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Erreichung^dleser Absicht jedoch durch äußere, von ih­rem Willen^unabhängige Umstände verhindert worden sind.

B . Daß die drei genannten Angeklagten, nachdem sie am 19. April 1850 vor der H. Landoberschulthei- ßerei dahier den Offenbarungseid folgenden Inhalts abgeleistet hatten:

Daß ich außer dem Aktivvermögen, welches in dem mir vorgelesenen Inventarium bereits verzeichnet und von meinen beiden Geschwistern und von mir heute noch nachträglich angegeben worden ist, weite­res zur Erbmasse unserer Eltern gehörendes Vermö­gen nicht mehr anzugeben weiß, schwöre ich, so wahr mir Gott helfe!"

die oben genannten Gegenstände und zwar Peter Rud rau ff die unter A 1; Joseph und Catharine Rudranff, die unter A. 1 u. 2 aufgeführten gleich­wohl absichtlich verschwiegen haben.

Der Werth der verschsviegeuen Gegenstände wird außer der Geldsumme von 800 fl. zu 76 fl. 43 kr. angegeben.

Die Angeklagten, welche einzeln, d. h. in Abwe- senheitZdes andern, vernommen werden, läugnen, wider­sprechen sich aber in ihren Angaben zum Theile so sehr, daß sich der Stand der Sache wohl nicht zu ihren Gunsten gestalten dürfte.

2 6. Nov. Die gründlich geführte Vertheidigung hatte zur Folge, daß die Geschworenen den Angeklag­ten Peter Rudranff für nichtschuldig erklärten. Was gegen ihn vorlag, konnte nicht bewiesen werden. Dagegen wurde Catharine Rudrauff schuldig er­kannt und vom Gerichtshöfe zu 3 Jahren Zucht­haus und in die Kosten, 114 fl. 14 kr. betragend, verurtheilt.

D e u t s eh l a n d.

0 Wiesbaden, 26. Nov. In No. 278 der Freien Zeitung" lesen wir einen Artikel ()0( von der Us) über die Anspacher Altlutheraner, in welchem höchst bedenkliche Ansichten ausgesprochen werden und welchen die Redaktion wohl nur in der Voraussicht, daß ,er nicht unwiderlegt bleiben werde, in ihr Blatt aufge- nommen H*). Der Verfasser, dessen demokratische Gesinnung wir im klebrigen anerkennen, hat sich durch den unangenehmen Eindruck, welchen die religiösen Kämpfe seiner Gegend auf ihn machen, dazu verleiten lassen, gegen die ihm mißfällige Glaubensrichtung die Polizei zu Hülfe zu rufen! Wohl ist es zu beklagen, daß die Parteikäinpfe unserer Zeit hier und da von dem politischen Gebiet wieder auf das religiöse hinübergespielt werden. Aber diejenige Partei, deren Glaubenssystem dem Verfasser jenes Artikels so wider­wärtig erscheint, Ist nicht allein schuld daran; von der andern Seite wird auch in dieser Beziehung viel­fach gesündigt, indem man mit nicht geringerm Bekehrungseifer die Leute zu sogenanntenaufgeklärten" Religionsansichten zu bringen sucht. Grade aber die Demokraten sollten ihren höheren Standpunkt auch da­durch beweisen, daß sic die Irrthümer und phantastischen Gemüthsrichtungen des armen verlassenen Volkes mit schonender Duldung und unerschütterlicher Bruderliebe trügen und dasselbe auf das Eine hinwiesen, das noth thut: auf das Praktische, auf die Religion der That! Grade die Demokraten sollten solchen irregeleiteten ein­fachen Landbewohnern gegenübersegnen", wenn ihnen geflucht" wird, und denselben dadurch beweisen, daß sie auch Christen sind und vielleicht praktischere Christen, als diese exklusiven.

Daß diese Altlutheraner meinen, sie allein würden selig, in den Schulen und Kirchen der andern Konfes­sionen treibe der Teufel jein Spiel rc., wie kaun darin ein Grund liegen, das Kreisaint zu Hilfe zu rufen? Solche Meinungen zu hegen und auözusprechen, steht Jedem frei und gegen Injurien haben wir unsere Strafgesetze! Daß durch diese Glaubensstreitigkeiten eine ,",Spaltung in die Herzen und Gemüther der Taunusbewohner eingedrungen" sei, daßFamilien­zwiste" daraus entständen u. drgl. m, das ist au und für sich kein Unglück, denndie Geister müssen auf einander platzen" und es wundert uns sehr, daß der Herr Correspondent von der Us nachMaßregeln" verlangt, welcheden Frieden und die Eintracht", o. h. also den alten Jndifferentismus, die vormärzliche faule Ruhe und Gleichgültigkeit,wieder Herstellen" sollen! Wenn aus denFamilienzwistigkeiten" Verbrechen entstehen (so schlimm wird es übrigens doch wohl nicht sein!), dann haben wir wiederum unsere Strafgesetze. Maßregeln" aber sind in Glaubensstreitigkeiten am allerwenigsten geeignet, dieEintracht wiederherzustellen." Was aber die von dem genannten Correspondenten hierbei angezogene Parallele von Bornhofen betrifft, so ist dieselbe "hier ganz und gar nicht platzgreifend. Die Jesuiten sind, wie erwiesen und allgemein an­erkannt ist, staatsgefährliche Menschen; die Alt­lutheraner hingegen verfolgen ganz unschuldige und

* j Es ist dies allerdings der Fall! Es sind uns van den ver­schiedensten Seiten Briefe über diese Angelegenheit zügckvmmen, yon denen wir eine ganze Reihe ad acta gelegt haben, wodurch wir aber zu der Ueberzeugung kamen, daß die Frage noch bei sehr Vielen im Unklaren stehe; um daher eine Discusston, so weit eS der gemessene Raum gestattet, zu veranlassen, übergaben wir jenen Artikel weil er grade die eine Seite am Schärfsten repräsentirte, der Oeffentlichkeit. Unsere Ansicht in dieser Sache ist so vsll- fommen die unseres Evrrespvndenten, daß wir nicht hinz»- zusetzen haben als den Wunsch, die Demvkratie möge das hier (gesagte wohl beherzigen und bethätigen. Die Red.

rein religiöse Zwecke. Möge der Gemeinderath zu Ansbach, dem die Sache gewiß von einer falschen Seite dargestellt worden ist, sich eines besseren besinnen und in unverbrüchlicher Anerkennung des Grundsatzes der Religionsfreiheit, diese Leute ruhig ihre Straße ziehen lassen. Und möge das in dieser Sache angeru­fene Kreisamt zu Idstein die geeigneten Belehrungen über die in dieser Hinsicht unwandelbar festzuhaltenden Staatsgrundsätze, wo es erforderlich ist, eintreten lassen.

: =: Wiesbaden, 24. November. In der heute stattgehabten Versammlung der deutsch-katholischen Ge­meinde wurde der Beschluß des Aeltestenkollegiums: Das Verhältniß der hiesigen Gemeinde zu den freien Gemeinden des Landes betreffend", gegen welchen eine Anzahl Mitglieder proteftirte, aufrecht erhalten. So­dann wurde der Vorstand beauftragt, mit dem Predi­ger Graf wegen Herstellung eines Vertrags zu un­terhandeln und der Gemeinde demnächst in einer Ver­sammlung, wo Herr Graf zugegen sein solle, den Ent­wurf eines Contrakts zur Berathung und Genehmigung vorzulegktt.

* Wiesbaden, 26. November. Kinkel ist laut derBremer Tageschronik", die es am Besteu wissen kann, weil Dulon ein intimer Freund des Dichters ist, glück­lich in England angekommen. Die Gerüchte von Kin­kels Aufenthalt in der Schweiz scheinen also auch ein Produkt jener Lügenpropaganda zu sein, welche die Re­gierungen gegen die Schweiz, alsHeerd der Verschwö­rungen", aufzuhetzen, Himmel und Hölle in Bewegung setzt.

* Wiesbaden, 26. November. Der Rückmarsch der aus Baden heimkehrenden Preußen dauert ununter­brochen bis Ende dieser Woche fort. Am 28. wird die letzte Abtheilung Frankfurt passiren. Heute haben wir neue Einquartierung zu Fuß nebst der Feldpost erhalten.

^^ Mainz, 26. November. Unser Obergericht hat seinen Präsidenten Aull durch den Tod verloren. Der Gestorbene war in seinen guten Jahren einer un­serer ausgezeichnetsten Advokaten; auch als Kammer- mitglied war er tüchtig bis zum März 1848, wo er sich so hochmüthig doktrinär gegen die Bürgerdeputa­tion benahm, daß von der Zeit an ein Bruch erfolgte, den er seinerseits durch einen Scrvilismus erweiterte, der ihn als eine Blüthe unserWohldenkenden" zeigte. Aull war in den letzten Jahren nur noch eine trau­rige Ruine und auch geistig eine sehr herunter gekom­mene Größe. In unserm Gcmeinverathe kam am Samstag eine Sache zur Sprache, die recht an der Zeit ist: unsere Stadt hatte seit dem Sommer 1848 trotz ihrer vielen Kasernen wiederholt das Glück,Reichs­truppen" aus Nord und Süd zu beherbergen, aber noch kein Heller ist dafür bezahlt, selbst die 413 fl. 27 kr. nicht, welche die großherzogl. hessische Negierung unsern Quartierträgern für Darmstädter schuldet. Wer soll nun zahlen? Das Neichsministerium ist verblichen, wer hat seine Schulden übernommen? Es wurde da­her einstimmig beschlossen, der Wirksamkeit des nächsten Landtags die Sache durch unsern Abgeordneten zu em­pfehlen. Desgleichen wurde demselben die Negulirung unseres Festungsreglements zu empfehlen beschlossen. Dieses Reglement ist gar nicht als Gesetz von unserer Negierung anerkannt und publizirt; demungeachtet wird es, wie erst jüngst wieder bei Vernichtung derMzr. Ztg.", regelmäßig als Maßregelmaschine in Fällen, wo Gewalt für Recht gehen soll, angerufen. Es ist end­lich Zeit, daß diese seit dem 27. Septbr. 1832 eiternde Wunde endlich einmal einer ordentlichen Kur unter­worfen werde.

Frankfurt, 25. Nov. (N. D. Ztg.) Der Herzog von Nassau hat seine Zustimmung zur Aufstellung preußischer Truppen im Lande gegeben, obgleich der österreichische Gesandte, Hr. V. Menshengen, sogar Drohungen (?) auwandte, um es zu hindern.

Frankfurt. 26. Nov. (Fr. Jr.) Trotz aller ge­troffenen militärischen Vorsichtsmaßregeln kam es ge­stern Abend abermals zwischen den zu unserer Garni­son gehörenden preußischen und bayerischen Truppen an den verschiedensten Punkten der Stadt zu den ern­stesten Ereessen, wobei es wieder auf beiden Seiten Verwundete gab. Nur den größten Bemühungen der Offiziere gelang es, daß die Mannschaften nach und nach sich in ihre Kasernen zurückzogen und auf diese Art größeres Unglück verhütet wurde. Starke ge­mischte Patrouillen durchzogen fortwährend die Stra­ßen der Stadt und sämmtliche Wachen waren bedeu­tend verstärkt. Die im alten Bürgervereine aufge­legte Unterzeichnungsliste für Beiträge zur Unterstützung der verabschiedeten kurhess. Officiere nimmt einen, alle Erwertungen übertreffenden Fortgang. Seit ein paar Tagen aufgelegt, hat sich dieselbe bereits mit vielen Unterschriften bedeckt, worunter sich Summen bis zu 250. fl. befinden.

Kassel, 23. Nov. (N. H. Ztg.) Die Zeichnun­gen der monatlichen Beiträge für die Offiziere nehmen den erfreulichsten Fortgang. Einzelne Personen haben allein den Betrag einer Öffiziersgage übernommen.

* In Hanau wurde am 26. amtlich bekannt ge­macht, daß der Kurfürst aus den von der Ständever­sammlung vorgeschlagenen fünf Mitgliedern derselben den ^bergerichtsanwalt Schwarzenberg, den Oberpost­meister Nebelthau und den Staatsrvth Wippermann zu Mitgliedern des landständischen Ausschusses für die Mit­wirkung bei der Verwaltung des Hausschatzes und des Staatsschatzes bestimmt habe. O.-G.-Präfiveut v.

$$ a r" § d o rf zu Fulda ist in den Ruhestand versetzt und Obergenchtsrath Abäe zum Direktor des Ober-

Fulda ernannt. Den Obergerichtsräthen ^i^off^aufen, v. Carlshausen, Hünersdorf und ic.jibvm zu^HaiiLU., so wie den Obergerichtsräthen Dsmes, Pseiyner und Platner zu Fulda hat der Kur­fürst den erbetenen Abschied bewilligt.

* Sßtl^elmfibstb soll große Noth herrschen: der Kuafurst merkt bereits, daß der Geprellte zuletzt doch nur er sein wird. Geld fehlt, in den meisten Landestheilen sonnen die Steuern nicht eingetrieben werden, im Ful- daiichcn und Hanausichen macht sich die Steuerverwei- gcrung von selbst:wo nichts ist, hat der Kaiser sein Recht verloren!" Die Erekutionstruppen aber f(Breien: Selb! Geld!" Der Kurfürst wird Wintermagazine aus seiner Privatkasse anlegen und die Provinzen der Löhnung wegen verpfänden müssen; also das Privat­vermögen ist mit dem Lande in Gefahr! Darum soll auch wieder arger Zank zwischen Hassenpflug und sei­nem Patron herrschen und Haynau seine Demission ge­geben haben.

DasFr. Journal" schämt sich nicht, eine Er- widerung auf eine seiner ordentlichen Korrespondenzen aus Fulva aufzunehmen, eine Erwiederung, in der man sich nicht entblödet, zu schreiben:Ein Korrespondent aus Fulda,in Ihrem gestrigen Blatte sagt:So ist nunmehr das Heiligste eines kultivirten Staates, das Recht und die Justiz vernichtet!"" Welche Hyperbel! Es ist nämlich blos von Erhebung des Stempels und Erekutionsmaßregeln gegen desfalls renitente Gerichts­personen die Rede." Ist das keine Vernichtung des Rechts und der Justiz? DasFr. I." ist erbärmlich genug, solche Artikel als gewöhnliche Korrespondenzen in seine Spalten aufzunehmen und mit einem Sterne zu bezeichnen; doch dasFranks. I." ist einunpar- teisiches" Blatt, an dem dergleichen seinen Lesern nicht weiter auffällt! Je mehr es lügt desto lieber wird es seinen Getreuen.Sage mir, mit wem Du um­gehst, und ich will Dir sagen, wer Du bist!"

f Berlin, 24. November. Auch in der großen Krisis, in welche Preußen vor nun bald fünfzig Jahren trat, herrschte Zwiespalt im Rathe des Königs; aber wie kleinlich und kläglich ist der Zwist in unsern Tagen! Daß ein Kampf ausgebrochen und daß die Parteien sich gründlich hassen, zeigt dieN. Pr. Ztg.", die Kreuzspinne", welche als das halboffizielle Organ dcs Ministeriums sich schon seit längerer Zeit gerirte und jetzt für die eine Seite, für die des Herrn von Manteuffel offen die Geheimnisse des Kabinets mit folgenden Worten enthüllt:Im Schooße des Mini­steriums selbst zeigt sich eine nicht länger zu verbergende Spaltung, eine Spaltung, um so beklazenswerther, je verwerflicher die Gründe sind, welche die Dissiden­ten zu leiten scheinen. Rechts die Männer, welche Vertrauen nicht nur verdienens?), sondern auch besitzens!), links einMann(Ladenberg),der es nicht verwinden zu kön­nen scheint,-daß sein Raine bisher nicht.bedeutend genug befunden worden ist, zur Bezeichnung eines Ministeriums zu dienen, und als sein Sekundantdieser Mensch" (v. d. Heydt,) der es uns nicht verargen wird, wenn wjr gegen ihn dasselbe Mißtrauen hegen, welches er dereinst gegen eine andere Stelle aussprach, und wenn wir uns mit derselben Leichtigkeit von seiner Person tren­nen, wie er selbst von seinen reponirten Prinzipien." Also Herr von Ladenberg ist das letzte Hinderniß im Kabinett gegen den Sieg der pietistisch-absolutistischen Clique, der sich Manteuffel jetzt ganz als Werkzeug untergeordnet hat. Ladenberg, der vor der Märzre­volution zu bureaukratisch-orthodor war, ist jetzt den Junkern und Pfaffen ein Stein des Anstoßes und Aer­gernisses, wie damals der Freiherr von Stein. Aber Stein und Ladenberg, welch ein Abstand, und das Volk ist seit 50 Jahren doch auch weiter gekommen!

* Berlin, 24. November. Manteuffel verlangt von Oesterreich in derDtschen. Ref."als nothwendiges Zugeständniß an die Größe des Moments und das Be­dürfniß des Augenblicks" heute wiederum das Auf­geben des Bundestags.Die freien Conferenzen drücken zuerst wieder die Einigkeit aus und sie sind der erste Schritt zur Einheit." (Oder zu deutsch: zur Zweiheit!) Ferner:Die Ereignisse sind zu ernst, um eben in diesenfreien Conferenzen", deren nähere Zu­sammensetzung, Bedingn lsse, Basis wir einer.weiteren Betrachtung anheimgeben bloß ein diplomatisches Spiel zu sehen, neben denen die Consequenzen des Parteibun­destags fortwirken. Darum wiederholen wir, daß ein Versuch zur Bundesèrecution nach Holstein, ein weite­res Vorgehen in Hessen, einem Ablehnon derfreien Conferenzen", einem Festhalten an der Parteibedeutung des Bundestags gleich steht. Es ist nur der historischen Erinnerung wegen, daß wir des projektirten Congres- ses vom Marz 1848 erwähnen; obschon damals die Bundesversammlung noch rechtlich und wirklich bestand, so war man übereingekommen, daß, was der Congreß beschließen würde,bindende Norm" bleiben müsse und nur zur speziellen Ausarbeitung an die Bundesversamm­lung und in die Hände der aus allen Bundesstaaten herbeigezogenen Männer des Vertrauens und der Sach- kenntniß gelegt werden solle."Und die Absicht, wes­halb dieD. R." so redet? Manteuffel fürchtet, von Ladenberg ausgestochen zu werden!

Ueber den Inhalt der vorläufigen telegraphischen Depesche, die der Graf von Westmorland bei seiner am Ende künftiger Woche zu erwartenden Hierherkunft persönlich unterstützen wird, sagt dieC.Z.", daß Eng-