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M 91. Wiesbaden. Donnerstag, 17 April i^3i
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^ Der Mordversuch des Oberlientenants von Krüger
gegen den Herrn Abgeordneten Wi'mpf ist denn nun auch glücklich umgetauft worden und heißt jetzt die „Wiinpf-Krügersche Angelegenheit". So nennt ihn die „Nassauische Allgemeine Zeitung", so nennt ihn sogar ein Abgeordneter, Herr Fresenius, in der Kammer. Von Herrn Fresenius kann das nicht wundern; von der Zeit an, zu welcher er den Herzog des Titels „von Gottes Gnaden" beraubte, bis zum 2. April 1851, wo er die Numpfkammer zu Grabe tragen half, hat er so erstaunliche Verwandlungen kurch- gemacht, daß man ihm wohl auch den Gebrauch, (wenngleich nicht die Erfindung) jenes neuen Wortes zutrauen kann. Die „Nassauische Allgemeine" aber — nun, was ist bei der noch zu verwundern? Hat sie doch seiner Zeit durch die bekannte platonische Feder des „alten Adam" — Ohm, den Denunzianten Waldecks, vertheidigt; warum sollte sie sich nicht auch jetzt des „Herrn" oder des „Herzoglichen" (verhängnißvolles H.!!) Oberlieutenautes von Krüger annehmen? Wir erlauben uns daher, von allem Erstaunen abznsehen und sowohl an die „Nassauische Allgemeine Zeitung" als auch an den Herrn Abgeordneten Fresenius die ergebenste Bitte zu richten, daß sie in Zukunft, in folgerichtiger Ausbildung ihrer genannten Ausdrucksweise, den Angriff SefelogeD als die „Friedrich-Wilhelm - V i e r t e r - Se f e l o g e' s ch e A n g e l e g e u h e i t" und das Attentat Fieschi's als die „Louis-Philippe- Fieschi'sche Angelegenheit" bezeichnen. Dann kommt doch System in die Sache!
Abgesehen von den possirlichen Wendungen, welche bei dieser Gelegenheit jene Menschen, die Mephisto als:
„ — — die Kleinen
Von den Meinen"
bezeichnet, gemacht haben, scheint der Krüger'sche Fall so recht von der Vorsehung dazu bestimmt zu sein, alle unsere verborgenen Leibschäden und „daß etwas faul sei im Sta te Nassau", an das Tageslicht zu bringen. Ein Oberlieutenant begeht ein schweres Verbrechen, er wird in Untersuchung gezogen find verhaftet. Also Alles in schönster Ordnung! Aber nun beginnt der Tanz. Die Generalität eilt — Adjutanten fliegen — im Stillen wechselt der Jnstruent — der Verhaftete sitzt statt im Gefängniß im Bureau — die Militärbehörde holt ihn aus dem Gefängniß — er bezieht die Caserne — zahlreiche Dienerschaft schleppt Sopha, Sessel, Pfeifen, Speisen, Getränke, mit öffentlichem Pompe dahin — noch ein Paar Tage, der Angeschuldigte lustwandelt frei auf offener Promenade — zwischenzeitig läßt sich das Justizministerium mit großer Majorität des Landtags ein Mißtrauensvotum geben, weil es JnterpeUa-
Aus einem Tagebuch irr Californken.
Bon Fr. Ger stäcker.
Die jetzige Bearbeitung der californischen Minen hat, obschon sie sich im Allgemeinen wohl gleich geblieben, doch einen ganz andern Charakter angenommen, als damals, wo das Gold zuerst entdeckt worden. Allerdings arbeiten die Leute noch immer in Flüssen und Ravinen, aber das oben liegende Gold ist verschwunden, und wenn jener Offizier, nachdem die Minen schon 10 Monate bearbeitet worden, an seine Regierung berichtete: das tiefste bis jetzt der Metalle wegen gegrabene Loch sei sieben Fuß tief, so findet man jetzt förmliche Schlünde von 20 bis 30 Fuß, ja ich habe sogar am San Anthony eines von noch größerer Tiefe gefunden. Wohl konnten die Arbeiter in damaliger Zeit auch manchmal so viel Unzen verdienen, als jetzt mühsam Dollars zusammengeb,acht werden; denn erstlich waren die Plätze noch nicht ausgearbeitet, sie sonnten anfangen, wo sie wollten, und hatten sie einmal einen guten Platz gefunden, so konnten sie darin so weit sie wollten der Goldader folgen, während jetzt bei jeder neueiltdeckten Stelle gleich Tankende Hiuzuströmen und rund um die Arbeitenden her Plätze für sich selber abmarken, die jene dann nicht, und wenn sie gleich Monate vorher dagc- wesen wären, berühren dürfen.
An den kleinen Ravinen oder Bergbächen war na türlich die leichteste Arbeit das Bett des Baches selber auszuwaschcn, und schnell genug ließ sich das thun, es dauerte deshalb auch nur vcrhältnißmäßig sehr kurze Zeit, und fast sämmtliche bedeutendere Bäche waren auf solche Art untersucht und bearbeitet. Nun
tionen über den Krüger'schen Fall nicht beantworten will.
Das ist nur eine flüchtige, unvollständige Skizze. Aber man sieht daraus, daß in Nassau die Staatsmaschine an allen Ecken undEnden wackelt, zu brechen drohet, wenn die Justiz ihren Arm a u s st r e ck t nach einem Mengchen, der ein Verbrechen begangen hat Und daneben auch „Herr" oder „Herzo.FAHer" Oberlieutenant ist.
Indeß w« es-'dem Vertheidiger des Oberlieutenants .Krüger/Herrn Friedrich Damian von Schütz, gewesenem Kainuierjunker Seinsx.Hohèit des Herzogs, gewesenem nassauischen èindtagsäbgeorcneten , gewesenem Sekretär bei dein Unterstaatssckrctär Bassermann, jetzigem Amtsprokurator in Wiesbaden, Vorbehalten, dem Ganzen die Krone aufzusetzen.
Herr von Schütz hat nämlich einen Richter des Criminal-Seuats, den HerrnHofgerichtsrath Ebhardt, perhorreSzirt, „weil derselbe notoinchrr Maßen der demokratischen Partei augehöre". Er hat verlangt, daß Herr Ebhardt zu einem politischen Glaubensbekcnnt- niß aufgefordert werde, und er — oder vielmehr die „Nass. ÄUg. Ztg." verkündigt bereits trinmphircnd, daß Herr Ebhardt zu dieser „Erklärung" aufgefercert worden sei.
Herr von Schütz! Wir gehören zur demokratischen Partei, indeß ist uns Heer Hofgerichtsrath Ebhardt bis jetzt nicht als Parteigenosse bekannt geworden. Der- srlbk hat sich vielmehr bisher nicht nur vom Gebiete der Oeffentlichkeit, sondern von allen und jeden politischen Bestrebungen ferne gehalten. Unter diesen Umständen ihm ein politisches Glaubensbekenntniß abpressen zu wollen, das wäre einfach — ein Ketzergericht !! Und das beantragen Sie, Herr von Schütz, der Sie — erschrecken Sie nicht — selbst ein Demokrat find!
Oder sind Sie vielleicht mc^t ^eâ-. „ F-md^ch Damian von Schütz", welcher im April 1848 von Rüdesheim aus ein Wahlagitatioasschic ben an die Wahlmänner aus den Aemtern Eltville und Rüdeö- Heim ergehen ließ, worin sich wörtlich folgender Satz findet:
„Nur den Einen theoretischen Grundsatz stelle ich aus innigster Ueberzeugung voran und werde denselben stets auch praktisch vertheidigen: daß die höchste Staatsgewalt — die Souveräuetät — dem Volke gebührt, und daß der Fürst der erste Beamte, nicht aber der Beherrscher des Volkes ist."
I Sind Sie nicht derselbe? Doch, Sie sind derselbe! • „Stets praktisch vertheidigt!" — „Das ist der ! Humor davon", sagt Fähnrich Pistol bei Shakespeare.
lag allerdings nur das wenigste Gold in dem Ichma- len Bett; das meiste befand sich noch in den Bänken oder Ufern, wo in früheren Zeiten, und zwar damals als dieses Land von jenen furchtbar.u vulkanischen Revolutionen heimgesucht worden, die eigentliche Wayer- masse gelaufen war. Theils hatte man das aber bei der ersten Entdeckung des Goldes nicht vermuthet, theils, wann zufällig einmal gefunden, nicht beachtet, da in jener Zeit die edlen Metalle noch leichter zu gewinnen waren, als durch langes und mühseliges Graben. Jetzt aber find die Arbeiter fast einzig und allein auf diese Bänke angewiesen, und glücklich ihr Erfolg dann, wenn sie nach oft zwei- oder dreitägigem Graben auch nur etwas Gold finden, und nach einem recht passenden californischen Ausdruck bescheidenes „Tagklohii" machen.
Was vor einem Jahr ebenfalls noch nicht geschah, sind die Arbeiten in den F latü — d. h. wiebeu Plätzen, wo der Fluß ob. r selbst kleinere Bäche eine Art Bogen um einen größern flachen Play herum machen, den der "Wasserlauf früher aller Wahrscheinlichkeit nach durch- schmttcn hat. Die Gruben, d c an solchen Orten gemacht werden milch'«, sind aber gewöhnlich, wenn sie nur etwas lohnen sollen, sehr tief, und wie traurig dann oft Vas R fult.it für die meisten der Arbeiter ausfällt, haben wir in Murpliy's New-Diggins leider zu deutlich gesehen. Mein früherer Compagnon hatte mir darüber die cvtnv vaganlcsten Berichte geliefert; seiner Mnosage nach wollte er einen „claim“ abgemarkt haben, den er später bohren ließ, in dem Bohrer allein fand er 4% Doll. Alb in konnte er ab r nicht arbeiten, und seine Beschreibung der benachbarte i Ravinen — in denen er in acht Tagen
5 Pfd. Gold wollte gefunden haben — war der Art
Deutschland.
Fx. Wiesbaden, 16. April. Auf das von dem Herrn Prokurator v. Schütz, Namens des Oberlieu- tenans von Krüger in Untersuchungssachen gegen denselben wegen versuchter Tödtung eingereichte Per- horrcscenzgksuch gegen den Herrn Hofgerichtsrath Ebhardt ist von dem Criminalsenate ein Secret ergangen, wie wir es erwartet haben. Es lautet:
„Ad Num. H. & A. G. 3184 u. 3342. Secret in Untersuchungssachen gegen den Herzogl. Oberlieute- nant v. Krüger zu Wiesbaden, wegen Versuchs der Tödtung des Landtagsabgeordneten Friedrich August W imp f von Weilburg, insbesondere der von dem Angeschuldigten gestellte Antrag auf Ausschließung des Herzog!. Hofgerichtsrath Ebhardt von der Berathung und Beschlußnahme in dieser Sache betreffend.
In Erwägung : 1) daß das im §. 11 der Denk- schnft vorgebrachtc Recusauonögesucb nur durch die alige- meine Behauptung motivirt wird, der Herzogliche Dos- gerichtsrath Eberhard gehöre seiner politischen Gesinnung nach zur bemofrdtif.ten Partei und stelze mithin zu Wi mpt, welcher dcrielbcn Partei angehore, in einem Verhältnisse der Betheiligung und Feeundichast und zu denn Angesckmldigten in einem feindlichen Verhältnisse:
2- daß ein solches Vorbringen nach den in den Sil titln 285—293 der Strafprozeßordnung enthaltenen ; zunächst nur in Betreff der Mitglieder des Kas- sationshofes und der Assisenhöfe ertheilten, übrigens auch auf die Mitglieder des Anklagesenats analog anzuweiieenden Vorschriften in keinem Falle als die Ablehnung eines Richters begründend erachtet we: - den kann, da stets nur Thatsachen oder Handlungen des betreffenden Richters, intmJ^ aber politische Gesinnungen derselben zur Motivnuig eines solchen Antrags dienen können; die angeführten freund- schMliche, beziehungsweise feindliche Gesinnung gegen d.„ a.°,ch>^.iV"> ».ch Anaeklaaten au dl nur aus einer politilcheu Ansicht gefolgert wird, und hiernach das vorgetragcne Pcrhor reszenzgesn ch als durchaus frivol zu verwerfen ist, — wird der gestellte Antrag als unbegründet abgeschlagen. Wiesbaden, den 8. April 1851. Herzog!. Hof- und Appcllationsgericht Kriminal- Senat v. Bierbrauer, vdt. Böiii g."
In Zeiten, wie die jetzigen sind, wo die feige Gesinnungslosigkeit sich als Lebensklugheit, die den Zeit- ilmstanden Rechnung trägt, breit macht, ist es ein wahrhaft wohlthuendes Gefühl, einen Gerichtshof zu finden, der unbekümmert um Gunst oder Ungunst der Gewaltigen Recht spricht »ach Gesetz und Ueberzeugung Nur auf diese Weise wird die Achtung vor dem Gesetz und den Gerichten aufrecht, erhalten, nicht aber dadurch, daß man Nachfragen nach der Thätigkeit der Ge ichte für unzulässig erklärt und Auskunft darüber verweigert.
daß ich, wenn nur der Dritte wahr gewesen wäre, doch wenigstens in vier Wochen hätte mein Reisegeld verdienen könn u. We sehr s.,h ich mich aber getäuscht; allerdings hatte er einen Claim, aber der ist heute noch nicht bearbeitet , und ich selber werde auch nie eine Schaufel hinein thun, mit dem Bohren war es ebenso wie mit den 5 Pfc. — Unwahrh. it, und ich hatte nur den allerdings schwachen Trost, daß es hundert andern nicht besser wie mir f. lb. r ging.
Diese ziemlich geräumige Flat, durch die wir noch dazu, das zu stark durch Quellen einfließende Wasser abzulciten, einen ungeheuern Canal graben mußten, an dem 176 Menschen fast eine ganze Woch ' arbeiteten, gab nur in einem einzigen Strich, für etwa 20 — 25 Löcher, auS mehr als 800, reichlich Gold, die übrigen gingen zum großen Tlieil leer aus, anbei e bekamen nur teilweise eben ihre Arbeit bezahlt.
Eine andere Schwierigkeit für die Goldwäscher ist aber auch noch die, daß das Terrain trotz dem ungeheuern Flächenraum, den es einnimmt, immer kleiner wird. Verschiedene Plätze können nämlich auch nur zu verschiedenen Jahreszeiten bearbeitet werde», da an einem Ort bald zu viel bald zu wenig Wasser — eines fast so schlimm als das andere — die Arbeiten unterbricht, und die Goldsucher, so gern sie sich auch über ein größeres Terrain verbreiten möchten, wieder zusamlnentreibt.
Im ersten Frühjahr, wenn die Regenzeit eben nachgelassen, strömt gewöhnlich alles. Ivas bis dahin in den größern oder in den klejnerS Städten überwinterte, in die Minen. Die Flußbetten, die im Spätherbst ergiebige Ausbeute liefern, sind aber dann noch voll von Wasser, die sogenannten „FlatS" oder Ebenen