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Großbritannien.

London, 27. Jan. Nach dem neuesten Ausweise ' des Finanzdepartements deseuropäischen demokratischen Central-Komite's in London hätte die Mazzini'sche Anleihe bisher folgende Summe aufgebracht: Römische Staaten 536,722 Fr.; Neapel und Sizilien 214,341 Fr.; Lombardei und Venedig 516,364 Fr.; kleine ita­lienische Staaten 291,511 Fr.; englischer Klerus 56,807 Fr.; diverse Zeichnungen 84,209 Fr.; in Summa 1,598,974 Fr. Die Theilnahme der eng­lischen Geistlichkeit erklärt man daraus, daß sie in Mazzini einen gefährlichen Gegner der römisch-katho­lischen Kirche und somit einen brauchbaren Bundes­genossen zu sehen glaubt; soll er ihr doch, unter Hin- deutung auf gewisse Erscheinungen in Piemont und Toskana, versprochen haben, Italien zum Protestan­tismus zu führen (?).

DerExaminer" widmet dem General Bem einen ausführlichen Nekrolog.Das bitterste Brot der Ver­bannung" , heißt es darin,kostete Bem in England; er gab für sehr geringes Honorar in London und Oxford Sprachunterricht. Und anet) dieses kleine Einkommen verlor er in Folge einer schmerzhaften Operation, der er sich damals unterziehen mußte. Der (ebenfalls kürz­lich) verstorbene berühmte Dr. Sifton zog ihm eine im Duell erhaltene Kugel aus dem Arm." Wenige Monate, nachdem er in einem Armenspital in London curirt wor­den war, spielte er den Beherrscher Siebenbürgens und nahm die Bittschriften adeliger und reicher englischer Familien in Empfang, die sich für englische Offiziere oder Reisende auf dem Kriegsschauplätze bei ihm und niemals vergeblich -- verwendeten.

* London, 1. Februar. Am Dienstag findet die Eröffnung des Parlaments durch die Königin statt. Die Stelle der Thronrede über die päpstliche Angele­genheit ist laut demAdvertiser" in sehr allgemeinen Ausdrücken gehalten, aller Energie bar und ledig und gewissermaßen bas Gegentheil von dem Briefe Ruffels an den Bischof von Durham. Diese Stelle, auf welche das ganze Land gespannt ist, besteht nur aus zwei bis drei Sätzen über den Entschluß, die Suprematie der Krone gegen fremde Eingriffe schützen und die pro­testantische Kirche vertheidigen zu wollen.

Mepubièk Frankreich

# Paris, 2. Febr. Es ist Sonntag. Tiefe Stille in der Politik, doch desto lebhafter das Treiben in den Salons. Wer wird Minister? Lamartine und Billault oder Barrot mit Faucher ober Fould und Drouyn de Lhuys mit dem größten Theile der jetzigen Commis? An die erste Kombination glauben die nicht, welche diezweite wollen; die dritte, vielleicht die wahr­scheinlichste, verspricht jedenfalls wenig Dauer. Die Haupttagesfrage ist aber nicht das Kabinet, sondern die Dotation. Die Vorlage findet statt, aber wann, scheint Lonis Bonaparte selbst noch nicht zu wissen. Er zaubert, nicht weil er die Verwerfung fürchtet, sondern weil er noch nicht gewiß ist, ob er alsdann keine Niederlage bei der Nationalsubskription erleiden würde. Wer könnte die Millionen schenken, wenn nicht die reiche Bourgeoisie? Diese aber war bisher royalistisch: ist ihre neueste Bekehrung gründlich ge­nug oder vielleicht nicht gar zu gründlich, d. h. sozi­alistisch? Das ist die schwierige Frage. Dazu kommen die Bedenken wegen der Stürme, ohne welche die Debatten über Revision des Wahlgesetzes v 3. Mai, über den Crctou'fchen Antrag wegen Zurückberufung der vorbenannten Prinzen, über das Mairiegesctz u. s. w. schwerlich abgeben; dazu kommt endlich das immer unverkennbarer hervortretende Erwachen des Nationvl- geistes, welcher des ekeln Treibens der Verschwörer gegen die Verfassung müde ist. Am 11. findet die Er­neuerung der Bureaux der National-Versammlnng statt. Die Minorität der 286 will für Ba röche, ine ropalifufdie Fraktion der Majorität für Changaruier stimmen; Dupin ist jenen als jetziger Feind des Präsidenten, diesen als

lande Siebenbürgen aufgehoben und statt der bisheri­gen fünf siebeubürgischen Gränzregimeotex eine gleiche : Zahl Linienregimentcr, und zwar vier Linieninfanterie- und ein Husarciiregiment , errichtet werden.

* Schwerin, 29. Januar. DieMecklenb. Ztg." meldet, daß schon in den nächsten Tagen österreichische Vorposten bis in die Gegend von Schwerin rücken werden, und die Truppenzahl der Landesbesetzuug an Infanterie, Artillerie und Cavattcrie sich aus circa 4000 Mann belaufen soll.

* Schleswig-Holstein. Auf 1. Februar war die Abreise der Generäle von Mensdorss und Thümeu von Hamburg zur Uebernahme der holsteinischen Rc- ; gicruug festgesetzt. Laut demHamb. Cor." soll man ; sich jetzt darüber verständigt haben, daß die emittirten schleöwig - holsteinschen Kassenscheine anzuerkennen sind, wie sie denn bis auf den heutigen Tag im Schleswig- schen zum vollen Werthe circuliren. Anderseits sollen den Offizieren der schleswig-holsteinschen Armee, welche um ihren Abschied nachsuchen, die bestimmten Pensio­nen zugestanden werden. Dagegen war die Bildung eines Ministeriums in diesen Tagen noch nicht gelungen, so wie über die Gemeinsamkeit der Administration in Betreff beider Herzogthümer noch verhandelt werden soll. Man will dänischerseits, wie es verlautet, die Departemcntschefs zu bloßen Bureauchefs machen, wäh­rend die in den öffentkichen Blättern designirten Män­ner sich zu Expedienten einer unbeschränkten, unver­antwortlichen Negierung nicht hergeben können noch wollen. Daß der General V. Bardensieth nicht an die Spitze unseres schleswig-holsteinischen Heeres, so wie es noch eristirt, tritt, sondern daß ein öster­reichischer General den Oberbefehl übernehmen wird, scheint nicht unwahrscheinlich. Indessen werden, wie es heißt, auf dem Kieler Schlosse Vorkehrungen zum Empfang der Gommfffäre getroffen, d. h. die Locali- tâten, welche von der vertagten ersten ordentlichen schleswig-holsteinschen Landesversammlung benutzt wor­den sind, werden zur Aufnahme der neuen Beherrscher in Ordnung gesetzt. Wird die neue Negierung ihre Departemcntschefs nicht bald finden, so könnte es leicht kommen, daß, so wie man den Statthalter, Grafen v. Reventlou, kennt, er mit einer Proklamation sein Amt niederlegen wird, und daß dann ein neuer Zwi- schenzustand vor dem Provisorium noch eintreten könnte. Von dänischer Seite ist in der Stadt Schleswig fast nichts verändert. Die Schleswiger, welche in diesen Tagen nach Schleswig zurückkehren wollten, sind von den Dänen mit der Aeußerung zurückgewiesen, daß wenn die Insurgenten auch die Waffen niedergelegt hatten, sie dieses nicht gethan hätten, und ihre Posten behaupten würden, deßhalb würden sie auch niemanden durchlaffen.

* Altona, 2. Februar. DerAltonaer Merkur" enthält heute eine amtliche Ansprache der Statthalter­schaft, worin dieselbe erklärt, sie habe die ihr von der Centralgewalt Deutschlands übertragene Gewalt in die Hände der Kommissarien des deutschen Bundes niedergelegt.Der deutsche Bund", heißt es dann wörtlich,will das Recht und die Interessen des Lan­des und das altherkömmliche berechtigte Verhältniß zwischen Holstein und Schleswig schützen und, nach festgestelltem Verhältniß, das Land in die Hände un­seres rechtmäßigen Landesherrn zurückgeben. Eben dieses Ziel habcn wir seit dem Beginn des ! Kampfes zu erreichen gestrebt." Die Herren Reventlou, Boysen, Francke rc., welche dies schmachvolle Aktenstück unterzeichneten, hätten, wenn die jetzige Lösung ihr Ziel war, besser am Lande gehandelt, wenn sie ; beim Beginn des Kampfes dies so offen erklärt hätten ; wie jetzt, wo sic allerdings ihr Ziel erreicht haben. Zugleich enthält derAlt. Merk." die Entlassung der Departemcntschefs Francke, de Fontcnay, Nehof, Boysen und Krohn. Das also ist das klägliche Ende dieser Menschen.

zu schwach und thatenlos nicht genügend! Das Elysee sucht sich dagegen Cavaignac und seine Freunde mehr und mehr zu verbinden; es heißt, daß mehre Präfek­turen und Untirpräfekturen mit gemäßigten Republikanern besetzt werden sollen.

Amtliche Nachrichten. Gesetz.

(Den Feldfrevel betreffent.) (Fortsetzung.)

8. 7. Bei Bestrafung eines Felddiebstahls, bei welchem mehrere gemeinschaftlich gehandelt haben (Kon­sortium), wird die Strafe eines Jeden nach Maßgabe des ganzen Schabens bestimmt, und nicht berücksichtigt, ob eine gleiche oder ungleiche Vertheilung bes Gestoh­lenen nnter den Thätern stattgefunden hat. Ein sol­ches Konsortium ist vorhanden, wenn Einer oder Meh­rere einen Andern in Begehung des Frevels durch körperliche Mitwirkung z. B. durch gemeinschaftliches Abhauen, Absägen, Wegschaffen, Wachausstellen rc. unterstützen. Eltern oder Pflegeellern, welche ihre schul­pflichtigen ober unzurechnungsfähigen Kinder zur Be­gehung von Felddiebstählen veranlassen, oder sich der nachfolgenden Theilnahme oder Begünstigung an von diesen begangenen Felcdiebstählen schuldig machen, wer­den stets ebenso bestraft und bei Beurtheilung wiedec- Holter Felddiebstähle ebenso behandelt, als batten sie jene Vergehen selbst begangen. Als der Theilnahme ober der Begünstigung schuldig werden die Eltern oder Pflezeeltern namentlich in den Fällen angesehen, wenn sie aus den von ihren Kindern oder Pflegekindern be­gangenen Felddiebstählen Vortheil gezogen haben, oder wenn die entwendeten Gegenstände in ihre Gebäude oder Hofberinge gebracht worden ssnd, und sie nicht nachweisen können, daß dieses ohne ihr Wissen ge­schehen ist. Von Felddiebstählen, welche Kinder oder Pflegekinder in Gegenwart ihrer Eltern oder Pflege­eltern begehen, wird angenommen, daß sie von diesen veranlaßt worden sind.

§. 8. Außer der Strafe muß der Felddieb die Un« tersuchungskosten, den tarirten Werth des Entwendeten und die Kosten der Abschätzung, beides letztere nicht nur rücksichtlich der von ihm,' sondern auch der bis dahin früher in der nämlichen Gemarkung durch Feld­diebstahl entwendeten Sachen, wo der Thäter unent- deckt geblieben oder zahlungsunvermögend ist, nach Maßgabe der unten in §. 41 enthaltenen Bestimmungen, vorbehältlich des Rückgriffs, bezahlen.

H. Felbbeschäbignngen.

§ 9. Feldbeichädignng heißt jede Handlung, wo­durch der Eigenthümer einer im Feldschutze stehenden Sache an derselben von einem Andern beeinträchtig! wird, ohne baß dabei von Seiten vesTbäters die die­bische Besitzergreifung fremden Eigenthums erfolgt ist. _ §. 10. Beispiele von Feldbeschädigungen sind also: Schälen, Ausreißen, Zerschneiden der Bäume und Propf- reiser, Zerstörung und Verderben der Hegen und Mauern, die zur Einfriedigung dienen, Umwerfen und Beschä­digung der Grenz-, Gewann- und Furchensteine, des­gleichen der Warnungsstöcke und Zeichen, welche für landwirthschaftliche Zwecke gesetzt sind, Ueberpilügen auf fremden ^Grundstücken, Schäden, die durch Gehen, Reiten oder Fahren über fremde Grundstücke, besonders bei nassem Boden oder vor der Erndte, auch durch Menden mit dem Pfluge oder der Egge auf dem an­stoßenden besaamten oder bepflanzten Acker geschehen, Beschädigung der zur Wiesenwässerung bienenden An­lagen, der Feldbrunnen, der Pflüge, Eggen, überhaupt der Feld- und Gartengeräthschaften, Ausschütten oder Werfen der Steine und des Unkrauts auf fremde Aek- ker und Gärten, Beschädigung durch unvorsichtiges Feueranlegen auf eigenthümlichen oder fremden Grund­stücken, Beschädigung durch Eintreiben von Vieh, um solches weiden zu lassen, oder dadurch, daß demselben das Umherlaufcn gestattet wird.

Verhandlungen mit einer Ansprache an die hiezu ver- sammclte Bürgerschaft, welche mit sichtbar gutem Ein­druck von den empfangenen Ermahnungen und Warn­ungen bas Nathhaus verließ.

Frankfurt, 3. Februar. (O.-P.-A.-Ztg.) Gestern wurde hier eine seltene Himmelserschcinung beobachtet, nämlich Nebelsounen. Am Nachmittag, um 3 Uhr, bei zum Theil leicht bewölktem Himmel, zeigte sich eine solche links, östlich von der Sonne, etwa 20 Grad von ihr entfernt: eine nicht scharf abgegrenzte länglich­runde Gestalt, gelblich, an der der Sonne zugckehrten Seite roth. Dies bauerte etwa eine Viertelstunde. Gegen 33/4 Uhr war eine, ähnliche, nur noch schöner, und mit noch deutlicher ausgesprochenen Regenbogen­farben, rechts oder westlich von der Sonne zu sehen; einige Minuten lang auch ein fast vollständiger Hof um die Sonne (Sonnen-Halo), an dessen westlichem Staube die Nebensonne stand. Diese erhielt sich, auch nachdem der Hof verschwunden war, noch eine gute halbe Stunde lang, bis auch sie aUmählig unsichtbar wurde.

Im Städel'schen Museum zu Frankfurt zieht gegenwärtig eine Reihe von Bildern, deren Interesse mehr in ihrem ethnographischen als in ihrem künst­lerischen Werth, mehr in ihrem Gegenstände als in ihrer Ausführung beruht, die Aufmerksamkeit der Be­

suchenden auf sich. Es sind Darstellungen aus dem Leben und Treiben der Haffern und Hottentotten, welche uns über die physischen und moralischen Eigenschaften dieser sonderbaren Stämme genauer und gründlicher unterrichten als bogenlange Schilderungen in Neisebe- fAbreibungen und geographischen Lehrbüchern. Die Darstellungen sind nach der Angenschau von F. J'Ons in Grahams-Town (Capland) entworfen und gemalt, und nicht ohne jenen lebendigen Sinn für Charakter- eigenthümlichkeiten, jene Naturwahrheit und jene Sorg­falt in ber. Ausführung des Details, wie sie ein Erb- thcil der holländischen Genremalerei sind. In der Fär­bung freilich etwas unvermittelt und selbst grell, in der Zeichnung ziemlich hart, sind sie doch in Anord­nung und Auffassung nicht ganz eines gewissen künst­lerischen Sinnes bar , ohne welchen bei der enormen Häßlichkeit und Thierähnlichkeit der Stämme, deren zum Theil bezeichnendste Exemplare hier dem Beschauer .vorgefübrt werden, diese Darstellungen nur ab­schreckend und abstoßend wirken würden. Ohne Zwei­fel gibt es bei Hogarth Darstellungen viel gemeineren und widerwärtigern Charakters. Bei F. J'Ons spielt die Elite der südaWaiiksche», bei Hogarth der Abschaum der europäischen Menschheit die Hauptrolle, und welche von beiden moralisch häßlicher ist, darüber dürfte wohl saunt ein Zweifel sein. Das Städelffche Mu­seum hat außer den zum Theil köstlichen Bildern und Zeichnlingeil aus der Gemäldegallerie des früheren Kö­

nigs von Holland, neuerdings mehrere Aquarell-Land­schaften von Noltmann (Ansichten von Athen, von Syra mit den heißen Quellen,'aus dem Innthal) er­worben, die viel mehr Aufmerksamkeit verdienen, als ihnen zu Theil zu werden scheint, während eine aller- i dings glänzende und dlirch Transparent ausgezeichnete Ansicht von Gibraltar, von Friß Bamberger, aller Blicke auf sich zieht.

Es gibt in Rußland eigcnds für den Adel bestimmte Hospitäler. Die ofpü-'Ue Pvlizcizcituug von St. Pettls- burg enthält eine Verfügung, wonach in Folge der Ab- schlicßnug Les Hospitals für Edelleute , welches sich in W Nähe der Himmelfahrthskirchc befand, in dem'Hospital der Kirche Obrnkhnff ein Spezialetabliffment für adelige Kranke eröffnet werden wird, welches 56 Betten ent- - halten soll. Diese strenge Sonderung wird auch in Be­treff der Galgen beobachtet.

Die Zahl der in den Vereinigten Staaten in dem mit 1850 verflossenen zweiten Vicrtcljahrhundert er­bauten Dampfer beträgt laut den so eben veröffent­lichten Handels- und Schifffahrtsansweisen der Union 2492, wovon zwei Drittel im Westen, ein Sechstel im Ohio gebaut worden sind. Unter den Plätzen kommt die größte Zahl der Bauten auf Pittsburg.'