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Heu, und er soll deshalb schon früher zu einem Zeugen geäußert haben: er solle ft inen Kameraden (Berg­leuten) sagen, wiui er einen als Frevler ertappe, so werde er ihmdie Beine so voll Schrot schießen, daß nichts mehr hineingehe." K

~ Der Schall des Beils zeigte dem Förster Becker den Platz, wo Scheid eine Buche zu fällen bemüht war. Becker geht darauf los, das Hanen hört auf. Scheid hatte wohl Die herannahenden Tritte im Laub vernommen; Becker, welcher eine einläufige geladene Flinte mit Schloß bei sich führt, macht in dem Ge­danken an die Möglichkeit, daß der ihm unbekannte Frevler vielleicht hinter einem Baume hervor auf ihn zu springen werde, dieselbe schußfertig und nähert sich dem Orte des Frevlers. Der Wald Zankholz steht hier an einem ziemlich steilen Abhänge, unten ist ein schmaler Wiesengrund, genannt die krumme Dill, auf der andern Seite ist wieder Berg und Wald, ge­nannt Wieslett, aus Gesträuch bestehend, und der Ge­meinde Freiendiez gehörend. Bei dem Herannahen des Försters laust Scheid den Berg hinab, wahrscheinlich in tlner/3 - 4 Fuß tiefen Wasserrinne, durch die krumme Dill und die Wieslett hinauf. Becker, welcher den Fliehenden für einen der bedrohten Kameraden des er­wähnten Zeugen hält, verfolgte ihn in kurzer Ent­fernung, fällt aber bei dem Versuche, den am Rande des Zankholzes befindlichen, 7 Fuß breiten Graben zu überspringen, in denselben, was den fliehenden Scheid zum Lachen veranlaßt, erhebt sich jedoch sogleich wieder­auf der andern Seite des Grabens, verfolgt Scheid weiter, und als dieser im Bezirke Wieslett oben an einer lichten Stelle sichtbar wird, schießt er die mit No. 0 und einigen Hühnerschroten geladene Flinte nach ihm ab, ohne Zweifel nicht in der Absicht, ihn zu tödten, wohl aber ihm einen Denkzettel zu geben, und ihn wie Andere von fernern Holzfrevlen abzuschrecken. Ein auf dem Anstand stehender Jagdpächter von Holz­heim hört den Knall. Der zeitweise mit leichtem Ge­wölle bedeckte Vollmond beleuchtet die Scene. Das Ganze ist das Werk einiger Minuten.

Da Scheid nicht nach Hause zurückkehrte, so ver­anlaßte die beunruhigte Ehefrau noch in der Nacht Nachforschung-,:, doch fruchtlos. Am andern Morgen endlich ! d bei fortgesetztem Nachsuchen die Leiche Scheids gefunden, auf den Knieen liegend, mit dem Kopfe am Boden, in einer Hand das Beil, in der andern die Kappe, den Rücken und die linke Seite des Kopfs mit Schrotwunden bedeckt. Er war offenbar im Feuer gefallen.

Bccke^ hatte noch am Abend des 21. October in dem Hause des erwähnten Jägers von Holzheim auf ^ fftn~ ^TTTfrnge ,, »£#£««$«,^"fr**, >A^ < V g-sflwssin ^abe^er habe einen Frevler verjagt,der könne sich die Schrote aus dem Hintetu Herauspitteln."

Die Anklage ging nur auf beabsichtigte Körperver­letzung und nicht beabsichtigte Tödtung, wobei es wei­ter darauf ankam^ ob Becker mit Vorbedacht, ober ohne Vorbedacht im Affekte, b. h. in einer plötzlichen Ge­müthsbewegung gehandelt habe. Die Geschwornen verneinten die erste und bejahten die zweiten Frage. Der -Staatsanwalt trug auf eine 5jährige Zuchthaus­strafe der Vertheidiger auf eine 3jährige Corrections- Hausstrafe an.. Der Ässisenhof erkannte auf eine 4jährige Zuchthausstrafe. Anklage und Vertheidigung wurden in gewohnter Fertigkeit von den Herrn Lautz und Braun geführt.

So hat Eifer und Leichtfertigkeit im Gebrauche des Gewehrs, in Verbindung mit unglücklichen Zufällen, zwei bedauernswürdige Familien in das Unglück ge­stürzt. Die schwangere Wittwe Scheid konnte wegen naher Niederkunft nicht erscheinen. Nicht wahrschein­lich ist es, daß alle Beispiele anderer Förster den An­geklagten zu dem Entschlusse ermutigten , den Frevler mit der Flinte auf ungefährliche Weise zu zeichnen. Vielleicht hatte der Schuß auch wirklich nur darum jene unglückselige Folge, weil Scheid sich gerade

Deutschland gen Himmel aufsteigt, als gedeihliche At­mosphäre deutscher Philosophie und Geduld.

O glaubt es, erhabene Conftrirende, mit der Pfeife un Munde erträgt der Mensch die schrecklichsten Qua­len. Raucht nicht der indianische Häuptling, wenn er an den Marterpfahl gebunden ist und man ihm lebendig die Haut abzieht? Rauche ich nicht, wenn mich junge Dichter besuchen und mir stückweise ihre Gedichte vorlesen?

Ohne Pfeife nur Tod und Blutvergießen! Der große General Seidlitz rauchte bis mitten in das Treffen hinein, wenn es aber zur Attaque ging, schleu­derte er die Pfeife weg, zog den Säbel und wehe seinen Feinden!

Und nun denkt eure Pläne ausgeführt, folgt mir am Arm der Phantasie in die Zukunft! ich will mir zur Abwechselung eine La Fama vom guten Gerold anzünden und euch Deutschlaud ausmalen, wie es unter einer Tabacksmonopolizei aussehen wird.

Denkt euch fünf Jahre weiter und alle Cigarren­läden in Berlin geschlossen. Die Stadt wird hier­durch ein so düsteres Aussehen bekommen, als ob man die Leichenfeier des größten Helden Deutschlands be­ginge. Eine ungeheure Menge von Männern und Knaben zieht stumm die Linden hinunter zum Bran­denburger Thor hinaus, wo in dem glänzend wieder- hergestellten Kroll'schen Lokal eine großartige Ausstellung veranstaltet worden ist. Hier sieht man mit polizei-

bückte, oder weil er gerade in eine Vertiefung trat, wo früher eine Eiche ausgegraben war. Möge jeder Förster sich dies zur Warnung dienen lassen, und wäre zu erMgen, ob das nicht jagdberechtigte Schutz­personal nicht in andere Weise, als durch das Mit­führen einer Flinte, gegen Angriffe genügend sichel- gestellt werden könnte. ' Endlich verdienen noch die treffenden Fragen des Geschwornen Siebert von Ha­damar, wobei sich die Vortheile der öffentlichen Ver­handlung wieder einmal klar zeigten, sowie die rasche Beendigung dieser Untersuchung durch das Herzogliche Criminalgericht erwähnt zu werden. Möchte dies Letz­tere öfter zu rühmen sein; allein noch ist es bei Wei­tem nicht immer der Fall.

H^ Wiesbaden. Auf dem in Oranienstein im vorigen Jahre stattgefundenen Volksfeste sollte die Grün­dung eines allgemeinen Schüßenvereins für das Her- zogthum Nassau stattfinden, die Kürze der Zeit aber, wie bie Festlichkeiten überhaupt, ließen dies nicht zur Ausführung komwen. Da nun voraussichtlich ein glei­ches Schießen, sowie Volksfeste in nächstem Jahre dort stattfinden wird, so wäre es an der Zeit, die Sache einmal zur Hand zu nehmen, um sowohl den Anfor­derungen der Zeit, als den Wünschen einzelner Schützen und Schützengilden Rechnung zu tragen, indem die Aus­führung dann den doppelten Zweck, die Ausbildung der Einzelnen als Schützen, sowie die Gleichstellung der Schützen in Hinsicht ihrer Kunstfertigkeit möglichst bezwecken wird. Ein Versprechen, welches Einsender dieses den Schützen Nassaus gegeben, läßt ihn diese Zeilen veröffentlichen, um so ein Ziel zu erstreben, wel­ches die Wehrhaftmachung der Männer, zur Vertheidi­gung des Vaterlandes sowohl, als das Vergnügen und Zusammenwirken der Männer in sich schließt, die die Büchse zur Hand genommen. Ich will mich nicht darüber auslassen, welche Festigkeit, welches Selbstver­trauen, welchen Muth die selbstbewußte Handhabung der Waffen gewährt; einzelne Züge der neuem Ge­schichte unseres Vaterlandes, die Schlacht bei Neuor, leans, die Schweizergeschichte, haben bewiesen, was diese Waffe vermag, ja selbst die Militäre erkennen bereits willig deren hohen Werth au, und sie wird mit der Zeit noch eine wichtige Stellung in der Militärorga­nisation einnehmen.

Um aber auch im bürgerlichen Leben die vorgesetzten Zwecke zu erreichen, muß man den Fortschritt in der Ausbildung dieser Waffe, sowie des Schützen, nicht von den Schicßstätten aus schließen, sondern 'bie Rege- 4nrrg-Dieser Angelegenheit ss anst erben, daß der Kunst das weiteste Feld geöffnet, dem sich heranbildeudeu Schützen aber Gelegenheit gegeben werde, unter nicht zu ungünstigen Verhältnissen mit dem bessern zu kon- karriren. Dieß bezweckt man, wenn die nassauischen oder nahe anliegenden Schützen gesellschaftlich mit Schüßen sich vereinigen, gemeinsame Maßregeln treffen, die die einzelnen Schützen nicht von den Schießstätten ausschließen, die überhaupt den Fortschritt in der Sache anstreben.

Nur wo der Kunst eine freie Bahn gegeben, wird sich dieselbe heben, nur wo freie Bahn wird sie Gro­ßes leisten.^ Bisher waren die Bedingungen auf den einzelnen Schießständen jo verschieden, die einzelnen Schützen durch diese so eingeengt, daß es Vielen von ihnen unmöglich war, fremde Schützenfeste zu besuchen, da natürliche Fehler oder die Beschaffenheit der Waffe sie davon ausschloß. Dieß muß fallen, freie Bahn muß das Losungswort der Schützen werden.

Um die Sache näher zu bezeichnen, will ich der einzelnen Einrichtungen auf mehreren Schießständen er­wähnen, und dann möge Jeder selbst urtheilen. Auf einigen Schießständen durfte keine Büchse schwerer wie

Pfd. mitschießen, auf anderen waren nur Brillen, auf andern wieder Schießgläser, auf andern keine Schat-

licher Bewilligung alles, was auf den Taback der Vor­zeit 1851 Bezug hat.

3n einem Käfig links erblickt man einen alten Jm- porteur. Hart daneben st.cht ausgestopft der erste Horn­drechsler und Pfeifenfabrikant. Unter Glas mit einem feinen Gitter darüber sieht man einige halbe und ganze nutzend ächter Cigarren. Ein Viertelhundert Regatta wird gegen ein besonderes Entree in einem getrennten Zimmer gezeigt unb durch ein Glas gesehen. Allge- mcme Aufmerksamkeit erregen die Holzpflöcke aus einer â Vannas. Draußen auf dem Erercierplatz sind zwei Bataillone Ta backsschnü f fcI, welche aus brod- loseu ehemaligen Tabacköhändlcrn gebildet sind mit mllitäriichen Evolationen beschäftigt.

Das Aussehen der Stadt hat sich sonst noch we­sentlich verändert.

Eine Menge Wirthshäuser ist cingegangen, weil in ihnen heimlich ächter Taback geraucht worden ist und ihnen die Concession entzogen werden mußte.

An ihre Stelle sind einige prächtige Gebäude getreten, in denen der Regietaback verkauft wird Schon weicht das Volk diesen Bauwerken aus und ber Patriot zerdrückt mit seinem Stiefelabsatz heimlich eine Thräne in seinem Auge.

. , D? Moral hat bereits gelitten. Frauen, die Jahre lang stillschweigend das Nanchen ihrer Männer dulde­ten, haben sich von ihnen getrennt, seit sie Regietaback zu rauchen angefangen. Brautpaare, die seit vielen

teubleche, auf andern keine Diopten gestattet. Die Brille verändert durch das Aufseßen, durch die geringste Verrückung die Lichtstrahlen, also die Visirlinie, man bedachte nicht, daß der Schütze, der sein Auge bewaff. neu muß, gegen den, der mit gesundem Auge schießt, zurücksteht, doppelt aber durch den Gebrauch der ver- änderljchen Brille, man gestattete nicht der Brille (dem Schießglas) einen festen Skändpunkt auf dem Hals der Büchse, noch weniger den Diopten; man wollte gerecht verfahren und befretirte Ungerechtigkeit, man zwang den Schützen, sich mit schlechten Mitteln zu plagen, und hat dadurch in Folge das schlechte Schie­ßen auf den meisten Schießständen priviligirt.

Auf dem Oraniensteiuer Volksfeste hat es sich ge­zeigt, wie sehr diese Kunst noch im Argen liegt, und daß, wenn eine freisinnige Vereinigung nicht angebahnt wird, die Sache im Argen bleibt. Man wendet zwar gewöhnlich ein, der schlechtere Schütze gewinne nichts, wenn man nicht den Zufall regieren lasse, er stumpfe ab, verliere das Vergnügen, allein es stehen andere Mittel zu Gebot, dieß zu umgehen und durch sie Luft zur Vervollkommnung anzuregen.

Die Schützen zwar, denen es nur um einen Aufzug in Uniform, um Prunk und dergleichen Aeußerlichkeiten zu thun ist, werden die Nase rümpfen, allein wie geht es ihnen auch, wenn einmal ein guter Schütze ihr Schießen besucht, entweder müssen sie ihn chikanirèn oder zurückstehen, und der eigentliche Zweck, den sie glänzend vorantragen, Schützenkorps zu bilden, erledigt sich sehr einfach von selbst, dahin, daß sie, wenn es gilt, schlecht schießen. Ich tun überzeugt, viele wackere Schützen theilen diese Ansichten und werden gerne das Ihrige beitragen, den alten Zopf abzuhauen/ besonders in einer Zeit, die täglich Verbesserungen in dieser Waffe anbahnt.

Ich will hier nur allgemeine Grundregeln aufstellen, die dieses Ziel ins Auge fassen, und wenn dieselben Anklang finden, ft kann dieses Blatt als Organ, dienen diese vorläufig zu besprechen, fefizüsiellen, oder einen Ort oder die Art fcstznseßen, wo und wann eine Vereinigung deß­halb stattfiudcu möge. Nur eine Vereinigung kann etwas Reelles leisten. Dem Schüßen muß eS frei stehen, Ver­besserungen in jeder Beziehung an feiner Büchse ' auzu- bringen. Das freie Handschieße» muß aufs allgemeine Schießen die besten Gaben erringen. Die Schützen müssen in 2 Classen, Die besseren unb ungeübteren , sich theilen. Jeder Schütze darf sich beim Schießen an einer Classe beseitigen, die Einlage für alle ist dieselbe. Wie Preiße für die besseren Schützen sind die höheren und werden auf die meisten Ringe in gewisser Schußzahl errungen, die ungeübteren Schützen concurriren auf den besten Schuß, dieselben Bedingungen gelten vom Schießen mit aufae- legtem Rohr.

Diese Art der Organisation schließt sowohl das Streben nach Kunstfertigkeit in sich, wie sie auch dem ungeübteren Schützen Gelegenheit gibt, etwas zu gewinnen. Einem Versprechen gemäß lege ich hier noch einen Entwurf von Statuten eines allaemeincn nassauischen Schützen- vereins bei. In Würtemberg besteht ein allgemeiner Laudks-schutzenverein. Die Statuten habe ich bei dieser Arbeit angezogen. Der wnrtcmbergijche Schützenvereln erhielt im vergangenen Jahre 2500 fl. als greifte zum Austheilen von der Regierung.

I. Zweck des Vereins. §. 1. Zweck des Ver- eins ist Wehrhaftmachung des Mannes zum Schutz des Vaterlandes und Ausbildung der Kunst des Büchseu- schwßens.

II. Aufnahme der Mitglieder. §. 2. Mit- ßlieb samt 3eber werben, der unbescholtenen Rufes ist und das 17te Lebensjahr erreicht hat, einerlei, ob Jn- âr Ausländer, §. 3. Jedes Mitglied bezahlt einen jährlichen Beitrag von 30 fr. und erhalt eine Auf- nahmsin künde. Die Schützen- oder Schüßeugilden eines jeden Kieisbezirks wählen nach Stimmenmehrheit ihren Hauptinaun und Cassirer. Dieser sendet die Beiträge in bie Centralkasse im Januar eines Jahres ein. §. 4.

AG ?7lâ, nur einer Anstellung ettOgenâ Nrunnnigten sich aus einer schwärmerischen Moudfcheiu- promenade.Was rauchst du für eine scheußliche Ci- flaue, mein Orestes?" fragt sieEs ist bie Neu- . tados hbcrswaldia yellow, das Mitte 50 Thaler, meine Tisiphonc!" antwortet er - worauf sich beide stumm trennen. Sie sehen sich nicht wieder.

vsn den philosophischen Schriften der Gelehrten ver­mißt man den norddeutschen Tiefsinn, die Logik darin wird schlotterig; man fängt an, diese Werke für genießt ? A?u halten. I" der Lyrik macht sich wieder Le­bensüberdruß und Europamndigkeit geltend. Von Düs- seldorf geht in der Malerei eine neue Richtung , die

n116e 11 ^ubaâ räucher aus. Auf der Kunstausstellung von 1856 werden sich 799 Gemälde mr W Pilger, Ritter und Engel darge- '?JWU ^rschlechteruug des Tabacks in tiAmige Betlachtungen verloren, theils ferne Rerae theils nahe Pfeifen anstarren. Unter dm SculpLn Avotbeoke ^" Rauch, darstellend die Apotheosevou Prätorius und Brnnzlow, bestimmt für babeÂTÄ dieser sich zu Tode getrauert habenden Fabrikanten.

Auf die Preise der Lebensmittel ist das Monopol nicht ohne Einfluß geblieben. Wirsigkobl, Grünkohl nd Spinat sind nur noch von Reichen zu bezahlen, un i"r Anfertigniig der beffe-

ren Tabackösorten gebraucht werden! Dafür ist die