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Deutschlands neueste Schmach.
X Was wurden unsere politischen Gegner wohl gesagt haben, wenn es während des Sturmjahres 1848 der demokratischen Linken in der Nationalversammlung eingefallen wäre, zu beantragen, daß die französische Republik gebeten werde, die Mainzer Citadelle zu besetzen? Nur der Wahnwitz oder der scheußlichste Frevel, würden sie gerufen haben, kann einen so teuflischen Gedanken fassen! Und wir würden ihnen beigestimmt, wir würden gesagt haben: Es ist und bleibt allemal ein Verrath am Vaterlande, eine auswärtige Macht ins Land zu rufen! Aber was die Revolution, die verschrieene, nicht einmal zu denken wagte, die Contre- revolutiou führt unbedenklich noch weit Aergeres aus. Za, weit ärger selbst, als eine Besetzung der Mainzer Citadelle durch Franzosen ist das Hereiukomplimentire» der Dänen in das Kronwerk von Rendsburg!
Betrachten wir den Fall ohne alles Parteiinteresse, halten wir an denseldeii bloß den allgemeinsten Maßstab der Unverletzbarkeit des deutschen Vaterlandes und der ganz gewöhnlichsten Idee von Nationalehre.
Deutschland führt mit einein Nachbarlande Krieg um streitiges Gebiet. Oder hat nicht Deutschland Krieg gegen Dänemark geführt? Macht nicht Preußen jetzt noch auf 2 Mill, für Truppenmärsche auf Befehl der Neichsregierung Anspruch? Haben nicht unsere Truppen und die Söhne so vieler deutschen Bruderstämme die deutsche Kokarde über die Eider getragen? Waren es nicht sogar deutsche Fürsten, der Herzog von Nassau, der Herzog von Braunschweig u. s. w., welche^ stolz darauf waren, zu zeigen, daß sie deutschen Sinnes feien? Ward die Statthalterschaft nicht durch Beschluß in Frankfurt autorisirt? — Wer ist der Manu, daß er zu leugnen wagte, was so klar ist, wie das Sonnenlicht! Es war ein deutscher Krieg um Deutschlands Grenzmarken. Wir reden nicht von der Politik der Statthalterschaft, noch von des Volkes Verblendung; wir fragen nur: haben die Schleswig-Holsteiner nicht die deutsche Kokarde getragen, haben sie nicht Verheißungen von deutschen Regierungen, nicht Zuruf vom deutschen Volke erhalten? Die Schleswiger woll- teil deutsch sein und bleiben, die Holsteiner sich nicht von ihren schleswigschen Brüdern trennen: das war ihr Vorhaben, das ihr Ruhm in den Augen des Volkes, das ihr Verbrechen in den Augen der Contre- revolution!
Wir wollen nicht über Gutthat und Frevelthat, noch über Recht und Unrecht streiten; wir wollen sogar zugeben, die Schilderhebung ward übereilt begonnen und kindisch weiter geführt. Wer zum Schwerte greift, muß fechten, fechten, fechten bis auf den letzten Mann. Der Krieg ist kein Kinderspiel, und wer sich eines Tyrannen erwähreu will, ist ein Narr, wenn er sich von anderen Tyrannen, und seien sie auch Patrioten betitelt, mißbrauchen und irre leiten läßt. Doch
Wiesbaden Freitag, LL Februar
wie dem auch: die Schleswig-Holsteiner haben der Diplomatie ihr Ohr erschlossen, sie haben Alles gethan, was von ihnen verlangt wurde, sie haben Schleswig geopfert, Oefterreicher und Preußen in ihr verheertes Land gelassen, sie haben sich viel, zu viel geduldig gefallen lassen; und immer ist die unersättliche Contrerevolutiou noch nicht zufrieden, immer ersinnt sie neue List, neuen Hohn?
Das Unerhörte ist geschehen: dkr kleine Feind, den zu erdrücken mit einem Fausigriffe dem deutschen Volke eine Kleinigkeit gewesen wäre, wenn es eine deutsche Nation gäbe — er nimmt Schleswig, während es noch streitig ist, ohne Weiteres und wirthschaftet in dem unglücklichen Lande mit beispiellosem Uebermuth; doch nicht damit zufrieden, wird es von deutschen Regierungen gestattet, daß der Landesfeind offenkundig deutsches Gebiet besetzt, die wichtigsten Werke einer Festung, in der deutsche Truppen liegen, und während die Dänen einziehen ins Rendsburger Kronwerk, während sie von den österreichischen Militärbehörden be- komplimentirt werden, transportirt man das Nestchen schleswig-holsteinischer Krieger fort wie Verbrecher.
Es ist nicht unsere Parteisache, für die wir reden. Die Statthalterschaft hat die Demokraten mishandelt, wie jetzt die SchleSwig-Holsteiner mishandelt werden; wir könnten M*;alb sagen: das ist die Vergeltung! Doch nein, wir richten nicht, wir haben vergeben und vergessen, woran das bethürte Volk am Wenigste» schuldig war. Es ist ein Stück deutscher Ehre, das mit Füßen getreten wird, es ist ein Akt des Hohnes, bei dem uns als deutschem Manne das Blut zu Kopfe steigt. Fürwahr, die Contrerevolutiou hat sich viel versündigt; doch nie trat das durchaus unpatrio- tische, undeutsche Wesen dieser Politik, nie trat der Cynismus der Diplomatie greller an den Tag, als hier. Kurhessen ist überflügelt: die Dänen stehen auf deutschem Boden, auf deutscher Erde weht höhnend der Danebrog!
Ueber die Stellung der Parteien
in den vereinigten Königreichen in Betreff der Papstfrage erhalten wir durch einen Londoner Korrespondenten der „Nat.-Ztg." folgende zum Verständniß der jetzigen Parlamentsverhandlungen sehr bemerkenswerthe Aufschlüsse:
„Auf englischer Seite finden wir drei, die ungefähr den politischen Parteien der Absolutisten, Constitutio- nellen und Demokraten entsprechen. Der Kern der absolutistischen Partei besteht aus Herrn Wiseman, seinen 12 Bischöfen und einem Generalstab von jungen, in Italien gebildeten Priestern. Willige Anhänger haben sie nur in dein irischen Pöbel, den sie sorgfältig in der äußersten Dummheit erhellten. Die Constitu- tionelleii, als deren Wortführer sich Lord Arundel vorgestern in einem offenen Briefe an den Premier bla- uurt hat, wollen vom Absolutismus nichts wissen, de
„âeiheit und Recht!^
1851
sto mehr aber von der Theilung der Gewalten. Zu den Spiritualien wollen sie sich den Ultramontanen unterwerfen, in den Temporalien der Verfassung. Sie übersehen den kleinen Umstand, daß die Kurie sich vor- behält, die Grenze zwischen beiden Gebieten zu ziehen, und, wenn es die Umstände erlauben, diese Grenze so weit vorrücken wird, daß von den Temporialien Nichts übrig bleibt. Auch diese Partei ist klein. Die große Masse der gebildeten Katholiken mit den einflußreichsten Peers an der Spitze befaßt sich gar nicht mit jener abstrakten Theilung der Gewalten, sondern stellt eine Reihe ganz konkreter Forderungen auf, deren Erfüllung sie zu ihrem Besten für nothwendig und wenn auch nicht mit dem kanonischen Recht, doch mit dem Christenthum für ganz vereinbar hält: — Wahl der Pfarrer durch die Gemeinde, Schutz des niedern Klerus gegen willkürliche Gewalt der Prälaten, Aufsicht über die Verwaltung kirchlicher Stiftungen und vor Allem Gehorsam gegen die Landesgesetze! Was dann noch übrig bleibt, soll der Papst haben. Sie betrachtet Hrn. Wisemann und Kons, als Störenfriede, ist ganz einverstanden, Daß ihnen das Handwerk gelegt wird, und nur. in der Erinnerung an die Vergangenheit, ängstlich bemüht die bürgerliche Gleichstellung der Katholiken zu bewahren. Unter den andern Religivusgenossen ist die Sebatrirnnq mannigfaltiger. Die Pietisten zerfallen in zwei wesentlich verschiedene Klassen, die nur daS gemein haben, das; sie mein Peoic,kanten sind. Den Einen ist ihre Vernunft zur Last und sie suchten sie durch Unten Ordnung unter eine Autorität los zu werden. Zum Theil sind sie in diesem Bemüden so glücklich gewesen, vast sie nicht mehr einsehen können, daß das Prayerbook ihr Papst ist und daß, wenn einmal eine äußere Autorität vorhanden sein soll das lebendige Haupt d r katholischen Kirche eme bessere Autorität ist, als der by act of parliament emgesührle Katechismus. Diese haben in der anupäpstlichen Agitat on den größten Lärm gemacht, würden kein Repressiogestu hart genug finden und Herrn Wiseman nach Botanybay, wenn nicht auf die Platsorm von Nemgate schicken. Eine andere Fraktion dieser Au- tvritâlügläubigen hat soviel selbstständiges Denken und soviel Konsequenz bewahrt, daß sie durch verschiedene Zwischenstufen zU Rom übergehen. Je nach dem Stadium ihrer Verwandlung erscheinen sie als Jrvingianer, Pusewsten u. s. f. Eine dritte Fraktion endlich ist ganz identisch mit den Ultramontanen und sich dieser Jdenniäc auch bewußt. Aus äußern Rücksichten, um sie beiden vorhergehenden Parteien ferner büpircn und die Fleischtöpfe der .Hochkirche ferner geniegen zu können, erhält sie den Schein einer Verschiedenheit aufrecht. Düse bewußten oder unbewußten Römlinge wioerseyeu. sich jeder legislativen Maßregel gegen die Ultramontanen „weil es gegen die Gewissensfreiheit sein würde, und Parlament und Ministerium mit der Religion Nichts zu thun hätten." Von dem t Btcu Grunde machen sic zu gleich für sich Gebrauch und verlangen, daß die protestantischen Laien dem Despotismus der Synoden überliefert werden. Es so gt
Aus Damaskus.
(Schluß.)
„In der Mitte dieser ungeheuren Ebene sieht man ein Meer von Laubdächern, deren Grün alle Schatti- Wngeu vom Schwarzgrün der Cypreffe und der blän- Itchen Farbe des Oelbaumcs bis zum Hellgrün der Platane zeigt. Zwischen diesen waldähnlichen Gärten schimmern weiße Häuserreihen, schlanke Minarete mit glänzenden Knpferspitzen und dem Halbmonde darauf, die zierlichen Kuppeln der Moscheen , vor Allem aber die große Kuppel der o m e j a d i s ch e n M o s ch c e, genannt: Kubbet-on-NKsr, d. i. die Kuppel des Geiers, die in der Mittagssonne wie Gold strahlet, — zu deren beiden Seiten die hohen Minarete, der eine Minaret J'sawi (Jesusminaret), der andere Minaret- ol-Gharbi (der Westliche) sich erheben und ein Dritter vor den beiden Letzteren: M i n a r e t - o l - A'ras, d. i. Minaret der Braut genannt; — während am Fuße des FelsgebirgeS Küsiuii, das im Horden von Damaskus sich hinzicht, das liebliche Dorf Ssulihije, welches von Kurden (Akrad), nicht aber '- ou Kroaten, wie der englische Tourist Maddor in seinem Buche schreibt, bewohnt ist, mit unzähligen Moscheen, Minareten, Kuppeln von Bädern und Privat- I du fern vielleicht in der Länge von mehr als einer halben Meile sich hinzieht.
„Hier am Fuße des Berges Kassinn sieben sich
zahlreiche herrliche Grabmonnmente, gewöhnlich kleine viereckige Gebäude mit einer zierlich darüber gewölbten Kuppel. Die Großen von Damaskus wählten sich vorzugsweise diese Gegend für ihre Grabstätten; die meisten dieser schönen Gebäude sind jedoch derzeit kaum mehr als Ruinen.
„Von hier aus führt eine breite Straße durch SSal ihil e, dann wischen den Lehmmauern der Gärten unter dem Schatten hoher Nußbäume nach dem Thor: Bab-el-Kanawat. Auf dem Wege durch die Gärten herrscht eine Stille, die bei der Nähe einer so großen Stadt kaum begreiflich ist, man begegnet hier höchstens einem arabischen Landmann, der eine Heerde Esel mit Früchten oder Gemüsen beladen in die Stadt treibt, oder einem Zug Kamele, die gemessenen Schrittes hinter einander schreitend, leer aus der Stadt, wohin sie Waaren gebracht haben, zurückkehren.
„Dieser zum Thore Bab-el-Kanawat führende Weg heißt so, weil an demselben vorbei die große bewunderungswürdige Wasserleitnilg in die Stadt geht, die gutes Trinkwasser nach Damaskus aus einer Entfernung von beiläufig einer und einer halben Stunde herbeiführt. Diese Wasserleitung ist zweifellos römischen Ursprungs, wie die ungeheuren, aus massiven Felsblöcken gebauten Bogen, auf denen der Wasserlauf ruht, bezeugen, — sie wurde bis jetzt von gar keinem Reisenden bemerkt, da wegen der allmäligen Erhöhung des Terrains nur fünf dieser Gewölbe sichtbar sind.
„Die Straße, welche Haret-el-Kanawat heißt, ist breit und an beiden Seiten mit schönen Häusern bebaut, die freilich einem eben aus Europa ankommenden Reisenden nichts weniger als prachtvoll erscheinen, da die Wände und Mauern nur aus Holz und Lehm bestehen.
„Einen eigenthümlichen Charakter erhalten die Gassen von Damaskus dadurch, daß das erste Stockwerk der Häuser immer um drei oder vier Schuhe über das Erdgeschoß oder den Unterbau in die Gasse vorspringt, was zwar den Vortheil gewährt, daß man im Soin- mer in den Straßen Schatten genießt und im Winter dem Regen nicht so ausgesetzt ist, allein andererseits den Uebelstand mit sich bringt, daß in manchen Gassen die Stockwerke der gegenüberstehenden Häuser sich berühren und kaum dem Sonnenlichte und der frischen Luft Zutritt gestatten. Wenn Damaskus dies mit anderen orientalischen Städten gemein hat, so übertrifft es hiegegen an Schönheit der Bazare, an Reichthum und Pracht der daselbst aufgehäuften Waaren selbst Kairo und gibt Konstantinopel sicher in dieser Beziehung nichts nach. Die herrlichen Damascener Seiden- Waaren spielen natürlich hier die größte Rolle, obwohl auch die Erzeugnisse des fernsten Ostens: Kaschmirshawle und persischer Sammt, dann die des äußersten Wr- stens: englische Baumwollenzeuge und Lyoner ©eisern stoffe hier nicht fehlen.
„Diese Pracht der Bazare muß freilich den gewöhn-