Berlin, >8. März. (O-P.-A.-Z.) Die Berichte, welche in Bezug ans die Zollvereinsverhandlungen in Wiesbaden hier angelangt sind, heben hervor, daß die Stellung, .welche Sachsen und Württemberg innerhalb des Zollvereins in der letzten Zeit eingenommen hätten, nun eine für den Zollverein günstigere geworden lei und annähernde Ansichten von Seite dieser beiden Staaten sich kund gäben, so daß die Besorgnisse, welche man bisher in Bezug auf Lachsen und Württemberg gehegt hätte, sich als unbegründete erweisen würden. — Die Zollvereinsstaaten haben für die Londoner Commissionen, welche ein Urtheil über die ausgestellten Ju- dustrieerzeugnisse ab geben und die Preise zuerkennen sollen, 11 Mitglieder ernannt, welche sich im kommenden Mai nach London begeben werden. Die Wahl dieser Mitglieder hat nämlich mit Bezugnahme auf diejenigen 11 Zollvereinsstaaten stattgefunden, welche . eine selbstständige Stimme haben.
Berlin, 9. März. Graf von Alvensleben wird morgen nach Dresden zurückkehren. Die Anwesenheit des Geheimerath Liebe and Braunschweig bezieht sich österreichisch-
auf den Anschluß dieses Staats an den deutschen Postverei». Herr Liebe reist hier ab.
Breslau, 5. März. (N Od.-Ztg.)
morgen von
Der Ober- ciner Veifü-
Präsident Herr v. Schleinitz richtet in gung an die Regierung die Aufmerksamkeit auf die propagandistischen Beziehungen der aus Den schleswig- Holsteinischen Diensten entlaßenen Individuen hin, da man in denselben nach Mittheilung des königl. Mini- steril durchschnittlich bereits Werkzeugs zur Förderung ; propagandistischer Zwecke finden müsse, weshalb die j Unterbkhördcu mit der erforderlichen Anweisung zu s versehen und ihnen eine sorgfältige Ileberwachung
der den gedachten Individuen etwa zu gc- währenden Begünstigungen Seitens der de- , monatlichen Partei zu empfehlen sei. Wir ha- . den bereits vor einiger Zeit darauf aufmerksam gemacht, daß man diese Individuen für das Verbrechen, für die Einheit Deutschlands gegen das freundschaftliche Dänemark gekämpft zu haben, ohne Weiteres ein- stcckkn sollte. Üebrigens hat, wie Jedermann weiß, ; die demokratische Partei gar Nichts mit diesen Jndi- ■ vibuen zu thun : ja wrnu'S noch Mazzini wäre oder die zu fahndenden Emissäre im Strehlener Kreise! Aber für die Schieowig-Holstein-Kämpfer haben die „Eigent- । liehen" zu so: gen ; denn diese, und nicht die Demo- traten, haben für den meerumschlungenen Constitutio- anus in Schleswig-Holstein agitirt.
Wien, 5. März. Aus Prag vernimmt die „N. Od.-Ztg,": Dao Gerücht durchläuft die Stadt, daß am Aschermittwoch drei politische Verbrecher durch den «Strang hingerichtet werden sollen; die Namen dersel- Mi werden nicht übereinstimmend angegeben, doch wird allgemein behauptet, daß ein Russe (Bakunin!?) unter den Deliquenten ist. Alles befindet sich in einer ängstlichen Stimmung, und es heißt, daß sämmtliche Straßen abgesperrt werden, und baß der vollzogene Act der Hinrichtung der Bevölkerung durch emen Kanonenschuß wird bekannt gegeben werden. Die Stadt ist sonst vollkommen ruhig.
* Auch der „Augsb. Ailg. Ztg." wird gerüchtweise die Hinrichtung dreier politischen Gefangenen, darunter Bakunin, aus Wien gemeldet, doch setzt die Redaktion hinzu, baß ihre direkten Briefe aus Prag vom 5. März nichts davon erwähnen.
Wien, 6. März. (N. O.-Ztg ) Hat es Sie noch gar nicht Wunder genommen, daß der l 9jährige Franz Joseph aus dem Hause Habsburg sich noch^uscht die Kaiserkrone Oesterreichs aufs Haupt gesetzt? Fast schien
es, als ob man diese Ceremonie bei Lebzeiten des ab- । gedankten Kaisers nicht feiern wollte, anders wußte man sich bei der bekannten Festlust des jungen Kaisers die Verzögerung nicht zu erklären. Jetzt erfährt man, daß diese Krönung spätestens im August dieses Jahres mit glänzendem Gepränge stattfinden wird. Will's Gott und ist's zwischen Schwarzenberg und Manteuffel erst abgemacht, woran nicht zu zweifeln, so setzen sie dem Habsburger mit der österreichischen Krone, welche schon jene des heiligen Stephan und die lombardische, eiserne, das Erbtheil des großen Karl, als Anhängsel hat, gleichzeitig die deutsche Kaiserkrone, auf welche sich seit 1806 der Staub gelegt hat, auf den Kopf.
Ueber die Besitznahme Banjalukas durch die Insurgenten wird der „Agr. Ztg." von der bosnischen Grenze, 28. Februar, folgendes Nähere berichtet: Die bosnischen Insurgenten haben den 26. d. M. Besitz von der Stadt unD Carsia Banialuk genommen und wollten auch die Citadelle nehmen. Sie drangen tollkühn unter die Mauern derselben, wurden jedoch mit Kanonenschüssen empfangen, wobei sie mehrere Verwun- tete und sechs Todte Ratten. Dadurch aufgebracht, besprachen sich die Belagerer, die bei ihnen befindlichen Verwandten der Belagerer an die Spitze zu stellen, um so mittelst Sturmleitern die Feste zu nehmen, in der sichern Hoffnung, daß die Belagerten auf ihre Verwad- ten nicht feuern würden. Unter den in der Citadelle Befindlichen ist der in Bosnien sehr begüterte Ali Beg Chinich, der Adjutant des Veziers, dann jene Deputation, welche zu Omer Pascha stoßen wollte, bestehend aus den treu gebliebenen Bosniaken, welche in ihrem Vorhaben durch die Insurgenten abgehalten, ihre Zuflucht zur Banjaluker Festung nehmen mußten. Sie werden sich muthig vertheidigen müßen, denn ihr Schicksal wäre sehr traurig, wenn sie in die Hände ihrer Verfolger geriethen. Die Citadelle von Banjaluka bietet ihnen einen so ziemlich sichern Aufenthalt, von der einen Seite ist sie nämlich vom Fluß Verbas, von der andern mit Mauern, wiewohl in schlechtem Zustande, umgeben. Die Insurgenten haben übrigens gar kein Geschütz auf diesem Wege fortbringen können, somit blos mit kleinen Gewehren Sturm laufen müssen.
Eine telegraphische Depesche der „Oesterr. Corresp." aus Agram vom 6. März meldet Die Einnahme der Citadelle von Banjaluka durch die bosnischen Insurgenten. Die türkische Besatzung erhielt freien Abzug.
Hamburg, 7. März. Im Gegensatz zu dem im- mer wieder sich erneuernden Gerüchte, daß die Dänen I das Kronenwerk und Süd sch le sw ig räumen und 1 Die Oesterreicher beides besetzen würden, will Kjöben- hapnsposten" wissen, die Dänen würden ganz Rendsburg besetzen und die Bundestruppen aufgefordert werdens sich zurückzuziehen, da, nach geschehener Pacifika- tion Holsteins ihre Aufgabe vollbracht sei. Wir glauben weder an das Eine, noch an daS Andere, vielmehr an die Fortdauer der gegenwärtigen Juterimszustände. Ein Theil der Oesterreicher verläßt nun wirklich den Norden; außer den bis jetzt in Lübeck Einquartirten, größtentheils Italienern, die morgen von dort abmar* schiren sollen, kehrt auch eine bedeutende Train- kolonne nach Oesterreich nach zurück, sie ist auch bereits von hier abgegeben. Dagegen rückt Die bisher im Lauenburgischcn stationirt gewesene Kavallerie nach
Holstnn vor. , „ „ . Kiel, 7. März. (Wsr. Ztg.) Die oberste Cl- Vilbehörde verfügt Vie Aufhebung des Bür- gerwehrgesetzes unv sämmtlicher Bürger- garden.
Bern, 8. März. Der englische Gesandte, Sir Edmund Lyons, ist aus der Schweiz ab berufen.
Italien
Genua, 1. März. Zn Gunsten der italienischen Emigration wurde gestern eine dramatische Vorstellung veranstaltet, deren Reinerträgniß über 18,000 Franken betrug.
Großbritannien.
fi- London, 8. März. Die Bill über diePapal- agression ist nach wie vor ein Fallstrick für das Kabinet. Mit der Zurücknahme der zweiten und letzten Klausel hat das Ganze für die katholischen Bischöfe seine Kraft verloren. Ein unheimliches Gelächter folgte daher im Unterhause auf Greys Erklärung. Sir Robert Inglis, das Haupt der protestantischen Ultras, meinte, die Bill sei von Anfang an nur Milch und Wasser gewesen, doch jetzt sei sie in pures Wasser verwandelt. Dem- ungeachtet wird die Bill im Unterhause wohl durchgehen, weil man hier das Kabinet aus andern Gründen zu schonen wünscht. Im Oberhause soll, falls sie bei den Gemeinen durchgeht, ihre Verwerfung schon so gut wie gewiß sein — Börse: eine schwache Neigung zur Baisse; Cons. 86%.
Republik Frankreich
* Paris, 9. März. Neuer Zwiespalt über die Wahlen Der Nationalgarde: Die Kommission des betreffenden Gesetzentwurfes behauptet, am 25. März ginge Die Vollmacht der Offiziere zu Ende und ein transitorisches Gesetz sei erforderlich, das sie in ihrem Amte bestätige bis die Neuwahlen nach dem neuen organischen Gesetze erfolgten; dagegen behauptet die Regierung, ein solches Gesetz sei überflüssig, die Offiziere müßten von Rechtswegen bleiben bis nach erfolgten Wahlen. — Zu Den vielen Fraktionen im Parlamente, als da sind Montagnards, vorgeschrittene Republikaner, gemäßigte, Mitglieder des Tiers-etat, Orleanisten, Legitimisten, Fusionisten und Anti-Fufionisten, Elyseer, Bonapartisten u. s. w., kommt jetzt eine neue Farbe. Bisher folgte Die sogenannte „parlamentarische Partei" Thiers; jetzt hat dieser sich mit CHangarnier völlig überworfen und es entsteht eine neue Partei. — Der Präsident scheint endlich an ein, neues Kabinet zu denken: Odilon Barrot, Leon Fancher und Barsche sollen sich zu einem Kabinet vereinigt haben!? Baisse, Der jetzige Minister des Innern, soll Seinepräfekt oder Präfekt in Marseille an die Stelle des Legitimisten Sulean werden.
Lord Normanby traf gestern Abend wieder von London ein.
B e s ch e i n i g u n g.
Für Den Lehrer Kring zu Höchstenbach sind weiter bei der Erpedition der „Freien Zeitung" eingegangen: Von der Gemeinde Steinsberg 2 fl.
Geld-Sorten
nach dem Frankfurter Caur« vom 11. März 185L
10
9
9
9
5
9
11
377
1
2
24
diene LouiSd'or....... . .
Pistolen . ....... . .
Dittu Preuß...........
Holl. 10 fl. Stücke........
Rand - Duraten..........
20 Frankenstucke.........
Engl. Sovereigns.........
Gold a! Marco........
Preuß. Thaler.......
5 Franken-Thaler........
Hochhaltig Silber
fr.
56 35 MVa ^h 33Vj 26V1 50
4c V» 21% 27
Auswanderungsanzeigen.
(Niedernhausen.) Daniel Harsh ir von Niereruhausen will nach Amerika auswandern, waS in Gemäßheit der Verordnung vom 24. März 1849 zur öffentlichen Kenntniß gebracht, wird.
Idstein, den 5. Februar 1831.
Herzogliches Kreisamt.
(213) ' Spieß.
(Niedernhausen.) Mathias Harsy's Wittwe von Niedernhausen beabsichtigt mit 3 erwachsenen Töchtern nach Amerika auSzuwan- dern, was nach dem Gesetz vom 24. Nlärz 1849 zur öffentlichen Kenntniß gebracht wird.
Idstein, den 5. Februar 1851.
Herzogliches KreiSamt.
(214) ' Spieß.
(Niedernhausen.) Mathias Harsh 2r von Niedernhausen beabsichtigt mit seiner Frau noch Amerika auSzuwandern, welches nach dem Gesitz vom 24 März 1849 zur öffentlichen Kenntniß gebracht wird.
Idstein, den 5. Februar 1851.
• Herzogliches KreiSamt.
(245) ' Spieß.
(Wied.) Peter Lommel 2r von Wied, Justizamts Hachenburg, ist gesonnen, mit seiner Frau nach Amerika auSzuwandern. Den be- strhercen Gesetzen gemäß wird dieß hiermit zur off ntlichen Kenntniß gebracht.
Hachltlburg, den 24. Februar 1851.
Herzogliches Kreisamt.
(2291 Wolf.
besann t in a ch n n g e n.
(263) Im Verlag von G. Westermann in Braunschweig ist erschienen und in der H. W. Rttter'schen Buckhandluna zu haben:
Die deutsche»» Colonie»» in der Nähe des Saginawflusfes. Ein Leitfaden für deutsche Auswanderer nach dem Staate Michigan in Nordamerika. Entworfen nach eigener Anschauung und Erfahrung von Fr. C. L. Koch, Herzog!. Braunschw. Bergrath rc. Preis 36 fr.
(Weilbach.) (Nachträgliche Anmerkung.) Zu dem AuSschreiben vom 4. v. M. wird nachträglich mit Bezug auf die Verordnung vom 24. März 1849 bekannt gemacht, daß Johann Ems von Weilbach das Vermögen seines im Jahr 1850 nach Amerika gereiften Sohnes Franz Joseph Ems mit nach Amerika nehmen will.
Höchst, den 25. Februar 1851.
Herzogliches KreiSamt.
(233) v. Wintzingerode.
(LorSbach.) Philipp Schäfer von LorS- bach beabsichtigt nach Amerika auSzuwandern, welches nach der Verordnung vom 24. März 1849 zur öffentlichen Kenntniß gebracht wird.
Höchst, den 13. Februar 1831.
Herzogliches Kreisamt.
(231) ».Wintzingerode.
(Weilba ch.) Philipp Reitz von Weilbach beabsichtigt mit seiner Familie nach Amerika auSzuwandern, welches nach der Verordnung vnm 24. März 1849 zur öffentlichen Kenntniß gebracht wirk.
Höchst, den 14. Februar 1831.
Herzogliches KreiSamt.
(232) ».Wintzingerode.
(Oberw allu f.) Martin Ohler von Oberwalluf beabsichtigt mit Familie nach Amerika auSzuwandern. Es wird dieß hiermit zu Folge der Verordnung vom 24. März 1849 zur öffentlichen Kenntniß gebracht.
RüdeSheim, den 22. Februar 1851.
Herzogliches KreiSamt,
(236) v. Gagern.
(262) Bei J. D. Sauerländer in Franfurt ist erschienen und durch dieH.W. Ritter'sche Buchhand.unq zu haben:
Die Reform der Volksschule. Von Burtmann, Seminar- direktor in Friedberg. Preis 1 fl. 12 kr.
(113) Abgang der Posten von Wiesbaden
Frankfurt (Eisenbahnpost) 6 und 10 Uhr 25 Min. Vorm.
Koblenz (Personenpost) Limburg (Personenpost)
— (Personenpost)
Rttdeshcim (Versonenpost)
Coblenz (Briespost)
Frankfurt (Briefpost)
(269) Bei Jacob Zorn in der Mainzer- straße ohnwcü des Bahnhofes in Biebrich ist der zweite und dritte Stock, anständig möblirt, zu vermiethen, sowie auch ohne Möbel, bis zu dem 1. April zu beziehen
10,000 fl. sind gegen ge. richtliche Sicherheit auSzuleihen. Näheres die Expedition dieses Blattes. (252)
2 Uhr 35 Min. und 5 Uhr 35 Min. Nachm ttagS.
10 Uhr Vormittags.
8 Uhr Vormittags (Anschluß nach Eoblenj, Gießen, Dillenburg und Diez).
3 Uhr Nachmittags (Anschluß nach Coln und Hadamar).
7% Uhr Vormittags und 4 Uhr Nachmittags.
11 Uhr Nachts (Holland, Belgien, England).
10% Uhr Nachts (Mainz und Darmstadt).
(266) In Frankfurt a. M. wird in ein Fabrikgeschäft, verbunden mit Detail, unter billigen Bedingungen ein Lehrling gesucht. Osterten beliebe man unter dem Buchstaben W franco an die Expedition dieses Blattes zu richten.
(22) Von heute an können Bestellungen auf schönes buchenes Scheitholz tu Klafter, halbe und viertel, buchene Wellen bei Kaufmann .Io*. He»**i«r«l gemacht werden.
Lerantwonüchrr Herausgeber und Verleger E. Rriter. — Druck ba E. Ritter'schen Buchdrucker«.