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Angeklagten zu ifönf Jahren Festungssirase zweiten Grades verurtheilt habe. Davids, ein unbe­scholtener und in weiten Kreisen geachteter Mann, war angeklagt wegen einiger imVolk" abgedruckten Anf- sätze!! Das Urtheil reiht sich^in Betreff der schroffen Härte dem über Lerow gefällten Urtheil würdig an.

dkepadlik Frankreich

$ Paris, 8. Januar. Abends. Die Kabinets» krists dauert fort, der Stand der Dinge wird von Stunde zu Stunde bedenklicher. Nicht getragen von der öffentlichen Meinung, deren Gunst längst die Ma­jorität verscherzt hat, bot die National-Versammlung die Hand zur Vereinbarung, und der Präsident, der die Dotation glicht entbehren kann, ohne in die äu­ßerste Geldnoth zu gerathen, schien gleichfalls gelinde Saiten aufspannen zu wollen. So stand die «Lache gestern. Hente?steht Alles anders. Den ganzen Nach­mittag hindurch" hatte Louis Bonaparte Berathungen mit sieben Hauptführtrn der Majorität, darunter selbst Dupin und Montalembert. Der Präsident zeigte sich unbeugsam im Punkte der Entfernung Changarniers; fr soll erklärt haben, daß er sich einen der Majorität genehmen Nachfolger, selbst Cavâignac, gefallen laßen wolle, nur Changarnier müße fort. In diesem Au­genblicke ist wieder Billault mit einem Theile des alten Kabinets im Elysee. Wer wagt es, Rittersmann oder- Knapp zu tauchen in diesen Schlund! Wer wird das Dekret zu Changarniers Absetzung ausznfertigen unternehmen und was wird Changarnier thun? Das ist jetzt die Haupt­frage. Im Elysee haben sich laut derPatrie" mehre Ossiziere prâsentirt, welche gleichfalls anssagen zu kön­nen erklärten, daß sie die famosen Instruktionen ge­sehen hätten. Der Oberbesehlshe.ver ist somit als Mi­litärdespot und Lügner hingestellt. Die Linke der National-Versammlung ist nicht abgeneigt, den Präsiden- ; ten in diesem Zwiste zu unterstützen. Darüber ist die 1 Ordnungspartei wüthend , doch gewiß mit Unrecht. ' Denn mit einem so kompromittirten Manne jetzt noch gemeinschaftliche Sache machen, kann nur eine Par­tei, die aller Scham keck zu trotzen wagt. Die Furcht zwischen der Majorität UNV dem Elysee ist sogroß, daß in dem Vorsaale der National-Versammlung ein Batail­lon und im Elysee sogar zwei Bataillone die ganze verwichcne Nacht bivouakiren mußten! Der! Zwölfmännerausschuß unter Broglie's Vorsitze ! tagte gestern und heute, ohne zu einem Entschluße zu gelangen: den meisten Muth zu einem energischen ' Schritte gegen das Elysee zeigen die Legitimisten; die übrigen Mitglieder der Majorität kommen zu nichts. An der Börse gleichfalls panischer Schrecken und eben deßhals die wahnsinnigsten Anstrengungen von allen Seiten, die Baissiers zu schrecken und die Hausse zu halten. 3p@L 56, 85 (Hauffe 10 6.); 5pCt. 94, 75 wie gestern. Es hieß, die Majorität sei so erschreckt über die wachsende Krisis, daß sie um jeden Preis sich

mit dem Präsidenten vereinbaren und ihn um Beibe­haltung der alten Minister ersuchen werde. Auch das spanische Kabinet liegt in schweren Wehen. Aus Italien nur dumpfe Gerüchte!

Amerika.

Der am 6. Januar in Liverpool angekommene DampferAmerika" hat Nachrichten aus New-Aork bis zum 27. Dez. gebracht. Die Verhaftung und das Verhör eines Negers, Namens Henry Long, welcher beschuldigt wurde, ein entlaufener Sclave zu sein, hatte große Aufregung he: vor,gebracht, obgleich sich keine Neigung kund gab, der Ausführung des Gesetzes Wi­derstand entgegen zu setzen. Bei Abgang des Dampfers war der Fall noch unentschieden. Zwischen d em Cab in et dèr Vereinigten Staaten und dem österreichischen Geschäftsträger war es zu Erörterungen über die Haltung der ainerika- nischen Negierung in Bezug auf die Angele­genheiten Ungarns gekommen. Eine bedeu­tende Meinungs - Verschiedenheit hatte sich bei dieser Gelegenheit herausgestellt, indem der Staats-Secretär für die Politik der Erekutiv-Gewalt in die Schranken getreten war.

Der Rausche Prozeß.

* In wenigen Tagen beginnt vor dem Rottweil- schen Schwurgerichte der große politische Prozeß, dessen Verhandlungen nicht blos Württemberg mit der gespann­testen Aufmerksamkeit folgen wird. Die Vorbereitun­gen zu demselben sind getroffen, wozu hinlänglich Zeit vorhanden war. Links neben dem Oberamtsgerichts­gefängniß in Nottweil sieht man ein Haus, das frü­her eine freie Aussicht auf eine Hauptstraße der Stadt gewährte, nun aber dem Beschauer dermaßen blockirte Kreuzstöcke weist,^daß derBeobachter" neulich meinte, die Bewohner desselben würden die frische Luft wie durch eine Mundharmonika in sich ziehen müssen. DaS wird eine geraume Zeit hindurch die Wohnung des seit dem September 1848 auf Hbhenasperg in Untersuchungs­haft gefangenen G. Rau und seiner Schicksalgenossen sein.

Als Einleitung schickt das in Heilbronn erscheinende Neckar-Dampfschiff" bereits folgende Notizen über den Hauptangektagten voraus:

G. Rau ist ein Mann in den Dreißigen, der durch seine äußere Erscheinung, durch seinen gutmüthi­gen, auch im Kerker nicht geknickten Humor auf jeden, der in Berührung mit ihm komm», einen freundlichen, unvergeßlichen Eindruck macht. Wer in den letzten . zwei Jahren das Vergnügen gehabt hat, eine Luftver­änderung auf dem Asperge zu genießen, der hat wohl manchmal, vorausgesetzt, daß er nicht selbst hinter Schloß und Riegel saß, durch die Töne einer Guitarre

angezogen, nach einem Dachfenster aufgeschaut nah"an dem Giebel des Arrestantenbaues gegen den Schubarts- thurm zu. Hinter dem Eisengitter konnte er alsdann den gefangenen Ran erblicken, wie derselbe bei geöff­netem Fenster die heiteren Lieder in die freie Abend­luft hinaussang Rau ist ein ächt schwäbischer Cha. rakter. Auch der dem Gemüth des schwäbischen Volks- stamms besonders eigenthümliche religiöse Grundton ist bei ihm von jeher sehr markirt, wiewohl fern von allem Pietismus, hervorgetreten. Dazu besitzt er eine nicht gewöhnliche volksthümliche Beredtsamkeit. Seine ganze Bildung verdankt er zumeist sich selbst. Gebürtig aus einem Dorfe am Fuße des Heuberges, einer der ärm­sten Gegenden des Landes, war er von der frühesten Jugend an wohl vertraut mit der Noth und den Lei­den des Volkes, und als er später nach Erlernung der Kaufmannschaft durch sein vielseitiges Talent, durch Fleiß nud Glück sich eine höchst günstige Stellung im bürgerlichen Leben errungen hatte, so wurde er kein herzloser Geizhals, wie es bei so Vielen der Fall, die aus dürftigen Verhältnissen sich emporschwingen, son­dern er blieb stets ein theilnehmender Freund des ar­men Volkes und bewies dies namentlich in den Theu- rungsjahren, wo er als .Besitzer von einer ausge­dehnten Glasfabrik, ein paar Gastwirthschaften und einer Landwirthschaft in Gaildorf seinen vielen Arbei­tern keineswegs mit der steigenden Theurung das Brod entzog, sondern unter eigenen empfindlichen Verlusten die Arbeiten fortsetzte. Unter den für die Geschäfte höchst ungünstigen Zeitumständen verlor er aber als­dann sein bedeutendes Vermögen wieder."

Soviel über Rau als Privatmann. Wir schließen nach derselben Quelle folgende, amtliche Aktenstücke, welche Rottweiler Blätter bringen, an:

Die Angeklagten in diesemWrozeffe sind: Rau Göttle, Mager, Held, Spreng, Hutzel, Moser, Bollin­ger, Jegglin, Lang, Mühlhäuser, Werner, Köhler, Mül­ler Eralh, v. Beulwitz und Kapff.

(Fortsetzung folgt.)

Geld-Sorten

nach dem Frankfurter Cours »ont 9. Januar 1851.

Neue LvuiSd'vr . . Pistolen . . . . ditto Preuß. . . HoN. 10 fl. Stücke Raud - Ducateu . .

20 Franken stücke Gngl. Sovereigns . Gold al Marco Preuß. Thaler . . 5 Franken-Thaler . Hochhaltig Silber .

fl.

fr.

10

58

9

26%

9

55

9

37

34

9

20

11

37

374

1

45

2

20%

24

27

B e k a 11 11 t ui st ch u n g e ii.

(85) D e e r e t.

Das Schuldenwesen des Philipp Fuhr von Reckenroth betr.

Fase. 1.

Einleitung des ConcurseS.

Da durch Urtheil Herzoglichen Justizamts vom 15. October l. J. dcrConcurs über das Vermögen deS Philipp Fuhr von Reckenroth rechtskräftig erkannt worden ist, so werden alle diejenigen Gläubiger, welche dingliche oder persönl che Rechte an der Masse geltend ma­chen wollen, ausgefordert, diese dahier

Donnerstag den 23. Januar 1851,

Morgens 8 Uhr, geltend zu machen, bei Vermeidung des von selbst eintretenden Ausschlusses von der vor­handenen Masse.

Nastätten, den 18. December 1850.

Herzog! Nass. Justizamt.

Müller.

Sonntag den 12. Januar

w Bockbier im ^essentieller

per Schoppen 12 Heller. cs» Steinkohlen für deren Gute garantirt wird, stab nach preu­ßischem Scheffelmalter bet uns aus dem Ma­gazine in Biebrich zu denselben billigen Preisen wie seither an den Schiffen zu de- ziehen, ebenso liefern wir dieselben, nach hic- siam Maaße, aus dem Magazme hier zu billigen Preisen bis in sie Wohnungen.

Wiesbaden, den 3. Januar 1851.

Gebr. Site ex.

(22) Von heute an können Bestellungen auf schönes, buchenes Scheitholz in Klafter, balde und viertel, buchene Wellen bei Kauf, mann </»* tiemura gemacht werden.

(3D Erklärung.

Es sind Gerüchte aus mir bekaunten Quel­len auSgestreut worden, als hatte ich mich bei dein bekanulen Uedcrlrilt des größten Theiles der Gemeinde Gemünden zum alten Luther­thum beteiligt; so lächerlich wie mir dieses erscheint, so sehe ich mich doch veranlaßt zu erklarcu, daß tey mich insofern beiheiligt habe, wenn man dieses eine Betheiligung nennen kann, daß ich den Herrn Pfarrer Brunn in mein Haus als Verwandten meiner Frau aus­genommen habe, welches bisher sowohl bei Verwandten, als auch guten Freunden ge­schehen ist und ferner geschehen wird. Auch habe ich Vorträgen der lutherischen geistlichen Herren beigewohnt und werde ihnen ferner beiwohnen, welche mich sehr erbaut haben. Die Beweggründe, warum der Uebertritt in Gemünden stattfand, werden Denjenigen, welche sie hervorgerufen haben und ausstreuten, ich fei übergetreten, auch Manches zum Nachtheil der lutherischen Gemeinde verbreiteten, woran kein wahres Wort ist und Vorfälle auf die grasseste Weise entstellten, wohl bekannt sein, ich will sie daher nicht erörtern. Dleses meine erste und letzte Erklärung.

Gemünder-Hammer, den 7. Januar 1851.

F. Otto.

(38) Bei M. Schlüpfer in Herisau ist erschienen und in der H. W. Ritter 'schen Buchhandlung in Wiesbaden vorrâihi^ : Vollständige Anweisung wie man sich vor seinen Gläubigern Ruhe verschaffen kann.

Ein Hülfsbüchlein tut Alle, welche Schulden haben und dieselben nicht sogleich bezahlen können.

Nebst einem dazu passenden Briefsteller.

Einstehergesueh.

. (6) GS wirb für einen Militärpflichtigen vom Jahr 1849, welcher noch nicht dienen mußte und em hohes Nummer besitzt, ein Ein­steher gesucht. Näheres die Erpedilion d. Bl.

Verantwortlicher Herauf

l«ber und Verleger E. Ritter. Druck der 4. Ritter'schen Buchdruckerei.

Mühlen - Sertans.

(30) Die Mahlmühle des F. Fischer zu Weiskirchen mit 2 vorzüglichen Mahlgängen, 20 Fuß Wasserfall - eine ganz neu erbaute Scheuer mit 2 Tennen, zwei großen gewölb­ten Kellern und neue Stallung ist abtheilungs- halber zu verkaufen; auch können 10 bis 40 Morgen Aecker und Wiesen dazu gegeben wer­den. Kauflustige wollen sich an F. Fischer oder Bürgermeister Diehl in Weißkirchen binnen 14 Tagen wenden.

Lichtbilder auf Papier,

Kirchgaffe Nro. 31 zu Wiesbaden (936)

Wiesbadener Theater.

Abonnement suspendu.

Sonntag den 1 2. Zanuar 1851 Zum erstenmal wiederholt:

Der Prophet, große Oper in 5 Acten von Scribe, übersetzt von Rellstab. Musik von J'leyerbeer.

Mit neuen Dekorationen und Costüms.

(32) Bei der Eineuerung der Gemeinderäthe im Lande machen wir auf die

Instruction für die Bürgermeister und die

Mitglieder des Gemeinderathes im Herzogthum Nassau

aufmerksam, sowohl für die Neugewählten, wie für die Wähler selbst, um stets zu wissen, was von den Männern ihres Vertrauens erwartet und verlangt werden kann, darf und muß. Preis 12 fr.

Wiesbaden. H. W. Ritter'sche Buchhandlung.

(1496) Mehrere ausgediente Soldaten suchen Einstand zu machen. Zu erfragen bei Phil. Mich. Lang zu Wiesbaden, Langgaffe Nro. 3.

In der H. W. Ritter'schen Buchhaud hing in Wiesbaden ist wieder vorräthig: Katechismu) der christlichen BeeKmrft -ReZigioZr.

Bearbeitet von Heribert Rau, Pfarrer.

(29) In einer Apotheke des HerzogthumS Nassau wird ein Gehülfe gesucht, der gleich eintreten kann Wo? sagt die Erp cd. d. Bl.