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Freie Zeitung.

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âriheir und K«$t!

Wiesbaden. Freitag, 26. December

Einladung zum Abonnement.

1830.

Mit Ende des Jahres beginnt ein neues Abonnement auf die .Freie Zeitung". Tendenz und Haltung unserer Zeitung sind bekannt. Die stets zunehmende Erweiterung ihres Leserkreises ist ihr eine Anregung zu fortwährender Steigerung ihrer Kräfte. Wie bisher wird sie täg­lich in Leit- und Uebersichtsartikeln, in Berichten über die Ständesitzungen, Assifen und sonstigen in den freien Institutionen begründeten Ver­handlungen die pol tischen und sozialen Angelegenheiten des In- und Auslandes erörtern. Daß sie darin von Mitarbeitern und Korrespondenten noch lebhafter als bisher unterstützt werde, ist Sorge getragen. Auch wird sie ein möglichst reichhaltiges und unterhaltendes Feuilleton bringen

Bestellungen auf die mit Ausnahme des Sonntags täglich erscheinende .Freie Zeitung" wolle man baldigst machen, in Wiesbaden bei deeErpedition tLk W Ritter'sche Buchhandlung), auswärts bei den zunächst gelegenen Postämtern. Der Abonnementspreis ist vierteljährig hier in Wies­baden ifl 45 kr., durch die Post bezogen mit verhältnißmäßigem Aufschläge. - Jnserationsgebühren: die vierspaltige Petitzeile 3 kr.

Die Dresdener Konferenzen.

X Es war am 22. Dezember Nachmittags um 2 Uhr, als im Brühl'schen Palais, die Ministerkonfe­renzen durch den fL k. Ministerpräsivenden Fürsten von Schwarzenberg eröffnet wurden. Der Fürst war, als Spitze der Pyramide, als alleiniger Vertreter des He- gemoniestaates Oesterreich erschienen. Für Preußen präsentirten sich wie für die meisten Kleinstaaten, zwei Bevollmächtigte: die Herren von Manteuffel und Al- vensleben; Kurhesien, Schwerin, Oldenburg, Nassau und mehrere der kleineren Staaten waren noch nicht vertreten. Wo H a s s e n p f l u g , dessen Abreise von Wilhelmsbad längst gemeldet wurde, steckt, davon verlautet nichts; daß er incognito reisen wird, läßt sich denken. Mecklenburg-Schwerin und Oldenburg zieren sich noch etwas; daß Nassaus Be­vollmächtigte nicht fehlen werden, ist gewiß: die Her­ren reisen heute ab. Uebrigens eilt die Sache keines­wegs so sehr; denn im Grunde drehte« sich Alles nur um Formelwesen. Der Brühlsche Palast, diese berüchtig­ten Räume, über welche wir Schlossers Geschichte des 18. Jahrhunderts, und die Memoiren über den säch­sischen Hof nachzulesen bitten, thnn's nun einmal nicht anders. Ein Terrain von üblerer Bedeutung für die Völker hatte man für diese Konferenzen in ganz Eu- ropa kaum finden'können. Nun, der Telegraph bars nicht unterlassen, der staunenden Welt zu melden: Sämmtliche Bevollmächtigte waren in Galla. Heute Abend ist Diner bei Sr. Maj. dem König, wozu die Bevollmächtigten eingelaven sind."

Und was ist der Zweck dieser Konferenzen? Min Artikel aus Wien imSchwb. Merk.", der tiefere Bedeutung zu haben scheint und auch in derO.-P.-A.-Z." abgedruckt ist, .schenkt darüber klaren Wein ein. Alle Veränderungen, welche in der innern Verwaltung Deutschlands vorgenommen werden, werden auf Grundlage der Anerkennung des Bundes­tages basirt sein; der bairische und würtembergische Be­vollmächtigte haben dem Fürsten Schwarzenberg specielle Noten in diesem Sinne überreicht; die preußische Negierung hat sich inOlmütz schonhalb und halb" dazu verpflichtet. Dann heißt es in dem Artikel weiter:Während in Dresden die deutschen Diplomaten versammelt sein werden, um über das endliche Schicksal Deutschlands zu berathen, werden in Breslau die Fürsten zusammentreten, um über das Schicksal un­

Die Chrisibescherung der Nassauischen Künstler.

(Schluß.)

^ Ein hier ansässiger junger holländischer Maler, V o d- d i g e I, hat durch auffallendes Geschick und seltene Fertigkeit im Malen sich bald ein ziemliches Publikum dahier gewonnen; namentlich haben seine Architekturftücke, die er meistens nach Kupferstichen kopirt, mit Recht vielen Beifall gefunden. Dieses Geschick zeigen auch seine diesmaligen Arbeiten, namentlich die drei ersteren. Ein Platz in der Stadt Rouen, die Bildsäule der Jung­frau von Orleans auf hohem Piedcstal in der Mitte, wirb durch einen kräftig vortretenden gothischen Erker­bau im Vordergrund begrenzt. Das Gegenstück zu diesem Bilvchen j^Bet ein interessanter bethürmter Schloßbau aus Ferrara; Stufen führen zu der Brücke hinan, die gegen das Schlößgebäude sich öffnet; Wäsche trocknende F' new bilden eine lebenvolle Staffage. Sehr geschickte Z, ,ynung verräth das dritte seiner Bilder, eine Rotervamer Kirche, zwar bloße Handzeichnung, aber in allen Theilen sauber und mit Verständniß der architektonischen Forme» behandelt. In diesem Gebiet sollte der Künstler sich zu halten suchen; rein land- ; sch östliche Kompositionen scheinen ihm noch nicht recht j gelingen zu wollen, wenigstens haben die verworrenen Pickl ter auf seiner Lahnlandschast (Kloster Arnstein bei | Mondbeleuchtung) bei der besonders im Baumschlag

seres Landes zu entscheiden Es verlautete zwar Anfangs, daß nur der Kaiser von Oesterreich und der König von Preußen in Breslau zusammenkommen würden , um sich gegenseitig persönlich ihrer Freund­schaft zu versichern, wir werden uns abek nicht irren, wenn wir behaupte», daß jener Zusammenkunft auch noch die Könige von Bayern, Württemberg und Sach­sen beiwohnen werden, und daß der Gegenstand der Besprechung außer den gegenseitigen Freundschaftsbe- theuerungen auch noch anderer Art sein wird, indem man nämlich ohne Zweifel bas Ergebniß der Dresde­ner Conferenzen persönlich einer genauen Prüfung un­terziehen wird, um nämlich so bald als möglich das schwierige Werk einer Neugestaltung Deutschlands zu Ende (?) zu bringen." Also die Dresdener Konferenzen sind nur ein Gallaübungövereiu; Beschlüsse werden dort nicht gefaßt, sondern in Breslau. Die Wie­derherstellung des reinen Absolutismus gestattet keine Entschließungen durch Unterthanen, und wären es auch Minister; die Fürsten allein können unter sich endgül­tig beschließen!

Der Bundestag vor Gericht.

(Fortsetzung.)

Uz^zi Arn^t in Mr. 119 betiteltdie Ver­sammlung in der Eschenheimer Gaffe", sind es einzelne Ausdrücke als:Er (der Bundestag) ist klassisch in der Anmassung im Krebsgang, in der Entstellung und in der Unwahrheit."Die politische Schwarzkünstler­zunft in Frankfurt."Glaubt man denn in der Eschen­heimer Gasse, bas deutsche Volk durchschaue nicht vaS Lügengewebe und Heuchlerwerk und erkenne den Bun­destag je alS eine legitime Cemralgewalt an und ermüde in den Protestationen gegen sein usurpatorisches Regiment?"Nie war eine so himmelschreiende Ver­sündigung an einem Volke verübt, wie vie ist, welche schon zur Zeit des Parlaments in Frankfurt begonnen, jetzt dort gegen das deutsche Volk weiter gesponnen wird." Hierauf folgt in dem Artikel was wohl die bairiiche Regierung zu dem Treiben in der Eschenhei­mer Gasse sagen werde, ob sie nach der Proklamation vom 1. Mai 1849 und 9. Mai 1849 handeln werde? (Die Vertheidigung Herrn Dr. Herrmanns bezeichnet keine Beweismittel und verspürt es sich auf später.)

Zeugen sind bei der Verhandlung nicht geladen.

höchst unklaren Behandlung keinen irgend beruhigenden Eindruck hervorzurufen vermocht. Es ist auch für sein Talent unverkennbar eine gewisse Grenze gesteckt, über die hinaus er sich vielleicht nicht ohne Schaven bewegen würbe, während er innerhalb derselben sehr Ansprechendes, selbf^ Gediegenes zu leisten vermöchte. Einen unverdrossenen Fleiß, der sichtbare Fort­schritte mit sich führt, lassen uns die landschaftlichen Oelskizzen und Zeichnungen von Scheuer erkennen. Ein warmer Sommerabend liegt über seiner ersten Landschaft ausgebreitet; vom Winde leicht bewegte Kiefern mit pinienartigen Wipfeln auf einer Höhe im Vordergrund, die gegen einen Wasserspiegel abschneidet, lassen die letzten Strahlen der scheidenden Sonne zwi­schen ihren Aesten hindurch dringen; in sanften Linien bezeichnet ein duftiges Gebirge den fernen Horizont. Wäre nur die Pflanzenbekleidung des vordem Grun­des klarer behandelt, so würde das Bild noch günstiger wirken. Weniger gelungen erscheint das andere Oel- bildchen desselben Künstlers, Thurmruine mit Wald« landschaft im Mondlicht. Wir gewahren zwar den Wiederschein des Mondes im Spiegel des Baches, der von einem Stege überbrückt, aus.dem WalveSvuukel hervortritt, aber dieses Licht flimmert nicht und bas Magische der ganzen Beleuchtungsart ist mehr erstrebt noch, als schon erreicht ober getroffen. Glücklicher ist der Künstler in seinen beiden Bleistift-Zeichnungen, welche ebenfalls und mit Recht zur Verloosung bestimmt

Gotthelf erklärt, daß er die Artikel in Nr. 108 und 115 selbst geschrieben habe, den Artikel in Nr 119 habe auf seinen Auftrag einer seiner Freunde geschrie­ben, den er nicht nennen werde, um so weniger, da er, wenn er den Artikel selbst geschrieben, eben' auch nicht anders geschrieben haben würde. Obgleich nun Gotthelf erklärt, er habe nur zu erinnern, daß er in dem inkrimintrten Artikel keine Vergehen erblicken könne; die Begründung und Ausführung darüber behalte ec sowohl sich als seinem Vertheidiger für später au,, versuchte der Präsident doch Gotthelf jetzt schon zu einer Einzelvertheidigung der einzelnen Stellen zu reizen, durch dieses umsonste Bemühen wird das Verhör ziem­lich langweilig. Die Artikel werbyi vorgelesen uno bie betreffenden Nummern des Eilooten an die Ge­schworenen vertheilt.

Staatsanwalt Dürniz begründet sofort die Anklage. Der Gegenstand der Anklage stünde zwar in Hinsicht auf die Strafe an Wichtigkeit allen Reaten, die vor Geschworene verwiesen, nach, nichts desto weniger sei er von größter Wichtigkeit wegen ver Folgen: der Aus- spruch der Geschworenen sei maßgebend, ob die Gäbe der freien Presse zum Mißbrauch gegen den Geber alS

I Angriffswaffe gegen die Regierung, die »e s ch e n k t ( ?), ge­braucht werden dürfe. Hierauf folgt eine Erklärung des Art. 26 deS PreßgesetzeS. WaS die Rechtsdestan- digkeit des Bundestags beträfe, die allenfalls von Seiten der Vertheidigung angegriffen werden würde, so werde er sich hierin nicht Anlassen, (glaub's wohl Hr. Staats­anwalt, ist eine gar schwere Sache) ihm sei genug, daß er faktisch bestehe und daß die bairische Regierung, ihn beschickt habe. Er versucht sofort nachzuweisen, daß die inkriminirten Artikel Beleidigung des Bundes­tages enthalten. Wenn aber der Bundestag beleidigt sei, so sei es auch die bairische Staatsregièrung, die diesen Bundestag mit einem Abgeordneten beschickt habe. Sein Vortrag ist höchst langweilig und ermü­dend, seine Beweise manchmal sehr matt. Nach ihm ergreift der Angeklagte selbst das Wort.,, Vor Allem bemerke ich Ihnen, werve ich die Anklage mit ver Ruhe zu widerlegen suchen, welche mir ver Herr Prä­sivent bei Beginn ver Sitzung aucmpfahl. M. H.! Sollte denn also wirklich das Recht so auf den Kopf gestellt werden, daß, anstatt man vie vor Gericht stellt, welche eine Gewalt ausüben, vie ihnen durch vas Ge­setz nicht zusteyt, welche in Hessen einen Haffcnpfluq unterstützen, der nach Ausspruch aller Gerichte in Hes­sen den offenbarsten Verfassungsbruch beging, man mich

worden sind: Kronberg und Ruine Sonnenberg. Ins­besondere zeichnet sich die letztere, die schon durch ihren den Mauern ganz nahe gerückten Standpunkt diese zer­streuten Trümmer enger in einander schiebt und da­durch einen ebenso wahren als originellen Gesammt- eindruck eines architektonischen Ganzen erstrebt, dem Alles rein Lanvschastliche sich unterordnet, durch kräf­tige und bestimmte Führung der Linien sehr Vortheil­haft aus. Was dem Baumschlag noch fehlt, wird sich vielleicht bei einem giößereu Bilde desselben Künstlers gelegentlich ein andermal aussübren lassen. Frau Wissenbach dahier hat die Ausstellung mit mehreren Blumeii-Äguarellen geschinückt, von denen die beiden größeren zur Verloosung bestimmt sind. Treue Nach­ahmung der Natur in Linien und Farben ist dasjenige, was von solchen Bildchen erwartet werden darf, und es ist nicht zu verkennen, daß die Sträuße der Astern und Rosen, welche der Vorstand ausgewählt hat, mit Sorgfalt und Vorliebe behanvelt sind und eines freundlichen Eindrucks nicht verfehlen. Das Bild eines Mädchens (Kniestück), einen Korb mit Früchten vor sich tragend, hat ».Bracht dahier aus­gestellt und die Commission scheint dasselbe sehr güu« stig ausgenommen zu haben. Uus hat es weniger be­friedigt. Zu einem idyllischen Bildchen, denn dazu machen eS die lachenden Früchte und die Weinranken der Umgebung, fehlt diesem Gesichte und dieser ge­wählten Bekleidung die einfache, unverkünstelte Na-