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des befreiten Volks auszusetzen. Eine solche Stellung zwingt Herrn Louis Bonaparte Frankreich gegenüber von Abscheulichkeiten einzunehmen, die die Welt zu Atheisten machen würden, wenn Gott sammtverbindlich für seine Priester wäre. Herr Louis Bonaparte setzt die Unterschrift Frankreichs unter das Urtheil, welches die Menschlichkeit verdammt. Wir leihen unser Schwert dem Kardinal Antonelli, um das Evangelium zu preisen, und wir helfen den Priestern Christi, den Gedanken Christi ans Kreuz zu schlagen!"

In Havre sind wieder 24 polnische Flüchtlinge auf Kosten der Regierung nach Amerika eingeschisst worden. Jeder von ihnen erhält bei der Landung in New-Mork oder Philadelphia (sie können den Hafen wählen) 25 Franken von der Regierung. Die pol­nische Wohlthätigkeits - Gesellschaft hat jedem tiefer Flüchtlinge Kleidungsstücke im Werthe von circa 50 Fr. einhändigen lassen. Im Oktober sind 75 polnische Flüchtlinge auf dieselbe Weise nach Amerika erpedirt worden.

* Paris, 5. Januar. Der Umstand, daß der Moniteur" noch strenges Stillschweigen über die Kabinetskrisis beobachtet, bestärkt in der Vermuthung, daß der Präsident selbst fürchtet , keine Männer für ein neues Ministerium zu finden, so daß es leicht beim Alten oder bei einer theilweisen Veränderung sein Be­wenden haben dürfte. Die Ansichten durchkreuzen sich sehr: Bleiben, theilweise Umgestaltung, ein Kabinet der Linken, ein reines Elyseekabinet, Rückkehr d'Hautpouls, Alles und Nichts wird geglaubt, denn bei Louis Bonaparte ist Alles möglich. Elysee und National- Versammlung zeihen sich gegenseitig der Ränke und Umtriebe; Thatsache ist, daß die National-Versamm- lung das jetzige Kabinet um jeden Preis los sein will. In, der Jnstruktionsgeschichte setzt sich gleichfalls diese Stimmung fort. In derPatrie" veröffentlicht Ge­neral Reibel den vollständigen Tert; dieDebats" setzte ihm ein anderes Dokument entgegen, das Cyan­garnier und Perrot unterzeichneten; wer ist der In­trigant? Cs ist gewiß, daß das Elysee Changarnier um jeden Preis stürzen wollte, deshalb scheint gegen denselben eine Intrigue gesponnen zu sein; daß Chan­garnier aber darum ganz rein sei, behaupten wir eben so wenig.

I t a l i e ».

Die in der Schweiz erscheinendeItalia del Popolo" veröffentlicht in ihrer letzten Nummer einen Brief Mazzini's an den Präsidenten der französischen Re, publik. Wir entnehmen dem Schreiben einige Stellen über die römischen Zustände.Sie sprechen, mein Herr," heißt es darin,von der römischen Freiheit." (Maz­zini spielt auf die Botschaft des 12. Nov. 1850 an). Aber von welcher Freiheit? Ist es die individuelle Freiheit? Ist es die Freiheit der Presse, der Associa­tion , der Wortes, des Votums, des Unterrichts, von einer Bürgergergarde, von einer unabsetzbaren Volks- Vertretung beschützt?... Die römische Freiheit, ich werde für Frankreich, das so,schnell vergißt, wohlbekannte Dinge wieder vor sein Gedächtniß rufen die römi­sche Freiheit ist die permanente Auflösung der Bür­gergarde, ungeachtet des Dccrets vom 6. Juli, welches von den französischen Behörden erlassen wurde und dessen zweiter Artikel die sofortige Reorganisation auf den früheren Grundlagen anordnet; sie ist das Verbot aller Vereine und jeder politischen Verbindung; sie ist die Konfiskation einer jeden Waffe, die den ehrlichen Bürger ohne Vertheidigung dem Diebe und dem Räu­ber gegenüber läßt; sie ist die Unterdrückung aller Jour­nale, mit Ausnahme der der Negierung; sie ist die trotz Ihrer Versprechungen eingesetzte Commission, um die angeblichen Attentate zu untersuchen, die man ge­gen die Religion und ihre Diener unter der republika­nischen Regierung begangen hat; sie ist die Verordnung vom 3. Sept., der zufolge jede Druckerei unter der Androhung von Gefängniß- und Geldstrafen eine ge­naue Note über ihre Buchstaben und Arbeiter geben muß; sie ist die Censur-Commission gegen alle Beamten der Republik, ihre fast allgemeine Absetzung und das Elend von beinahe 700 Familien. Die römische Frei­heit ist die Zerstreuung der Armee und das Erst fast aller Officiere; sie ist die Absetzung aller Lehrer, die

i Wiederanstellung aller Sbirren, aller Männer der Re­action und der Hefe der Creaturen Gregor's XVI.; sie ist der Wiederherstellung des Vikariats und der In­quisition. Die römische Freiheit ist das Papiergeld, welches auf Befehl der päpstlichen Regierung nach Be­zahlung aller Besoldungen, Pensionen rc. auf 65 redu- cirt wurde. . . ! Die römische Freiheit ist eine Amne­stie, welche die Mitglieder der provisorischen Regierung, das Triumvirat, alle Minister, die Volks-Repräsentanten, die Provincial-Präfecten, die Befehlshaber militärischer Corps, die Amnestirten von 1848, vie Antheil an den letzten Ereignissen genommen, ausschließt; sie ist ein motu proprio, welches, das von 1848 umstoßend, den Despotismus mit einer von dem Papste aus drei­fachen, von den Provinzialräthen bargereichten Listen auSgewâhlten Consulta wieder herfteUt; sie ist eine Einrichtung von Provinzialräthen, deren Mitglieder von dem Papste gewählt werden, die 30 Jahre alt sein, ein Domicil von 10 Jahren in der Provinz, für 32,000 Franken Güter und eine als gnt aner­kannte politische und religiöse Aufführung haben müssen; ihre Versammlungen können noch nach dem Gutdünken der Regierung aufgelöst werden. Die römische Frei­heit ist eine fortwährende Verfolgung; es sind die neuen Kerker, die der Engelsburg, der heiligen Inquisition und Termini's, voll von Männern, als verdächtig ihren Familien entrissen, und welche ohne Prozeß un­ter Dieben und Mördern verfaulen, so lange es der Regierung gefällt oder bis der Tov sie befreit. Es sind die wegen ihrer republikanischen Gesinnungen be­kannten Männer, welche den Beleidigungen, den Dol­chen der zu Herren des Staates gewordenen Sbirren bezeichnet werden. . . . Das ist, mein Herr, die Frei­heit, die wahre römische Freiheit, die Frucht Ihrer. Waffen, die das von Ihnen restaurirte offizielle Re­gierungs-Journal constatirt hat. Möge man schnell, im Namen Frankreichs, welches wir lieben, die Stelle der Botschaft, welche die Invasion eine rühmliche That nannte, auslöschen, denn seit dem Aufwachen der Völker sind Ruhm und Tugend gleichbedeutend. London, De­zember 1850."

Verschiedenes.

DieNh.-Wests. Ztg." bringt aus Berlin fol­gende Notizen über den Fürsten Schwarzenberg: Fürst Schwarzenberg war bis auf den letzten Augen­blick nicht nur in betreffenden Kreisen, sondern auch im größeren Publikum Gegenstand der gespanntesten Neugierde und Aufmerksamkeit. Da wir öfters ihn verwechseln haben hören, so erlauben wir uns zu be­merken, daß der jetzige österreichische Premier nicht der Sohn, sondern der Neffe des bekannten Feldmarschalls und Diplomaten am französischen Hofe ist. Fürst Schwarzenberg ist der zweite Sohn des Fürsten Joseph, und seine Mutter ist eben so bekannt durch ihre Liebens­würdigkeit, als durch das tragische Ende, welches sie bei dem Feste fand, das ihr Schwager, der damalige außerordentliche Gesandte am französischen Hofe, zur Feier der Vermählung Napoleons mit der öster­reichischen Kaisertochter gab. Der glänzende, aus leichten Stoffen erbaute Ballsaal fing Feuer, und unter vielen anderen Personen fand auch die Fürstin Schwar­zenberg ihren Tod, indem sie aus Sorge um den im Ballsaal befindlichen, aber glücklich geretteten Sohn, den jetzigen Minister-Präsiventen, zurück in den Saal stürzte. Fürst Schwarzenberg ist eine lange, etwas hagere Figur, mit kalten, fast strengen Zügen, und wie uns Personen versicherten, die ihn im Laufe des Sommers gesehen, in jüngster Zeit schnell gealtert. Er soll in besonderer Gunst bei der Erzherzogin Sophie stehen und dies seinen Einfluß sichern. Fürst Schwar­zenberg ist unvermählt und vermögenslos, indem sämmt­liche Grundherrschaften an seinen älteren Bruder über­gegangen sind. Ein jüngerer Bruder von ihm ist der Cardinal-Erzbischof von Prag. Der in Italien be­fehligende Divisionär ist dagegen ein Sohn des be­kannten Feldmarschalls. Der Minister-Präsident war bis zum Jahre 1848 Gesandter in Neapel, wo er manche Abenteuer erlebt haben soll."

Dr. Eisenlohr/ hat minjeine Prophezeihungen wie er sie früher in einem eigenen Schriftchen jährlich niedergelegt hatte, aufgegeben, dagegen in dem von ihm mitbearbkitetenRheinischen Hausfreund" Andeu­tungen nnd für jeden Monat Wetterglasregeln ange­geben. In dem sonst üblichen Aufsatzüber die ver­muthliche Witterung" sagt er: die ErfahruuMzeigt deut­lich, daß die Witterung eines früheren Jahres auf gleiche Weise niemals wiederkehrt, und daher hätten die neueren Astronomen die sogenannte Herrschaft der Planeten für einen alten Kalender-Aberglauben erklärt. Er gibt ferner an, daß im Jahr 1851 die Nech- und Vollmonde auf dieselben Monatstage; wie ;tm Jahr 1794 fallen, und theilt den Verlauf dieses Jahres mit

Einen Begriff von der Großartigkeit ,'des Schiffs­verkehrs auf der Elbe während des abgelaufenen Jahres gibt die nachfolgende Uebersicht: Durch den elektro­magnetischen Telegraphen sind als auf der Elbeßältge- kommeu gemeldet worden: von NordamerikaL55 See­schiffe, Westindien 134, Meriko und Venezuela 48, Bra­silien und La Platastaaten 142, Westküste Amerikals 16, Australien 1, China und Ostindien 33, 'Afrika I und west-afrikanische Inseln, Türkei und Griechenland 35, Italien und Oesterreich 69, Spranien 32, Portugal 35, Frankreich 138, Belgien 71, Holland 266, Großbrit- tanien und Irland 2111, deutsche Nordsee - Msten und Inseln 1025, deutsche Ostsee-Küsten 49, Rußland 23, Schweden und Norwegen 145, Dänemark 73, Grönland 9, Dampfschiffe 572. Es sind also während des Jahres 1850 im Ganzen 5107 Schiffe auf der Elbe angekommeu. Als von Cnrhaven in See gegangen wurden im vorigen Jahre gemeldet 2196 Segelschiffe und 585 Dampfschiffe. Die Zahl der im Laufe des verflossenen Jahres durch den electro - magnetischen Telegraphen besorgten Privatdepeschen auf allen Sta­tionen der Hamburger Curhavener Linie zusammenge- nommen betrug 2386; davon sind 361 von Hamburg nach Bremen und Bremerhaven befördert sind 330 Privatdepeschen auf der diesseitigen Station eènge- gangen.

Der Papst hat bekanntlich Don Pedro Antonio Torres zum Bischof von Carthagena ernannt. Der Präsident der Republik Neugranada hat ein Dekret erlassen, welches die päpstliche Ernennung für nul und nichtig erklärt, weil damit ein Eingriff in die Rechte des Congresses begangen worden fei', dem die Ernen­nung für die erledigten Bischofssitze zustehe. Der Aus­druckVerhalten der Kirche" in der päpstlichen Bulle wird in einer energischen Sprache zurückgewiesen, weil darin eine Unterscheidung zwischen den Bürgern der Republik angedeutet sei, den Vie Gesetzgebung des Lan­des nicht zugestehe. Das Dekret verlangt alsdaNN als eine Präliminarbedingung, daß der Bischof vor seiner Installation den durch Art. 168 der Constitution vor­geschriebenen Eid leiste.'

Amtliche Nachrichten.

Adolph Schreiber von Usingen, Joseph Horn von Limburg und Friedrich Brinkmann von Mieh­len sind nach bestandener Prüfung in die Zahl der" geprüften Kandidaten der Rechts- und übrigen Staats- wiffenschaftenZaufgenommen worden.

Geld-Sorten

nach dem Frankfurter Cours^vom 6. Januar 1851.g

Neue Louisd'or . . Pistolen . . . . ditto Preuß. . .

Holl. 10 fl. Stücke Raud-Ducaten , .

20 Frankenstücke Engl. Sovereigns . Gold al Marco Preuß. Thaler . . 5 Franken-Thaler . Hochhaltig Silber .

10

58 s

9

26%

9

55

9

37

5

34

9

20

11

36

375

I

45%

2

20%

24

24

Bekanntmachungen.

usw) BeachtenSwerth !

Wie und wo man für 8 Thaler Preußisch Courant in Besitz einer baaren Summe von ungefähr

SweimatHundert Tausend Thalern gelangen kann, darüber ertheilt das unterzeichnete Commissions-Breau unentaeldlich nähere Auskunft. Das Büreau wird auf desfallsige, bis spätestens den 31. Januar 1851 bei ihm eingehende frankirte Anfragen prompte Antwort ertheilen, und erklärt hiermit ausdrücklich, daß, außer dem daran zu wendenden geringen Porto von Seiten des Anfragenden, für die vom Commissions- Bureau zu ertheilende nähere Auskunft Niemand irgend etwas zu entrichten hat.

Lübeck, im Dezember 1850. Commissions - Bureau, Petri-Kirchhof Nro. 308 in Lübeck.

(22) Von heute an können Bestellungen auf schönes buchenes Scheitholz in Klafter, halbe und viertel, buchene Wellen bei Kauf­mann Jo*« Hernara gemacht werden.

Cinftehergefuch.

(«) Es wird für einen Militärpflichtigen vom Jahr 18'9, welcher noch nicht dienen mußte und ein hohes Nummer besitzt, ein Ein- Met gesucht. Näheres die Erpedition d. B>.

(25) Einladung nnd Empfehlung.

Das vielgeprüfteNeckardampfschiff" beginnt mit dem 1. Januar ein neues Abonnement. Dasselbe wird in seiner äußern Gestalt unverändert fortbestehen. Auch im Festhalten der bewegen­den Idee unserer Zeit, des demokratischen Prinzips, wird das Blatt sich treu bleiben; ja eS sind Kräfte gewonnen, welche dieses Prinzip in Zukunft umfassender und genügender in diesen Blättern zur Geltung bringen werden. Die politischen Neuigkeiten so rasch und genau als möglich zur Kenntniß unseres Publikums zu bringen, wird unserer neuen Redaktion ihr Hauptaugenmerk sein. Sie wird dabei mit derjenigen Kritik verfahren, welche vor dem Berbreiten falscher Nachrichten schützt. In leitenden Artikeln wird sie die politischen Ereignisse und die wichtigsten Tageâfragen beleuchten und ihre Bedeutung für die Zukunft Deutschlands und Europas von unserem Standpunkte aus würdigen. Auch enthält das Blatt eine ausgewählte Unterhaltungslektüre, meist Originalien; Handels-, Schifffahrts- und Marktberichte, nebst Fruchtpreise von Heilbronn, Hall, Mainz, Durlach, Rastatt u. a. O. Der Preis des Blattes, welches außer Montag täglich in gr. Quart erscheint und sich einer fortwährenden Erweiterung seines Leserkreises erfreut, ist halbjährlich 1 fl. 20 kr. Wir bitten die Bestellungen bei Zeit zu machen, damit den zu spät sich Meldenden keine unvollstän­digen Exemplare gereicht werde» müssen. Zugleich empfehlen wir daSNeckardampsschiff" zur Aufnahme von Anzeigen jeder Art, die durch die ungemein starke Verbreitung desselben besonders wirksam sind, und nach dreispaltigen Petitzeilen oder deren Raum nur ü 2 kr. berechnet werden.

Heilbronn, im Januar 1851. Expedition des Neckardampfschiff's.

(Heilbronner Zeitung.)

Verantwortlicher Herausgeber und Verleger C. Ritter. Druck der 4. Ritter 'schen Buchdruckerei.