wirthshäuser ,^in denen man Relais von Pferden und Ka- meelen, Lebensmittel und vor allen Dingen Wasser in Fülle antrifft. Ein ehemaliger Mundkoch Mehmed Alis, Herr Coulomb, aus der Provence gebürtig, hat in Suez einen sehr guten Gasthof eröffnet.
Bes cheinigung
Für die deutschen Flüchtlinge in der Schweiz sind bei der Expedition Der „Freien Zeitung" weiter eingegangen:
Bon W. L. zu L. Schwalbach außer zwei Packele» mit Kleidungsstücken 7 fl. 6 fr. — Bon Joseph Stern zu L. Schwalbach durch Prokurator Lang 10 fl., wovon 3 fl. 30 fr. an schleswig-holsteinische Soldaten abgegeben worden sind.
Handels- und Börsennachrichten.
Mainz, 52. April. Bei dem herrlichen Stand der Felder und bei der dem Wachsthums so günstigen Witterung, verbunden mit ziemlich reicher Anfuhr, konnte cs sich nicht fehlen, daß unsere Gctrcivcpicift einen bedeutenden Rückschritt machten, der wohl noch belangreicher gewesen wäre, wenn nicht der Consumo noch manches Restchen absorbire. Der Reps steht in voller Blüthe ; der Roggen, was seit Menschengedenken um diese Zeit nicht vorkam, steht schon auf manchen Plätzen in der Achte. Man notirt heute Waizen cff. fl. 7% h%. in Consumo. pro Mai fl. 7%. Roggen fl. 6% â 3/4. in Consumo. pro Mai fl. 6%. Gerste fl. 6%. Hafer fl. 3y3. Bohnen fl. 7’4. Erbsen fl. 7%. Linsen fl. 5 — Rub öl und Reps ebenfalls s hr reifend, cff. per 290 Pfv. l. G. ohne Faß Rthlr. 34V2. per 280 Pfv. l. G. mit Faß Rihlr. 34. pro Mai Rthlr. 34. pro Oft. Rrhlr. 35y2- Reps fl. 13% â y2. Mohnöl fl. 21. Rcpvkuchcn fl. 45 â fl. 50. Die Klcesaamcn-Saisvn ist jetzt vorüber, Kenng- feiten, welche noch gebraucht werden, bezahlen sich nach Qualität zu früher, n Preisen.
G c l d - S o r t e n
nach dem Frankfurter ConrS vom 25, April 1851.
Neue üoiiidb’or ..........
Pistolen ............
ditto Preuß...........
Holl, so st. Stucke........
Rand - Dürsten . .........
20 Frankeuüücke..... . ’. .
Engl. Sovereigns.........
Gold al Marco........
Preuß. Thaler.......
5 Mauken-Thaler ' . . . .
Hochhaltig Silber . . . . • . . . ,
kr.
. 10
55
9
36
9
58
9
47%
5
36
9
27
1 1
52
378
1
45%
2
21%
21
28
Beta 11 11 t m st ch u it g c n.
u77) Ehittalladung.
Den Concursprozcß über das Vermögen des Wittwers Jacob Kramer zu Laubuseschbach. inS des. fase. I.
Die Eröffnung beRetbrn- trrtr.— Durch das iurnmehr rechtskräftig gewordene Urtheil vom 8. März l. I. ist über das Vermögen des Wittwers Jacob Kramer zu Laubuseschbach der Concursprozcß erkannt worden; es werden daher Alle, welche an die Concursmasse dingliche oder persönliche Ansprüche geltend machen wollen, aufgefordert, solche
Donnerstag den 8. Mai l. I., Morgens 8 Uhr, unter dem Rechtsnachtheile deS von selbst eintretenden Ausschlusses von der vorhandenen Masse dahier zu ttquiviren.
Runkel, den 1. Avril 1851.
Herzogs Nass. Justizamt. ______________________Usenet._______ (478) Daß der Fraucuvereins-Laden heute wieder in die Reue Colonnade Nro. 17 verlegt worden ist, wird mit dem Bemerken bekannt gemacht, daß au^er diesem Laden sonst kein Verkauf für die Armen- Arbeits-Anstalt des Frauen-Vereins hier stattfindet, und bittet man um so mehr um gütigen Zuspruch, als in demselben festgesetzte billige Preise sind und die größte Auswahl in allen fertigen Arbe.ten zu finden ist.
(465) Bei Hen bevorstehenden Festlichkeiten zur Vermählung des Herzogs empfehlen wir uns zur Verzierung der Häuser mit Kränzen rc.
Adam 8» Daniel Schön, Wallher'schcs HauS in der K rwgasse.
(478) Edietalladung.
Den Concurs über das Vermögen des Johann Petri 4t und seiner Ehefrau Elisabethe, aeb. Deußer^gâ Brertdardr.. — - rase. spéc. 1,
Die Eröffnung des Concurs- verfahrens betr.
Nachdem das amtliche Eoncurserkenntniß gegen Johann Petm 4r und dessen Ehefrau Eumbethè, geb. Deußer, von Breitharvt vom 19. Februar v. I. nunmehr rechtskräftig geworden ist, wird Termin zur Geliendmachung perso ücher und dinglicher Ansprüche an diese Concursmasse auf
Mittwoch den 28. Mat l. I., Morgens 8 Uhr,
dahier anberaumt bei Vermeidung des ohne weiteres Dccrct erfolgenden Ausschlusses von der vorhandenen Masse.
Wehen, den 16. April 1851.
Herzog!. Nass. Justizamt. Appel.
(486) Meine von mit um 150 fl angekaufte Spieluhr hatte ich begonnen heraus- spielen zu lassen und bereits schon viele Loose abgesctzt, als ich erfuhr, daß dieses Ausspielen ohne Erlaubniß gesetzlich verboten sei. Ich versäumte nicht, sofort das eingenommene Gilb zurück zu erstatten; es könnte jedoch möglich fein, daß — da mir die Liste abhanden gekommen ist — wohl noch einige Abnehmer vergessen worden sind, weßhalb ich diese hiermit bitte, sich gütigst bei mir melden zu wollen.
Schierstein, den 23. April 1851.
W. Eller.
“”' Arbeiterbildungsverein.
Emgelrehener Hindernisse wegen mußte die auf Montag den 28. d. MA bestimmte Abeadunterhaltung ausgesetzt werden. — Es findet jedoch an diesem Xü-ö£, LjKr.nv6 K 11 br, in der Stadt Frankfurt eine Bercinssitznug statt," deren Tagesordnung Wayck des Borstanves für die nächsten 3 MöMte ist, weßhalb alle Mitglieder zu derselben diiiigcnd cingeiaden werden.
Wiesbaden, den 24. April 1851. Der Vorstand.
Privat Entbindungs Anstalt in Mainz.
In der Anstalt der Unterzeichneten ist Alles auf das Bequemste eingerichtet, sodaß Frauenzimmer (eben Standes einer guten Entbindung entgegensehen können. Aufnahmen können täglich geschehen; Briefe franco. Jsttiiane Kati eh. beeidigte Hebamme.
(20j Pfandhausstraße D. 100 in Mainz.
y Brnstreiz- Krankheiten.
Um die Brustkrankheiten, als Schnupfen, Husten, Katarrh, OMÄLMJZ LS Goldene g Engbrüstigkeit, Keuchhusten, Heiserkeit gänzlich zu heilen, gibt eü g Süberne
Medaille 6 nichts wirksameres und besseres als die Pâte pectoraie von 8 Medaille 8 g 1845. g Georg«, Apotheker zu Spinal (Vogesen). — Diese Husten-Tablet- 1848. § lWAN-SLVB ten werden verkauft in Schachteln — per Schachtel 1 fl., halbe NWWMAM a 30 Kreuzer — in allen Städten Deutschlands, in Frankfurt a. M. bei Herrn Conditor S ch otl, große Sandgasse; in Mannheim bei Herrn Carl Thran er, Conditor; in Mainz bei Herrn Conditor Schlemmer; in Cöln bei Herrn Conditor Mosler; in Wiesbadeu bei Herrn Conditor Wewe.
(357) Verschiedene schöne Landgüter, Mühlen, Gast- und Brauhäuser, Spezerei-, Material- und sonstige Geschäfte in großen Städten find zu verkaufen durch Rauch, Pfandhausstraße in Mainz.
(467) Eine noch neue Spitzkugelbüchse mit Hirschfänger und sonstigem Zugehor, sowie ein noch nicht gebrauchter großer Handatlas der neueren Erdbeschreibung tu 80 Blattern nebst Post- und Reisekarle von Dr. K. Sohr sind billig zu haben. Wo? sagt die Expedition d. Bl.
Tocak-Veranderung in i
Latn^
Unser Waarenlager, früher Ecke der Jesuitengasse, befindet sich von heute an:
Ecke der Schuster- $ Quintinsgasse, Ait. C Aro. 98 der Quitdinskirehe vis-a-vt«.
a Die regelmäßige Postschiffs - Linie -A^
zwischen
London 4* iVew-^ork
besteht aus 16 großen, dreimafflgen, eleganten gekupferten, schnellsegelnden amerikanischen Schiffen, und erpedirt jede Woche das qan;e Jahr hindurch eine» derselben:
am 6. Mai von London Hendrik Hudson, . . . 1003 sonnen, Abfahrt von Mainz 3. Mai. „ 13. „ „ „ Margaret Evans, . . . 1090 „ „ „ „ 10. „
„ 21. „ „ „ Patrick Henry, . . . 1200 „ „ „ „ 17. „
„ 28. „ „ .. Ocean Queen, .... 1200 „ „ „ „ 24. „
Allen AnSwandorer», welche sich dieser anerkannten soliden Linie bedienen wollen, werden die billigsten Preise und vortheilhaftesten Bedingungen gewährt; eine jede Expedition wird durch einen zuverlässigen Eonducteur bis London begleitet, und werden die Auswanderer von der Ankunft >» London bis zur Abfahrt frei logirt und beköstigt.
Einschreibungen können jederzeit bei dem Unterzeichneten ober dessen Agenten gemacht werden. Mainz, den 28. Januar 1851.
G. M. PiMiIscaa, Special-Agent,
(121) Rheinstraße, Eolonnade, C Nr. 503.
Ferner die Agenten desselben : Christoph Magner in St. Goarshausen, Haupt - Agent für Nassau; Jos. Rauch in Wiesbaden; H. Stuhl in Herborn und A. G. Gutbrod in Dillenburg.
Bei dieser Gelegenheit beehren wir uns unsern Kunden anzuzeigen, daß wir eine Parthie vorjährig moderner Sommerstoffe für Kleider, wie auch eine große Auswahl gewirkter und Sommer- tücher ausgesetzt haben, worunter wir namentlich empfehlen:
% breite Eattune von 9 und 10 kr. die Darmstädter Elle an.
Französische MoiiMwellne de laiiee von 16 kr. die Darmstädter Elle an.
% breite französische Iaconats von 16 fr. die Darmstädter Elle an.
(«0)
#v. 4* â nreyj'us in Mainz, Ecke der Schuster- s» Quintinsgasse, der QuintinSkirche vis-A-vis.
(473) 30,000 fl., theil- weise, sind zu 4*/2 % auszu- lechen durch
Friedr. Sehnte«.
1474) Ein gedienter Mann sucht einen Eai- stand zu machen. Näheres die Erped. d. Bl. (475) ES wird ein Gut für 30—40,000^1. zu kaufen gesucht durch Friedrich Schausi.
Briese bittet man zu frantiren.
Lichtbilder auf Papier,
Kirchgaffe Dlro. 31 zu Wiesbaden. (936)
(22) Bon heute an können Bestellungen aus schönes buchenes Scheitholz in Klafter, halbe und viertel, buchene Wellen bei Kaufmann do8. e^emarel gemacht werden.
(295) Langgaffe Nro. 2i ist ein Pferd ■ stall rc. vom 1. Apr.l an zu Vvrmietpiu
Verantwortlicher Herausgeber und Verleger C. Ritter. - £tirf bei T. R : tl cr 'scheu Duchdruckcrer.