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hingehalten, er verliert mehr, als er zusammensucht und so ist klar soll das Wohl der Staaten und ihrer Bewohner gehoben und befördert werden: so muß man diesen Krebsschaden qusmärzen. Ist die Schuld liquid, hat sie -der Schuldner heute eingestanden: so muß morgen gepfändet und verkauft werden; ich be­haupte fest, würde so verfahren, die Armuth stiege m'cht, sie fiele; wer weiß: ich muß bezahlen, der schafft Rath, daß er bezahlt. Die Schiedsgerichte halfen die- sein großen Uebel ab; viel Geld und Arbeitskraft würde gewonnen, viel Zeit und Mühe erspart; die Zunahme der Armuth verhütet, Prozesse umgangen werden. Wahrlich wer die große Zweckmäßigkeit der Schieds- oder'Friedensgerichte nicht einsehen, sie verken­nen wollte, der würde kein Wohlgefallen am Glück der Staaten, am Frieden der Völker haben!

An dem Schiedsgericht s-E n twurfe des Hrn. Unzicker würde wenig mehr zu ändern sein; nur würde man bei kleinern Orten oder Gemeinden dasselbe in den Kirchspielsort verlegen müssen. Doch an Einwen­dungen und Protestationen dagegen wird es nicht fehlen ' da der Ausfall an Stempel bogen und P r o z e ß k o st e n bedeutend erscheinen mag. Allein man be- denke: sollen Schiedsgerichte ins Leben gerufen werden, so müssen die Staaten neu umgeschaffen werden. Die Justizämter würden bis auf ein Drittheil herab zu setzen und etwa so viel wie Kreisämter einzurichten sein, denn mehr als «zwei D ritt heil Klag- und Prozeßsachen fielen gewiß durch die Wirksamkeit der Schiedsgerichte hinweg. Wie man aus drei Aemtern Ein Kreisamt bildete: so könnte man aus drei Aemtern ein Justizamt bilden, welches gewiß noch weniger, als ein Kreisamt zu thun haben würde. Da die Kreisämter zu viel zu thun haben; die Laud- Oberschult heiß er eien Wegfällen müssen: so bilde man aus jedem jetzigen Jnstizamt 2 3 Land­gerichte besetze diese mit einem Landrath und einem Accèssisten : durch den Wegfall desIustiza m t s- und Land oberschultheißer ei-Personals und anderweitiger Besetzung der Landgerichte würde gewiß so viel an Besoldung erspart, als der Aus­fall an Stempelbogen bei den Schiedsgerich­ten betrüge. Was auf der einen Seite verloren ginge, würde auf der Andern wieder gewonnen. Diese Ein­richtung würde den Staatsbürgern g r v ß e V o r t h e i l e gewähren; die Wege würden kürzer, die Versäumniß geringer, die Opfer erträglicher gemacht werden. Träte dazu größere Vereinfachuug der Geschäfte denn je einfacher eine Maschiene zugunmengejetzt ist, desto leichter und wohlfeiler ist sie zu unterhalten so würden die Völker schon wie im Himmel an der Erde leben können; je künstlich -combinirter aber e i n e S t a a t s-M a sch lene zusammengesetzt wird, desto schwerer und kostspieliger wird sie aber zu unterhalten sein! Die Schieds- oder F r i e d e n s g c r i ch t e v e r e i n- fachten gewiß sehr die Klag- und Prozeß fachen; die Landgerichte kürzten und förderten die Verwaltungs-Angelegenheiten und so wäre dem Geiste der Zeit, Fürst und Volk Rechnung getra­gen; wie die Schwurgerichte die Assisen Verhandlungen kürzen und fördern: so würden die Schieds- und kleineren Landgerichte zum Glück und Segen der Staatsangehörigen gereichen.

Möchte die Sache, von Herrn Untiefer angeregt, wohl erwogen, für zweckmäßig erkannt und demgemäß bald ins Leben eingeführt werden!

* Kassel, 2. März. Hassenpflug soll laut dem Frkf. I." in den österreichischen Freiherrnstand erho­ben worden sein.Dem Verdienste seine Kronen, Un­tergang der Lügenbrut!" sagt der brave Schiller; seit­dem hat sich allerdings manches in deutschen Landen verändert. Ob Hasscnpflug seiner Verdienste in Greifswalde wegen oder wegen seiner Treue gegen die beschworene kurhessische Versagung zu dieser Frei­herrlichkeit befördert worden, sind wir gespannt zu vernehmen.

Leipzig, 1. März. (D. A. Z.) Die hiesige Po­lizei ist seit einigen Tagen wieder mehr als je hinter den Demokraten her; zahlreiche Haussuchungen bei mehr oder weniger bekannten Persönlichkeiten, darunter bei zwei Buchhändlern und einem Gastwirthe, haben stattgefunden, ohne das gehoffte Ergebniß zu liefern. Man suchte irgend ein gefährliches Pamphlet, das nir­gend entdeckt werden sonnte. Gewissermaßen im Zu­sammenhänge mit diesen Haussuchungen scheinen auch einige fast gleichzeitig vorgenommene Verhaftungen zu stehen. Mehre Korbmachergesellen wurden eingezogen, ebenso ein ehemaliger preußischer Offizier, der längere Zeit hier im Verborgenen lebte, zwar keinerlei poli­tische Wirksamkeit ansübte, allein schon früher einmal von Leipzig weggewiesen und, jetzt ohne genügende Papiere, der Polizei Grund zu größerem Verdachte geben mag, als er verdient.

* Berlin, 1. März. Bildhauer Kiß in Berlin hat das Modell zu demErzengel Michael mit Dem Drachen" jetzt vollendet. Die Arbeit geschah im Auf­trage des Königs. DieOberpostamtsztg." erzählt: Es bezieht sich diese Arbeit allegorisch auf die Be­kämpfung der badischen Revolution durch den Prinz von Preußen." Der Prinz von Preußen soll also zum Engel befördert werben auch nicht übel! In welcher Gestalt wohl Manteuffel alsBrecher mit der Revolution und Wiederhersteller des Bundestags" aUcgorisirt werden wird? Als Daniel in der Löwen- grube?

* Berlin, 2. März. DieLith. Cor." renommirt Heute gewaltig mit Manteuffels Festigkeit gegen Oester­reichs Forderungen. Dann fügt sie hinzu, daß die umfassendsten Maßregeln gegen die Schweiz von allen Seiten betrieben würden; Frankreich habe eine vermitt- lende Stellung angenommen und diesen Vermittlungs­versuchen sei das Anerbieten zuzuschreiben, das Die Schweiz gemacht, indem dem König von Preußen au­ßer dem Titel eines Fürsten von Neuenburggewisser­maßen" eine ErviUiste von 100,000 fl. proponirt wer­den solle. Dies klingt denn doch sehr wunderbar. Will diefreie" Schweiz Die Gefahr durch einen Tri­but, worauf dasGewissermaßen" hinbeutet, ab kau­fe ul! Das österreichische Cabinet soll Willens sein, sich für immer eine Etappenstraße nach den Herzog- thümern für seine Truppen offen zu erhalten.

Die von dem Kreisgerichte wegen der Flucht Kinkels aus der Strafanstalt zu Spanbau als der Veranlassung und Hülfeleistung daran verdächtig verhafteten ange­sehenen Einwohner Spandau's find gestern sämmtlich ihrer Haft entlassen worden. Es scheint daraus her­vorzugehen, daß man wegen der Flucht Kinkels ferner­hin keine weiteren Nachforschungen anstellen will, da sich wahrscheinlich nicht Beweise genug ergeben haben, um gegen die Verhafteten eiuschreiten zu können.

München,, 1. März. (Agsb. Allg. Ztg.) In der siebenten Sitzung der Abgeordnetenkammer, wurden nach Bekanntgabe des Einlaufs und der Ausschußwah- len vier Interpellationen verlesen, welche sämmtlich die in der neuen Geschäftsordnung vorgeschriebene Un­terstützung von 15 Abgeordneten fanden. Die Beant- woAung von dreien wurde für eine der nächsten Si­tzungen zugcsagt; die vierte von Dr. Jäger lautet: ist von Oesterreich ein Antrag aus Einführung des Ta­bakmonopols in den Zottvereinsstaaten gestellt worden? Wenn dieß der Fall, gedenkt die köiiigl. Staatsregie­rung denselben in Erwägung zu ziehen oder ein für allemal abschlägig zu bescheiden? Der Ministerpräsident Hr. von der Pfordten antwortete darauf: weder von Seite der österreichischen Regierung noch von irgend einer andern Seite sey ein Antrag auf Einführung des Tabakmonopols in Bayern oder, soviel er wisse, in irgend einem andern deutschen Staate gestellt worden. Alle derartigen Gerüchte seyen daher vollkommen un­begründet. Auch sey sich die bayerische Regierung voll­kommen bewußt, welche Bedeutung diese Frage für

einzelne Provinzen Bayerns, und ganz besonders für die Pfalz habe, und werde zu keiner Zeit der Pflichten für diesen Zweig der Landwirthschaft und Industrie uneingedenk seyn.

Wien, 26. Febr. (Allg. A. Ztg.) So lange die deutsche Frage wenigstens nicht bis zur Reaktivirung des Bundestags erledigt ist, dürften auch gemeinschaft­liche Coörcitivmaßregeln gegen die Schweiz wegen Neuenburg und der Flüchtlinge aufgeschoben bleiben. Disponible Truppen bleiben in hinreichender Zahl am Bodensee und an der Gränze des Kantons Tessin auf­gestellt. Die geflüchteten bosnischen Insurgenten wer­den schon der Gegenseitigkeit wegen an die Pforte nicht ausgeliefert. Man wird sie vorläufig nach Dalmatien verweisen.

Oluintz, 26. Februar. (Lloyd.) Heute geschah in unsern Mauern die Verlesung der Amnestie an mehrere politische Gefangene, unter denen sich mehrere sehr com- promittirte ungarische Insurgenten befinden. Die An­zahl der Amnestirten soll sich auf 15 belaufen.

* Bremen, 1. März. DerWes-Ztg." werden sehr beachtenswerthe Mittheilungen über die Bestrebun­gen der Ultramontanen in den Ryeinlanden gemacht, worin es unter Anderem heißt:Als rill'Beweis, wie das Volk fortwährend gegen Die Protestanten aufge­regt und erhitzt wird, kann ein Vorfall dienen, der sich kürzlich in Erpel, einem Städtchen am rechten Rhein- ufer, ereignet hat. Als ein dw-W verstorbener Pro­testant beerdigt werden sollte, wurde der Leichenzug, von Dem dazu aus dem nahen Linz herbeigekommen evangelischen Geistlichen geleitet, von einem Vo'kshau- feu beschimpft und mit Steinwürfen verfolgt. Es mußte zum Schutze der Leiche und zur Herstellung der Ord­nung eine sehr starke militärische Hilfe aus Coblenz requirirt werden. Wer dieses übermüthige Verhalten der rheinischellâ Ultramontanen, die auf zwei Erzbischöfe eines und degelben wesentlich Protestantismen Landes fallende Cardinalserhebung, die Ausbreitung österreichi­scher Truppen gerade über rein protestantische' deutsche Gebiete, Die Vertheilung Englands wie eines schon ganz besiegten und unterworfenen Landes wer alle diese gleichzeitigen Begebenheiten zusammenhält, der muß sehr kurzsichtig oder verblendet sein, wenn er den Zusammenhang darin, den wohlberechneten Plan nicht erblickt, die Fäden zu Dem Ne e, woran so" ernst i ge­strickt wird, au verschiedene Punkte zu knüpfen, es Europa desto leichter, rascher und wirksamer über .as Haupt werfen zu können. Sage Niemand, daß ja in Deutschland noch nirgends ein Schritt geschehen sei, der amtlich und gesetzlich den Evangelischen zu nahe träte? Die Jesuiten gehen langsam. Wallenstein stand schon fast zwei Jahre im Norden von Deutsch­land, als das Restitulionsedikt erst erschien! Ueberdies meint die Partei auch ihre Vorbereitungen schon so gut getroffen zu haben, daß sie aus ihrem Hauptplan kein Geheimniß mehr machen zu dürfen glaubt. In der im September des verflossenen Jahres zu Linz m Oesterreich gehaltenen Generalversammlung deskatholischen Vereins Deutschlands", wurde laut verkündet, daß der politischen Einheit Deutschlands die Rückkehr zur Einheit der kathol isèn Kirche vorangehen müße, und der Cardinal Wiseman hat sich nicht ent­blödet, in einer öffentlichen Versammlung zu London von einem Kreuzzuge zu sprechest, dergegen Die Haupt- burg des Feindes auf dem brandenburgischen Sande" unternommen werden müße. Der rasche 'Umschwung der Verhältnisse, den wir in noch nicht drei Jahren erlebten, ist ohne Beispiel in der Weltgeschichte. Damals dringende Gefahr für alle Ergebnisse der Bildung, für Entwickelung und Geistesfreiheit von r n Pöbelhorden, und dem Unsinn ihrer Führer. Jetzt Die, wenn gleich nicht so offenbare, aber tiefere Gefahr von der ent­gegengesetzten Seite her. Wenn es Oesterreich gelingt, Deutschland mit der dreifachen Kette zu umschlingen: der politischen, der finanziellen, vermöge deren wir

22, der Januar 9 und der Februar 12. Mitunter blühte die Früblingsprimel. Der December hatte nur 1, der Januar 2 und der Februar 3 Schneetage, der immer bald wieder sich auflöste. Heute haben wir 7.6° R.

(Curiosa, welche zur londoner Jndstrie- Ausstellung ein gesendet werden.) Die Eng­länder spotten gutmüthig über die mühsamen Nadel- Arbeiten, welche aus Deutschland angemcidet sind,, insonderheit über die Nachahmung von Kupferstichen durch Stickerei mit schwarze» Florfäden. Es ist dies allerdings ein ähnlich Ding, wie mit dem Bemühen, auf der Flöte Geigentöne hervorzubringen. Warum stickt man etwas, verdirbt die schönen Augen und drückt die zarte Brust, was man viel leichter und schöner drucken saun? Mit der Kunst der Stopferei und Ausbesserei ist es aber etwas Anderes. Fräulein Gerson in Hamburg wird Deutschland u. A. darin vertreten. Sie hat ein großes Loch in eine feine Damast- Serviette geschnitten und dasselbe trefflich wieder zu- gestopft, dâß man die Stelle nur zu entdecken vermag, wenn man das Tuch gegen das Licht hält; auf ähn­liche Weise hat sie eine zerrissene Spitze ausgepessert. Diese Kunst ist nützlich bei Zeugen von Werth; der größte Theil der Zeuge ist aber heut zu Tage so wohl­seil, daß man spart, wenn man neu kauft, anstatt stopfen zu lassen mit jener Vollkommenheit, die zum

Glück oder Unglück in den meisten Haushaltungen nicht geübt wird. Der höchste Gegensatz des Kunststopfens ist aber der Gebrauch, der in einigen Orten Amenea'o herrscht, wo man nämlich die Strümpfe nicht nur nicht stopft, sondern wegwirft, wenn sie schmutzig sind, anstatt sie zu waschen. Von Lonis F r i e s, Tapezierer in Ham­burg wird eine Bettstelle erscheinen, welche folgende treffliche Eigenschaften besitzen soll: Die Matraze, welche sammt dem Gestelle in einem Reisekoffer verschlossen werden kann, hat die Wirkung, daß der darauf Ruhende die Seekrankheit weniger fühlt; bei Tage dient sie als Sopha mit einem Tischchen davor, und in der Nacht verwandelt sie sich in ein Bett mit Muskito-Netz; der Koffer wird zur Eommode, zum Waschtische u. s. w., wie man es will. Aus Sonnenberg in Thürin­gen , der Stadt der Papiermacho- oder Sleinpapp-Fi- gnren, kommt ein deutsches Volksfest von etwa 400 Figuren in Nationaltracht, jede ungefähr 4 Fuß hoch. Die Gegend ist die um Coburg und Schloß Rosenau, und Die ganze Schaustellung ist ein Kompliment für Prinz Albert. Ein gewisser Thomas William­son bringt ein aus Steinkohlen gemeißeltes Sopha zur Schau. Es ist 9 Fuß lang mit drei Abtheilungen und vermag sieben Personen aufzunehmen. Die Seitenlehnen sind zn Thiergestalten schön ausge­schnitzt: ein glänzend schwarzer Thron, würdig, von einem Fürsten der Unterwelt besessen zu werden. Ein wirklicher Thron, und zwar der des Königs -

Dinjaan, der irgendwo in ider Gegend des Vorgebir­ges der guten Hoffnung regiert, ans einem einzigen Holzklotz herausgehauen, kommt auch zur Ausstellung, um mit europäischen Thronen verglichen werden zn können. Frankreich hat dabei keine Stimme. Unter den wunderbaren Gegenständen, welche auf der Ausstellung figuriren werden, führt die Jnvependanre Belge" auch ein syinphonisches Bett an, dessen Mechanismus die Bewunderung der Kenner erregen soll. Der Erfinder dieses Curio- sums, welcher lange über die phifische Wirkung der Musik nachgedacht, ist zu der E-sicht gelangt, daß die harmonischen Tone die Eigenschaft haben, Unser Nerven- System zu beruhigen, die zu große Spannung unserer Organe herabzustimmen und uns Empfindungen zu verschaffen, die vom Gehörsinn aus auf die Organe reagiren. Hiervon ausgehend, sagte er sich, daß, wenn er die an Schlaflosigkeit Leidenden mit einem nächt­lichen Concert reguläre, er sie von dieser Unbequem­lichkeit befreien würde. Du kommst ermüdet nach Hause und legst dich schlafen. Kaum hast du dich auf dein Bett ausgestreckt, so wirkt Der Druck des Körpers auf eine Feder, und eine köstliche Musik läßt sich'hören. Diese Musik ist etwa wie ein Gemisch von Flöten und Hautboen. Sie ist mild und wohlklingend: sie durch­bebt dich sanft und ladet dich zum Schlummer ein.

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