Priest einactroffeii itnb im Statthaltcrei-Gebände abge- stirgcn. Agrainkr Nachrichten melden, der Aufstand kn der bosnischen Kraniza wachse bedrohlich an. Die „Oesterreich. Reichsztg." bestätigt das erlangte österreichisch-preußische Ein Verständniß über d'ie Präsidialfrager- Oesterreich soll die Bundesversammlung prâsidiren, während der Vorsitz in der Erekutiv - Commission paritätisch sein soll. —
Schleswig. Die „Weser Zeitung" enthält Entsetzen erlügende Berichte aus dem Herzogthum Schleswig. Frauen, welche Bänder von zweierlei Farben auf den Hauben trugen, wurden Abends im Theater verhaftet. Ein junges gebildetes Frauenzimmer, das von den Schleswiger Flüchtlingen zurückkehrte, erhielt von der Polizei die Weisung, sich jeden Monat im Bureau zu präsentiren , bei Vermeidung körperlicher Züchtigung. Bezahlte Polizeispione horchen Abends unter den Fenstern, die dänische Einquartierung belauscht ihre Wirthe und wenn sie, ob wahr oder nicht, denun- cirt, nur ein schleswig-holsteinisches Lied gesungen zu haben, der wird in Arrest gebracht. Schulknaben dürfen keine mehrfarbige Mütze», tragen, In den durchaus deutschen Gemeinden wird jetzt abwechselnd dänisch gepredigt; um letzteres zu hören, muß ans jedem Hause Einer zur Kirche kommen, und wer die ihm unverständliche dänische Predigt verläßt, wird mit Gefängniß bei Wasser und Brod bestraft.
Republik Frankreich
* Paris, 23. März Abends. Gerüchte aller Art, doch nirgends ein Anhaltspunkt. Die KabinetSkrisis immer noch auf dem Punkte der Gerüchte. Barrot, Faucher, Fould, Baroche, und Faucher, Fould, Barsche ohne Barrot — wirbelt es durcheinander, während Andere behaupten, der Präsident, wolle cs bis zur Ver- faffungsrevision zu keinem definitiven Kabinett kommen lassen. Um die Ordnungspartei zu schrecken und zu zähmen, werden die fabelhaftesten Gerüchte von einem Aufstande der „clubisies exagérés“ , der am 4. Mai losbrechen soll, in Umlauf gesetzt, als ob man eine Revolution wie ein Theaterstück sechs Wochen vorher ankündige! Andere Gerüchte derselben Art flüstern den bangen Seelen zu, am 30. April gehe es von Piemont bis Neapel los. Es gehört sehr viel Bornirt- heit dazu, Mazzini die Dummheit zuzutrauen, daß er sein Geheimniß an die große Glocke schlage. (Die Brüsseler „Jndependance," welche vortrefflich durch ihre
Agenten bedient wird und dieser Gerüchte auch erwähnt, setzt hinzu, daß dieselben sie „sehr ungläubig lassen"; die Köln. Ztg. aber enthält mehrere Gerüchte aus Paris, worin es unter Anderem heißt: „Wir gehen einer aufgeregten Zeit entgegen; mit jedem Tag mehren sich die Symptome, daß der Bonapartismüs einen entscheidenden Akt beabsichtigt." Ferner unter Berlin 22. März: „Es ist eine bekannte, darum aber nicht weniger gefährliche Taktik der Reaktionsprzsse, den demnächstigen Ausbruch von Revolutionen an- zukündigen und den Emigranten in die Schuhe zu schieben. So wird der „Kreuzzeitung" aus Paris geschrieben, es seien Briefe aus Lausanne von Felir Pyat angelangt, welche einem der Mitarbeiter des „Rational" mittheilen, der Schreiber habe unlängst Gelegenheit gehabt, Mazzini zu sprechen, und sei von ihm aufgefor- dert worden, bei der Pariser Demokratie anzufragen, ob die Vertheidiger der italienischen Freiheit und Unabhängigkeit im Falle eines Aufstandes in Sicilien und einer formitabeln Erhebung in ganz Italien auf die Demokraten rechnen könnten. Auch habe Mazzini formell erklärt, daß man in Italien bereit sei und Waffen und Munition zur Verfügung von Tausenden disponibel halte — wenn es nur erst wieder in Paris losgehe." Nachdem die „Köln. Ztg." noch eines solchen Schreibens der „Kreuzzeitung" aus Lausanne erwähnt, setzt sie hinzu: „Wir halten beide Correspondenzen für müßige Erfindungen; aber Beachtung verdienen sie jedenfalls, weil ans ihnen erhellt, was die Reaction am sehnlichsten wünscht. Nicht wahr, wenn es nur wieder einmal ein Bißchen „ losginge", damit der „Militärstaat" über Nacht wieder zur alten Ordnung der Dinge zurückkehren könnte?"
Paris, 23. März. (Telgr. Dep.) Das einzige Hinderniß, welches jetzt noch der Bildung eines Ministeriums Odilon Barrot entgegen steht, ist das Verlangen des Präsidenten der Republik, daß die Herren Fould und Baroche Mitglieder desselben seien. — Im Granddepartement sind Unruhen ausgebrochen. Von hieraus soll eine dritte Note zur Widerlegung der Behauptung des k. k. österreichischen Cabinets ergangen sein, daß Deutschlands innere Organisation von fremder Protestatio» durchaus unabhängig sei.
Belgien.
+f Ostende, 23. März, 8 Uhr Abds. (Telgr. Dep). Die englische Post läuft nach fast zwölfstündigem Rückstände
soeben ein. Die Londoner Blätter sind arm an politischen Nachrichten. Sie melden, daß der Steamer Ohio in die Luft gesprungen, wobei 60Per- sonen das Leben verloren. An der gestrigen Londoner Börse blieben die Fonds fest. Cons. 96%; span. 3% 38.
Erklärung.
Der Gemeinderath der schon „vor 800 Jahren zum Amtssitz ausersehenen" Stadt Camberg, erlaubt sich in einer in der Freien Zeitung Nro. 68 mitgetheilten Petition, die Bemerkung, „es sei mir gelungen, die Um bekanntschaft mancher Abgeordneten in den hier entscheidenden Verhältnissen (soweit sie sich auf die paffende Residenz des Kreisamts beziehen) zu Gunsten Idsteins benutzt." Wer diesen geschraubten Satz liest, könnte am Ende glauben, durch mein Bemühen seien für die Entscheidung der fraglichen Angelegenheit höchst belangreiche Thatsachen den Abgeordneten der Kammer ver- heimlicht worden und die Stadt Idstein verdanke den ihr zugefallenen Kreisamtssitz einer von meiner Seite angewandten Täuschung.
Gegen dlese Auffassung, die allerdings nicht gerade zu in dem angeführten Satze ausgesprochen, allein deren Annahme ebenso wenig unbedingt ausgeschlossen ist, verwahre ich mich hiermit auss entschiedenste, indem ich zugleich dem an Gedächtniß überreichen Ge- meindeeath die Thatsache zurückrufe, daß er selbst'ja seiner Zeit mit Petitionen, überschwenglichen Lamentationen und sehr armen Argumentationen, mit Deputationen, tiefsinnigen Colorationen und sogar mit evident beweisenden Camberger Landchärtchen jede Möglichkeit einer Unbekanntschaft mit den hier nach des Gemeinderaths Ansicht für Camberg entscheidenden Verhältnissen vollständig ausgeschlossen hat.
Wiesbaden, 23. März 1851.
Gustav Justi.
Berichtigung.
In der in der gestrigen Numer der „Freien Zeitung" abgedruckten Erklärung desProk. v. Schütz fehlen am Schluffe hinter „ gleich gegen Caution freiließ" die Worte: m o t i v i r t wurde.
B e s ch e i n i g u n g.
Für die deutsche» Flüchtlinge in der Schweiz sind bei der Erpedition der „Freien Zeitung" weiter eingegaugen: Von T. T. in Montabaur 3 fl. 30 fr.
Bekannt m a ch n n g e n.
^ Taunus-Eisenbahn.
Donnerstag den 27. d. Mts. findet in Mainz die General-Versammlung der Herren Actionäre der Taunus-Eisenbahn statt, zu welchem Behufe die nachstehenden Ertrafahrten angeordnet sind:
Von Frankfurt nach Castel: Morgens 8 Uhr.
„ AViesbaden und Biebrich nach Castet: Morgens 8 Uhr 35 Minuten.
„ Castet nach Frankfurt: Nachmittags 4% Uhr.
Frankfurt a. M., den 22. März 1851.
In Auftrag des Verwaltungsraths:
Der Director der Taunus-Eisenbahn.
Beil.
(343)
Erklärung.
Vor längerer Zeit erlaubte sich Herr Dr. Meyer zu Bonscheuer bei Catzen- elnbogen meinen Namen als Mitglied des Direktoriums der zu gründenden Unionsgewerkschaft ohne meinen Willen zu bezeichnen und der Oeffentlichkeit zu übergeben. Da ich voraussah, daß zu einer solchen Gründung andere Kräfte gehören, ersuchte ich Herrn Meyer mich aller Funktionen zu entheben und habe mich deßhalb der Sache gar nicht angenommen, aber trotzdem gebraucht Herr Meyer meinen Namen immer noch.
Da aber auch bis jetzt die projectirte Gesellschaft noch nicht zu Stande ge- fommen ist, so gibt der Herr Dr. Meyer doch Actien aus und kassirt Geld ein, zu welchen Handlungen er von dein Unterzeichneten durchaus nicht ermächtigt worden ist, weßhalb auch Verantwortung und Rechenschaft in keiner Weise von
mir übernommen wird.
Catzenelnbogen, den 18. März 1851.
Schlichter,
<"> Die Trier sche Zeitung
wird auch während des bevorstehenden zweiten Quartals lortfahrcn tägltq; (mit Ausnahme des Montags) zu erscheinen. Sie bleibt auch ferner was sie war, trotz allen Hemmnissen und Verfolgungen, denen nunmehr fast die gesammte demokratische Tagespresse in Preußen erlegen. Unbeirrt selbst durch momentane materielle Opfer wird sie ihre Tendenz, Herstellung eines wirklich volksthümlichen StaatSlebenS mit allen seinen Consequenzen, zur Anbahnung einer wahrhaften, auf den Gesetzen der Vernunft beruhenden menschlichen Gesellschaft, in ganzer Rein- chèit auch für die Zukunft durchführen. Sie erscheint seit geraumer Zeit mit einem eben so belehrenden als humoristischen Feuilleton, und vergißt auch in diesem Theile nie ihre Mission. Bei der Fülle ihrer täglichen Leitartikel und tendenziellen Originalkorrespondenzen glaubt die „Trier 'sche Zeitung" sich mit Erfolg auch dem entfernteren Lesepublikum ins Gedächtniß rufen zu können. , „
Man abonnirt außerhalb Preußen bei jedem zum deutschen Postverein gehörigen Postamte mit 1% Thlr. pro Quartal. In Pieußcn s.lbst wolle man sich - so lange der „Trier. Ztg." noch der Postdebit entzogen — entweder dircct an die Erpediiiou in Trier, oder an die bekannten in einzelnen Orten etablirten Filial-Erpcditioiicn wenden. — Inserate werden mit 1 Sgr. für die Petitzeile oder deren Raum berechnet.
J. Strauss Sohn,
Tapezierer & Verorateur,
(323) (MichelSberg Nr. 16.) empfiehlt sich in allen in dieses Fach einschla- gcuden Arbeiten, und verspricht gute und reelle Bedienung zu äußerst herabgesetzten Preisen.
(318) Bei Metzger Hees — Nerostraße — können junge Leute, die das Gymnasium besuchen, billig Kost und Logis erhalten.
(295) Langgasse Nro. 21 ist ein Pferde- stall re. vom 1. April an zu vermiethen.
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Verantwortlicher Herausgeber und Verleger C. Ritte). — Druck her C. Ritter 'schen Buchdruckern.
(304) Soeben ist bei I. D. San erlaub cr's Verlag in Frankfurt erschienen und bei uns vorräthig:
Die Reform der Volksschule.
Beantwortung der Frage: Wie kann der Unterricht der Volksschule von der abstrakten Methode emanzipirt und für die Entwickelung der Gemüthskräfte fruchtbarer gemacht werden?
von
Dr. W. I. G. Curtman», Seminar-Director zu Friedberg. Preis 1 fl. 12 kr.
H. W. Ritter'sche Buchhandlung.
Lucifer.
Neues Abonnement für nächstes Quartal, da das Blatt nach wie vor erscheint — in Frankfurt a. M., Großfolio, vierspaltig, wöchentlich einmal. Preis vierteljährig 1 fl., wofür es von allen Fürstlich Thurn- und Taris'schen Poststellen (anderwärts höher), sowie von allen Buchhandlungen Deutschlands und der Schweiz bezogen werden kann.
Wir offeriren in unveränderter Tendenz dem Publikum dieses Blatt, das unter allen Stürmen der Jahre 1848 bis jetzt und allen Mißhelligkeiten, denen die Presse ausgesetzt ist, auf feinem Posten steht Wir geben es als „Journal der Politik, Wissenschaft und des gesellschaftlichen Auf- und Ausbaues unserer Zustände" in der Art, daß darin die Fragen, welche die Gegenwart bewegen, vom Standpunkt unbefangener Würdigung aus beleuchtet und das Gebiet der Zukunft, der wir entgegengehen, in ihren segensreichen Gestaltungen uns näher gebracht werde. Wir erstreben, die Resultate der Philosophie, Schriftforschung, Seelen-, Himmels- und Naturwissenschaft dem Volke in gemeinfaßlicher Weise zu vermitteln, ein Leuchtthurm zu sein für die schwankenden Seefahrer nach bem gelobten Lande des Volksglücks, zugleich aber auch eine Geißel für die Thorheiten aller Art, wo sie sich finden.
Eine wöchentliche „Umschau" auf kirchlichem, politischem und socialem Gebiet erhalten den Leser in Kenntniß der neuesten Vorgänge, die, wenn sie auch langweilen, doch gewußt sein müssen.
Darmstadt, (künftig Frankfurt a. M.) im März 1851.
Die Expedition.
Da am I. April ein neues Quartal - Abonnement beginnt, so glauben wir es an dec
Stelle, auf das Resultat unserer Thätigkeit aufmerksam zu machen, die durch tägliche Zunahme an Abonnenten sich fortwährend lohnte. Der Straßen-Anzeiger befindet sich auf fast allen Rhein- Dampfbooten und angeschlagen an deren Landungsplätzen; ebenso hat er sich auf den benachbarten Elsenbahnhöfen eingebürgert unb wird sein Wirkungskreis täglich umfassender. So fort- unterstützt wird das Blatt im nur wirksamer werden und laden wir deshalb zu dem neuen Abon nement ergebenst ein. Auswärtige bittet man, ihre Bestellungen nur an den nächstgelege- nen fürstl. Thlirn und TariSsschen Postänntern zu machen. Der vierteljährige AbonnementSprciS ist 43 kr; auch werden auf hiesigem Platze monatliche Abonnements zu 15 fr., abgcholt zu 12 lr. angenommen. Jnseratgebühr: die Zeile in gewöhnlicher Schrift 1 fr.
Mainz, im März 1851. Die Expedition des Straften »Anzeigers.
(262) Bei J. D. Sauerländer in Franfurt ist erschienen und durch die H. W. Ritt er'sche Buchhaiid.ung zu haben:
Die Reform der Volksschule. Von Burtmann, Seminar- direktor in Friedberg. Preiö 1 fl. 12 kr.