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Freit Zeitung.

Freiheit und

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M LI Wiesbaden. Samstag 1. März INKA.

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Die Mausfalle.

X Die ., Mausfalle" ist fertig und ihre Drähte sind so fein gearbeitet, daß Preußen längst darin sitzt, während es noch frei zu sein sich cinbilvet. Während dieN. Pr. Ztg." froh ist, daß Manteuffel wenigstens nichts Positives nachgegeben habe, und dieDeutsche Nef." wieder vomFesthalten" freier Confercuzen fa­selt, ist Preußen bereits festgehalten; während die Organe der preußischen Regierung sich schmeicheln, es werde nun sicher doch zum Wechsel des Präsidiums kommen und dieser Konzession dürfe man schon man­ches Andere opfern, bringt dieOPAZ." einen Arti­kel vom Main, der mit dürren Worten sagt, was Oesterreich davon hält. Man höre:

Jetzt gilt wieder die ganze Anfmerkfamkelt der Frage, ob Oesterreich auf seinem Präsidialrecht behar­ren oder, wie die andere Großmacht von ihm ver­langt, auf seinen ausschließenden Vorsitz verzichten wird? Die Frage, ob denn Oesterreich verzichten könne, wird dabei gar nicht erwähnt, sondern geradezu als selbstredend angenommen, und doch ist nichts gewisser, als daß Oesterreich dieses Derzichtungsrecht gar nicht besitze. Der Vorsitz im Bunde ist für Oesterreich nicht blos ein Recht, sondern eine Pflicht, die ihm durch das Gesetz aufcrlegt ist, und die eben deshalb durch das Gesetz, und also auch nur in den Formen desGe,etzes abgeändert werden müßte, wenn überhaupt eine Ab­änderung geschehen sollte. Vor kurzem noch, als man kein Bundesrecht, sondern blos einen ideellen Bund, d. h. eine Form ohne Inhalt, anerkannte, konnte man allenfalls ohne Widersprüche von der Art und Weife des erst zu bildenden Vorsitzes in dem ideellen Bunde sprechen, setzt aber, nachdem man das Bundesrecht anerkannt hat, muß man auch den Vorsitz so nehmen, wie er in diesem Bundesrecht schon festgesetzt ist. Dies ist ein logischer Zwang, ohne den wir von der ersten Sünde- eines Bundes ohne Bundesrecht, in die stär­kere zweite Sünde: eines Bundesrechts ohne Bund, verfallen. Wie nahe wir diesem Falle sind, zeigt die Drohung, daß Preußen mit jenen Provinzen wieder aus dem Bunde treten wolle, mit denen es vor drei Jahren hineintrat. Einen Hineintritt in den Bund gibt es, aber nach dem leidigen Bundesrecht keinen HerauStritt."

Prusten scheint noch immer nicht zu »Gen, Day wer dem Teufel ein Haar reicht, sich ihm ganz hingibt.

Schwarzenberg ist seiner Sache so gewiß, daß er den Todeskampf des preußischenWiderstandes" nun |o ruhig abwarten kann. Nur eins peinigt ihn vielleicht: der österreichische Finanzminister ist in der äußersten Klemme; er muß ein großes Auleben kontrahircu und rech­nete auf den ersten Eindruck des Dresdener Triumpses, der jetzt wieder um 14 Tage verzögert ist. Um. dieses große Änlichen machen zu können, verlangt der Finanz- minister St Anleitung des Heeres um den vierten ^yeil

Nachruf

an

Elisabethe Düsar, geborne Sigrist,

gestorben zn Mannheim.

Es trennt Verbannung und >s trennen Kriege,

Doch Wiedersehen versprechen künftige Siege, Der Tod, der starre, trennt für alle Zeiten, Nur gegen diesen Hilst kein Widerstreiten.

Wenn in die Heimath wir zmückgekomnien,

Bleibst, theure Mutter, Du und doch genommen-.

Du konntest nicht das schwere L.id ertragen,

In welches ward ein ganzes Volk geschlagen.

So Ub' denn wohl, das Ziel, nach dem Du strebtest, Für das Du littest, kämpftest, immer lebtest, CS wird am Ende doch noch eine Wahrheit;

Du wirst eS seh'» in ülerud'scher Klarheit!

London, den 19. Februar 1851.

Die verbannten Kinder.

des jetzigen Bestandes; aber ist dies möglich? Wird sich die mit Argusaugen bewaffnete Börsenwelt anch so leicht täuschen lassen, wie das demobilisirende Preußen, wird sie den k. k. KabinetSschreiberu glauben, daß Oesterreichs Finanzen besser als die Preußens oder irgend eines deutschen Staates stehen? ja, wenn Oesterreich schon alle diese Staaten in den Sack ge­schoben, wenn es seinen Zollverein fertig, die Schweiz und Piemont vernichtet, von der Türkeei die ihm zu Truppenaushebungen geeignet erscheinenden Provinzen abgerissen hätte, dann vielleicht bisse diehohe Finanz" an. Doch jetzt?Der Mann, der das Wenn und das Aber erdacht, hat sicher aus Häckerling Gold schon gemacht!" sagt zwar Bürger imKaiser und Abt". Genug, nicht Preußen ist die Großmacht, welche Oester- reich zu fürchten hat, sondern die Börse. Wird die gejammte europäische Geldwelt ihre Zukunft auf alle Gefahr hin an Oesterreichs Sicherheit ketten, wird sie mit Oesterreich stehen und fallen wollen das ist die Frage, welche entscheidet. Nicht in Dresden in Frankfurt, Paris und London ist das Feld, wo Schwar­zenbergs System die Feuerprobe zu bestehen hat. Preus­sen sitzt in der Mausfalle; wird sich auch die deutsche, französische und englische Geldbourgeoisie mediati- siren lassen? Grund und Boden kann man nicht ver- schleppen, Gebiete kann man besetzen und erobern; doch das Geld ist beweglich und die Geldbarone sind Kosmopoliten Vogt pflegte in der Panlskirche zn sagen:Mit Speck fängt man Mäuse!" Aber die Rothschilds?!

Der Prozeß Nau und Genossen vor dem Schwurgericht in N o t t w e i l. (Stuttg. Beob.)

Am Dienstag früh zog die Schaar der Schram­berger in militärischer Ordnung aus, ihr folgte ein Wagen, dessen Inhalt zu erforschen sich schon der Un- tersuchungsrichter ohne Erfolg zur Ausgabe gesetzt halte.

In ihm wurde die Munition vermutet, deren Fer­tigung am Montag stattgefunden hatte, obwohl kiese Munition nach der von dem beeidigten Rathsdiener unterstützten Angabe des Schultheißen nach dem Ab­züge der Schramberger in dem Lokal, worin sie ge, fertigt worden, sich vorgesunden hatte. Auch die mit großer Sorgfalt geführte Untersuchung vor dem Schwur­gericht förderte nichts weiter zu Tage, als daß der Wagen bestimmt war, die Lebensmittel, die Mäntel und das übrige Gepäcke der Mannschaft auszunehmnn.

Wohl bezeichnete an einigen Orten, in welchen der Zug Halt machte, das Gerücht jenen Wagen als den Munitionswagen der Schramberger, wohl sah ein Zeuge auf dem Wagen zwei schwere Säcke, welche möglicherweise Munition enthielten, allein jenes Ge­rücht ließ sich auf keinen Grund zurückführen, die schweren Sacke bezeichnete ein beeidigter Zeuge, der

Ansichten eines schleswig - holsteinische» Soldaten über die Kriegführung in Schles­wig-Holstein ).

H. den 4. Febr. 1851.

Als ich am 9. Sept, vom Ersatzbataillon in das 10. Bataillon versetzt wurde, und sogleich klar einsah, wie cs mit unserer Sache hier stehe, schrieb ich einen Brief an Dich, worin ich die Verhältniße schilderte, war aber so unvorsichtig, auf die Adresse Buchdruckerei- Besitzer zu schreiben. Dieser Brief wurde vom Ba- taiUouscommaudeur erbrochen und ich bekam einen derben Verweis, daß ich die Sache Holsteins in fremden Ländern in ein schlechtes Licht stellen wolle, und der­gleichen mehr. Wie Allen, so wurde auch mir nun strengstens an befohlen, an keine Zeitungsredactiou zu schreiben, sonst würde sich der General genöthigt scheu, die strengsten Maßregeln zu gebrauchen. So konnte ich es »immer ristiren, an Dch zu schreiben.

*) Es ist demNekardampfchiff" ein Brief eines würle»i- bergischen A^eilrrö, der uU Freiwilliger ben lebten schleSwig- h Meßtischen Feldzug mitm.ubte und scheu früher bei dein v. o. Tanu'schen ^eitSlpb gestanden hatte, zur Benutzung mitgttheill werden. Odwehl darin vieles bereits Bekannte wiederhelt wird, ,v lassen wir dach einiges folgen, indem es zeigt, welches U. theil auch der gemeine Soldat in der fchll-âwig - holsteinische» Ärmer über die Art der Kri gSführung sich kildete.

darauf gescssen, als Futtersäcke, und alle Zeugen aus Schramberg beschworen, nichts davon zu wissen, daß der Wagen Munition enthalte» habe.

Freilich legte der Präsident zu verschiedenen Ma­len und in Ausdrücken, welche beeidigten Zeugen ge­genüber fast zu bestimmt lauteten, seine Ansicht von der geringen Glaubwürdigkeit der Schramberger Zeu­gen, welche beinahe sämmtlich den Zug vutgemacht hatten, aber amnestirt worden waren, an den Tag; und ist nicht zu leugnen, daß die Befangenheit, mit welcher ein großer Theil sein Zeugniß ab legte, der Widerspruch mancher Aussagen mit denjenigen in der Voruntersuchung, das sichtbare Bestreben, belastende Umstände zurückzubalten, entlastende mitzuthcilen, keinen günstigen Eindruck Hervorrufen konnte.

Allein es ist zu beachten, daß die Zeugen bei der Voruntersuchung, um sich Hiuaihszrtb ringe» und dem Drängen des Untersuchungsrichters nachgebend, manche Unwahrheiten zum Nachtheile der Angeklagten ausge­sagt haben, welche sie jetzt nicht mehr festhalten können, und es ist unrecht, wenn man, um die Stützen für die ohnedieß auf schwachen Füßen stehende Anklage nicht zu verlieren, die vor dem Schwurgericht eidlich gemachten Aussagen verwerfen, die in der Vorunter­suchung offenbar zur eigenen Entschuldigung gemachten unbeschwornen Angaben aber festhalten will.

So ist z. B. Buchbinder Maier von Schramberg, welcher in der Voruntersuchung angegeben hat, man habe aus dem Tone, in welchem Schultheiß Bollinger den abiuahnende» oberamtlichcn Erlaß verlesen habe, entnehmen können, daß es ihm mit der Abmahnung nicht Ernst gewesen sei, hart angelaffen worden, alS er nach Ableistung des Eides vor dem Schwurgerichte jene Aussage zuriicknähm, und doch macht der Zusam­menhangs in weichem dee letztere in der Voruntersuchung gemacht hatte, sein neueres Vorbringen ganz wahr­scheinlich.

Jene Aussage ist die Antwort auf den Vorhakt, wie er, (Maier) die Theilnahme an dem Zuge ent­schuldigen könne, da ihm doch unmittelbar^ vor dem Auszug die Verwarnung des Oberamts eröffnet wor­den sei.

Was ist natürlicher, als daß der von dem Gewichte des Vorhalts Betroffene in dem Bestreben, die Schuld von sich abzuwälzen, jenen orwurf gegen den Schult­heißen ausspricht?

Ehe ich weiter geh-, erwähne ich, da gerade von der Munition die Rede ist, zuvor nur noch eines in der Voruntersuchung nicht erwähnten Umstandes, wel­chen die Vernehmung des Pfarrverwesers Kohler zu Tag förderte, und wodurch auf den ersten Anblick ein großes Gewicht in die Wagschale der Schuld der An­geklagten oder wenigstens Eines derselben, des Real­lehrers Lang, gelegt wird.

Als ich, erzählt Pfarrverweser Kohler, am Montag vor dem Auszug in das Zimmer des Lang kam, trat mir derselbe aus der Küche mit den Worten entgegen

Das was sich jetzt ereignet hat, sahen wir schon längst voraus; die Sache konnte unmöglich einen andern Ausgang nehmen.

Mein Kopf sitzt also noch oben und ich bin so ge­sund und munter als nur je, obschon cs diesen Winter keine Kleinigkeit war, im Felde zu liegen, wo wir gegen 6000 Kranke hatten. Ich bereue es aber gar nicht, diese traurige Geschichte mit burchgemacht zu haben. Nach­dem ich die holsteinischen Zustände näher kennen gelernt hatte, sagte ich seit vorigem Sommer öfters zu meinen Ka, meraken: es kommt mir gerade vor wie Frankreich und Algier, welch letzteres ein Blntemziehnngsmittel für Frankreich ist: das war Holstein seit 1848 für Deutschland. Die Patrioten schickten ihr Geld, die andern sogenannten Wühler stellten sich persönlich und ließen sich hier daS Blut abzapfen. Unsere Statthal­terschaft wußte immer vortrefflich den Mantel nach dem Winde zu hängen; man wollte vielleicht das Volk dadurch müde machen und dieser Zweck ist auch in Holstein erreicht worden.

Ich will nicht auf Einzelheiten eingehen, die ich hier als Parade-Feld-Soldat, oder richtiger gesagt, als KommisbrodvertilguNgsniaschine erlebte, sondern nur Weniges in aller Kürze mitthcilem Durch das Gefecht bei Missnnoe, welches am 12 September statt­fand und an dem ich gleichfalls theilznnehmen und den traurigen Ausgang mit anzusehen vas Vergnügen hatte, wurden vollends Allen, die nicht ganz stockblind wa-